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SPÖ verliert jüdische Mitglieder

12.07.2010 | 18:22 |   (Die Presse)

Die Verurteilung Israels durch den Wiener Gemeinderat führt zu Protesten im Bund sozialdemokratischer Juden. Die SPÖ verliere die Herzen der jüdischen Mitglieder, klagt einer, der aus der Partei ausgetreten ist.

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Der Abschiedsbrief von Ernst M. Stern könnte nicht deutlicher formuliert sein: „Ich und viele andere meiner Gesinnungsgenossen, und natürlich die meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde finden es skandalös, dass der Wiener Gemeinderat auf Initiative von SP-Mandataren eine bösartige, Israel vorverurteilende Resolution verfasst, ohne irgendwelche gesicherten (mittlerweile vorliegenden) Fakten des Vorfalls abzuwarten. Dieses Gremium hat bisher immer geschwiegen, wenn in anderen Teilen der Welt Genozide verübt wurden. (...) Wir finden es skandalös, wenn Herr Al-Rawi angesichts einer fanatisierten, hysterischen Menge von Moslems und ihrer österreichischen Sympathisanten noch mit einer Brandrede kräftig Öl ins Feuer gießt.“

So begründet Stern seinen Abschied aus der SPÖ, der auf der Site „Die Jüdische“ veröffentlicht wurde. Die scharfe Resolution des Gemeinderates am selben Tag, als die israelische Marine einen Blockadebrecher vor der Küste Gazas aufbrachte und damit tätliche Auseinandersetzungen auslöste, während deren neun Mitglieder der Gaza-Aktivisten getötet wurde, hat viele Juden in der SPÖ hart getroffen: Ariel Muzicant, Chef der Israelitischen Kultusgemeinde, berichtet von mehreren jüdischen SP-Mitgliedern, die aus Ärger über die schnelle Verurteilung Israels und die anschließenden unterschwellig antisemitischen Demonstrationen gegen Israel ihrer Partei den Rücken gekehrt hätten.

Stern will nicht sagen, wie viele den Austritt wie er vollzogen hätten: „Das ist jedermanns Privatsache.“ Konkret gebe es einen Kollegen aus dem Bund, der ebenfalls die Mitgliedschaft zurückgelegt hat. „Der Bund sozialdemokratischer Juden – Avoda“ ist die sozialdemokratische Fraktion innerhalb der Kultusgemeinde und war früher eine äußerst einflussreiche Fraktion.

Stern, einer ihrer prominentesten Vertreter, war Journalist und betrieb bis 2005 Wiens erste jüdische Buchhandlung. Er betreut im Auftrag der Kultusgemeinde auch die jüdischen Soldaten im österreichischen Bundesheer.

Dass es in der Vergangenheit zum Thema Israel schon häufig heftige Debatten zwischen jüdischen Mitgliedern und araberfreundlichen Sozialdemokraten wie dem früheren Innenminister und aktuellen SP-Pensionisten-Vertreter Karl Blecha gegeben hat, war bekannt.

Stern hat besonders gestört, dass es von der SP-Spitze keine Erklärungen zur Israel-Verurteilung oder Versuche gegeben habe, zu vermitteln. Stern abschließend: Er werde weiter seine sozialdemokratische Gesinnung vertreten, dafür benötige er keine Organisation wie die SPÖ. „Die Herzen der jüdischen Mitglieder“ habe die SPÖ längst verloren. Nachsatz: „Aber was zählen schon ein paar tausend Juden gegen hunderttausende Moslems in Österreich.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2010)

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229 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6
Gast: Hans Ulrich
25.07.2010 22:12
1 0

Sind diese Leute

eigentlich Österreicher oder jüdische Israeli?

ichmeine
24.07.2010 08:25
0 0

beides ist seltsam

muslimische Österreicher gegen jüdische Österreicher

eine kath. Kirche, die ein Burka-Verbot bekämpft

und das unter der Schirmherrschaft der SPÖ!!!

was wäre wenn
sich die FPK ähnlich geäußert hätte?

Vor einigen Jahren, hätte dies niemand für möglich gehalten,
was werden wir in dieser schnellen Zeit erst in ein paar Jahr für möglich halten??

Schon seit Jahren versuchen türkischstämmige Künstler immer wieder vom Stephansdom einmal einen Muezzin rufen zu lassen;

als Kunstwerk

gefördert von der Gemeinde Wien

Heute klingt das noch unglaubwürdig, aber morgen . . . .


PERSIL
21.07.2010 10:55
2 0

Keine Sorge!


Wird schon noch genug für Euch abfallen in dieser Stadt....


Gast: gast
16.07.2010 17:16
2 0

die paddei wird noch VIEL mehr

verlieren!
10.10. ist zahltag, rote bonzen!

realize
15.07.2010 14:14
1 0

wem dann wählen

..sollen sie doch likud oder schas wählen, wäre eine alternative...

Walter2
15.07.2010 11:33
0 1

Am Thema vorbei?

Hr. Stern sagt selbst die offensichtlichen Beweggründe für diesen Vorfall "... was zählen schon ein paar tausend Juden gegen hunderttausende Moslems in Österreich".

Also mal Religionszugehörigkeit außer acht gelassen, was sich hier abspielt ist doch der Versuch von Stimmenoptimierung, ohne Rücksicht auf Verluste.

Bis vor kurzem wurde zumindest noch versucht, ein Feigenblatt über diese Strategien zu halten (Soziale gerechtigkeit, etc.). Die Angst um den Verlust der Mehrheit gestattet aber offensichtlich nicht einmal das mehr.

Gast: gast
14.07.2010 14:15
4 2

ehrlich...

was wollen juden in der schariapartei österreichs?
und was sollen echte wiener mit so einer gruppierung?
gleicht ja mehr einer bande als einer partei, die paddei!

Gast: gast
14.07.2010 13:17
2 2

...und tschüss!!!


Antworten realize
15.07.2010 14:11
1 0

Re: ...und tschüss!!!

....und ciao!!!!!!

DerÄtzer
14.07.2010 11:08
6 8

Judenaustritt aus SPÖ - nicht unbedingt ein Nachteil, wenn es um das Vertreten des Vorteils von Österreicher geht!

Warum ich Straches offene Sprache schätze, er sagt, daß er für Österreicher eintritt.

Dafür wird er gewählt und kann bei Mißachtung abgewählt werden. Wenn Strache für Österrechernutzen geprügelt wird, ist das das offene Eingeständnis, Grokonellen sind die Österreicher wurscht.

Grokonelle die sich bei Bankster und Konzernen einschleichen, haben da anderes im Sinn.

modestus
14.07.2010 10:50
7 1

falschheit

...dein name ist al-rawi
seit jahren betrügt und belügt uns al-rawi
er macht uns vor ein aufrechter sozialist zu sein...in wahrheit verfolgt er keine sozialistischen ziele, sondern ausschliesslich islamische. es ist durchaus in ordnung diese ziele zu verfolgen, aber nicht auf einem landtagmandat, auf kosten der steuerzahler.
er kann durchaus, im rahmen unserer gesetzlichen möglichkeiten, als funktionär in der IGGiÖ tätig sein...auf seine kosten.
es ist an der zeit al-rawi für seine querverbindungen zur terrororg. hamas und zu den verbotenen grauen wölfen gerichtlich vorzugehen....der gemeinderat sollte ihn ausliefern

Geldfux
13.07.2010 16:31
15 2

Auch ich finde, ..

dass es skandalös ist " wenn Herr Al-Rawi angesichts einer fanatisierten, hysterischen Menge von Moslems und ihrer österreichischen Sympathisanten noch mit einer Brandrede kräftig Öl ins Feuer gießt.“ Wenn Gerechtigkeit nach Meinung von Herrn Faymann nun das Bild der SPÖ prägen soll, dann dürfen fanatische Politiker wie Herr Al-Rawi nicht mehr auf einer sozialdemokratischen Liste für die Wiener Gemeinderats Wahl kandidieren!. Dass dazu noch viele türkischen Fahnen geschwenkt wurden, ist eine weitere Schande für die SPÖ.

Antworten dojon86
15.07.2010 09:33
0 2

@Geldfux

Lieber Geldfux. Al-Rawi wurde von einer erheblichen Zahl von moslemischen Staatsbürgern demokratisch per Vorzusgstimme in den Gemeinderat gewählt. Das passt ihnen nicht. Ja dann gibt es nur eine Option. Abschaffung des Wahlrechts. PS.: Wo waren sie eigentlich beim Ausländervolksbegehren 1993. Damals ging es um die Frage, ob sich die Österreicher die Umdeklarierung Österreichs zum Einwanderungsland gefallen lassen sollen. Ich glaube zu wissen, wo sie da waren. Jedenfalls nicht bei den Unterzeichnern desselben. Nun, wer A sagt, muß auch B sagen. Wohl bekomms.

Antworten Antworten Geldfux
15.07.2010 12:42
2 0

Re: @Geldfux

Herr/Frau Dojon86,

Sicher war ich nicht beim Ausländervolksbegehren, aber deshalb muss ich mir doch nicht die antisemitschen Anpassungen der Sprache und Äusserungen des Herrn Al Rawi gefallen lassen. Ausserdem ist Al Rawi Abgeordneter in einem österreichischen und nicht in einem türkischen Landtag. Also weg mit den falschen Fahnen. Wenn aber die SPÖ bei der nächsten Landtagswahl wieder mit Al Rawi antritt, ist sie für mich nciht mehr wählbar. Dann werden die nicht türkisch abstammenden Wiener eben diesen Teufel mit dem Belzebub der FPÖ vertreiben, was mir auch nicht gefällt. Radikale Islamisten fördern eben radikale Rechte. Sorry

Antworten Antworten Antworten dojon86
15.07.2010 13:31
0 0

@Geldfux

Na ja, die türkisch (oder sagen wir mal moslemisch) abstammenden Wiener werden in nicht allzuferner Zukunft die Mehrheit der Stadtbevölkerung stellen. Da wird die FPÖ kaum etwas ausrichten, auch nicht mit Hilfe osteuropäischer Emigranten die sie durchaus wählen würden, weil sie noch nicht so hirngewaschen sind wie die Stammbevölkerung. Verlassen sie sich bitte nicht auf Statistiken, machen sie ihre eigenen Stichproben. Machen sie Stadtspaziergänge und zählen sie die Mütter mit Kinderwägen. Zählen sie die Kinder, die neben den Kinderwägen einherlaufen. Ordnen sie (wenn möglich) die Mütter ethnisch zu. dann werden sie wissen, was es geschlagen hat. Im übrigen habe ich den Verdacht, daß es sich bei dem Artikel um heimliche Wahlwerbung für Herrn Al Rawi handelt. Die Mehrheit unserer moslemischen Zuwanderer stammt aus Ländern, in denen man Wahlen nicht all zu ernst nimmt, weil man weiß, wo sich die Macht wirklich befindet. (In der Türkei z.B. beim Militär) Ein ziemlich hoher Prozentsatz unserer moslemischen Neubürger geht unter anderem aus diesem Grund nicht zur Wahl. Wenn man jetzt in Vorwahlzeiten AL-Rawi als Islamisten und Antisemiten angreift, wird man wahrscheinlich etliche vormalige moslemische Nichtwähler dazu bringen, diesmal doch zur Wahlurne zu gehen und ihre Vorzugsstimme für diesen Herrn abzugeben. Die paar sozialdemokratischen Juden, die die SPÖ dann nicht mehr wählen würden, fielen demgegenüber wohl nicht so sehr ins Gewicht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Geldfux
16.07.2010 09:46
0 0

Re: @Geldfux

Herr/Frau Dojon!

Ihre Analyse gefällt mir. Wenn Sie Recht haben sollten, kann man sich als alter Wiener nur mit dem Spruch von Keynes trösten:"In the long run, we are all dead!" Diesem Spruch wird auch die Häupl-Bande folgen müssen, ein magerer Trost!

Gast: speibender regenbogen
13.07.2010 14:38
19 3

die islamophilie der sozialisten tritt immer offener zutage.

wieviele wiener werden sich dieser tatsache noch vor dem 10. oktober bewußt?

Antworten Cuchulainn
13.07.2010 15:20
10 0

Re: die islamophilie der sozialisten tritt immer offener zutage.

viele, deswegen werden die Moslems zahlreich die Scharia-Partei wählen!

11 0

Re: die islamophilie der sozialisten tritt immer offener zutage.

Viel zu wenige!!!
Leider!

Aber auch die ÖVP nimmt die Probleme nicht zur Kenntnis oder weicht ihnen aus!

Gast: Gast
13.07.2010 14:23
15 3

Schlimme Erinnerungen werden wach!

Das hat es doch schon einmal in dieser Stadt gegeben - ,dass sich Juden aus dem öffentlichen Leben (zunächst) zurück ziehen mussten, bzw. nicht mehr willkommen waren!

Und das jetzt bei der SPÖ!!!! Den in Stein gemeisselten Antifaschisten!

Das ist vielleicht eine Gurkentruppe. Die haben ja nicht den Hauch einer Ahnung, mit wem sie sich da jetzt ins Bett legen!

Wehret den Anfängen!!!!!!!

Antworten Gast: Jiddisch
14.07.2010 11:39
0 0

Re: Schlimme Erinnerungen werden wach!

Ich dachte immer, kein Jude wollte die Sharia im Reich einführen.

Ist das der kleine Unterschied?

Gast: Endlich
13.07.2010 14:17
5 15

kann man hinter die Kulissen blicken

Der größte Sieg der Friedensflottille war dass nun einer breiten Masse gezeigt wird wie die Unterstützer Israels arbeiten - Recht, Unrecht alles egal, Hauptsache es dient der Sache.

Ratio
13.07.2010 13:57
4 13

Es dürfte Stern entgangen sein,

dass nun sogar Israel Fehler zugegeben hat.

Grundsatzfrage: Kränkt sich wer bei der SPÖ?

Gast: Innercircle
13.07.2010 13:25
8 3

Der SPÖ war es immer sehr wichtig

innerhalb der IKG präsent zu sein. Es gab und gibt daher auch innerhalb der Kultusgemeinde eine der SPÖ nahestehende Fraktion die es nicht immer "leicht" mit ihrer Partei hatte. (Affäre Wiesenthal und Kreiskys Liebe zu Arafat)
Der letzte Gemeinderatsbeschluss, auf Betreiben eines SPÖ Mandatars aber hat jetzt Dämme brechen lassen. Mir sind einige Damen und Herren bekannt, die mit DIESER Spö nichts mehr am Hut haben. Und diese zu Recht!

Gast: vive_la_musique
13.07.2010 13:18
7 2

Zusammenhang?

Was hat Kritik am Verhalten des israelischen Staates denn mt Antisemitismus zu tun? Ist Israel denn kein Staat? Oder ist es was anderes? Was haben österreichische Juden denn mit Israel zu tun?

Fragen über Fragen ...

Herr Stern sollte übrigens einfach zur FPÖ gehen, die wollen die Moslems ja auch weghaben (meines Feindes Feind ist mein Freund?).

Antworten Gast: Hasis Lieblingszeitung
13.07.2010 13:30
3 6

Re: Zusammenhang?

Nichts, wenn man nicht das Existenzrecht Israels in Frage stellt und Doppelmoral zeigt.
Gerade österr. Juden liegt Israel sehr am Herzen..Die Jahre 1838 -1945 und schon das Dollfuss Regime haben gezeigt,dass wie sehr "Österreichisch" auch die Juden sein mögen...am Ende des Tages hat dies nichts genutzt.
Ernst Stern ist ein in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat, der mit der FPÖ genausoviel zu tun haben möchte wie der Papst mit Atheisten.

 
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