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U-Ausschuss: Neue Vorwürfe gegen Mensdorff

19.06.2012 | 18:12 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Blaulichtfunk-Vergabe: Ein "Informant", der nicht genannt werden will, belastet den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und den Ex-Kabinettschef des früheren ÖVP-Innenministers Ernst Strasser, Christoph Ulmer.

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Wien. Wie geht man mit jemandem um, der als Whistleblower Beweise für Korruption liefert? Legt man alles auf den Tisch, fliegt dieser Informant auf. Hält man Belastendes zurück, blockiert man die Aufklärung. Vor diesem Dilemma sah sich der BZÖ-Mann im Korruptions-U-Ausschuss, Stefan Petzner: Ein Unternehmensvertreter erhebe in einem Schreiben Schmiergeldvorwürfe in Sachen Behördenfunk-Vergabe. Im Fadenkreuz stünden der Lobbyist und ÖVP-Vertraute Alfons Mensdorff-Pouilly und der Ex-Kabinettschef des früheren ÖVP-Innenministers Ernst Strasser, Christoph Ulmer.

Dienstag im Ausschuss: Petzner wird aufgefordert, das Schreiben vorzulegen, tut es aber nicht. Das Papier werde zu Staatsanwalt Hannes Wandl wandern. Ob das den Whistleblower schützt? Schließlich muss die Anklagebehörde auf Wunsch des U-Ausschusses ihre Akten ans Parlament liefern. Wie dem auch sei: Sogar von einem „Kleeblatt der Korruption“ sei in dem Schreiben die Rede. Gemeint seien außer Mensdorff und Ulmer auch Alcatel-Chef und ÖVP-Bundesrat Harald Himmer und das Ex-Kabinettsmitglied im Innenressort, Wolfgang Gattringer.

Ulmer hat Anfang Juni im U- Ausschuss ausgesagt: Er habe immer im Interesse des Ressorts gehandelt. Gattringer war gestern Zeuge. Auch er verwehrte sich gegen „Unterstellungen“ rund um Schmiergeldzahlungen. Das untermauerte er am Abend auch via Mitteilung von Anwalt Michael Rami: Er, Gattringer, und Ulmer würden rechtliche Schritte gegen die Verbreitung „falscher, ruf- und kreditschädigender Anschuldigungen“ setzen. Davor im U-Ausschuss hatte Gatringer erklärt, er sei einmal zu einer Jagd nach Schottland eingeladen worden – von Mensdorff-Pouilly mit den Worten: „Dass du auch einmal bei einer g'scheiten Jagd dabei bist!“ Auf den Vorhalt, dass diese Jagd vom siegreichen Behördenfunk-Anbieter Motorola bezahlt worden sei, sagte Gattringer, dass er dies nicht gewusst habe.

Spannung vor Auftritt von Ernst Strasser

Von einem „Schmiergeldvertrag“ zwischen Motorola und Mensdorff-Pouilly sprach indes Grünen-Fraktionsführer Peter Pilz. Er wies auf eine bemerkenswerte Entwicklung hin: Ulmer hatte sich im Mai 2004 als Kabinettschef karenzieren lassen – und fungierte danach als strategischer Berater für Strasser. Er flog mehrmals nach London, traf Leute von Motorola. Noch im Juni 2004 entschied das Ministerium, den Aufbau eines Behördenfunks an das Motorola/Alcatel-Konsortium zu erteilen. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit den Verdacht, dass damals über die panamesische Briefkastenfirma „Valurex“ 2,6 Millionen Euro von Motorola an den ÖVP-Vertrauten Mensdorff-Pouilly geflossen sind. Heute, Mittwoch, kommt Ernst Strasser in den U-Ausschuss.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

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34 Kommentare
 
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Gast: Helikopeter
20.06.2012 22:11
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Hubschrauber

wurden ja auch vom innenministerium angeschafft. War da alles korrekt?

Antworten Gast: sadfsdf
21.06.2012 08:36
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Re: Hubschrauber

War da nicht mit der Fahrzeugflotte auch etwas?

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"Schnupperjagen"

Wie wäre es endlich mit ein wenig Schnupperkittchen für alle?

Gast: Die Ente Lippens
20.06.2012 17:28
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oesterreich offenbart sich als ein strukturell korrumpiertes Land, das nicht willens oder faehig ist, sich aus diesem Sumpf zu befreien.


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Re: oesterreich offenbart sich als ein strukturell korrumpiertes Land, das nicht willens oder faehig ist, sich aus diesem Sumpf zu befreien.

nicht Österreich, sondern ein paar Super Gauner, die endlich zur Verantwortung gezogen werden müssen

Gast: superwutzi!
20.06.2012 09:00
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Der Mann hat kleine Polizisten verfolgen lassen, weil sie irgendwo einen Kuli geschenkt bekommen haben.

Da hat er das volle Programm fahren lassen mit widerrechtlichen Observationen (es gab deshalb eine parlamentarische Anfrage, aber die Schwarzen hatten geringes Interesse an der Aufklärung) und selbst will er nicht bemerkt haben, dass er mit dem Lobbyisten Nummer 1 jagen geht. Und so ein naiver Mensch leitet eine Antikorruptionsdienststelle?

Gast: 12345678900987654321
20.06.2012 08:42
4 0

Der feine Herr Kreutner, der bei jedem Polizisten der zu jemanden freundlich war, gleich Korruption gewittert hat geht "Schnupperjagen"

Aber auf die Kleinen runtertreten. Kreutner war übrigens eine Strasser-Erfindung. Der wurde aus dem Verteidigungsministerium ins Innenministerium geholt um einen Job zu machen, den Leute im Innenministerium genau so machen hätten können. Das hat ressortintern damals keiner verstanden. Aber langsam fügt sich das Bild wohl zusammen.

Gast: Hans M..
20.06.2012 06:20
2 1

Was hat die schwarze Brut nur aus Österreich gemacht

Das wäre alles kein Problem wenn wir eine Justiz hätten die ihren Namen auch gerecht werden würde.


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Re: Was hat die schwarze Brut nur aus Österreich gemacht

ja, und die rote und die braune und die ...

Gast: Rechnungshof
20.06.2012 00:45
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Es ist gar nicht so schwer, die eigene Moral so zu verändern, dass Sie mit Korruption gut leben kann - man muss sie einfach bestechen. Die Moral ist wunderbar bestechlich, wie sie es über die Jahrhunderte immer wieder bewies. Sie ist in jeder Kultur zuhause - global. Leider orientiert sie sich nicht an nachhaltigen Werten, sondern geht dann zusammen mit der Kultur, in der sie besteht, unter. Es sei denn, diese lässt sich noch etwas bestechen.


Gast: dosiehstdasdohostas
20.06.2012 00:41
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Kreutner: "War zum Schnupperjagen bei Mensdorff"......

....wäre ich heute 30 Jahre jünger, ich würde ohne mit der Wimper zu zucken, dieses Land von Heut auf Morgen verlassen, manchmal könnte man nur mehr kotzen.....und das Arge ist die Tatsache, dass eigentlich eh mein Opa und mein Vater schon immer gesagt haben, WIES DA OBEN ZUGEHT....aber man glaubt dummerweise immer an das Gute und da sieht man dann was man hat.........
Be.es: Gerechtigkeit brauchen wir uns hier auf Erden NICHT erwarten, NACH DEM IRDISCHEN LEBEN, das ist etwas anderes!

Re: Kreutner: "War zum Schnupperjagen bei Mensdorff"......

No, vieleicht geht's dann beim Christkind besser!
:)

Gast: Wachzimmer
20.06.2012 00:32
4 0

Was wird wohl die Handvoll an noch ehrlichen Polizisten in Österreich

darüber denken.

Antworten Gast: sdfasdf
20.06.2012 08:49
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Re: Was wird wohl die Handvoll an noch ehrlichen Polizisten in Österreich

Ich denke was in der Art von "Mein Gott bin ich blöd, ab jetzt halt ich auch die Hand auf!"

"War zum Schnupperjagen bei Mensdorff"

Und? Wurde der Schnupper erlegt?

Gast: The International Association of Evangelical Chaplains
19.06.2012 23:16
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"War zum Schnupperjagen bei Mensdorff"

Mr. Martin Kreutner, Chair of IACA’s International Transition Team and Executive Secretary to the Provisional Commission, noted that besides programmes and trainings, the Academy also foresees engaging in anti-corruption structural analysis and reform.

Gast: Hemingway
19.06.2012 23:03
6 0

Weit haben wir's gebracht in Österreich. Korruption, wohin man schaut und der Chef der BIA, nun BAK - Bundesamt für Korruption - war auch einer der Eingeladenen.....

Wem von Innenministerium, Justizministerium, Politik, etc kann man in Österreich noch (ver)trauen ?

Die sauren Wiesen wurden leider nicht trockengelegt, wie von Bundespräsident Kirchschläger seinerzeit gefordert - im Gegenteil....alles wurde noch viel schlimmer...

Und das aktuelle Staatsoberhaupt schweigt und interessiert sich lieber für Ausgrabungen im Ausland....

Gast: Eschenbach
19.06.2012 22:51
3 0

Frage

Hr.Kreutner sagte laut ORF auch, daß er keine Jagdkarte habe. Wie dürfen wir uns dann eine Schnupperjagd vorstellen? Der Chef der BIA hat dann illegal im Wald eine Langwaffe geführt??

Antworten Gast: Hemingway
19.06.2012 23:32
1 0

Re: Frage

Das Führen einer Langwaffe ist als Waffenpassbesitzer gestattet.

Gast: pächter der wahrheit
19.06.2012 22:28
3 0

Ja eh

wers glaubt.

Der ist ja nur durch die ganzen Instanzen hinaufgehoben worden weil er überall objektiv und aufklärerisch tätig war.

ganz bestimmt. bei meiner Ehr'.

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na sowas

Das war kein brauner sumpf, nein. Sondern ein schwarzes moor.

Gast: Saiffenstayn
19.06.2012 21:39
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Die Schüssel-Partie und ihre Folgen ...

wenn die Korruptionsbekämpfer
mit den Profi-Korruptionisten gemeinsam
am gemütlichen Hochsitz plaudern ......

dann wird wohl alles gut sein ....

zu Kaisers Zeiten hätte sich so einer am Tag vor der öffentlichen Aussage selbst "entleibt"...

heutzutage sind das die Helden ??????????

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Schnupper

schnupper...

...Taschendiebstahl
...Betrug
...Vergewaltigung
...Bestechung
...Mord
...Was immer

halt nur geschnuppert...

Gast: Dummheit kann den Staat gefährden
19.06.2012 20:26
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Er sei "naiv gewesen",

Allgemeine Definition der Eigenschaft ''naiv''.

1 voller Vertrauen und ohne Gedanken an etwas Böses. 2 Gutgläubig, ein Mensch; naiv wie ein Kind. 3 Nicht fähig, Situationen richtig zu erkennen und sich ihnen gegenüber entsprechend zu verhalten. 3 Einfältig, es war ziemlich naiv von ihm zu glauben, er würde so zu viel Geld kommen.

Wer war dafür verantwortlich das so ein Naivling so einen verantwortungsvollen Job bekam?

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Re: Er sei "naiv gewesen",

Der leiter der ia braucht sich ja dabei nichts denken. Er hat ja nur jeden tag mit so etwas zu tun. Frechheit. Alle faelle seiner amtszeit gehoeren aufgearbeitet!

Antworten Gast: Saiffenstayn
19.06.2012 21:40
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Re: Wer war dafür verantwortlich das so ein Naivling so einen verantwortungsvollen Job bekam?

das sollte schon im Presseartikel recherchiert und berichtet werden !

 
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