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In der SP beginnt das Spiel: Wie rette ich meinen Job?

12.10.2010 | 18:41 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Planungsstadtrat Schicker möchte Klubchef werden. Die Partei ist nicht begeistert – weil dort gerade ein Waffenstillstand ausgelaufen ist.

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Als hätte er es vor der Wahl geahnt. Planungs- und Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker, der oft als Ablösekandidat genannt wurde, zeigte kurz vor dem 10.Oktober bemerkenswerte Aktivitäten: weniger für den Wahlkampf als die Zeit danach.

In der Partei ist zu hören, dass Schicker sich auffällig für den Job des SP-Klubchefs interessiert – vor allem seit die SPÖ ihre absolute Mehrheit verloren hat und Posten an einen Koalitionspartner abgeben muss. „Wechselt Schicker auf den Posten des Klubchefs, wäre der Gesichtsverlust nicht so groß, als würde er abgelöst“, meint ein ranghoher SP-Mandatar. Blöd für Schicker: Die Partei ist von diesen Aktivitäten nicht begeistert, Spitzenfunktionäre schließen nach „Presse“-Informationen diesen Wechsel aus. Schicker selbst lässt ausrichten: „Diese Spekulationen sind Kaffeesudleserei.“

Warum hat Schicker kaum Chancen? Einerseits hatten sich Häupl und verschiedene Stadträte mit Klubchef Siegfried Lindenmayr durchaus zufrieden gezeigt – auch wenn vereinzelt andere Stimmen zu hören sind. Zweiter Grund: Mit Sonntag ist in der SPÖ ein Waffenstillstand ausgelaufen, der auf ein „Friedensabkommen“ im März 2009 zurückgeht. Damals stieg Klubchef Christian Oxonitsch zum Bildungsstadtrat auf. Tanja Wehsely (Schwester von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely) reklamierte den Posten des Klubchefs für sich – unterstützt von ihrer Schwester und von Vizebürgermeisterin Renate Brauner.

Die Fraktion rund um die junge Wehsely, die erst seit 2007 im Klub ist, hatte die Rechnung ohne die einflussreichen SP-Flächenbezirke gemacht. Die forderten den Posten des Klubchefs für den Simmeringer Harald Troch. Das Match endete unentschieden; der gespaltene Klub einigte sich auf Lindenmayr, der als Integrationsfigur gilt.

Dieser Waffenstillstand hatte aber ein Ablaufdatum: Den 10.Oktober 2010. Dem Vernehmen nach hatte Troch im Namen der großen Bezirke bereits vor der Wahl Schickers Posten als Planungsstadtrat gefordert – womit der Weg für die junge Wehsely frei wäre. Nur: Mit einem Minus von 13Prozentpunkten in der roten Hochburg Simmering dürfte der Stadtratstraum von Troch ausgeträumt sein, womit im SP-Klub dieselbe Situation wie 2009 herrscht – ein Patt der Machtblöcke.

Lindenmayr als Integrationsfigur könnte damit Klubchef bleiben; wenn Häupl ihm die nötige Schlagkraft in einer Koalitionsregierung zutraut. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, da sich Lindenmayr in den vergangenen eineinhalb Jahren im SPÖ-Klub einen starken Rückhalt erarbeitet hat.

 

E-Mail an: martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2010)

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9 Kommentare
census
29.10.2010 19:52
0 0

Wie rette ich meinen Job?

Wie die "Reise nach Jerusalem" nur viel lustiger!

Gast: schuhevonmiumiu
14.10.2010 13:40
1 0

:-)

der rückständige schicker soll gehen.

1 0

Tja,

Politik als Beruf. Da wird immer wieder bestritten, dass viele unserer Politiker an ihre persönliche Karriere zuerst denken und dann an dem Dienst am Wähler.
Wie wäre es einmal umgekehrt? Zuerst an das Wohl des Bürger zu denken - dann würde man vermutlich auch mehr Stimmen bekommen und hätte dann zu Recht den Posten den man bekleidet.
Ansonsten : wenn man sich Arbeiterpartei nennt sollte man als Mitglied vor Arbeit ausserhalb der Politik nicht davonlaufen wie der Teufel vorm Weihwasser.

Gast: smilefile
13.10.2010 11:19
0 0

Tja,...das ist ja ein richtiger Familienbetrieb..

Damals stieg Klubchef Christian Oxonitsch zum Bildungsstadtrat auf.

Tanja Wehsely

- Schwester von Gesundheitsstadträtin

Sonja Wehsely

reklamierte den Posten des Klubchefs für sich – unterstützt von ihrer

Schwester und von Vizebürgermeisterin

Renate Brauner......

Gast: Peter4
12.10.2010 23:50
0 0

nettes gespräch

Hab Lindemeier in der VHS-3 kennen gelernt, schwer in Ordnung.

Gast: ehrlich2
12.10.2010 23:27
1 0

Rücken an die Wand

Genosse Sigi steht ja sozusagen mit dem Rücken an die Wand , weil zurück in die Gosse der normalen Arbeitswelt , die er ohnehin nur in Praktika oder parteinahen Organisationen kennenlernte will er ja doch sicher nicht.Die widerliche Schieder/wesely mischpochenpolitik in der x-ten Generation - fortsetzung folgt.Dem Häupl sein Buben darf man ja auch schon Wählen -toll!

Gast: Hermione
12.10.2010 20:01
1 0

Auf die Idee,

einer seriösen, geregelten Beschäftigung nachzugehen kommt ein Schicker wohl gar nicht?

1 0

Re: Auf die Idee,

Seid´s ihr verrückt
Welcher Firma wollt ihr so einen Typen zumuten. Die kann doch gleich schon Konkurs anmelden.

Antworten citoyen
12.10.2010 20:28
1 0

Re: Auf die Idee,

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wie wäre es einmal mit ehrlicher Arbeit?