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ÖGB-Präsident steht ohne linke und rechte Hand da

20.07.2012 | 18:23 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Im Vorfeld des nächstjährigen Bundeskongresses verliert Gewerkschaftschef Erich Foglar bisherige Stützen in der ÖGB-Zentrale.

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Für den Präsidenten des Gewerkschaftsbundes, Erich Foglar, wird es kein wirklich ruhiger Sommer. Das liegt allerdings momentan weniger an erbitterten Auseinandersetzungen mit den Sozialpartnern und Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl, sondern an Vorgängen in der noch ziemlich neuen ÖGB-Bundeszentrale nahe der Wiener Südosttangente. Mit einem Schlag verliert der ÖGB-Chef nämlich gleichsam seine linke und rechte Hand: nach dem schon seit einigen Wochen feststehenden Wechsel der Leitenden Sekretärin Monika Kemperle verlässt nun mit Finanzchef Clemens Schneider eine besonders wichtige Stütze für Foglar die Gewerkschaft in Richtung einer Tochtergesellschaft des ÖBB-Konkurrenten Westbahn (siehe dazu Seite 13). Mit Bernhard Achitz bleibt damit nur mehr einer aus dem Trio der Leitenden Sekretäre.

Mit dem bevorstehenden Jobwechsel des Finanzreferenten werden die Personalplanungen knapp ein Jahr vor dem nächsten ÖGB-Bundeskongress Mitte Juni 2013 völlig über den Haufen geworfen. Schneider war im Gefolge des Flops um die damalige Gewerkschaftsbank Bawag im Jahr 2006 während der ÖGB-Präsidentschaft von Rudolf Hundstorfer dem interimistischen Finanzchef und Metallergewerkschafter Foglar nachgefolgt. Anfangs war Schneider von den Gewerkschaftern auch wegen des notwendigen Sparkurses überaus scheel beäugt worden, mit dem Abwenden einer ÖGB-Pleite hat er sich allerdings intern ebenfalls Respekt erarbeitet.

Foglar, der seit Ende November 2008 ÖGB-Präsident ist und beim Bundeskongress Mitte 2009 von den Delegierten gewählt worden ist, hatte ursprünglich überlegt, vorläufig ohne Nachfolger(in) auszukommen. Inhaltliche Kampagnen des ÖGB sind ohnehin bereits im Laufen. Die Position der Ende August ausscheidenden Kemperle, die eine von drei Vizegeneralsekretärinnen der neuen internationalen Branchengewerkschaft IndustriAll wird, wäre in dem knappen Jahr bis zum Bundeskongress 2013 nicht mehr nachbesetzt worden. Überlegt war bisher eine Aufteilung auf Schneider und Achitz.

Daraus wird endgültig nichts mehr: Jetzt muss Foglar bis längstens Ende September einen Nachfolger für seinen Finanzreferenten finden. Ein Unterfangen, das ÖGB-intern als recht schwierig eingestuft wird. Weil der ÖGB laut eigenem Statut zumindest ein Drittel der Funktionen an Frauen vergeben muss, gilt es als wahrscheinlich, dass zumindest auf Kemperle wieder eine Frau folgen dürfte.

Damit der ÖGB auch in Zusammenhang mit der 2013 anstehenden Nationalratswahl organisatorisch vorbereitet ist, wird nunmehr bis zum Ende der Sommerferien Anfang September mit personellen Entscheidungen gerechnet. Neben dem offiziell überparteilichen ÖGB ist vor allem die vom Privatangestellten-Chef Wolfgang Katzian geführte Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) ein breiter Eckpfeiler in der Wahlkampagne für Bundeskanzler Werner Faymann.

 

e-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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15 Kommentare
Gast: Vogel Strauss
21.07.2012 19:18
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Die kleinen Nager verlassen das sinkende Schiff ...


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Der ÖGB fördert systematisch das Sozialdumping

durch die ständige Unterstützung der Einwanderungspolitik von Regierung und GrünInnen, die österreichische Arbeiterschaft wird vom ÖGB nicht vertreten sondern jeden Tag verraten. Aktuelles Beispiel siehe Beschäftigung um Burgenland und die Personalien rund um das AMS Burgenland.

Ein unfähiger und wahrscheinlich auch korrupter Haufen

von Nichtsnutzen, ziemlich passend zu unserer Regierung!

Ein unfähiger und wahrscheinlich auch korrupter Haufen

von Nichtsnutzen, ziemlich passend zu unserer Regierung!

Gewerkschaftschef Erich Foglar bisherige Stützen in der ÖGB-Zentrale.

Soll doch "seine" Gewerkschaftsfunktionäre aus ihren hauptberuflich ausgebüten "Nebenämtern" zurückrufen!

Gast: Baptist
21.07.2012 09:41
4 0

Austritt nach 52jähriger Mitgliedschaft

Es hat keinen dieser abgehobenen Bonzen interessiert warum ich nach 52 Jahren Mitgliedschaft aus diesem Verrein ausgetreten bin. "Leider habe ich 20 Jahre zu lange gewartet."

Re: Austritt nach 52jähriger Mitgliedschaft

Gratuliere!

Gast: ökono-mist
21.07.2012 01:43
4 0

Ja, wie konnte denn das passieren?


Zuviel mit Brigitte Handlos telefoniert?

Gast: UKW
21.07.2012 01:17
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Uiih, das wird teuer für den Steuerzahler

Wenn ein einflussreicher roter Gewerkschaftsbonze von der Westbahn eingestellt wird, geschieht das natürlich nicht ohne Hintergedanken. So einen Stellt man nicht ein, weil man sich einen freigestellten, hochbezahlten Betriebsrat wünscht, sondern weil man auf hohe Förderungen spitzt. Die tiefroten ÖBB werden schließlich auch mit ein paar Milliarden Euro Steuergeld pro Jahr gestützt, damit die roten Arbeitnehmer dort einen schönen Lenz haben.

"... steht ohne linke und rechte Hand da."

Das stimmt so nicht. Vielmehr ist es so, dass er sogar mit zwei linken Händen dasteht.

katzian

wirklich gefährlich ist hauptsächlich der Hr. Katzian. Wenn der das Sagen hat/hätte, dann ist die Republik verloren. Katzian ist eine furchtbare Person. Für ihn zählen nur die Funktionäre, die Menschen und Mitglieder nichts. Postenschacher und Korruption fayern mit ihm fröhliche Feste.

Re: katzian

... Korruption faymannern mit ihm fröhliche Feste.

Gast: suderant
20.07.2012 22:07
0 0

internas & personalien

tja so ist das eben, der prophet im eigenen land zählt eben nix und nun kann sich der präsi mit seinem einzigen leidenden sekretär und seiner besseren hälfte, um alles kümmern und keiner s-w-agt mehr was dagegen, nach dem abgang der gesamten vida geschäftsführung ist nun auch der ögb zwei drittel seiner geschäftsführung los, weil sie was besseres gefunden haben, nur die schlechten bleiben da - oder so, oder nicht - etwa auch in der gpa-djp ist der katzian der jüngste in der bundesgeschäftsführung, naja nach dem ögb-bundeskongress kommt ja auch noch die ak-wahl und die ist für die sozis und für die selbstverwaltung eminent wichtig und rundherum lauter antierende die eigentlich nicht mehr kanditieren wollen oder werden, viel arbeit für einen einzelkämpfer und den letzten mataller der was geworden ist im ögb, so ändern sich die zeiten und die erde dreht sich doch, glück auf und grüss gott in aller freundschaft

Re: leidenden sekretär und seiner besseren hälfte, um alles kümmern

... sollte er doch am Herbert T. Maß nehmen: dort liegt die Darstellung offen, welche Metamorphosen in der AN-Vertretung üblich sind; die bessere Hälfte gleich miteingeschlossen!

Gast: mirac4711
20.07.2012 21:23
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Tja

und wieder ist einer an diesen Strukturen gescheitert.