Regierung spart 2012 den Hofburg-Empfang ein

23.12.2011 | 18:01 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Signal wegen des Sparpakets: Nach Kritik an Kosten wird im Jänner auf großen Empfang verzichtet.

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Die politische Weihnachtspause fällt für die Regierung heuer aus. Arbeiten für Sparpaket und Schuldenbremse lautet die Devise, die Kanzler Werner Faymann und Vize Michael Spindelegger ausgegeben haben. Am 27. Dezember geht es daher weiter.

Es ist nicht das einzige Signal, mit dem die Bevölkerung auf den Sparkurs in den kommenden Jahren eingestimmt werden soll. Die Chefs von SPÖ und ÖVP sparen sich auch den Neujahrsempfang in der Hofburg, den Faymann und sein früherer Vizekanzler Josef Pröll vergangenen Jänner gegeben haben. Wegen der Kosten für den gemeinsamen Empfang am 19. Jänner 2011 in der Wiener Hofburg hat es Kritik der Opposition gegeben. Kanzleramt und Büro des Vizekanzlers hatten sich die 110.000 Euro brüderlich geteilt, wie das Bundeskanzleramt später in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des BZÖ preisgab. Insgesamt waren 4600 Einladungen hinausgegangen, rund 1600 Gäste kamen. Zumindest könnten Faymann und Spindelegger mit Finanzministerin Maria Fekter, Finanzstaatssekretär Andreas Schieder, den weiteren Regierungsmitgliedern sowie den Klubobleuten Josef Cap (SPÖ) und Karlheinz Kopf (ÖVP) Ende Jänner zusammentreffen – bei einer Klausur, bei der das Sparpaket fertiggeschnürt wird.


Spindelegger und ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch werden den Sparkurs und die Schwerpunktthemen für das erste Halbjahr früher festlegen. Die einstigen ÖVP-Dreikönigstreffen sind zwar Geschichte. Der ÖVP-Obmann trommelt jedoch sein Team, wie der „Presse“ bestätigt wurde, am 5. Jänner in der ÖVP-Parteiakademie in Wien-Meidling zusammen.

Bei der SPÖ steht das nächste reguläre Treffen der Parteispitze – Bundespräsidium und Vorstand – offiziell erst am 1. Februar auf dem Kalender. Eine Neujahrskonferenz der Genossen, die während der Oppositionszeit unter Parteichef Alfred Gusenbauer ihre Blütezeit erlebte, ist Anfang 2012 nicht geplant.

 

E-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2011)

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19 Kommentare
Gast: niederösterreicher
27.12.2011 19:25
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War nicht einfach....

das Parlament abschaffen, das brauch nur wirklich keiner und die Regierung auf 4-5 Mitglieder, die via Headhunter gesucht werden, eindampfen.

Ausgewählt wird der Österreichvorstand von den 5.000 größten privaten Steuerzahlern, den Inhabern der 1000 größten Unternehmen und den 5000 größten Grund bzw. Immobilienbesitzern.

Ein Land der größe Österreichs kann von einem 4-5 köpfigen Vorstand ohne weiteres geführt werden - da bedarf es wriklich nicht diesen parteipolitischen Demokratie Unsinn!

Gast: Johann S
27.12.2011 06:37
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Eine weitere Sparmöglichkeit:

Landesregierungen halbieren, Gemeinden zusammenlegen, Bezirkshauptmannschaften zusammenlegen.
Sparen in der Verwaltung!

Antworten Gast: niederösterreicher
27.12.2011 20:31
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Re: Eine weitere Sparmöglichkeit:

wozu einen Bürgermeister?

Der größte Grundbesitzer im Ort soll auch gleichzeitig der Bürgermeister sein - das wäre sinnvoll.

ein Anfang

Hoffentlich bleibt es nicht bei dieser einen "kleinen" Sparaktion!?

Gast: Baur4
26.12.2011 12:45
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29.11.2011: Bund und Länder einigen sich, weiterhin wir KEINE politische Funktion eingespart!

Österreich hat 94 Regierungsmitglieder und 770 Abgeordnete. Das EU Parlament als Vertretungsorgan für 500 Mio Menschen nur 736 Abgeordnete. Hätte Deutschland bei 80 Mio Einwohner eine solche Politikerdichte wie wir, gäbe es 90 Bundesländer; tatsächlich haben sie nur 16.

Die Regierung macht bis 2015 53 Mrd. neue, noch höhere Schulden (Rechnungshofpräsident Moser in der ORF Pressestunde)

Würde Österreich jährlich 1% seiner Staatschulden zurück zahlen (davon sind wir meilenweit entfernt) dauert es 217 Jahre bis alle Schulden samt Zinsen und Zinseszinsen getilgt sind. Bei Griechenland dauert es etwa 1.500 Jahre. Bis 2015 macht die Regierung 53 Mrd. neue, noch höhere Schulden und sagt dazu "sparen"!

Beamtenquote in Österreich ist sogar höher als in Griechenland!

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Es wäre weit gescheiter


den Hofburg Empfang zu behalten und diese Regierung einzusparen.

Das Kosten/Nutzen Verhältnis überzeugt einfach...

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Es ist ein Drama


wie die Hofburg-Empfänge unter den letzten Regierungen verludert sind - genau wie der vormals einzigartige sehr noble Opernball verlugnert.

Tatsächlich hatten die Empfänge in der Hofburg ein sehr gutes Kosten/Nutzen Verhältnis da das persönliche get-together mit internationalen Würdenträgern durch nichts zu ersetzen ist.
Die Kosten sind verschwindend und minimal gegen das was ein Faymann für seine Beweihräucherung in der Unterschichtmedien freihändig ausgibt.

Der wirkliche Grund für die Auflösung ist, das unsere Volksvertreter keiner Fremdsprache ausreichend mächtig sind um zumindest in englisch small talk zu bewältigen. Wir haben derzeit die bei weitem dümmste Regierung in der Geschichte Österreichs. Das ist das Resultat.

Re: Es ist ein Drama, wie dumm Fay&Spi sind!!

Sie haben es schon angerissen, es ist gut, daß der Empfang abgesagt worden ist, denn Fay&Spi kehren in ihrer ganzen Hilflosigkeit den ursprünglichen Sinn dieser Veranstaltung ja genau ins Gegenteil, nämlich in einen fürchterlichen Schaden für die Reputation des Landes, das so eine inferiore Regierung erdulden muß!

Ist das wenigstens die Selbsterkenntnis unserer Regierung?

Antworten Gast: So isses
26.12.2011 11:16
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Re: Es ist ein Drama

Sie haben recht. Einfach ein weiteres Kapitel aus dem sehr österreichischen Handbuch "Wie laste ich persönliches Unvermögen der Krise an und stelle Verluste als Einsparungen dar".

Auch die Zahl der unbegabten Banker und Manager, die Boni kassierend Unternehmen an die Wand gefahren haben, um ihr Verluste dann dem Steuerzahler umzuhängen, ist in Österreich besonders groß.

Es ist nicht allein die Regierung (die tatsächlich null Leadership hat), es ist eine Generation mittelmäßiger und eigeninteressierter Verantwortungsträger, die das Land verludern lassen.

Weil in Österreich nur das Mittelmaß unverdächtig ist und nach oben kommt.

Re: Re: Es ist wirklich ein Drama ! Und schuld daran ist die SPÖVP !!!

Fay&Spi sind nur die Hampelmänner von Häupl&Pröll !! Letztere und das katastrophale System des Kammerunwesens haben dazu geführt, daß sich halbwegs intelligente leistungswillige Bürger wegen völliger Sinnlosigkeit der Mitarbeit in der Politik von dieser zurückgezogen haben und so das Feld den absoluten Dummköpfen überlassen haben.

Deshalb schaut die Politische Ebene derzeit so katastrophal aus, deshalb funktioniert die Privatwirtschaft besser, als die Politik eigentlich erlaubt und vor allem deshalb machen so viele Österreicher in großen internationalen Konzernen so schöne Karrieren, sie werden von SPÖVP gezielt, denn reine Dummheit kann es ja doch nicht sein, vertrieben!!!!!

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Re: Re: Re: Es ist wirklich ein Drama ! Und schuld daran ist die SPÖVP !!!

Perfekt analysiert

Gast: Ernst HOLT
25.12.2011 18:49
5 0

SOZIALVERSICHERUNG, MINISTERIEN

Es wird auch höchste Zeit, dass auch in Ministerien und Körperschaften Öffentlichen Rechts wie in den Sozialversicherungen der Gürtel enger geschnallt wird. Nicht zu verstehen ist, warum die Bonzen dort in teuren BMW oder Mercedes Limousinen herumkutschiert werden müssen. Hundertausende Bürger fahren etwa mit Skoda oder Seat Autos auch lange Strecken und sind zufrieden. Höchste Zeit, dass die Bescheidenheit auch dort einkehrt, wo man es sich bisher auf Kosten der Bürger gut gehen ließ!!!!

Gast: Zynicus
25.12.2011 18:33
7 0

Von 4600 Eingeladenen nahm nur 1/3 die Einladung an!

Das ist ein veritables Armutszeugnis für die Regierung Fay&Spi !!! Und das dürfte der eigentliche Grund für die Absage sein!!!!!

Re: Von 4600 Eingeladenen nahm nur 1/3 die Einladung an!

Genau! Das muß man sich einmal vorstellen:

Die Regierung ladet 4600 Honoratioren zu einem offiziellen Empfang in die Hofburg ein und nur 1600 nehmen an und erscheinen auch!

Das ist eine riesen Blamage!!

Gast: Zynicus
25.12.2011 18:32
7 0

Von 4600 Eingeladenen nahm nur 1/3 die Einladung an!

Das ist ein veritables Armutszeugnis für die Regierung Fay&Spi !!! Und das dürfte der eigentliche Grund für die Absage sein!!!!!

Gast: drahts euch
25.12.2011 18:02
2 0

Aber auch nur

weil die Gfressenen nichts mehr runter bringen.

moi liab... sie sparen den hofburg empfang ein, so wie beim twitter und facebook auftritt?

ach und übrigens, herr redakteur, die worte arbeiten und faymann in einem artikel zu nennen, dass geht ja wohl gar nicht!

Gast: Biersauer
25.12.2011 04:14
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Die Statistik weist dieser Geheimzahl öst.Beamter eine Größe zu,..

es sind 12,9% Beamtete in Österreich und es werden sicher mehr sein, wenn diese die 1 Millionengrenze überschreiten.
Das heißt, unsere eh schon unnötige Politikerkaste leistet sich noch 1,000.000 Gehilfen,
welche auf Grund dieses Abhängigkeitsverhältnisses, um immerwährende
Wählbarkeit ihrer Politiker, bemüht sind und erst in zweiter Linie verschiedene Arbeiten verichten,
ohne diese unsere Republik offenbar nicht überlebensfähig wäre, aber unter der absolut tödliche SIcherheit, das ganze Land damit in den Ruin zu füheren.
Da helfen dagegen solch läppische Sparversuche garnichts!

Die Regierung hätte weit höhere Einsparungsmöglichkeiten,

etwa bei der Medienberatung. Dutzende Beamte für Öffentlichkeitsarbeit reichen nicht aus, die Redierung kauft externe Beratung - um 2 Mio.€/J. - zu. Bei den externen Beratern handelt es sich meist um ehemalige Kabinettsmitglieder.

http://kurier.at/nachrichten/4478955-regierung-kaufte-um-sechs-mio-medienberatung.php

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