Wien/M.l. Mehr Unabhängigkeit für Fachhochschulen sollte man unterstützen – so weit sind sich die Studierendenvertreter einig. Aber wie diese Unabhängigkeit erreicht werden soll, darüber gibt es Unstimmigkeiten innerhalb der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) der Fachhochschulen.
Fünf Fachhochschulen fordern in einer Petition finanzielle Unabhängigkeit von der ÖH-Bundesvertretung – „Die Presse“ berichtete. Derzeit müssen FH-Vertretungen ihre ÖH-Beiträge an die Bundesvertretung abliefern. Brauchen sie das Geld, müssen sie es für jedes Projekt einzeln anfordern – ein großer bürokratischer Aufwand für alle Beteiligten. Würden die FH-Vertretungen wie jene der Unis hingegen eigene Rechtspersönlichkeit erhalten, dürften sie ihr Geld selbst verwalten. Die Initiatoren der Petition von der FH Oberösterreich fordern nun eigene Rechtspersönlichkeit.
Eine „engstirnige Forderung“, kritisieren andere FH-Studienvertreter, etwa vom FH Campus Wien oder der Grazer FH Joanneum. Sie wollen zwar ebenfalls mehr Unabhängigkeit für die FH-ÖH, aber nur im Zuge einer kompletten Reform der Studierendenvertretungen. Reformpunkte wären etwa ein Listenwahlrecht (wie an den Unis) und längere Funktionsperioden. Eine Forderung, die wiederum den Initiatoren der Petition nicht passt. Sie wollen eine Reform „ohne Politik“. Obwohl sich die FH-Vertreter intern nicht einig sind, wird die Forderung nach einer eigenen Rechtspersönlichkeit von der ÖH-Bundesvertretung unterstützt. Auch das Wissenschaftsministerium will den Sachverhalt prüfen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2012)
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