FP-Abgeordneter: "Gute Seiten der NS-Zeit"

08.11.2006 | 00:00 |   (DiePresse.com)

Wirbel um Aussagen des neuen FP-Abgeordneten Wolfgang Zanger, der Hitlers Regime durchaus Positives abgewinnt. BZÖ und ÖVP fordern seine Absetzung.

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Der neue FP-Abgeordnete und schlagende Burschenschafter Wolfgang Zanger erklärte in der ORF-Fernsehsendung "Report" am Dienstag abend, dass er am Nationalsozialismus durchaus positive Aspekte sehe. "Natürlich" habe es gute Seiten am NS-Regime gegeben, "nur die hören wir alle nicht".

BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz reagierte "fassungslos und bestürzt" und forderte FP-Obmann Heinz-Christian Strache auf, die "unglaublichen Entgleisungen" von Zanger zu kommentieren. Zanger habe im Parlament nichts verloren.

Zanger hatte erklärt, eine "Dame aus Deutschland" sei in einer Wirtshausrunde beschimpft worden, weil sie die damalige Situation geschildert habe, dass Menschen keine Arbeit hatten, nach "Beschäftigung lechzten, ein bisschen Hoffnung, als der Führer gekommen ist, der angefangen hat mit verschiedenen Bauideen. Straßenbau und Autobahn sind damals entstanden. Das hat den Leuten Hoffnung gegeben".

Für ihn sei Österreich ein "Staat, unser Volk das österreichische Volk mit deutscher Herkunft. Ich selbst bin Steirer". Er habe jedenfalls "keine Gedanken an Anschluss".

Zuletzt hatte der ehemalige FP-Mandatar John Gudenus, nachdem er die Existenz von Gaskammern während des NS-Regimes relativiert hatte, auf Druck seiner Partei das Bundesratsmandat zurückgelegt.

Lopatka: "Skandalöser Auftritt"

VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka hat von einem "skandalösen Auftritt" von Zanger gesprochen. Lopatka kritisierte in diesem Zusammenhang auch SPÖ und Grüne, die "mit NS-Verharmlosern in parlamentarischer Zusammenarbeit" stünden.

Für FP-Chef Heinz-Christian Strache stelle sich die Frage, ob ein Abgeordneter tragbar sei, der den Nationalsozialismus gut finde. Und Gusenbauer müsse beantworten, ob er weiterhin mit einem Freiheitlichen Klub mit solchen Leuten parlamentarische Koalitionen schmiede. Zum Grünen-Chef Alexander Van der Bellen merkte Lopatka an, dieser sehe offenbar bei freiheitlichen Abgeordneten über alles hinweg, um "Ihre Dreier-Koalition nur ja nicht zu gefährden". (APA)

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