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Strafantrag: Geldwäsche-Prozess für Mensdorff-Pouilly

22.06.2012 | 17:37 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly soll wegen Geldwäscherei, zweifacher Falschaussage und Vorlage eines falschen Beweismittels bestraft werden.

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Wien. Er musste seit vier Jahren, seit Beginn der Ermittlung, damit rechnen – am Freitag wurde die brisante Entwicklung von der Staatsanwaltschaft Wien bestätigt: Alfons Mensdorff-Pouilly (58), Lobbyist, ÖVP-Vertrauter, Ehemann von Ex-ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch, wird sich vor einem Strafgericht verantworten müssen. Ausgehend von jenen drei Vorwürfen, die Staatsanwalt Michael Radasztics eingebracht hat, drohen dem „Grafen“ (er selber bezeichnet sich als Bauer) bis zu fünf Jahre Haft. Kern des 46 Seiten starken Strafantrags sind dubiose Geldflüsse, die unter anderem im Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung stehen. Mensdorff selber hat stets sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.

Nicht nur Mensdorff – er hatte zuletzt im Korruptions-U-Ausschuss für Amüsement gesorgt, als er über seine wohlbekannte Leidenschaft, die Jagd, dozierte – steht nicht im Visier der Anklagebehörde. Auch sein Geschäftsfreund Kurt D. ist im Strafantrag erfasst. D. wird gerne auch als „der Geldbote“ bezeichnet. Für die beiden Beschuldigten gilt freilich die Unschuldsvermutung.

Mensdorff war Berater des internationalen Rüstungskonzerns BAE, der an der Eurofighter-Gesellschaft beteiligt ist. Bekanntlich besteht bis heute der Verdacht, dass die Eurofighter-Beschaffung für das österreichische Bundesheer von Bestechung und Schmiergeldzahlungen begleitet war.

12,6 Millionen Euro Schadenssumme


In einer Mitteilung der Staatsanwalt Wien heißt es: „Alfons Mensdorff-Pouilly soll in den Jahren 2000 bis 2008 in Summe rund 12,6 Millionen Euro erhalten haben, die zuvor unter Verwendung von Scheinverträgen aus dem Vermögen der BAE systems plc abgezogen wurden. Der Zweitangeklagte soll ihm bei den Geldtransfers behilflich gewesen sein. Mit dem Geld sollten vermutlich in Zentral- und Osteuropa Entscheidungsträger bestochen werden, um Waffengeschäfte für das Unternehmen zu erlangen. Die tatsächliche Verwendung des Geldes konnte nicht aufgeklärt werden.“

Ja, es gebe den Strafantrag, „aber ich kann dazu im Moment nichts sagen.“ So reagierte Mensdorffs Anwalt Harald Schuster auf „Presse“-Anfrage. Schon vor längerer Zeit hatte sich Schuster verwundert gezeigt. „Man tut sich schwer, das zitierte Schreiben nachzuvollziehen“, meinte er, weil das britische Betrugsdezernat SFO in einem Rechtshilfeersuchen an Österreich einen Bericht zitierte, den Mensdorff 2003 für seinen Auftraggeber, BAE, verfasst hatte. In dem Schreiben war von „aggressiven Zahlungen von Erfolgsprämien an wichtige Entscheidungsträger“ die Rede gewesen.

Nach „Presse“-Informationen ist in dem Strafantrag (ein Strafantrag wird bei kleinerer bis mittlerer Kriminalität gestellt, bei Kapitalverbrechen wird eine Anklageschrift verfasst) davon die Rede, dass Mensdorff (vom Boulevard gerne „Graf Ali“ genannt) „als Mittelsmann einer kriminellen Vereinigung“ fungiert habe. Als solcher habe er Gelder von BAE „versickern“ lassen.

Bestechung: Nachweis gelang nicht

Tatsächlich ist es bisher nicht gelungen, den Ursprungsverdacht, Bestechung, nachzuweisen. Dazu hätte es konkret jener Leute bedurft, die bestochen worden sein könnten. So lautet der Strafantrag auf Geldwäscherei. Für Mensdorff gilt die alte Fassung dieses Tatbestandes. Daher reicht die Strafdrohung bis zu fünf Jahre Haft – und nicht wie in der neuen Fassung bis zu zehn Jahre.
Für Geldwäscherei ist aber eine kriminelle Vortat nötig. Diese wird von der Anklagebehörde in der Bildung der besagten kriminellen Organisation gesehen. Bemerkenswert: Im Strafantrag werden sogar drei mutmaßlich kriminelle Köpfe, die im Zusammenhang mit dem Rüstungskonzern stehen, namentlich genannt. Es dürfte allerdings nicht einfach werden, diese Herren dazu zu bewegen, in Wien auszusagen.

Die weiteren Vorwürfe beziehen sich auf zwei Aussagen von Mensdorff: Einmal im Jahr 2007 beim Eurofighter-U-Ausschuss. Und einmal im Korruptions-U-Ausschuss. Im zweiten Fall geht es dem Vernehmen nach um Angaben zu Zahlungen an die Briefkastenfirma Brodman, die Mensdorff zugerechnet wird.

Bei der Vorlage eines verfälschten Beweismittels (laut Strafantrag) handelt es sich um Papiere, die Mensdorff zu seiner Entlastung dem Bundeskriminalamt vorlegte. Wie es nun aus Mensdorffs Umgebung heißt, wusste er aber nicht, dass ein Teil des Materials zuvor von dritter Seite verfälscht worden war. Der Prozess (voraussichtlich unter der Leitung von Richter Stefan Apostol)  könnte noch dieses Jahr stattfinden.

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173 Kommentare
 
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Gast: (x) FPÖ
23.06.2012 21:33
0 1

Natürlich! Da kommt bei vielen wieder die Aversion gegenüber Bauern hoch!!!!!!

Der gute Mann arbeitet hart und da wird er sich doch wohl ein bisserl was leisten dürfen!
Ihr Neider!

Gast: Seltener Gast
23.06.2012 16:43
0 0

Verantwortung vor Gericht

Dass hier trotz internationaler Hindernisse und damit auch großer zeitlicher Verzögerungen und - wie man sich leicht vorstellen kann - sehr schwieriger und zäher Ermittlungen über Jahre schließlich doch eine Anklage erfolgt ist, zeigt doch, dass zumindest die Justiz auf Seiten der Anklage funktioniert. Als Bürger dieses Landes hört man solche Meldung gerne, lässt einen doch Anzahl, Ausmaß und Dreistigkeit der anliegenden Korruptionsvorwürfe und die immer wieder festzustellende völlige Skrupel-, Scham- und Ehrlosigkeit der involvierten Personen schaudern.

Da wird nix rauskommen!

Die Insider werden sich hüten den Mund aufzumachen!

Antworten Gast: xxxx
23.06.2012 16:34
0 0

Re: Da wird nix rauskommen!

Beim Buffet sicher nicht!

Und der staatliche Grippe-Masken-Auftrag

seiner Ehefrau M.Rauch-Kallath

als damalige Ministerin

für die Firma Dräger fällt auch in diese Zeit.

Gast: Free
23.06.2012 13:42
2 0

In unserer Bananenrepublik und bei unserer Justiz wird so einer nie verurteilt.

Siehe Elsner - der läuft auch frei herum.
Politmafia, Bänker & Co. werden bei uns nie verurteilt

Antworten Gast: Kibietz
23.06.2012 20:30
1 0

Re: In unserer Bananenrepublik und bei unserer Justiz wird so einer nie verurteilt.

Im Gegensatz zu anderen ist er wenigstens verurteilt worden.

Was ist mit seinen Komplizen Flöttl & Co? Was ist mit den anderen Bankern die uns in die Kriese geritten haben?

Gast: Dont worry
23.06.2012 13:14
1 1

Er is ganz desperat

er weiß sich kan Rat, weil jetzt ist endlich die Maske ab. Aber die Masken Mizzi hat ja sicher noch irgendwo welche auf Lager.

5 1

Langsam sollte man alle ehemaligen Minister unter Wolfgang Schüssel durchleuchten, genauso wie die "graue Eminenz" himself.

Also da gab es den "supi dupi" Karl-Heinz Grasser(FPÖ/"ÖVP"),
den Ernst Strasser(ÖVP),
die "heilige" Maria Rauch-Kallat(ÖVP),
den Herbert Scheibner(FPÖ/BZÖ),
den Hubert Gorbach(FPÖ/BZÖ),
den Mathias Reichhold(FPÖ),
den Martin Bartensteiner(ÖVP), usw.

Lauter tolle Griffe die der Wolfgang da gemacht hat.

Alles Zufall oder ein Muster?!

Re: Langsam sollte man alle ehemaligen Minister unter Wolfgang Schüssel durchleuchten, genauso wie die "graue Eminenz" himself.

keine angst, die werden ständig durchleuchtet, im gegensatz zu den roten, die diesen staat komplett abgewirtschaftet haben!!

dass in diesem staat noch etwas funktioniert, ist ein wunder, und kann mit der grossartigen leistung der arbeitenden bevölkerung begründet werden.

damit fallen 70% der spö-wähler schon mal aus dieser betrachtung raus!

Re: Re: Langsam sollte man alle ehemaligen Minister unter Wolfgang Schüssel durchleuchten, genauso wie die "graue Eminenz" himself.

Wie armseelig, wie berechenbar.

Antworten Gast: gast8998
23.06.2012 13:41
0 0

Re: Langsam sollte man alle ehemaligen Minister unter Wolfgang Schüssel durchleuchten, genauso wie die "graue Eminenz" himself.

alle spitzenpolitiker die noch leben, da würde ich jedenfalls für keinen meine hand ins feuer legen

unabhängig ob in der regierung oder nicht, korrupt sind die alle und nur auf den eigenen vorteil bedacht

ein normaler asv-gler bekommt nicht mal 2-1/2 tausend € pension die politiker deren gehalt und pension von den asv-glern erwirtschaftet werden muss, bekommen ein vielfaches davon bei weniger jahren (beitragsjahre kann man ja nicht sagen, weil sie zahlen ja nichts ein)

also da braucht man keinen ausnehmen, weder von schwarz, rot, blau, orange oder grün

0 0

Re: Re: Langsam sollte man alle ehemaligen Minister unter Wolfgang Schüssel durchleuchten, genauso wie die "graue Eminenz" himself.

Stimmt,
war auch nicht beabsichtigt andere Parteien
und deren Politiker davon auszunehmen,
nur waren in der Regierungsperiode eben nur schwarze und blaue am Werk
und die hatten es gehörig in sich.

das war doch eine tadellose regierungsmannschaft


lauter erstklassige führungskräfte, auf die wir stolz sein konnten und können.

unter führung von dr. schüssel hat dieser traum einer regierungsmannschaft uns vom rrrrroten joch befreit, das land gründlichst reformiert, die verwaltung entpolitisiert, das budget saniert, das nulldefizit erreicht - kurz, es war die beste regierung die je regiert hatte!

leute wie elisabeth sickl, hubsi gorbach, eurofighter-scheibner, krüger, forstinger, strasser...und natürlich unser KHG - die haben bleibenden eindruck gemacht, die haben spuren hinterlassen, auf die können wir STOLZ sein.

ps: und auf ihren chef dr. schüssel natürlich auch! bravo, bravo, bravo!

pps: kann auch sein, dass ich zuviel "presse" gelesen habe die letzten jahre.

Gast: Mata Hari
23.06.2012 13:02
2 0

Mensforff-Rauch-Kallath-Grippemasken

Wer Zeit hat, sollte mal kurz auf die APA-Seite schauen und dort über die Verwicklung von Mensdorff und einem Konzern, der Grippemasken herstellt, nachlesen. M hat angeblich über 275 000 Euro für Marktstudien kassiert und das von seiner Frau geführte Gesundheitsministerium hat Millionen solcher Masken gekauft. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
Liebe ÖVP - Viel Spaß auf dem Weg zur 15 % Partei.

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Der Pöbel arbeitet sich hier am Geldboten ab

und es geht völlig unter wer die "wichtigen Entscheidungsträger waren, die die aggressiven Zahlungen" erhalten haben.

UND das wäre eigentlich der Punkt des öffentlichen Inteesses, denn der Steuerzahler har ein Recht zu erfahren, wo seine Gelder versickern.

Re: Der Pöbel arbeitet sich hier am Geldboten ab

genau so ist es!!!

der geldbote ist nicht das problem,

das wirkliche problem sind die geldempfänger, die ja bekanntlich u.a. bei den SPÖ-Granden von Rapid sitzen!

Edlinger, Brauner, Fischer, Darabos haben die Finger in dieser Suppe!

Gast: "gelernter" österreicher
23.06.2012 12:20
1 1

muß man bedauern

ein fehlgeleiteter pseudo-adliger (ob jemand adlig ist merkt man an der wahl seiner frauen)*g.und geldkofferträger-verdeckt.für all diese "baddein" in diesem kranken land.

Gast: nina blum
23.06.2012 12:19
1 4

Da bin ich echt froh, dass ich seit jeher wie meine Eltern und Großeltern die Sozis wähle!

und zwar auch als Arbeitsplatz, weil ich will nicht mit den Halbseidenen in einen Topf geworfen werden.
Meine Kinder sollen mich auch achten und respektieren können.

Da bin ich nicht verwundert, dass sie geistig limitiert sind!

Wenn ich mir ihre Beiträge ansehe, wundert es mich, dass Zwentendorf nicht in Betrieb gegangen ist!

Sie würden auch noch ihre roten Henker wählen, seit Generationen, versteht sich!

Antworten Antworten Gast: nina blum
23.06.2012 16:33
0 0

Re: Da bin ich nicht verwundert, dass sie geistig limitiert sind!

hahahah! Was ist Ihnen denn lieber ?
Ein Temelin und Bohunice oder ein österreichisches Kraftwerk mit westlichem Sicherheitsstandard?

Antworten Antworten Antworten Gast: hannes456
23.06.2012 18:15
0 0

Re: Re: Da bin ich nicht verwundert, dass sie geistig limitiert sind!

traumhaft die spö-ler(innen) - bei solchen wählern ist politiker sein eine feine sache - wo sind die mündigen bürger??

genauso gut könnten sie fragen ist dir lieber knochenkrebs oder magenkrebs

beide diagnosen bedeuten am ende ein langsames ungutes ableben

mir ist am liebsten gar kein AKW, weil egal von wo, eines sicher ist, diese werke sind gefährlich, unsicher, extrem teuer und die entsorgung des atommülls ist ungeklärt

Antworten Gast: gast89990
23.06.2012 13:46
2 0

Re: Da bin ich echt froh, dass ich seit jeher wie meine Eltern und Großeltern die Sozis wähle!

wahnsinn wie naiv manche sind

gott lob bekommt der vranitzky nur 300.000 ats wertgesichert poension weil er 3 jaher im aufsichtsrat einer bank saß, der androsch hat zig milliarden in der verstaatlichten versenkt udn jetzt als miteigentümer ist er schillingmilliardär das sind die sozis, wie wir sie kennen udn leiben

der verzetnitsch der penthaus gewerkschafter hat mit dem jetzigen sozialminister die arbeitnehmervertertung in österreich praktisch im alleingang ruiniert

und die heilige kuh der sozen der kreisky hat uns die heutigen schulden mit seinen wahlversprechen und absoluten mehrheiten im parlament eingehandelt, an denen noch generationen von österreichern zahlen dürfen

da können sie und ihre familie ja wirklich stolz sein und ihre kinder können sie ja wirklich achten und respektieren - für was denn bitte??

Antworten Gast: Habe meine Genossen,-genossen
23.06.2012 13:25
0 0

Re: Da bin ich echt froh, dass ich seit jeher wie meine Eltern und Großeltern die Sozis wähle!

Anscheinend haben Sie es nötig rot zu wählen, wenn sie auf so einem Arbeitsplatz
sitzen. Da wird Ihnen nichts anderes übrigbleiben wenn sie ihn behalten möchten.Als Erwachsener würde ich heute aber meine Eltern nicht achten und respektieren nur weil sie Rot gewählt haben,im Gegenteil. Habe auch einmal vor vielen Jahren am selben Tag mein Parteibuch und das Gewerkschaftsbuch eingeschrieben retouniert. 2 Monate später war ich den Job los, als NICHT Beamter.Heute habe ich gerade deswegen, noch immer ein hohes Maß an Selbstachtung vor mir und kann mich ohne zu genieren in den Spiegel schauen.

Re: Da bin ich echt froh, dass ich seit jeher wie meine Eltern und Großeltern die Sozis wähle!

Tolle Ironie. Ich fürchte nur, sie kommt nicht an.

Re: Re: Da bin ich echt froh, dass ich seit jeher wie meine Eltern und Großeltern die Sozis wähle!

:))

 
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