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Parteiengesetz: Blau-orange Prügel für die Grünen

20.06.2012 | 14:45 |   (DiePresse.com)

Weil sie dem Entwurf zur Parteienförderung zustimmen, ernten die Grünen Kritik. Das BZÖ ortet "Prostitution" für eine künftige Regierungsbeteiligung. Nächsten Mittwoch soll das Transparenzpaket beschlossen werden.

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Die Grünen bekommen für ihre Zustimmung zum neuen Parteiengesetz von den anderen beiden Oppositionsparteien ordentlich eingeschenkt. Die FPÖ stöberte in der Grünen Vergangenheit und glaubt, dort unlautere Geschenkannahme gefunden zu haben. Das BZÖ bezichtigte die Grünen gar der Prostitution für eine künftige Regierungsbeteiligung.

FP-Vizechef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Partei 2007 von einem Auto-Hersteller zwei Hybrid-Modelle für ein Jahr zu Testzwecken erhielt. Hofer findet, dies sei "eine klare Geschenkannahme" gewesen und hätte überdies ordnungsgemäß versteuert werden sollen.

Vom Finanzministerium seien dazu aber keine klaren Angaben zu bekommen - auch nicht per parlamentarischer Anfrage. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl kritisiert die "rot-grün-schwarzen Achse" und beschwert sich, dass die Regierung mit Hilfe der Grünen eine Erhöhung der Parteienförderung plane.

Arbeiten Grüne für Regierungsbeteiligung?

BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland meinte, die Grünen "prostituieren sich für eine Regierungsbeteiligung": "Das Einschleimen der Grünen bei Rot und Schwarz, nur um an die Futtertröge der Macht zu kommen, kennt offenbar keine Grenzen."

SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas teilte dagegen in Richtung FPÖ aus: Die Freiheitlichen hätten sich bei den Verhandlungen "durchgehend destruktiv verhalten" und offensichtlich kein Interesse an klaren Spendenregelungen.

Parteiengesetz soll bis Montag vorliegen

Nach der Einigung auf ein neues Parteifinanzierungssystem kommt nun das gesamte Transparenzpaket im Parlament in Fahrt. Am Donnerstag stehen im Justizausschuss das Lobbyistengesetz auf dem Programm. Dafür gibt es noch Änderungen, so werden Rechtsanwälte ausgenommen. Grüne und BZÖ sind darüber empört: Das Gesetz werde komplett aufgeweicht - und biete damit weder Transparenz noch einen Riegel gegen Korruption. Die FPÖ wird zustimmen.

Auch Änderungen im Korruptionsstrafrecht werden am Donnerstag behandelt. Am Dienstag soll dann der Verfassungsausschuss neue Unvereinbarkeits- und Transparenzregeln für Mandatare absegnen und, als großen Brocken, die neue Parteienförderung. Spätestens am Montag soll der Entwurf dazu vorliegen.

Am kommenden Mittwoch soll dann das Plenum des Nationalrats den Gesetzen zustimmen. Tags darauf kann das Paket den Bundesrat passieren und somit planmäßig mit 1. Juli in Kraft treten.

 

(APA)

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9 Kommentare
Gast: bergziege
24.06.2012 11:36
0 0

Unter Transparenz

versteht man, dass jeder einzelne Cent lückenlos verbucht wird. So wie es ehrliche Kaufleute auch tun sollten. Dazu sind Parteien jedoch nicht bereit. Wollen aber gewählt werden.

Eine Offenlegung der Parteispenden wäre ja mal angebracht.

Die FPÖ ist im Dauerwahlkampf und es wäre wirklich spannend, wie sie ihre Plakatserien und Hochglanzbroschüren finanziert.
Dass da Gelder von der Parteiakademie zweckentfremdet worden sind, ist ja schon durchgesickert. Mich würd jetzt noch interessieren, welche großzügigen Spender hinter dem Parteivermögen stehen oder welch andere Kanäle angezapft werden...

Gast: Gast 2012
20.06.2012 21:59
7 1

Grüne zeigen doch nur

was uns nach den nächsten Wahl blüht: linke Abzocke in Reinkultur! Wer das nicht will, wählt einfach nicht rot-schwarz-grün!

Gast: Linker Pirat
20.06.2012 20:07
1 6

Die Computer der blaunen...

...Parteizentrale laufen auf Hochtouren!

Re: Die Computer der blaunen...

sagt die bekannte loewelstrassenbezahlposteramada zu den buergern, zum kot*en!

Gast: huchjeissa
20.06.2012 18:32
2 7

Das ist auch das gute Recht der Grünen und insofern nähern sie sich nicht nur in der Diktion, sondern auch in der Tat den Blauen an.


Gast: Heim D
20.06.2012 17:21
12 1

Prostitution ist der richtige Ausdruck

Für die mehr als peinliche Anbiederung an Rot Schwarz, aus Machtgeilheit!!

Antworten Gast: bergziege
24.06.2012 11:31
0 0

Re: Prostitution ist der richtige Ausdruck

Die Grünen sprachen es doch offen aus, dass sie nach den nächsten Nationalratswahlen mit der SPÖ eine Koalition bilden wollen. Geht sich das nicht aus, wird die ÖVP dazu eingeladen. Diese könnte durchaus "ja" sagen, falls die Bedingungen passen. Dann wäre Österreich Richtung "Paradies" wieder einen Schritt weiter. ...

Korruption kann am besten mit Transparenz bekämpft werden

Ob diese Regelung ausreicht ist mehr als zweifelhaft. Aber mindestens genauso interessant ist die Frage, ob die öffentliche Subventionierung der Parteien, welche oft gerne als Demokratieförderung verkauft wird rechtskonform ist.

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/ist-die-foerderung-der-meinungsvielfalt-legal-scheissegal-oder-vielleicht-sogar-illegal-d176900.html

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/451444_Ist-die-Foerderung-der-Meinungsvielfalt-legal-scheissegal-oder-gar-illegal.html