Während Bruder Kurt Scheuch zuletzt wieder für Schlagzeilen sorgte – mit einer um den Hals gelegten Schlange und einer Vogelspinne, die über eine Art Deutsche-Heldensagen-Tattoo krabbelt –, ist es um den im Sommer als FPK-Chef und Kärntner Landeshauptmannstellvertreter zurückgetretenen Uwe Scheuch ruhig geworden. Er hat sich aus der politischen Öffentlichkeit zurückgezogen und ist nun „einfaches Parteimitglied“.
Beruflich hat sich der Mühldorfer Großbauer, der mit seinem Bruder auch ein Schotter- und Kieswerk betreibt, mittlerweile neu orientiert. Uwe Scheuch macht nun in Immobilien. Seine Firma nennt sich „ImmovationS“ und widmet sich der Entwicklung von Immobilienprojekten, größeren und kleineren. Ob er da bei den notwendigen Genehmigungen als ehemaliger Landesrat mit besten Kontakten zur Kärntner Landes-, Bezirks und Gemeindeverwaltung nicht einen Wettbewerbsvorteil hat? „Nein, ganz im Gegenteil. Mit meinem exponierten Namen habe ich in der freien Wirtschaft wahrscheinlich sogar einen Nachteil“, sagt Uwe Scheuch, im Juli wegen Korruption – noch nicht rechtskräftig – verurteilt.
Auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler sieht das ähnlich: „Es kann ja kein Berufsverbot für ehemalige Politiker geben. Wenn sich jemand nach seiner Zeit in der Politik dazu entschließt, unternehmerisch tätig zu werden, dann ist das seine Sache und geht eigentlich auch niemanden etwas an.“
Für ihn sei es jedenfalls eine Rückkehr zu seinen beruflichen Wurzeln, meint Uwe Scheuch. Schon vor seiner politischen Karriere habe er sich mit Immobilien beschäftigt und ein technisches Büro geführt. Seit dem Jahr 2001 habe er eine Konzession als Immobilienmakler und Bauträger.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)
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