Polizei: 26 Spitzenposten vor Ausschreibung – Pürstl fix

08.05.2012 | 07:59 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Die neue Sicherheitsstruktur soll im Herbst stehen: Jeder Landespolizeidirektor muss künftig eine akademische Ausbildung vorweisen, Jusstudium ist keine Voraussetzung.

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Die Reform der Sicherheitsstruktur – 31 Behörden werden künftig zu neun Landespolizeidirektionen zusammengefasst – geht nun in die heiße Phase. Derzeit laufen noch Verhandlungen mit den Personalvertretern, Anfang Juni sollen die Spitzenposten ausgeschrieben werden. Dabei handelt es sich um die neun Landespolizeidirektoren sowie deren Stellvertreter. Jeder Polizeichef eines Bundeslandes erhält zwei Stellvertreter. Somit müssten eigentlich 27 Spitzenjobs ausgeschrieben werden. Dennoch werden es nur 26 sein, denn der Posten des Wiener Landespolizeipräsidenten (der Titel „Präsident“ wird in der Bundeshauptstadt nun doch nicht in Direktor geändert) bleibt unangetastet. Gerhard Pürstl wird sich daher nicht neu bewerben müssen und sitzt als oberster Wiener Polizist fest im Sattel. Begründet wird das damit, dass sich bei seiner Tätigkeit keine oder nur geringfügige Änderungen ergeben.

Zu den Postenbesetzungen kursieren derzeit unterschiedliche Gerüchte: Einige meinen, für jedes Bundesland stehe das polizeiliche Führungstrio bereits fest. Andererseits ist aber auch zu hören, dass in einzelnen Bundesländern dazu noch Gespräche auf politischer Ebene geführt werden müssen. Auf politischer Ebene deshalb, weil der Landespolizeidirektor „im Einvernehmen mit dem Landeshauptmann“ zu bestellen ist, wie es im Gesetz heißt. Dabei gilt es, auf die politischen Konstellationen im jeweiligen Bundesland Rücksicht zu nehmen. Grob gesprochen lautet aber die Devise: Der bisherige Sicherheitsdirektor soll künftig auch den Posten des Landespolizeidirektors bekleiden, der bisherige Landespolizeikommandant den jenes Stellvertreters, dem die Bereiche Organisation und Strategie zugeteilt werden.

Fest steht: Zum Landespolizeidirektor kann nur bestellt werden, wer eine abgeschlossene akademische Ausbildung aufweist. Alle derzeitigen Sicherheitsdirektoren sind Juristen. Das heißt aber auch, dass sich für den Polizeichef eines Bundeslandes Offiziere bewerben können, die einen Bachelorabschluss an einer Fachhochschule erworben haben. Jusstudium ist keines erforderlich.

Ein hoher Beamter, der zuletzt immer wieder für den Landespolizeidirektoren-Job in Niederösterreich, aber auch Salzburg in Verbindung gebracht wurde, ist damit aus dem Rennen. Franz Lang, Leiter des Bundeskriminalamtes (BK), trägt zwar den Titel General, hat aber keinen akademischen Grad. Sein Fünfjahresvertrag als BK-Chef läuft 2013 aus. Im internen Kreis soll er gemeint haben, er möchte sich polizeiintern verändern.

Sollte sich Lang tatsächlich nicht um eine Verlängerung seiner BK-Tätigkeit bemühen, dürfte das Innenministerium aber keine Probleme haben, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Einer, der immer wieder für höhere Jobs genannt wird, sitzt bereits im Haus: Ernst Geiger, der im Zuge der „Sauna-Affäre“ um seine Ehre kämpfen musste, ist höchstgerichtlich voll rehabilitiert.

Archiv: Ein Bericht zur Bachelor-Arbeit von Landespolizeikommandant Karl Mahrer aus dem Sommer 2010

E-Mails an: klaus.stoeger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2012)

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21 Kommentare
Gast: alarmstufe rot
08.05.2012 21:11
0

Jeder Landespolizeidirektor muss künftig eine akademische Ausbildung vorweisen

Deshalb bekommt jetzt die halbe Belegschaft irgendwelche komischen akademischen Grade nachgeschmissen.

Gast: uniformknopferl
08.05.2012 16:47
0

diese oberpolizeifuzzis mit ihren seltsamen goldbetressten uniformen

könnten aus einem roda-roda roman entsprungen sein.

Juhu, Salafisten bei Deutscher Polizei

Polizei-Kommissar als Salafist enttarnt

Essen/Duisburg – Die Essener Polizeipräsidentin hat einen Mülheimer Kommissar (31) suspendiert, weil er offenbar ein radikaler Salafist ist.

Der Deutsche (türkischer Abstammung) stelle „den Koran über das deutsche Grundgesetz“. Bereits Ende April wurde er gefeuert, soll auch aus dem Beamtenverhältnis entlassen werden.
(Bild.de)

Antworten Gast: Otto I
08.05.2012 15:50
0

Wenn man alle radikal politisch oder radikal religiös

veranlagten Polizisten in Österreich hinauswerfen wollte, würde die Polizei auf die Hälfte schrumpfen.

Gast: dentibus
08.05.2012 13:14
1


Gast: Wirtschaftler
08.05.2012 12:17
1

Andere Auffassung für Spitzenbeamte !

Habe eine andere Auffassung bezüglich der Führungskompetenzen für Spitzenbeamte: Moral, Sauberkeit, Ehrlichkeit, soziale Kompetenz gegenüber Mitmenschen( muss unter Beweis gestellt werden), Standhaftigkeit, Kameradschaftlichkeit, Geduld und Freundlichkeit.
Akademische Bildung ist hier eher ein Hemmschuh, denn in diesen Institutionen wird eher Anpassung, Ducksmäusertum, unselbständiges Denken( vor allem bei Juristen, für die Papier und Paragrafen das Höchste sind), Beziehungs(aus)nutzung, Standesdünkel und Abgehobenheit usw. sehr hoch geschätzt. Aber in der K.u.K. Monarchie mit Nachfolgeträumen ist das heute noch oberstes Gebot gegenüber dem "normalen" Volk.
Deshalb betrachte ich solche Ausschreibungen als Relikt der vergangenen Jahrhunderte ......

Gast: Papa Schlumpf
08.05.2012 10:14
1

Da wird auch eine Umstrukturierung der Bosna-Standln notwendig sein! Und auch die Happy-Noodles müssen sich neu aufstellen!

Denn eine personelle Veränderung der Hauptkonsumenten verursacht auch bei der notwendigen Infrastruktur für die Berufshelden eine Änderung.

PS: für die Kosumation der Bosna braucht man auch weiterhin keinen Doktortitel, weil ja jeder weiss, dass der Polizist der gscheiteste auf der Welt ist.

Da werden sich aber

Die Kriminaltouristen fürchten wenn so harte Maßnahmen kommen

Ein altes Sprichwort hat hier seine Bedeutung

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken .

na servas !

gerade juristen sind bekannt dafür dass sie zu den unfähigsten personen gehören !

weltfremd, nie etwas richtiges gearbeitet, und ein " vers euchtes linkes ge hirn"

naja...die mos lems werdens schon in 20 jahren bei uns in österreich richten !

Gast: Gustav G.
08.05.2012 05:27
6

Gratulation

Das Paradebeispiel eines neuen Polizeiakademikers ist angeblich Mahrer. Es gilt die Unschuldsvermutung.

http://www.profil.at/articles/1026/560/272423/wie-wiener-polizeikommandant-mahrer-wochen-akademiker

Die Mikimausakademiker passen ins Rote Wien,

dann sind sie endlich was! Uebrigens, dem Failman koennt ma das auch anraten! ;-)

Antworten Antworten Gast: Irto
08.05.2012 15:51
0

Die Polizei gehört aber als Bundesbhörde

nicht zum Roten Wien sondern zum VP-Polizeiministerium.

Re: Die Polizei gehört aber als Bundesbhörde

Achsooo :)))


31 Behörden mit einem Chef werden zu 9 mit je 3 Chefs verwandelt,

wo soll da die Ersparnis sein?
Das ist wohl Packelei pur.
Was soll die Forderung nach akademischem Grad, wenn man durch einige Blockveranstaltungen an einer FH einen Mag.(FH) erwerben kann?


Antworten Gast: pfuigack
08.05.2012 07:47
3

Re: 31 Behörden mit einem Chef werden zu 9 mit je 3 Chefs verwandelt,

sie haben recht, eine ersparnis wird es wohl nicht werden, ABER es ist die letzte möglichkeit für die övp, sich die macht im sicherheitsapparat zu sichern.
DENN aufgrund der dünnen personaldecke der övp könnte sie niemals ALLE relevanten posten an den schalthebeln der macht besetzen. also musste eine reform her, die nun nur 9 personen die ganze macht überträgt. dass wien - wegen häupls macht - natürlich nicht an die övp gehen wird ist klar, aber bei 8 bundesländern wird es gelingen !

sogar im burgenland, wo ein kabinettsmitglied aus dem dzt. kabinett mikl-leitner versorgt werden wird.
sie werden sehen !!!

Gast: Franz55
07.05.2012 22:17
4

Zufälle gibt es!

Wieder einmal sind die ausgeschriebenen Posten durch zwei teilbar.

Zufällig sind 26 Parteigünstlinge (und sonst niemand) dafür ausreichend qualifiziert.

Nordkorea und Kuba lassen grüßen!

nur akademisch ist das wahre


Frage:

Zählt die Police Academy eigentlich auch als "akademische Ausbildung"? Heißt ja schliesslich auch so...

Antworten Gast: UKW
07.05.2012 20:19
9

Re: Frage:

Die Police Academy leider nicht, aber die Teilnahme an der Parteiakademie dafür umso mehr. Zumindest sofern man immer pünktlich seinen Mitgliedsbeitrag an die Partei überwiesen hat.

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