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ÖVP muss höhere Familienleistungen opfern

22.12.2011 | 18:28 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Beide Koalitionsparteien sammeln Material für den Wahlkampf: Minister Mitterlehner gibt die Pläne für eine Steuerreform nicht auf.

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Kulissen–Gespräche

Weihnachten ist ein Familienfest. Die von der Regierung angepeilte Schuldenbremse und der deswegen notwendige Sparkurs verhindern jedoch die Bescherung der ÖVP für ihre Kernklientel, die Familien.

Bereits in der Vorwoche war parteiintern von der ÖVP, die sich so gerne als „Familienpartei“ sieht, in einer Konferenz beraten worden. Bei den Vorhaben, mit denen Vizekanzler ÖVP-Chef Michael Spindelegger und Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner zu Wochenbeginn an die Öffentlichkeit traten, musste dann abgespeckt werden.

Aus der automatischen Anpassung der Familienleistungen an die Inflation, die noch im August von der ÖVP-Spitze überlegt worden ist, wird vorerst wegen des Sparpakets nichts. Mitterlehner ist schon froh, jetzt verkünden zu können, dass es für die Familien – im Gegensatz zum Loipersdorfer Sparpaket im Herbst 2010 (Familienbeihilfe nur mehr bis 24 statt bis zum 26.Lebensjahr, Einschränkungen bei der 13.Familienbeihilfe) – jetzt von Regierungsseite zu keinen Kürzungen kommen werde.

Allerdings gibt es für die Familien im neuen Jahr auch ohne Einsatz des Sparstifts höhere Belastungen. Denn sie sind vor allem auch von diversen Gebührenerhöhungen – etwa in Wien – betroffen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das gilt für Mitterlehner im Hinblick auf die automatische Anpassung der Familienleistungen an die Teuerung. Das bleibe „auf der Tagesordnung“, stellte Familienminister Mitterlehner am Donnerstag via Austria Presse Agentur ausdrücklich fest. Allerdings bleibt völlig offen, wann es tatsächlich so weit sein wird.


Familienvertreter wie der Präsident des Katholischen Familienverbandes, Alfred Trendl, halten es zwar für positiv, dass die Familien von Kürzungen verschont bleiben sollen. Durchschlagskräftiger sind aber die Seniorenchefs Karl Blecha (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP). Die haben schon Mitte November bei einem Treffen mit der Bundesregierung sichergestellt, dass Pensionisten trotz des zu erwartenden Sparkurses ihre jährliche Pensionsanpassung auch für 2012 erhalten werden.

Die Familienleistungen und deren Verbesserung werden ebenso zum Wahlkampfthema vor der kommenden Nationalratswahl 2013 wie die nächste Steuerreform, die ebenfalls für 2013 anvisiert wurde. Eine Steuerreform ist weder für die ÖVP noch für den Regierungspartner SPÖ vom Tisch. Mitterlehner spricht jetzt „mittelfristig“ von einer Steuerreform.


Für Werner Faymanns SPÖ ist bereits klar, dass all jene Steuerpläne (Vermögensteuer, Wiedereinführung der Erbschaftssteuer), die jetzt nicht im Paket zum Abbau der Staatsschulden von Rot und Schwarz vereinbart werden, spätestens vor der Nationalratswahl wieder auf die Tagesordnung kommen. Alles Weitere hängt vor allem auch davon ab, wie stark der Konjunktureinbruch im kommenden Jahr tatsächlich ausfällt.

 

E-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2011)

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11 Kommentare

Ja genau, ...

... Pensionisten sind unsere Zukunft, die wählen brav SPÖ, wenn ihnen der Kanzler zeitgerecht ein Brieflein schreibt. Das Kinderkriegen überlassen wir einfach den Österreichern, die trotz prekärer Situation zu doof sind zum Verhüten sind und vor allem den zugezogenen Volksgruppen, die aus kulturellen Gründen auf die Familie Wert legen.

Re: Ja genau, ...

In einem Beitrag, in dem man andere als doof bezeichnet, sollte man keine Rechtschreibfehler machen. Da sind die Emotionen mit mir als Familienvater durchgegangen. :-)

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övp out

die övp braucht sich ohnehin keine sorgen mehr zu machen, denn ihr image als förderer der reichen und des kapitals im allgemeinen ist inzwischen so gefestoigt, dass sie dagegen nicht mehr ankämpfen muss.
sie haben es nicht anders verdient.

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Re: övp out

Das exakte Gegenteil davon ist wahr.
Die ÖVP versucht derzeit völlig erfolglos die SPÖ links zu überholen.

Gast: Wetterhahn
25.12.2011 16:18
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Singles


Da ist immer nur von "Familien" die Rede.

Dabei sind viele "Familien" nur Single-Haushalte.

Re: Singles sollten überhaupt alle Vergünstigungen und Transferleistungen gestrichen werden!

Als Single zu leben ist von vorneherein asozial, denn ein Single übernimmt für keinen anderen Menschen eine Verantwortung. Überdies verschlingt ein Singlehaushalt wesentlich mehr Ressourcen, als ein Mehrpersonenhaushalt bezogen auf die Einzelperson. Warum soll daher der Egoismus noch von der Gesellschaft subventioniert werden???

Re: Re: Singles sollten überhaupt alle Vergünstigungen und Transferleistungen gestrichen werden!

Aha, auch so einer, der glaubt, bloß weil er einen Kinderwagen vor sich her schiebt, alle Rechte für sich gepachtet zu haben...

Im Regelfall sind Singles Gutverdiener und beziehen daher ohnehin keine Transferleistungen und sonstige Vergünstigungen, Ihren Geifer können sie sich daher getrost für jene Zeitgenossen aufsparen, die 5 oder mehr Kinder in die Welt setzen, obwohl sie sich das eigentlich nicht leisten können (und das ganz genau wissen) und dann nach staatlicher Hilfe schreien.

Singles sind ohnehin bereits benachteiligt, sie haben höhere Wohnkosten, weil diese nur auf eine Person entfallen, sie haben logischerweise keine Familienbegünstigungen, zahlen Einzelzimmerzuschläge in Hotels, können von Familienpackungen kaum profitieren, wenn sich nicht um langlebige Güter handelt, etc.

Antworten Antworten Gast: schwarzseher
25.12.2011 18:47
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Re: Re: Singles sollten überhaupt alle Vergünstigungen und Transferleistungen gestrichen werden!

welche vergünstigungen meinen sie? ich bin ein gut verdienender singl (60stunden arbeitswoche).mir geht es gut dabei -bin normaler arbeiter und erhalt sicher mit meinen abgaben und steuern(zw.600-950 euro im monat) einen pensionisten. sorge auch privat seit ich arbeite für mich vor. ich habe kein schlechtes gewissen gegenüber irgendjemann.

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ÖVP bringt damit das ultimative Opfer...


denn mit diese Entscheidung entleibt sie sich selbst vor der Wahlurne.

Seit langem die erste logisch nachvollziehbare Entscheidung die diese virtuelle Zombiepartei getroffen hat. Man sollte dieses leuchtende Beispiel Häupl mit seiner grünen Vasilineu als Vorbild ans Herz legen...

Re: ÖVP bringt damit das ultimative Opfer...

als ob bisher alle Familien ÖVP gewählt hätten ...

Und die SPÖ ist echt dagegen?

Wenn das so ist, bitte dann auch so schreiben:

Die SPÖ ist GEGEN die automatische Anpassung der Familienleistungen an die Inflation.

das sollte man dann auch so plakatieren