„#gfraster“ – ins Parlament zurückgezwitschert

26.04.2012 | 18:16 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Ex-ÖH-Chefin Maurer darf trotz Hausverbots zu Vortrag. SPÖ-Mandatarin Hakel bot ungelenk Hilfe an.

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Am 22. Dezember 2010 kassierte die damalige ÖH-Chefin Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen) ein 18-monatiges Hausverbot im Parlament, weil sie anlässlich der Budgetrede des damaligen Finanzministers Josef Pröll (ÖVP) – mit anderen – Flugzettel geworfen und Parolen skandiert hatte. Jetzt darf sie, noch vor Ablauf der Frist, wieder zurück, und zwar für einen Vortrag der US-Expertin Pamela Samuelson über „Recht auf Wissen. Für eine progressive Netzpolitik“ am 4.Mai ab 16 Uhr. Veranstalter: die SPÖ in Wien und Brüssel sowie die SPD.

Wie es kommt, dass Maurer – inzwischen „einfache“ Soziologiestudentin – nicht mehr Persona non grata im Hohen Haus ist? Passend zum Vortragsthema hatte sie sich online, nämlich über Twitter, mokiert: „ich würd ja ur gern kommn (sic!), aber ich hab bis 1. juli parlamentsverbot“, postete sie diese Woche. Und der Veranstalter SPÖ wollte ihr in Gestalt der Abgeordneten und „Creative Industries“-Sprecherin der Partei, Elisabeth Hakel, selbst Moderatorin des Abends, zu Hilfe eilen: „ich spreche mit der NR-Präsidentin...“, postete sie ebenfalls auf Twitter; bis 2008 war Hakel Pressesprecherin von Parlamentschefin Barbara Prammer (SPÖ).Wie sich zeigte, war Hakels Bemühen aber gar nicht mehr notwendig: Ihre Klubkollegin Sonja Ablinger hatte sich bereits für Maurer stark gemacht und eine (vorübergehende) Zulassung der Grün-Alternativen im Haus am Ring erreicht. Hakel verkündete dies wiederum via Twitter, Maurer – die seit 2010 sogar auf der Extremistenliste des Verfassungsschutzes geführt wird – daraufhin launig: „muss ich versprechen dass ich nicht randaliere? lol. (etwa: „mit lautem Lachen“, Anm.) danke!“

Bei allen Rezipienten dürften Hakels Postings übrigens nicht so gut angekommen sein. Immerhin leistete sie sich am 24. April einen Fauxpas: „... das wäre ja ein Termin, das sollte aegumentierbar (sic!) sein ...#gfraster“, schrieb sie damals. Die „#gfraster“ (das Kreuz markiert zentrale Begriffe auf Twitter) könnten auch als Angriff auf das Parlament, nicht auf die Studenten interpretiert werden. Und letztverantwortlich für das Hausverbot gegen Maurer war – richtig, nicht etwa die Parlamentsdirektion, sondern die Parlamentsspitze. Also Hakels alte und neue Chefin, Prammer.

 

E-Mails an: regina.poell@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2012)

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26 Kommentare
 
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Bei allem Respekt vor diesem Forum...

...aber das was hier zum Teil zu lesen ist, ist letztklassig. Jetzt könnte man entgegenhalten, dass ich das ja nicht lesen müsste, jedoch sei angemerkt, dass ich schon denke, dass bei einem Artikel, der nicht nur schlecht recherchiert ist, sondern nur gegen die GRAS (Grüne und alternative Student*innen) und SPÖ schießt eines schon gesagt werden muss:

das was Maurer, die ich im Vergleich zur derzeitigen ÖH-Vorsitzenden für wirklich kompetent gehalten habe, im Parlament gemacht hat, hat ihrem Unmut und dem vieler Mitstudierender, Ausdruck verliehen. Damit ist sie weiter als viele, die sich hier im Forum mokieren, anonym zu so ziemlich jeder Funktion die bessere Besetzung wären und in Wirklichkeit vermutlich nicht auf die Straße gehen oder Aktionen setzten, wenn sie etwas stört.

Ich denke, dass man sehr genau schauen sollte, welche Attribute man wählt, wenn es um jemanden geht, der/die Flugzettel geschmissen und "Parolen" skandiert hat. Extremistin, Terrorverdächtige usw finde ich nicht angebracht.

Dass man (Fehl-) Entscheidungen revidieren kann, finde ich gut und richtig und ganz ehrlich, tut es hier irgendjemandem weh, wenn sie zu dem Vortrag geht? Ich denke nicht. Ansonsten können jene, die sich angesprochen fühlen ja zu der Veranstaltung erscheinen und mit Maurer oder Hakel darüber reden wieso nicht. Nur machen wirds halt keiner- ist doch viel bequemer so...

Gast: Kein Fan dieser Aktion
27.04.2012 11:51
4 0

Eines sei klargestellt:

Eine Studentin bekommt eine Strafe, eine Parteifreundin hebt diese wieder auf.

Echt, sowas geht?

Spricht schon viel über das Rechtsverständnis der SPÖ, die Aktion...

Antworten Gast: Ranz88
27.04.2012 12:20
3 0

Re: Eines sei klargestellt:

Ähnlich wie in Nordkorea, Kuba & Co....

Gast: gast123456789
27.04.2012 11:15
1 1

deutschunterricht

dieser artikel ließt sich als hätte ihn ein 12-jähriger gymnasiast bei der deutschschularbeit "pressetext" geschrieben und gerade noch ein genügend bekommen. haha..aber danke für die erheiterung. abgesehen von inhaltlich völlig wertlos:D

Gast: Guybrush
27.04.2012 11:10
1 0

Jaja, die Presse...

Liebe Presse, bitte aufpassen, da steht eigentlich genau nix drin. Was wollts uns jetzt damit sagen?

Gast: Dan Protivnosti
27.04.2012 10:43
1 0

?

und wo is jetzt die gschicht?

die Grünen kommen nicht vom fleck

Denn sie haben viele Chaoten in ihren Reihen die nichte einbringen außer dumme Kummerl aussagen, das haben wir schon untzer Stalinszeiten erlebt und wollen nicht mehr zu tun haben.
Eine faire ethische Sprache ist angebracht und auch notwendig wenn Österreich ehrlich und echt bleibt aber die Leute wollen alle FPö wählen ich frage warum??

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Alle sind gleich....

... nur manche sind gleicher. Nichts neues hier.

Antworten Gast: Franz88
27.04.2012 11:17
0 0

Re: Alle sind gleich....

Zustände wie in einer Bananrepublik!

Nun ja;

Als Grüne und Studentin kann man von ihr nicht verlangen, dass sie der Orthographie und eines akademischen Sprachniveaus mächtig ist. Aber die Aktion bei Prölls Budgetrede ("Zukunftsbudget" gehalten, nachdem man aus wahltaktischen Gründen die Verfassung gebrochen hatte und die das erste riesige Belastungspaket enthalten hat), war wirklich stark.

die braucht an freund....


Re: die braucht an freund....

die braucht einen richtigen Mann!

0 0

Re: die braucht an freund....

um Aushalten, a Freundin

Wie immer sehr amüsant..

...worüber hier in Österreich so in den Medien berichtet wird.

Eine "alternative" Studentin will sich einen Vortrag anhören. Sie hat aber Hausverbot. Jetzt hat ihre Freundin ihren Chef gefragt, ob sie nicht doch kommen darf. Dafür hat sie sich dann auf Twitter bedankt und es auch noch geschafft ein "lol" einzubauen. Alles sehr interessant. Falls man jetzt ein anderer alternativer Student mit Hausverbot ist.

Mal ernsthaft, wieso muss ich denn heute jeden Furz (ugs.) in den Medien fremdriechen (sic!) und im Nachhinein noch über das Aroma debattieren?

Gast: beschwerer
26.04.2012 23:17
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achgott

die frau studiert das nullnummernstudium soziologie, hat garantiert ein problem mit ihrem vater, das ist immer so bei solchen für tiroler verhältnisse rebellierenden girls, und ist im übrigen der/die/das Zwergerl von Dummbekistan.

Antworten Gast: Mer Chant
27.04.2012 06:43
3 0

Re: achgott

Ich brauch die Maurer auch nicht. Aber:
"hat garantiert ein problem mit ihrem vater, das ist immer so bei solchen für tiroler verhältnisse rebellierenden girls"
ist dümmste Küchenpsychologie und sollte eher ins Kroneforum.

Re: Re: achgott

na dann passts eh zum Getwitter.

Gast: nikita
26.04.2012 22:46
3 0

Und...

in china fällt ein radl um...

Gast: OCD
26.04.2012 22:46
3 3

Extremistenliste

Na, wenn so eine wie die Maurer draufsteht, muss es dann nicht Extremist_Innen*liste heißen?
Und eigentlich müsst sie sich ja auch konsequenterweise in Maurer_In* umbenennen..

Was leben wir doch in einem armseligen Land, wo Extremisten einfach so ins Parlament dürfen. Österreich und seinen Bewohnern steht eine traurige Zukunft bevor. Aber die Bevölkerung ist selbst schuld, wählt ja immer wieder die selben fünf Versagerparteien.

Gast: baronxxx
26.04.2012 21:00
3 1

süß,

wie die presse ihrem klientel twitter beibringt. herrliche übersetzungen!

Gast: Gast111
26.04.2012 20:39
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Frau Maurer...

...ist eine Gefahr für die Demokratie. Nicht umsonst beobachtet sie der Verfassungsschutz. Aber bei den Grünen fühlt sie sich ja gut aufgehoben....

Jetzt haben wir also auch bei der SPÖ die Präferenz für Extremisten,

bei den Grünen war es ja schon klar!

Ekel!

Antworten Gast: UKW
26.04.2012 22:03
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Re: Jetzt haben wir also auch bei der SPÖ die Präferenz für Extremisten,

Die Grüne Partei ist Teil der Zweimarkenstrategie der SPÖ. Geeint marschieren, getrennt kanditieren.

Antworten Antworten Gast: MW KW
27.04.2012 06:46
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Re: Re: Jetzt haben wir also auch bei der SPÖ die Präferenz für Extremisten,

Oder gar kantitieren, Sie Rechtschreibkünstler?

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Re: Re: Re: Jetzt haben wir also auch bei der SPÖ die Präferenz für Extremisten,

Na und?

Im Grunde hat er recht!

Und nicht vergessen

den Hauptschulabschluss nachholen!

 
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