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Ex-Manager Tengg packt aus: "Strassers Lebenslüge"

21.06.2012 | 06:43 |  REGINA PÖLL UND MANFRED SEEH (Die Presse)

Blaulicht-Affäre: Ex-Innenminister Strasser gibt sich im U-Ausschuss "ahnungslos". Er fragte: "Was meinen Sie mit Schmiergeld?"

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[Wien] Ein mürrischer Ernst Strasser da, ein launig-redseliger Hansjörg Tengg dort. Da der frühere ÖVP-Innenminister, dort der einstige Topmanager. Beide waren am Mittwoch in den U-Ausschuss geladen, um über das gescheiterte Behördenfunk-Projekt Adonis und über das bis heute nicht flächendeckend funktionierende Nachfolgeprojekt Tetron zu reden.

Wobei: Das Gedächtnis tut halt nicht immer so, wie man will. Manchmal kann man sich sehr gut erinnern, manchmal leider gar nicht. „Was meinen Sie mit Schmiergeld?", fragt Strasser. Weiter: „Sollte es irgendwelche Unregelmäßigkeiten gegeben haben, wäre das für mich eine tiefe Enttäuschung." Immerhin besteht der Vorwurf, dass der Lobbyist und ÖVP-Vertraute Alfons Mensdorff-Pouilly von Partnern des siegreichen Tetron-Konsortiums bis zu 4,4 Mio. Euro erhalten hat. Strasser sagt nur, Derlei sei ihm nicht bekannt. Und Ulmer? Strassers früherer Kabinettschef Christoph Ulmer hatte sich im Mai 2004 karenzieren lassen. Dann wurde er per Werkvertrag mit Tetron betraut. Strasser bleibt dabei: Er vertraue „hundertprozentig" auf seine Ex-Mitarbeiter.

Es geht also wieder um den ominösen „Blaulichtfunk", um jenes Projekt, mit dem 2002 das Mastertalk-Konsortium um Siemens, Raiffeisen, Wiener Stadtwerke und andere betraut wurde (Adonis). 2003 platzte der Deal. Angeblich wegen technischer Probleme. Das ist eine andere Geschichte. Die sollte an diesem U-Ausschuss-Tag Hansjörg Tengg erzählen. Der Reihe nach. Den Zuschlag nach dem Adonis-Aus erhielt ein Konsortium aus Motorola und Alcatel (Tetron). Für Mastertalk gab es 30 Mio. Euro Ausgleichszahlung - vom Staat.

Nie habe er Adonis, wie die FPÖ formuliert, „umbringen" wollen, um Motorola zu bedenken, so Strasser. Da kommt es: „Technische Mängel" seien das Problem gewesen. Die Beraterfirma Austroconsult habe sich „geirrt", wenn sie etwas anderes gesagt habe.

Wenig weiß Strasser über die Mensdorff-Firma Valurex. Über diese sollen 2,6 Mio. Euro Provision (von den bis zu 4,4 Mio.) vonseiten Motorola geflossen sein. Von „Valurhops oder wie die Firma heißt", habe er erst kürzlich gelesen.

Am Nachmittag dann der Auftritt von Ex-Mastertalk-Geschäftsführer Tengg, der sich als unterhaltsamer Erzähler präsentierte. Und gleich von chaotischen Zuständen bei der Auftragsvergabe durch das Innenressort unter Strasser berichtete. Der Minister habe sich viel zu wenig Geld für das Funkprojekt aus dem Budget „gesichert", nämlich 22 Mio. Euro, während Adonis, gerechnet auf 15 Jahre, 72 Mio. Euro gekostet hätte.

„Dummheit und Unfähigkeit

Weil Strasser gewusst habe, dass es finanziell nicht reichen werde, habe er technische Probleme konstruiert. Tengg: „Ich halte Strasser zugute, dass das eine Lebenslüge war. Oder er hat den Vertrag nicht gelesen." In Wahrheit sollte Mastertalk verdrängt werden, weil es sich mit den 72 Millionen niemals ausgegangen wäre.
Er, Tengg, habe schließlich beim damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser um mehr Geld für Strasser gefragt. Der habe nur gesagt: „Was? Der (Strasser, Anm.)? Der kriegt von mir keinen Cent." Grasser habe erklärt, dass er Strasser davor gewarnt habe, einen Auftrag zu erteilen, ohne genug Geld zu haben. Insgesamt gesehen spricht Tengg nun von „Dummheit und Unfähigkeit". Der U-Ausschuss wird am Donnerstag, fortgesetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)

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130 Kommentare
 
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Eine Banane da, ein Ruplikerl dort

und die "Milchbuberln" sind wieder "dauerblau".

Wenn selbst der Alarm des Homeoffice ein Pfusch ist, dann ist das so als ob die eigene Sicherung nicht nur geflickt sondern die gaaaanze Innensicherheit gefi**t wird.

Gast: traveler
21.06.2012 19:51
0 0

james bond 000

in geheimer Mission

Gast: gczcuviftvz
21.06.2012 19:06
4 0

Der weiss nicht was Schmiergeld ist, obwohl er doch in dieser Angelegenheit gegen Geheimdienste ermittelt.

Warscheinlich gibt er zur Tarnung den Ahnungslosen. Schon ein Teufelskerl unser Ernstl.

Re: Der weiss nicht was Schmiergeld ist, obwohl er doch in dieser Angelegenheit gegen Geheimdienste ermittelt.

Kleine Korrektur:

Schon ein Teufel, unser Kerl Ernstl.

Antworten Antworten Gast: ungeliebter Heike
21.06.2012 22:48
12 0

"Strasserhops oder wie der Kerl heißt"

ist halt ein Tausendsassa.

Auf der schleißigen Homepage des BMI schreiben seine fleißigen Beamten jetzt täglich einen Aufsatz, in dem sie ihn beklatschen.

http://www.bmi.gv.at/cms/bmi/_news/bmi.aspx?id=63464D52493463397033513D&page=0&view=1

:-)

Antworten Antworten Antworten Gast: sdafsdf
22.06.2012 11:30
0 0

Re: "Strasserhops oder wie der Kerl heißt"

Die muss aber die Ministerin selber schreiben. Nirgends wird Strasser mehr gehasst als im BMI.

Gast: emil607
21.06.2012 16:46
1 0

ganz normale feundlwirtschaft?

bei uns ist freundlwirtschaft gesellschaftlich akzeptiert... wenn ich mich nicht falsch erinnere ist dies in vielen staaten nicht so bzw. nicht so ausgeprägt (auf die schnelle hab ich keine statistiken gefunden).

somit ist doch auch die politische korruption ( auch nichts anderes als freundlwitschaft) logisch bzw. sollte gesellschaftlich akzeptiert sein ?!


Alzheimer zu haben, war kein Grund, um unter Schüssel und Grasser Minister werden zu können, wichtig war nur, man kam aus Erwin Prölls Stall

Der ehemalige Innenminister ist vermutlich der einzige Österreicher, der nicht weiß, was Schmiergeld ist. Diese Tatsache prädestinierte ihn geradezu dafür, Minister unter Schüssel und Grasser zu werden; eine Voraussetzung war das sogar. Gelernt hat er diese Vergeßlichkeit unter den Fittichen des n.ö. Landesfürsten, Erwin Pröll. Durch dessen Schule gegangen zu sein, macht eben nach den Vorstellungen der ÖVP einen gestandenen Minister aus.

6 0

Die beste Loesung

Die Regierung vor ein Volksgericht und fuer die Schuldigen folgendes Urteil:
Verfall des ergaunerten beweglichen und unbeweglichen Vermoegens zu gunsten des Staates.
ASVG- Mindestrente.
Einweisung in einen Gemeindebau.

Eine neue Regierung von Fachleuten mit Charakter und ohne Gier nach Macht und Geld.


Antworten Gast: kkkkj
21.06.2012 19:08
1 0

Re: Die beste Loesung

Erscheint mir ein wenig milde.

U-Ausschuss steht zur Zeit für

Unschulds-Ausschuss : soviele Unschuldslämmer auf einem Haufen gibt es sonst nur im Himmel.

Da all dies aber auf Erden und in Wien stattfindet kann es sich hier nur um ein Wunder handeln. Laut Wikipedia : "Als Wunder (griechisch thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst."

Einige werden jetzt sagen, das ist kein Wunder sondern Zauberei. Auch hier bemühe ich Wikipedia: "Die Zauberkunst (auch: Zaubern, Zauberei, Magie) ist die Kunst, durch Tricks unterhaltsam Illusionen entstehen zu lassen."

Die Entscheidung fällt schwer - was ist es nun? Am Ende ist es gar ein Märchen, in dem der Bürger die Rolle des "Esel streck dich" inne hat.


Gast: Im Geheimdienst ihrer ÖVP
21.06.2012 13:37
0 0

''Soviel ich weiß, haben Doppelnull-Agenten eine sehr niedrige Lebenserwartung.''


Gast: Ja_eh
21.06.2012 13:08
0 0

der Preis der Gierigen

da muss es noch einen Doppelgänger im BKA geben - der den ELAK permanent sabotierte .Diese Personen werden erst dann still , wenn eine milde Gabe ihr Gutdünken findet .

Gast: Eva4711
21.06.2012 12:06
0 0

Korrupte Justiz

Ich kann nur sagen, dass ich unsere Justiz für SEHR korrupt halten: anders kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Strasser & Grasser noch nicht in U-Haft sitzen!

Gast: Honi soit qui mal y pense
21.06.2012 11:43
0 0

Sachen kommen da ans Licht...

...da fragt sich wahrscheinlich manch Bürger, ob ein schlaues Bäuerlein da nicht besser umgehen könnte mit dem Geld.

Gast: Meidlinger12
21.06.2012 11:02
0 0


Gast: eamonclever
21.06.2012 09:38
0 1

tengg darf was andere nicht dürfen

tengg lädt die befassten beamten zum gemeinsamen rodeln ein und zahlt dieses event. Wenn andere zum onkel alfi jagen gehen wird ein riesen theater darum gemacht.
erklärt mir einmal den unterschied.

Gast: ende!
21.06.2012 09:07
6 2

Wenn Strasser, Grasser und die Anderen nicht bald im Häfen hocken, kümmert sich das Volk um Gerechtigkeit.


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Re: Wenn Strasser, Grasser und die Anderen nicht bald im Häfen hocken, kümmert sich das Volk um Gerechtigkeit.

Na endlich ! Wenn sich das Volk darum kümmert, kann es nur besser werden. Insbesondere, wenn da solche Schwellköpfe dabei sind wie Sie

Antworten Antworten Gast: gv j. h
21.06.2012 19:10
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Re: Re: Wenn Strasser, Grasser und die Anderen nicht bald im Häfen hocken, kümmert sich das Volk um Gerechtigkeit.

Da schau her! Ein Strasser-Fan. Ist selten geworden.

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Re: Re: Re: Wenn Strasser, Grasser und die Anderen nicht bald im Häfen hocken, kümmert sich das Volk um Gerechtigkeit.

Ich war gegenüber Strasser schon negativ eingestellt, da haben Sie möglicherweise noch nicht gewusst, wer das ist. Doch bemühe ich mich trotzdem, möglichst objektiv zu denken und nicht jedes Geschwätz als reine Wahrheit zu akzeptieren.

Gast: dsafsdf
21.06.2012 09:04
5 0

WANN WERDEN DIE ENDLICH ZUR RECHENSCHAFT GEZOGEN???

Wenn ein Polizist bei einer Einsatzfahrt einen Unfall hat, muss er den Schaden am Dienstfahrzeug zum Teil zumindest selber zahlen. Auch dann wenn die Einsatzfahrt rechtens war und der Fehler nachvollziehbar (wenn überhaupt einer vorliegt!). Und der Innenminister verursacht einen Schaden von Abermillionen und der muss nicht haften?

Österreich ist nicht einmal

eine Bananenrepublik! Sehr traurig!

Gast: fiona pferdovsky
21.06.2012 08:23
6 0

u-haft?

müssten die herren vor dem hintergrund derartiger verdächtigungen und beweismittel nicht in untersuchungshaft sitzen?

würde mich über einen aufklärerischen artikel in der presse freuen. oder darf nur der falter darüber schreiben?

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Re: u-haft?

Fazebuk ist leckerer als falter.

Gast: GE
21.06.2012 08:13
1 0

Strassers Geschäftspartner

Wer gibt eigentlich dieser ahnungslosen Lichtgestalt noch Aufträge ?

 
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