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Mit Brad Pitt und Madonna im Hörsaal

08.02.2009 | 18:23 |   (Die Presse)

Eine Vielzahl internationaler Super-VIPs teilte mit ganz normalen Studenten den Hörsaal. Viele brachen ab.

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Promis als Professoren – das kommt gar nicht so selten vor. Ungewöhnlicher sind Fälle, in denen Professoren im Hörsaal bekannte Gesichter unter ihren Studenten finden. Menschen neigen eben dazu, erst nach dem Abschluss prominent zu werden.

Ausnahmen sind oft die Sprösslinge von Königshäusern, etwa dem britischen. Unter Verletzung der Familientradition ging Prince Charles nach dem Schulabschluss 1967 nicht zum Militär, sondern direkt an die University of Cambridge – trotz schlechter Noten in der Schule. Bis 1970 studierte er dort Geschichte, Anthropologie und Archäologie.

Der Erfolg an der Uni hielt sich in Grenzen, mit einem „Lower Second Class“ Diplom kam er mit mittelprächtigem Erfolg durch – und wurde das dritte Mitglied der Windsor Dynastie, das an einer Hochschule graduierte. Sein ältester Sohn, Prince William, immatrikulierte 2001 an der University of St. Andrews in Kunstgeschichte. Die idyllische schottische Uni durfte sich in diesem Jahr über eine Flut von Bewerbungen aus aller Welt freuen. Laut Medienberichten vornehmlich von jungen Amerikanerinnen. Sein jüngerer Bruder Prince Harry fiel zu dieser Zeit vor allem durch Alkoholexzesse auf und wurde erst ab 2005 durch ein Studium auf der traditionellen Militärakademie in Sandhurst einigermaßen sozialisiert.


Bill Gates, ein Abbrecher

In allen drei Fällen mussten die Unis ihre Einrichtung auf die Promi-Studenten anpassen: Zimmer für Leibwächter beschaffen, Paparazzi abschirmen und Anfragen von internationalen Medien bewältigen. Zur Routine wurde es aber auch an der Harvard University, als bis 2003 Natalie Portman dort Psychologie studierte. Nach dem Erfolg als Königin Amidala in „Star Wars“ mied Portland das Rampenlicht für die Dauer ihres Studiums.

Schauspielkollege George Clooney war dagegen gänzlich unbekannt, als er 1979 an der Northern Kentucky University sein Glück versuchte – leider erfolglos. Auch ein Wechsel an die University of Cincinnati führte zu keinem Abschluss. Clooney ist damit eines von vielen Beispielen für Promis, die der Uni ohne Diplom den Rücken kehrten.

Auch Brad Pitt ist ein Studienabbrecher, der sich bis zum Durchbruch als Schauspieler mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Bill Gates ist wohl der berühmteste Vertreter der Kategorie. 1975 verließ er die Harvard University, um mit Paul Allen Microsoft zu gründen.

Eines der vielen Leben von Madonna fand an der University of Michigan statt, wo sie mit einem Tanz-Stipendium zugelassen wurde – erst der Abbruch führte sie nach New York und weiter an die Spitzen der Charts. Ganz andere Spitzen erklomm Reinhold Messner, nachdem er ein Studium an der Uni Padua abgebrochen hatte.

Der Lieblingsschönling unserer nördlichen Nachbarn, Til Schweiger, versuchte sein Glück mit Germanistik. Nach dem Abbruch synchronisierte er für kurze Zeit Pornofilme, eine interessante Überleitung zu seiner Schauspielerlaufbahn. Dass Erfolg im Showbusiness nicht unbedingt akademische Meriten ausschließen, das beweisen zwei Frauen: Sharon Stone besuchte schon als 15-jährige High-School Schülerin Kurse an der Uni, um dann im Rahmen eines Förderprogramms einen Expressabschluss einzufahren. Und Jodie Foster graduierte 1985 an der Elite-Uni Yale. man

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2009)

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