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Transparenzpaket: Einigung mit den Grünen

19.06.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP verständigen sich mit den Grünen auf die letzten Details im Transparenzpakt. Demnach müssen Parteispenden ab 3500 offengelegt werden. Das Gesetz wird mit Juli wirksam.

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Wien/Pri. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich SPÖ, ÖVP und Grüne am Dienstag auf die letzten Details im Transparenzpakt geeinigt. Demnach müssen Parteispenden (vom selben Gönner) in Zukunft offengelegt werden, wenn sie einen Betrag von 3500 Euro im Jahr überschreiten. Zuwendungen an Bundes- und Landesparteien werden kumuliert. Im ursprünglichen Entwurf hatte die Regierung eine Grenze von 5000 Euro vorgeschlagen, die Grünen wollten 500 Euro.

Eine Veröffentlichungspflicht wird es – ebenfalls nach einer Forderung der Grünen – auch bei Inseraten und Sponsorings geben. Ab einem Grenzwert von 3500 Euro muss jedes Inserat im Jahresbericht angeführt werden. Damit soll verhindert werden, dass Spenden über den Umweg der Parteizeitungen in die Kassen der Parteien fließen. Sponsorings müssen ab einer Summe von 12.000 Euro im Jahr transparent gemacht werden.

Verwaltungsstrafen (bis zum Dreifachen der Spendensumme) können nicht mehr nur – wie im Regierungsentwurf vorgesehen – gegen die Parteien verhängt werden, sondern auch gegen jene Funktionäre, die den Verstoß zu verantworten haben. Das Strafausmaß bewegt sich bis zu 20.000 Euro. Neu ist auch, dass die Wahlkampfkostenobergrenze von sieben Millionen Euro pro Partei auch für Bundespräsidentenwahlen gelten soll.

Die Stimmen der Grünen sichern den Regierungsparteien jene Zweidrittelmehrheit, die sie für einen Beschluss brauchen. Neben dem neuen Parteiengesetz beinhaltet das Paket auch ein Lobbyinggesetz, ein neues Korruptionsstrafrecht und eine verschärfte Auskunftspflicht bei den Nebeneinkünften von Abgeordneten. Das Konvolut wird am 27. Juni in einer Sondersitzung des Nationalrats beschlossen. Damit können die Neuerungen, wie geplant, am 1. Juli in Kraft treten.

Der Aufwand habe sich gelohnt, sagte Staatssekretär Josef Ostermayer, Chefverhandler der SPÖ, hinterher zur „Presse“. ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf sprach von einer Regelung, „die keine Schlupflöcher offenlässt“. Und Werner Kogler, Vizeklubchef der Grünen, bezeichnete die Einigung als „europaweit vorbildlich“.

Nicht festgelegt wird vorerst, wie hoch die staatliche Parteienförderung in Zukunft ausfallen soll. Derzeit sind es 2,41 Euro pro Wahlberechtigtem – künftig könnten es bis zu fünf Euro sein. Im Gegenzug wird die Wahlkampfkostenrückerstattung gestrichen. Der Grund für diese Verzögerung? Die Grünen hatten darauf gedrängt, dass die Höhe der Parteienförderung von SPÖ und ÖVP gesondert verhandelt wird. FPÖ und BZÖ nahmen an den Gesprächen am Dienstag nicht teil. Die FPÖ wegen des Streits um den Euro-Rettungsschirm. Das BZÖ lehnt eine Anhebung der Parteienförderung ab.

 

EU-Fiskalpakt: Abstimmung Anfang Juli

Über den EU-Fiskalpakt und den Euro-Rettungsschirm ESM wird der Nationalrat erst an den letzten Plenartagen vor der Sommerpause, nämlich Anfang Juli, abstimmen. Davor ist noch ein Hearing geplant. Das wurde gestern in der Präsidialsitzung festgelegt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

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40 Kommentare
 
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Gast: psoft
20.06.2012 10:52
0 0

flotter 3er

Es ist schön zu sehen, wie sich die GrünnInnen jetzt schon als Steigbügelhalter für Rot/Schwarz engagieren, um nach der Wahl, wenn sich SPÖVP nicht mehr ausgeht für eine Regierung, auch ein oder 2 Minister zu erhaschen. Zuerst ESM (eh nur Garantien, die nix kosten!), jetzt "Transparenzpaket"
Die FPÖ kann sich somit den Wahlkampf endgültig sparen. Der Sieg ist gewiss. Das Wahlvolk läßt sich nicht mehr vera....en.

Re: flotter 3er

ein traum wird wahr: glawischnig-picewicz als innen-, stoisits als justizministerin, alev korun als integrationsstaatssekretärin.

Gast: Gast663
20.06.2012 10:32
1 0

Zusammenfassung:

Rot, Grün und auch Schwarz wollen weiter durch und durch korrupt sein!


Gast: Mai
20.06.2012 08:22
5 0

Widerstand

Sie verstehen es nihct.
Es wird Zeit, auf die Straße zu gehen.

Gast: Mai
20.06.2012 08:20
3 0

Unverschämtheit

Die größte Sauerei ist, dass weiterhin Unternehmen, Institutionen, die teilweise im Eigentum der Öffentlichen Hand (zumindest Bund, bei Ländern und Gemeinden scheint es überhaupt keine Regelung zu geben) sind, an Parteien spenden dürfen.

Das ist völlig inakzeptabel.
Ekelhaft.
Widerlich.

Widerstand

Antworten Gast: Jokerlike1
20.06.2012 13:42
0 0

Re: Unverschämtheit

.. das geht eben nicht mehr - aber hier werden ohnehin dauernd nur irgendwelche behauptungen aufgestellt...

Antworten Antworten Gast: Mai
20.06.2012 16:05
0 0

Re: Re: Unverschämtheit

Falsch.
Im Ö!-Morgenjournal war von einer Beteiligungsgrenze von 25 % die Rede.
Wenn Sie bessere und neuere Informationen haben, lasse ich mich gerne belehren.

Ob mit dieser Regelung wirklich Transparenz geschaffen wird

mag ich bezweifeln, aber wesentlich essentieller ist für mich die Frage, ob die von den Parteien oft als Demokratieförderung verkaufte öffentliche Parteienförderung überhaupt noch rechtkonform ist?

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/ist-die-foerderung-der-meinungsvielfalt-legal-scheissegal-oder-vielleicht-sogar-illegal-d176900.html

Gast: transspero
20.06.2012 07:15
2 0

und wie sieht es damit aus:

- Spenden öff. Körperschaften und politischen Stiftungen?
- ausländischen Spenden?
- anonymen Spenden?
- Spenden, wo klar ersichtlich ist, dass eine Gegenleistung erwartet wird bzw. Gesetze oder Verordnungen getroffen wurden, wo ein Vorteil gewährt wurde?
- Spenden, wo Provision gezahlt wurde?

und vor allem, wie sieht es mit der Offenlegung von

- Parteiunternehmen bzw Unternehmen, woran Parteien beteiligt sind aus ? Sowie Offenlegung von deren öff. Aufträgen und deren Bilanzen bzw. Gewinnen?

Wie sieht es zudem mit Kontrollen und Strafen aus?


und das nennen die vp

die grünen haben sich wieder mal erfolgreich angebiedert. jetzt ist es fix: alle funktionäre politischer parteien sind potentiell korrupt - inkl der grünen!

Gast: MH
20.06.2012 05:41
1 5

Transparenzpaket

Dieses Transparenzpaket scheint wieder Hoffnung auf tatsächlich innerer Erneuerung gegenüber den Regierungsparteien u. unserer Demokratie nach einer Phase totaler Verlotterung der Moral zu geben.

Wenn die besonders kritischen Grünen nicht mehr von einer Mogelpackung reden u. dieses Gesetz mit Zweidrittelmehrheit als europaweit vorbildlich bezeichnen, spricht dies dafür, dass die Regierungsparteien den Ernst ihrer Lage erkannt haben u. tatsächlich Nägel mit Köpfen in den eigenen Reihen gemacht haben.

Offensichtlich ist nun der Politik die Sensibilität in Blickrichtung auf die südlichen Länder hinreichend geschärft, wohin der Moorrast im Fundament u. die Würmer im Gebälk an der Spitze eines Staates führen.

Ich hoffe, dass damit in Zukunft derartige Sümpfe von Mega-Korruptionen wie sich seit Monaten der Korruptionsausschuss herumschlägt bald dauerhaft der Vergangenheit angehören.

Antworten Gast: yxul
20.06.2012 07:24
6 1

Die Grünen sind wahrlich nicht das Maß der Transparenz und schon gar nicht der Demokratie,

vor allem nicht, wenn man sieht, wie sie dort agieren, wo sie an der Macht sind:

- Nicht eingelöste Wahlversprechen, selbst dort nicht, wo sie die politische Verantwortung tragen

- Verhinderung von Bürgerentscheiden


Antworten Gast: yxul
20.06.2012 07:22
1 0

Die Grünen sind wahrlich nicht das Maß der Transparenz und schon gar nicht der Demokratie,

vor allem nicht, wenn man sieht, wie sie dort agieren, wo sie an der Macht sind:

- Nicht eingelöste Wahlversprechen, selbst dort nicht, wo sie die politische Verantwortung tragen

- Verhinderung von Bürgerentscheiden


Gast: MH
20.06.2012 05:40
2 4

Transparenzpaket

Dieses Transparenzpaket scheint wieder Hoffnung auf tatsächlich innerer Erneuerung gegenüber den Regierungsparteien u. unserer Demokratie nach einer Phase totaler Verlotterung der Moral zu geben.

Wenn die besonders kritischen Grünen nicht mehr von einer Mogelpackung reden u. dieses Gesetz mit Zweidrittelmehrheit als europaweit vorbildlich bezeichnen, spricht dies dafür, dass die Regierungsparteien den Ernst ihrer Lage erkannt haben u. tatsächlich Nägel mit Köpfen in den eigenen Reihen gemacht haben.

Offensichtlich ist nun der Politik die Sensibilität in Blickrichtung auf die südlichen Länder hinreichend geschärft, wohin der Moorrast im Fundament u. die Würmer im Gebälk an der Spitze eines Staates führen.

Ich hoffe, dass damit in Zukunft derartige Sümpfe von Mega-Korruptionen wie sich seit Monaten der Korruptionsausschuss herumschlägt bald dauerhaft der Vergangenheit angehören.

Gast: DuhastdieWahl
19.06.2012 20:55
10 2

die höchste Parteienfinanzierung der Welt

zumindest offizielle - und nicht einmal mit so viel Geld können die noch dazu weltweit höchst bezahlten Berufspolitiker gut regieren ... der Mittelstand ausgeblutet, eine weitere Generation von Sozialhilfeempfängern wird herangezüchtet, die bestbezahlten Lehrer der Welt und 25 % der Kinder können nicht sinnerfassend lesen, wir finanzieren den Rest von Europa mit unseren Geldern und ......

Ach - bring es wenn ich nicht zu Wahl gehe, wird dann die bescheuerte Wahlkostenrückerstattung weniger?

Voi super!

Haben die Grünen doch 3.499.- für ihre Stimme bekommen.

3 0

Re: Voi super!

ja 30 mal

6 6

UNTERSCHIED

Es gibt Parteien die versuchen gemeinsam - wenn auch mit gegenseitigen Kompromissen - Politik im Sinne von Nägeln mit Köpfen, zu machen. Andere Parteien machen lautstark populistische Fundamentaloposition und schüren Ängste, die sich immer wieder als Luftblasen entpuppen. Trotzdem fallen zu viele Menschen auf diese Gruppen herein.

Antworten Gast: asasadfd
19.06.2012 21:17
8 2

Re: UNTERSCHIED

du findest diese zahlose wischi waschi "transparenz" also als gut gelungenen kompromiss???

wie navi muss man sein, um weiterhin ALLEN 5 parteien in ihre korrupten kanälen zusätzlich auch noch weiterhin das sauer verdiente steuergeld ohne mit der wimper zu zucken nachzuwerfen. oder zahlen sie etwas keine steuern?

so nebenbei: mittlerweile muss man (leider) vor den linken krawallmachern, beschmierern, sachen-zerstöreren und ewigen stichlereien zum rechten lager mehr angst haben, als von den paar kellernazis in der bevölkerung, die sowieso nur besoffen in ihren 4 wänden herumlungern und niemanden etwas tun außer vor sicht selbst den heiligen adolf loben.

die LINKS-extremen sind mittlerweile nicht nur extrem viel geworden, sondern die WAHREN HETZER und UNRUHESTIFTER in der heutigen zeit.

und NEIN, ich bin weder blauer noch grüner, aber ich verschliesse auch nicht die augen vor den mehr als sichtbaren tatsachen in der heutigen zeit .... zerstören linke häuser und autos ist es OK, sagt ein strache nur ein halbes falsches wort gegen die linken zecken steht er wochenlang in der zeitung

Re: Re: UNTERSCHIED

dem ist nichts hinzuzufügen....100% zustimmung !!!

3 0

Re: Re: UNTERSCHIED

wie wahr wie wahr, leider.

Re: UNTERSCHIED

Und was möchte uns RAL (6038 = Leuchtgrün) damit sagen?

Antworten Antworten Gast: Gast 2012
19.06.2012 21:20
6 1

Re: Re: UNTERSCHIED

ganz einfach, SPÖVP brauchen nach der nächsten Wahl noch einen Partner in der Koalition und die Grünen leisten jetzt schon Vorarbeit. Innenminister Werner Kogler, klingt doch schön und mit Inquisitor Peter Pilz auf der Seite wird es in Österreichs Gerichten neuen Wind geben. Wie lautet eigentlich die RAL-Nr. für knallrot...?

Gast: UKW
19.06.2012 20:21
15 1

Die Parteifuzzis aus den Bundes- und Landesregierungen inserieren doch schon seit langem direkt mit Steuergeld und werben damit versteckt für ihre Partei

Kein Mensch macht den Umweg über die Parteikasse. Also was soll dieses Gesetz bringen?

Transparenzpaket

Heute im Radio gehört: Hr.Kopf (ÖVP) ist froh, daß das Transparenzpaket nun mehr oder weniger unter Dach und Fach ist, weil wir ( Österreich ) damit ( längst gepflogene ) internationale Standardvorgaben erfüllen! Es sollte uns bedenklich stimmen, daß das TP nicht gemacht wurde,weil das gesamte System der Parteifinanzierung durch und durch korrupt und moralisch verwerflich war, sondern ausschließlich auf internationalem Druck hin!
Und die Höhe der verpflichtenden zukünftigen gegenüber der bestehenden Parteifinanzierung wird uns zeigen, was ungefähr so reingekommen ist. Denn das Geld wird ja trotzdem benötigt.

Gast: vor dem arlberg
19.06.2012 19:10
10 6

Geld für die Grünen?

Gibt es wirklich Leute, die den Grünen Geld geben?

 
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