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Wehrpflicht: General gegen General

08.10.2012 | 18:07 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Der frühere Klestil-Adjutant Trauttenberg rechnet in einem E-Mail mit Darabos-Kritiker Entacher ab.

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Das Gefecht um die Wehrpflicht geht quer über die weltanschaulichen Fronten hinweg: So stehen etwa Bundespräsident Heinz Fischer und Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller den Berufsheerplänen ihres Gesinnungsgenossen Norbert Darabos sehr reserviert gegenüber.

Nun hat Hubertus Trauttenberg, General in Ruhe und ehemaliger Adjutant des Bundespräsidenten Thomas Klestil, seinem Generalskameraden, dem sozialdemokratischen Berufsheer- und Darabos-Kritiker Edmund Entacher erbost ein Mail geschrieben. Darin heißt es: „Ich hatte kürzlich das sehr zweifelhafte Vergnügen, im lokalen Fernsehen Deine Rede anlässlich der Kommandoübergabe in Enns zu sehen und war gelinde gesagt entsetzt! Deine Kommentierung einer möglichen Umstellung des Wehrsystems vor angetretener Mannschaft und Prominenz und der dargestellte Widerspruch zu Deinem Minister, der nach Dir sprach, ist für mich schier unerträglich.“

Entacher, so Trauttenberg, würde sich damit auf die Seite der „ewigen Bewahrer“ stellen, deren Applaus er anscheinend gern höre. Der bürgerliche Trauttenberg wiederum, der in seiner aktiven Zeit Kommandant der 4. Panzergrenadierbrigade und des II. Korpskommandos in Salzburg war, stellt sich damit ziemlich eindeutig auf die Seite des sozialdemokratischen Verteidigungsministers. Und er empfiehlt General Entacher sogar darüber nachzudenken, den Hut zu nehmen, wenn er nicht mit dem „Primat der Politik“ einverstanden sei. Seinerzeit, als Kanzler Bruno Kreiskyseine „Sechs Monate sind genug“ propagierte, habe das ein General, der damit nicht einverstanden war, so gehalten.

„Du magst Dich zwar als Retter der Wehrpflicht sehen, wählst dafür aber einen Weg, der der Reputation des gesamten Offizierskorps äußerst abträglich ist“, schreibt Trauttenberg. „Die Kommentare auf Deine Rede waren durchaus nicht ungeteilt, für das Kaderpersonal halte ich sie einfach katastrophal!“, schließt Trauttenberg „dennoch in alter Kameradschaft“.

Generalstabschef Edmund Entacher wollte auf den Inhalt des Briefs auf „Presse“-Anfrage nicht näher eingehen. Nur so viel: Er werde Hubertus Trauttenberg auf jeden Fall zurückschreiben.

 

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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112 Kommentare
 
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Gast: Gleichheitsfanatiker
16.10.2012 18:03
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Wenn schonn, dann Wehhrpflicht auh für Frauen!!

Ich werde erst dann für die allgemeine Wehrpflicht eintreten, wenn mir die Wehrpflicht-Befûrworter glaubhaft machen können, dass sie diese auch für die weibliche Bevölkerung einführen würden. Un das tun sie nicht, sie schweigen. - Es ist doch einfach skandalös,dass man Frauen wohl als Berofssoldaten zum Bundesheer aufnimmt, Frauen aber keinen Wehrdienst leisten müssen. Also bitte "Entweder Oder"!!

Gast: Moderndenkender
11.10.2012 13:44
2 2

Berufsheer

Am 20.1:

[x] Einfuehrung eines Berufsheeres !!!!
[ ] Beibehaltung der Wehrpflicht

Re: Berufsheer

am 20.01.2013 gibts 3X BEIBEHALTUNG der WEHRPFLICHT!

Antworten Antworten Gast: FNC
11.10.2012 18:56
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Re: Re: Berufsheer

Wieso? Haben Sie sich einen eigenen Wahlzettel drucken lassen?
:-))))))))))))))))

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
11.10.2012 17:00
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Re: Re: Berufsheer

Werden wir schon sehen, wer gewinnt !

Gast: Andreas Stupka
10.10.2012 22:13
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Sorge des Generalmanagers

Ist es nicht die Aufagbe des Managers, die Firmenleitung zu warnen, wenn diese neue Konzepte ohne hinreichende Grundlage beschließen will? Ich denke schon.
Ist es daher nicht die Aufgabe des Generalstabschefs (Generalmanager des Bundesheeres und damit der größten Sicherheitsinstitution des Landes), die Politik vor nicht hinreichend durchdachten Schritten in der Sicherheitsfrage zu warnen bzw. seine Sorgen kundzutun?
Es geht immerhin um die Sicherheit des Staates!
Freies Land, freie Meinungsäußerung, Diskussionsvermögen, Streitkultur, Kritikfähigkeit - ist das alles nicht Teil unseres Wertebildes?
Driften wir nicht in ein gefährliches Fahrwasser ab, wenn wir dies nicht mehr zulassen wollen. Lakeitel und seinesgleichen hatten wir schon, blinder Kadavergehorsam sollte nicht die Leitlinie für den österreichischen Offizier sein.
Dass sich ein pensionierter General, der es eigentlich besser wissen müsste, hier so äußert, erschüttert mich schon.

Antworten Gast: Moderndenkender
11.10.2012 10:45
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Re: Sorge des Generalmanagers

Ja, ein Manager darf die Firmenleitung warnen und seinen Unmut aeussern. Dieser Manager wird aber zumindest in der Privatwirtschaft fristlos entlassen, wenn er die Firmenleitung oeffentlich kritisiert.

Entacher hat die Anweisungen aus der Politik umzusetzen. Es ist nicht seine Aufgabe, deren Sinnhaftigkeit zu ueberpruefen.

Antworten Antworten Gast: andreas stupka
11.10.2012 21:00
0 0

Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Sie vergessen dabei eines: Die Firmenleitung ist die Bevölkerung der Republik Österreich. Der Minister ist in dieser Hinsicht der Sicherheitssprecher der Firmenleitung, dazu wurde er vom Volk durch die Wahlen bestellt. Der Generalstabschef ist der Sicherheitsexperte in der durch die Verfassung dafür vorgesehenen Institution.
Beider Vorstellungen sind in dieser Sicherheitsfrage nicht im Gleichklang. Beide tragen daher nun ihre Ideen und Bedenken an die Firmenleitung heran, um sie ausreichend zu informieren und ihr eine Entscheidung zu ermöglichen. Die Firmenleitung wird dann im Rahmen der Volksbefragung eine Entscheidung treffen.
Es würde mich freuen, wenn diese Angelegenheit als fairer Diskussionsprozess zur Entscheidungsfindung angesehen werden könnte.

Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Nein. Entacher hat Gesetze zu befolgen. Nach dem das Wehrrecht und das B-VG noch nicht geändert wurden, exekutiert er nur gültiges Recht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

Antworten Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
11.10.2012 14:21
1 1

Re: Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Ich weiss nicht, ob hier nicht ein Missverstaendnis im Raum ist. Entacher hat die (gesetzeskonformen) Anweisungen von Darabos umzusetzen.

Sie tun ja so, als haette Darabos Entacher beauftragt, ein Berufsheer zu installieren. Hat dieser ja nicht getan.

Am 20.1 wird das Volk ein Votum abgeben, folglich der Gesetzgeber entsprechende Gesetzesaenderungen verabschieden (oder auch nicht), und schliesslich wird Darabos Entachers Nachfolger mit dessen Umsetzung beauftragen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: alatheus
11.10.2012 14:43
1 0

Re: Re: Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Meinen Sie es gäbe eine Weisung von Darabos, die darauf hinausläuft alle Heeresbediensteten hätten öffentlich nur noch die Meinung zu vertreten das Berufsheer sei das allerbeste, sein Modell wäre die "Rettung des Bundesheeres" o.ä.? Wäre mir neu. Sie vermischen hier Äpfel mit Birnen.

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Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Sie fordern also Kadavergehorsam?

Antworten Antworten Antworten Gast: Gegen dumme Standsätze Schreibende
11.10.2012 18:58
1 0

Re: Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Geht nicht. Ein Kadaver kann nicht gehorsam sein. Oder gibt es lebende Kadaver? Na also!

Antworten Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
11.10.2012 13:15
0 3

Re: Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Ja. Entacher ist Darabos unterstellt und hat dessen Anweisungen Folge zu leisten. Und seien dies Anweisungen aus seiner Sicht noch so zweifelhaft. Er hat sie umzusetzen.

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Re: Re: Re: Re: Sorge des Generalmanagers

Ganz Konkret welchen "Anweisungen" hätte Entacher denn nicht Folge geleistet?

Er hat Bedenken ausgesprochen!

Und das steht ihm zu!

Und den Kadavergehorsam haben wir hoffentlich hinter uns gelassen - der führt zu nichts gutem! (Ich wett, sie fordern den auch nur dann ein, wenn ihnen das Ergebnis ins Weltbild passt! Wenns nicht in ihr Weltbild passt, wärens sonst unter den ersten, die rumplärren würden).


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: alatheus
11.10.2012 14:27
4 0

Der Vergleich ist vielleicht gewagt und mit der aktuellen Situation nicht vergleichbar,

aber Ihnen ist schon bewusst, dass sich die Angeklagten in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen darauf beriefen, nur "Befehle ausgeführt" zu haben? Und sie für das blinde Ausführen dieser Befehle in Haft bzw. an den Galgen gekommen sind?

P.S.: Ein "Primat der Politik", auf das sich Trauttenberg wie Darabos berufen, gibt es erst, wenn von der Bundesregierung bzw. von einer Mehrheit des Nationalrats entsprechende Reformen beschlossen worden sind. Und das ist im Moment nicht der Fall, weil wir uns in einer Diskussionsphase befinden - der Generalstabschef hat also jedenfalls das Recht eine völlige andere Meinung als der Minister zu vertreten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
11.10.2012 16:01
0 2

Re: Der Vergleich ist vielleicht gewagt und mit der aktuellen Situation nicht vergleichbar,

Ja, aber er hat den Minister nicht oeffentlich zu kritisieren. Genauso wie ein Abteilungsleiter einer Firma deren GF wegen etwaiger Richtungsaenderungen nicht oeffentlich kritisiert. Und tut er das doch, geht dieser normalerweise mehr oder weniger "freiwillig" ab.

Bei all den Meinungsverschiedenheiten werden wir ja sehen, was das Volk am 20.1 spricht.

Zumindest 1 Stimme wird es fuer ein Berufsheer geben, naemlich meine.

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Re: Re: Der Vergleich ist vielleicht gewagt und mit der aktuellen Situation nicht vergleichbar,

"Ja, aber er hat den Minister nicht oeffentlich zu kritisieren."

Ah - hände falten, Goschen halten ... oder was? Geh zur ÖVP wenn dir das so taugt!

Wir bräuchten mehr solche Leute mit entspechendem Fachwissen, die den Schmarrn div. Politiker offen kommentieren!

Und ich trau mich wetten: Wenns um Studiengebühren/Gesamtschule/... o.ä. Themen gehen würd und jemand aus dem Ministerium einen ÖVP-Minister ans Bein pissen würd, dann wär das für dich üüüberhaupt kein Problem ... ja, ja ...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: alatheus
11.10.2012 16:28
1 0

Re: Re: Der Vergleich ist vielleicht gewagt und mit der aktuellen Situation nicht vergleichbar,

Das BMLV ist eben KEINE Firma, sondern eine ÖFFENTLICHE Institution. Die Beamten eines Ministeriums arbeiten demnach im ÖFFENTLICHEN INTERESSE - d.h. nicht im Interesse einer Partei oder eines einzelnen Ministers, sondern des Volkes, des Parlaments - also der Volksvertretung - oder der Regierung als Vertreter einer Mehrheit bzw. (seltener) einer Minderheit des Parlaments. Und bei einem Ministerium gibt es auch keine Aktionäre oder Gesellschafter, gegenüber denen sich ein Geschäftsführer oder Vorstand zu verantworten hat. Sondern die ÖsterreicherInnen als Staatsvolk bzw. als Steuerzahler, die ihre Billigung oder ihre Missbilligung von Politik alle fünf Jahre durch ihre Wählerstimme zum Ausdruck bringen. Und freilich Organe wie das Parlament, den Rechnungshof oder die diversen Gerichtshöfe.

Antworten Antworten Gast: alatheus
11.10.2012 11:30
3 0

Re: Re: Sorge des Generalmanagers

1.) Ist es sehr wohl die Aufgabe, wenn nicht die Verpflichtung des Generalstabs, die Politik über die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen im Rahmen einer vorkehrenden Bewertung aufzuklären.

2.) Ist begründete Kritik aus den Reihen des Militärs, selbst wenn sie direkt aus dem Generalstab kommt, gerade im Rahmen einer öffentlichen Debatte über das Bundesheer notwendig. Diktatorisch über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu entscheiden, führt nur dazu, dass Maßnahmen mangelhaft und mit fehlender Motivation umgesetzt werden.

3.) Gibt es keinen Regierungsbeschluss zur Umsetzung einer Heeresreform, sondern nur einen Minister der glaubt er müsse die Linie seiner Partei ohne Abstützung auf eine parlamentarische Mehrheit bzw. einen Regierungskonsens im eigenen Haus umsetzen. So etwas gab es nicht einmal zu Zeiten General Albert Bachs, auf den sich Trauttenberg hier bezieht.

Gast: Osterlix
10.10.2012 16:08
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24 von 28 Nato-Staaten habe umgestellt auf Berufsarmeen

"Nur in einem kleinen gallischen Dorf, tief in den Alpen.... kämpft man noch mit ....

Antworten Gast: gast23
14.10.2012 00:40
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Re: 24 von 28 Nato-Staaten habe umgestellt auf Berufsarmeen

24 von 27 EU-Staaten haben AKWs, muss Österreich deswegen jetzt auch AKWs bauen?

Antworten Gast: Objection your honor
10.10.2012 16:39
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Re: 24 von 28 Nato-Staaten habe umgestellt auf Berufsarmeen

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Antworten Antworten Gast: FSR
10.10.2012 19:30
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Re: Re: 24 von 28 Nato-Staaten habe umgestellt auf Berufsarmeen

Warum?

Antworten Gast: Vernunfterix
10.10.2012 16:29
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24 von 28 Nato-Staaten?

Ach so, Nato Staaten...sind wir da auch dabei? Glaube nicht.

Was haben denn diese Staaten für Wehrbudgets? Auch weniger als 1% des BIP? Glaube nicht.

Haben diese Staaten keine Probleme mit den neuen Systemen? Finden die genug Personal? Ich weiß es nicht. Wissen Sie's, Haben Sie die Antworten? Oder krakeelen Sie hier nur ein bisschen herum, weil das Zentralkomtee es Ihnen angeschafft hat?

Antworten Antworten Gast: Gegen Wehrpflicht
10.10.2012 22:09
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Re: 24 von 28 Nato-Staaten?

Dies Staaten haben nicht wesentlich mehr Geld zur Verfügung, Deutschland z. B. auch nur 1,5%.
Die Bundeswehr muss damit auskommen, obwohl sie sehr engagiert ist im Natobündnis, von der Marine im Mittelmeer über Nukleare Teilhabe bis hin zu Einsätzen in Afrika und Afghanistan, was alles sehr kostenintensiv ist.

Und nein, sie haben keine Probleme mit den neuen Systemen, ganz im Gegenteil.

Und ja, sie finden genug Personal, reichlich sogar auch in Schweden, wo man anfangs am meisten Bedenken hatten.

Und was meinen Sie mit "krakeelen" und "Zentralkomitee"? I c h denke, Ersteres trifft zu 100% auf Sie selber zu und Zweiteres ist dummes Geschwätz.

 
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