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Mann für Kinder wichtiger als angenommen

22.06.2008 | 18:49 |   (Die Presse)

Wissenschaftler warnen: Abwesende oder teilnahmslose Väter sind nachhaltig schlecht für Kinder.

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Wien (do). So manche alleinerziehende Mutter, die täglich auf sich gestellt mit allen Sorgen und Problemen ihrer Kinder fertig werden muss, sieht rot, wenn ihr die neuesten Ergebnisse in Sachen „Vaterforschung“ präsentiert werden: dass ein „Mann im Haus“ wichtig ist; dass Väter in der Entwicklung ihrer Kinder eine zentralere Rolle spielen, als bisher angenommen wurde – und zwar egal, ob Buben oder Mädchen; und dass Kinder eines ständig abwesenden Vaters langfristig benachteiligt sein können. Mit dramatischen Konsequenzen.

Das Ziel der Wissenschaft ist es allerdings nicht, alleinerziehenden Müttern das Leben noch schwerer zu machen, als es ohnedies schon ist. Vielmehr will sie Väter ermutigen, eine aktivere Rolle in der Erziehung ihrer Kinder zu spielen. Denn auch ein im selben Haushalt lebender Vater muss nicht automatisch präsent sein. Und ein „Scheidungsvater“ kann seine Rolle als Bezugsperson bravourös wahrnehmen.


„Dreiecksverhältnis“

„Es besteht kein Zweifel daran, wie ,notwendig‘ tatsächlich vorhandene Väter sind“, schreibt der Innsbrucker Professor für Psychosoziale Arbeit und Psychoanalytische Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck, Josef Christian Aigner. Nicht nur für Buben sei es wichtig, außer der Mutter noch einen alternativen Anlaufpunkt zu haben. Irgendwann löst sich jedes Kind aus der engen Beziehung zur Mutter und sucht eine dritte Person. Klappt diese Loslösung und der Aufbau eines „Dreiecksverhältnisses“, haben Wissenschaftler positive Auswirkungen verzeichnet: weniger Aggression im späteren Leben, größeres Selbstbewusstsein, bessere Leistungen in der Schule und Fähigkeit zur Selbstreflexion.


Väter sind „anders“

Dem Vater kommt auch aus der Sicht der Bindungsforschung eine tragende Rolle zu: als enge Bezugsperson, die „anders“ agiert als die Mutter: „Väter haben eine besondere Art, mit Kindern umzugehen“, sagte die Mainzer Psychologin Inge Seiffge-Krenke der Zeitschrift Geo Wissen. Mädchen machen wichtige erste emotionale Erfahrungen mit dem Geschlechterunterschied. Väter gehen mit ihren Töchtern sanfter um und lassen mehr Emotionen zu als bei Buben. Für Buben seien die Väter hingegen so wichtig, weil sie mit viel Bewegung und Sport nicht nur die Fitness und das Körperbewusstsein, sondern auch die Autonomie förderten. Väter sind bei Buben oft weniger beschützerisch als die Mütter.

Außerdem kann die (seltene) Idealbesetzung eines starken, aber dennoch fürsorglichen Vaters dem Sohn positiv Modell stehen für dessen späteres Familienleben. Und so den nächsten „neuen Vater“ formen helfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2008)

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2 Kommentare
Gast: Herman Vilar
10.05.2009 16:19
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Die armen alleinerziehenden Mütter,

die in diesem Artikel so bedauert werden, haben sich oft aus eigenem Verschulden vom Vater der Kinder getrennt, ihn sozusagen entsorgt und ihren Kindern den Alltag mit dem Vater genauso wie umgekehrt ihrem Partner den Alltag mit den Kindern geraubt. Und dann werden sie, wie in diesem Artikel, pauschal bedauert, gehegt und gepflegt, fast entschuldigt sich der Autor ja schon, daß Väter etwas mehr wert sind als der Hausdackel. Anbiedern ans Matriarchat und Katzbuckeln davor nenne ich das.

"neue väter" braucht das land!

wie könnte das theoretische gegenstück ("virismus") zum hyper-feminismus ausschauen und welche philosophischen implikationen ergeben sich für das "konzept einer neuen väterlichkeit"? auf unserm kleinen forum wird auch darüber diskutiert, zb:
http://34390.forendienst.de/show_messages.php?mid=4753511