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Schönborn: "Schuldenmachen ist Verstoß gegen Gerechtigkeit"

03.09.2012 | 18:08 |  DIETMAR NEUWIRTH UND RAINER NOWAK (Die Presse)

Kardinal Christoph Schönborn betont den Wert der Solidarität angesichts der Krise in Europa. Und reklamiert für alle Religionsgemeinschaften: Deren Ausschluss aus dem öffentlichen Diskurs sei schädlich.

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Die Presse: Europas Politik, Wirtschaft und Währung stecken in einer tiefen Krise. Für wie zukunftsfit halten Sie das Projekt Europa?

Kardinal Christoph Schönborn: Es ist von Anfang an ein irreversibles Zukunftsprojekt gewesen. Ist es nicht faszinierend, wie dieses Europa aus so vielen Krisen und Katastrophen entstanden ist?

Werden derzeit die zentrifugalen Kräfte einer Desintegration in Europa nicht eher stärker?

Dass es Phasen gibt, in denen man sich stärker auf die eigene Identität besinnt, ist etwas Normales. Deswegen müssen wir nicht das Schreckgespenst eines radikalen Nationalismus an die Wand malen. Nationale Identität und europäische Integration sehe ich als komplementäre Entwicklungen, solange der Nationalismus sich nicht gegen das europäische Projekt richtet.

Ist nicht eines der Grundprobleme, dass es keine europäische Identität gibt?

Wenn ich aus einem anderen Kontinent zurückkomme, weiß ich schon auf dem Flughafen, dass ich in Europa bin. Da ist eine europäische kulturelle und auch religiöse Identität, die mich sagen lässt: Ich bin österreichischer Europäer, europäischer Österreicher.

Ist die christliche Identität in den USA nicht manchmal stärker als in Europa?

Die christliche Identität ist in Europa ganz eindeutig stärker ausgeprägt.

Auch in der Politik und im Bekenntnis zum Christentum?

Im amerikanischen öffentlichen Diskurs ist die Präsenz der Religion sehr viel stärker. Trotzdem ist das Christliche in Europa deswegen nicht weniger präsent. Man sollte genauer hinschauen, mit wie viel aus dem Glauben motivierter christlicher Verantwortung auch in der Politik agiert wird. Warum bemüht man sich um Solidarität in Europa?

Geschieht das nicht auch aus Angst?

Mit welcher Selbstverständlichkeit wird von einem Großteil der europäischen Bevölkerung die zwischenstaatliche Solidarität in Europa mitgetragen – wenn auch mit Murren! Das hat auch etwas zu tun mit einem christlichen Menschen- und Gesellschaftsbild, das nach wie vor auf diesem Kontinent vorhanden und prägend ist.

Würde durch einen Beitritt eines großen islamischen Landes wie der Türkei das christliche Bild Europas verwässert werden?

Die Frage der Präsenz des Islam in Europa stellt sich mit oder ohne Türkei sehr massiv. Wie verhalten sich die Menschen dieser Glaubensrichtung gegenüber liberalen demokratischen Staaten? Eine Frage, die sich für die Christen im 19. Jahrhundert sehr massiv gestellt hat, stellt sich heute beim Islam. Eines ist auf jeden Fall sehr spannend: dass wir nicht umhinkommen, das Thema Religion in der zivilen Gesellschaft ernster zu nehmen. Man darf nicht von religiösen Menschen erwarten, weil sie in einem liberalen demokratischen Staat leben, dass sie ihre Identität einklammern, um Bürger dieses Staates zu sein.


Das klingt so, als würden Sie das konstatieren.

Die Tendenz gibt es zweifellos in Form eines aggressiven Laizismus, der zwar sehr wohl entschieden fordert, dass die laikalen Werte hochgehalten werden, aber die Wertvorstellungen von religiösen Menschen en bloc diskriminiert oder gar eliminieren will aus dem politischen Diskurs. Eine radikale Exklusion des Themas Religion aus dem öffentlichen Diskurs ist nicht durchhaltbar und auch ausgesprochen schädlich.

Das führt direkt zur kürzlich sehr aktuell gewordenen Frage der Beschneidung...

Ich halte das für eine sehr wichtige und sehr entscheidende Debatte. Es muss Religionsgemeinschaften in einem freiheitlichen demokratischen Staat möglich sein, ihre religiöse Identität in Freiheit zu leben. Dass es zu Wertekollisionen kommen kann, ist klar. Aber da kann der Wert der Religionsfreiheit nicht einfach als unter ferner liefen betrachtet werden. Und wenn in Deutschland und in Österreich unsere jüdischen Mitbürger dieses für sie wirklich identitätsstiftende Zeichen, das mehr ist als nur ein Ritual, nicht mehr legitim praktizieren können, dann sagen sie zu Recht, dass sie in diesem Land keine Lebensmöglichkeit mehr haben. Mit der belasteten Vorgeschichte des Judentums in unseren Ländern muss eine solche Sorge sehr, sehr ernst genommen werden.

Ist Schuldenmachen eine Sünde?

Sünde ist eine religiöse Kategorie und betrifft immer das persönliche Verhalten. In politischen Kategorien ist das zuerst eine Frage der Klugheit und der Gerechtigkeit. Exzessives Schuldenmachen ist ein schwerer Verstoß gegen die Gerechtigkeit.

Und nach der klassischen Tugendlehre ist die Klugheit die Leiterin aller anderen Tugenden. Schuldenpolitik ist äußerst unklug und ungerecht. Erfahrungsgemäß kann es nicht anders ausgehen, als dass kumulierte Staatsschulden und Kommunalschulden und Landesschulden früher oder später auf dem Rücken vor allem der Ärmeren, Schwächeren in der Gesellschaft ausgetragen werden. Und man sieht ja schon jetzt an der massiven Teuerung, dass das einfach die Menschen mit niedrigen Einkommen in wirklich traumatischer Weise trifft. Insofern ist die Frage zu stellen, ob die, die das Schuldenmachen populär gemacht haben oder es im großen Stil betrieben haben, damit nicht auch eine Sünde begangen haben.

So gesehen sind die Griechen die großen Sünder.

Gott ist barmherzig und wir sind alle Sünder. Eines ist sicher, wie immer die Krise ausgeht: Auf die Solidarität können und dürfen wir nicht verzichten. Auch wenn in der Familie jemand Fehler macht, ist es ein Gebot der Solidarität, ihn nicht ganz hängen zu lassen.

Diese Solidarität, die Sie angesprochen haben, gibt es die ausreichend in Österreich auch zwischen den Generationen?

Es wird den kommenden Generationen sicher schlechter gehen. Und das haben wir alle miteinander zu verantworten, weil wir auf Kosten der nächsten Generationen einen Teil, vielleicht sogar einen Gutteil, unseres Wohlstands konsumieren. Aber trotzdem ist Hoffnung. Wer das bezweifelt, dem kann man empfehlen, einmal in Erdteile zu gehen, wo es den Menschen zum Teil sehr, sehr viel schlechter geht. Und wo trotzdem viel mehr gelacht wird.

Im Oktober jährt sich der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils zum 50. Mal. Wo sehen Sie in 50 Jahren die katholische Kirche Europas? Der Trend des Rückgangs der Zahl der Katholiken ist eindeutig.

Es ist ein tiefer gesellschaftlicher Umbruch, den ich in meiner eigenen Lebensspanne intensiv miterleben konnte. Von einer Kinderzeit im Dorf, wo am Sonntag mit ganz wenigen Ausnahmen alle in der Kirche waren, zu einer Situation, wo in demselben Dorf mit wenigen Ausnahmen am Sonntag alle nicht in der Kirche sind. Das Kerngeschäft der Kirche ist dasselbe geblieben, ein Weg des Menschen zu Gott zu sein. Das ist der Kern. Religion ist nicht primär Social Compatibility oder in josephinischer Betrachtung eine bürgerliche Moralanstalt. Kirche hat als primäre und erste Aufgabe, Menschen auf dem Weg zu Gott zu begleiten. Ob das heute schlechter gelingt als vor sechzig Jahren, würde ich durchaus nicht behaupten. Es geschieht anders. Und es geschieht in ganz faszinierender Weise. Die Grundfragen sind dieselben geblieben. Die Gottesfrage ist die entscheidende Frage. Kirche ist eine Pilgergemeinschaft. Wir haben in den letzten Jahren, in den letzten 50 Jahren sehr Entscheidendes und Wichtiges durch das Konzil über die Kirche gehört, Großartiges. Wir haben uns aber zu viel mit uns selbst beschäftigt. Vielleicht sagt uns die Situation des starken Rückgangs der Katholikenzahl auch, dass die Gottesfrage die eigentliche Lebensfrage ist.

Ist das eine Einladung an Kritiker oder ist das eine Kritik?

Das ist eine Einladung zuerst, weil wir uns alle furchtbar intensiv mit der Kirche und ihren Image und ihren Konflikten beschäftigt haben. Und wir wurden massiv dabei von Medien unterstützt.

Begleitet...

Orchestriert. Aber bewegt wirklich zuerst einmal die Frage, wie die Kirche ausschaut, wie die Kirche organisiert ist? Das ist alles sehr, sehr wichtig, aber nicht die entscheidende Frage. Es wäre interessant, quer durch Österreich zu fragen, Priester, Laien, Bischöfe, wie schaut's eigentlich bei uns mit der Gottesfrage aus? Bewegt uns die? Und tauschen wir uns darüber aus? Das wäre ein Österreich-Thema.

Ist das als Ankündigung für ein österreichweites Gespräch, einen Katholikentag oder Dialog zu verstehen?

Nein. Das ist eine Einladung im Jahr des Glaubens, das mit dem 11. Oktober beginnt, in Erinnerung an den Konzilsbeginn vor 50Jahren, uns dieser Glaubensfrage zu stellen.

Zur Person

Christoph Schönborn wurde am 22. Jänner 1945 im böhmischen Skalken als Spross einer Adelsfamilie geboren und wuchs in Schruns in Vorarlberg auf. Nach der Matura 1963 trat er im westfälischen Warburg in den Dominikanerorden ein. Schönborn studierte Theologie und Philosophie in Walberberg bei Bonn, in Wien und Paris. Am 27. Dezember 1970 wurde er von Kardinal Franz König in Wien zum Priester geweiht. 1971/72 absolvierte er ein Doktoratsstudium am Institut Catholique in Paris, 1972/73 ein Studienjahr in Regensburg, wo der heutige Papst Benedikt XVI. sein Lehrer war. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen.

Erzbischof und Kardinal. Nachdem Schönborn 1991 zum Weihbischof der Erzdiözese Wien ernannt wurde, folgte am 14. September 1995 die Ernennung zum Erzbischof durch Johannes Paul II. 1998 wurde er Kardinal und übernahm den Vorsitz der Bischofskonferenz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)

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107 Kommentare
 
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Gast: Kirche als Anwalt der Entrechteten?
10.09.2012 15:44
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Religion als Feigenblatt für Schönerleben?

Bei allem Respekt muß gefragt werden, ob Vatikan und Kardinal gefährlich naiv oder perfide sind, denn Gerechtigkeit ist eine Machtfrage und muß daher erkämpft werden. Die wie der Vatikan undemokratische EU verordnet im Dienste der geopolitischen und pekuniären Interessen der 0,1 % Konzern-Oligarchen, RobberBarons & Bankster den strukturell zwangsentmündigten 99,9% Unheilbringendes von "oben". Der Herr Kardinal plauscht mit zynisch anmutender lockerer Unwissenheit (?) über eine der Kardinalfragen des Evangeliums: Gerechtigkeit.

Daß diese der Kirche kein ehrliches Anliegen ist ersieht man daraus, daß der Vatikan im Lobbyistenparadies Brüssel in Ermangelung eines effektiven ständigen Beobachters nichteinmal eine EU-Nuntiatur-ähnliche Lobbyingzentrale zur Bündelung der kirchenpolitischen+kathol.Interessen unterhält.

Die geplünderte Mittelschicht hat keinerlei ernstzunehmende Interessenvertretung in Brüssel, eine essentielle Aufgabe, deren sich endlich die Kirche(n) dringendst annehmen müßten:
http://www.youtube.com/watch?v=4YjtB5Ux5qQ Lobbying in Brüssel (ERT http://www.youtube.com/watch?v=8n_FIOqi5DU sowie Rockefellers „Group of Thirty“ via EZB)

Das EU-Credo laut "Mr. Euro" Juncker: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Gast: Praise the lord Mammon
10.09.2012 10:38
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"Das ist eine Einladung (an Kritiker) zuerst, weil wir uns alle furchtbar intensiv mit der Kirche und ihren Image und ihren Konflikten beschäftigt haben."

Was will denn ein Vertreter einer Organisation, die selbst (offiziell) nicht weiss, wie viel Geld und Vermögen diese hat, etwas von Geld erzählen bzw. Geldtippps geben?

- wobei: So schlecht wäre es gar nicht...
- da könnte man sicher etwas lernen.
zB wie man gut anlegt; welche Gesetze man nutzen bzw machen lassen muss; wie man keine Steuern zahlt; etc etc; wie man verschleiert; wie man Leute für blöd verkaufen kann auch.

Was war eigentlich der Bezug von Jesus zu Geld? - da fällt mir eine Szene von diesem im Tempel ein..

Gast: Allumfassend
10.09.2012 01:35
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wir sind alle Sünder. Mehr Solidariät für das Geld.

"Gott ist barmherzig und wir sind alle Sünder. Eines ist sicher, wie immer die Krise ausgeht: Auf die Solidarität können und dürfen wir nicht verzichten. Auch wenn in der Familie jemand Fehler macht, ist es ein Gebot der Solidarität, ihn nicht ganz hängen zu lassen."

Manchmal frage ich mich bei mittel-hohen Vatikanvertretern - sind diese wirklich in der Denkweise so stark einseitig denkend, wenig wissend oder doch eher so gute Schauspieler, die nach einem Interview, wenn diese allein sind, eigentlich laut lachen müssten, wie diese wieder einmal alle verarscht haben.

Gast: Arme Kirche
10.09.2012 01:18
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"Das Kerngeschäft der Kirche ist dasselbe geblieben"

Ja, man sollte immer auf das Kernbusiness fokussieren, ja nicht zu viel in Geldbelangen experimentieren. Das teuflische Risiko zwar etwas streuen, manchmal andere in den Vordergrund rücken, aber dennoch immer die goldene Allmächtigkeit anstreben.
Der Glaube an das Geld ist dabei wichtig. Gepriesen sei die Aktie.

In nomine Euro et in Dollar et in Pou----nd, Aktie. Amen.

Gast: Steuerberger
10.09.2012 01:09
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Wie viele Steuer zahlt eigentlich die Kirche?


-3 Euro?
-2 Euro
-1 Euro
-oder gar keinen Euro. Diese bekommt sogar vom Staat enorm viel Geld?

Aber sorry, hat fast nach Neidgesellschaft^^ geklungen...

Gast: Wird sicher vom Kirchenblatt zensiert
10.09.2012 00:54
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"Schuldenmachen ist Verstoß gegen Gerechtigkeit"

Und warum fördert die katholische Kirche dann dieses Schuldenmachen?

zB in Wien:
"Das Bankhaus Schelhammer & Schattera ist Wiens älteste Privatbank. Sie ist eine Aktiengesellschaft. Kernaktionäre der 1832 gegründeten Universalbank sind heute mit einem Anteil von mehr als 85 Prozent des Aktienkapitals Institutionen der römisch-katholischen Kirche Österreichs."

Wo entstehen Schulden? - bei Banken.
Wie enstehen Schulden? - Schulden entstehen schon mit der gesetzlichen Geldschöpfung bei Zentralbanken, wenn diese "gesetzliches" Geld per Kreditvergabe schaffen. Normale Banken können dann per Kreditvergabe weiteren Anspruch auf Geld dazuschaffen. Der Staat nimmt Geld in Folge bei normalen Banken auf, verschuldet sich bei diesen. Diese stets neue Kredite vergeben, da immer das Zinsgeld eigentlich (gesamt betrachtet) im System fehlt und Banken auch über den exponentiellen Wachstum Geld schaffend, wachsen müssen.

Aber die Kirche, gar der Vatikan, weiss von dem Ganzen ja nichts.

Die Doppelmoral der Kirche in vielen Bereichen ist einfach nur zum schmunzeln.

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Warum 10 Gebote?

Ich habe nur Eines: Was du nicht willst das man dir tut, das fueg auch keinem anderen zu.
Alle Religionen bauen auf des schlechte Gewissen der Menschen auf.
Meine Frau und meine Kinder, beachten immer das eine "Gebot" und deshalb haben sie nie ein scchlechtes Gewissen.
Fuer uns ist die Natur Gott und Gott ist die Natur.
Die Evolution ist eine bewiesene Tatsache und kein Maerchenbuch.
Wie viel Blut fliesst noch heute in Namen der Religionen, und es heisst doch du solst nicht toeten.
Liebet euch und vermehret euch und die Pfarrer darf nicht heiraten,warum?

Gast: Analyst
08.09.2012 18:55
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Zensur

Ach, es ist doch immer wieder erbauend, dass die Presse-Redaktion Zensur ausübt, wenn man die r.k. Kirche angreift. Ich empfehle den zensoren dringend die Lektüre des Gutachtens zum Bochumer §-166-Prozess unter dem Titel "Die beleidigte Kirche" , erschienen im Ariman-verlag / Freiburg. Vielleicht hilft Bildung doch?

Gast: EU-Plutokratie
08.09.2012 14:15
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Kardinal Schönborn forciert das freimaurerische Elitenprojekt EU?!

"Es (die EU) ist von Anfang an ein irreversibles Zukunftsprojekt gewesen. Ist es nicht faszinierend, wie dieses Europa aus so vielen Krisen und Katastrophen entstanden ist?" So die Worte des hochwürdigsten Herrn. Ist unser Kardinal - in Unkenntnis der Fakten - wirklich so naiv, dann ist Gefahr in Verzug, oder tut er nur so, dann ist er insbes. in Krisenzeiten ein für die Bürger/Gläubigen gefährlicher Heuchler:

http://www.youtube.com/watch?v=ZQwfEUaD4bc unelected

http://www.youtube.com/watch?v=Qn6xhB30QBY&feature=related undemocratic

http://www.youtube.com/watch?v=QVeMBNB0cII&feature=related totalitarian

http://www.youtube.com/watch?v=Hl5iLktyyfY&feature=relmfu oppressiv

http://www.youtube.com/watch?v=XA13fGwQQMc EU=titanic

*Barroso does not believe democracy is a positive force: "Governments are not always right. If governments were always right we would not have the situation that we have today. Decisions taken by the most democratic institutions in the world are very often wrong." http://blogs.telegraph.co.uk/news/danielhannan/100056661/the-eu-is-an-antidote-to-democratic-governments-argues-president-barroso/ His arguments for European Integration: The reason we need the EU is precisely because it’s not democratic.*

Herr Kardinal, Sie können diese gravierenden Fakten entweder exkulpierend relativieren – oder Sie müssen sich schleunigst für das Wohl der Ihnen anvertrauten Menschen und gegen diese Euro-EU engagieren!

Ansonsten sind Sie nicht vertrauenswürdig!

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schuldenmachen ist schwere ungerechtigkeit

Ja, wenn man sie zurückzahlt.
Mir kommt vor wie wenn der kirche das geld gehört.

Antworten Gast: 5min wollte ich mal Pfarrer werden
10.09.2012 01:05
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Die Kirche strebt Monopole an

So naiv bin ich nicht, dass mir nicht auffällt, was die Kirche über Jahrhunderte wie geschafft hat.

Die Kirche meint ein Monopol im Glauben zu haben- unser Gott ist der einzige, die anderen müssen bekämpft oder bekehrt werden.

Ebenso strebt diese ein Monpol im Geld an und hat dieses auch schon sehr weit geschafft. Zufall? :-)
Eine gute Strategie übrigens.
Zuerst die Köpfe schon in der Kindheit der Menschen gewinnen, dann an deren Geld zu gehen.
Wahrlich, ein Applaus wert, dass diese mittelalterliche Strategie noch im 21.Jh teils funktioniert...

Gast: Hermann vom Gipfel
07.09.2012 21:43
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Erschütternd, dass ein Kardinal

keine klaren Worte gegen die Korruptionäre in seiner Partei findet.

Gast: Da muss ich unsere Sozialdemokraten einmal tatsächlich loben
07.09.2012 19:58
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Oberbürgermeister Ude (SPD) lässt grüßen...Dafür gibt es in München kaum bezahlbare Sozialwohnungen


Gast: Wir wollen Gerechtigkeit, nicht unfaire Kostenüberwälzung auf den Steuerzahler!
07.09.2012 16:50
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Mauscheln rentiert sich! - Kabinettspolitik und Steuerprivilegien verzerren den Blick der Kirchengranden auf die Konsequenzen des sich dreist etablierenden Neo-Feudalismus der Kleptokratie

Nach mehrjährigen Umbautätigkeiten ist der neue Amtssitz von Kardinal Reinhard Marx, das Palais Holnstein, im Münchner Zentrum fertig gestellt worden. Das Palais Holnstein wurde vom Münchner Hofbaumeister François de Cuvilliés in den Jahren 1733 bis 1737 im Auftrag des Kurfürsten Karl Albrecht im Rokokostil erbaut. http://www.youtube.com/watch?v=Jy1Dump0jQA Die Umbaukosten in Höhe von 9 Millionen Euro des im Besitz des Freistaates Bayern (!!) befindlichen Palais' trägt zu ¾ (= knapp 7 Millionen Euro) der Steuerzahler! Von Mietzahlungen der Kirche an den Freistaat hört man nichts...?!

Kardinal Reinhard Marx, Autor von „Das Kapital" (Ein Plädoyer für den Menschen), ist Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE). http://www.comece.org/
COMECE versteht sich als Baustein zur Schaffung eines vereinigten Europas. Aufgaben+Ziele:

- Beobachtung und Analyse der politischen Entwicklungen in der EU.

- Kircheninterne Information über die EU-Politik und -Rechtsetzung.

- Auf der Grundlage der christlichen Soziallehre die Reflexion über die Herausforderungen eines vereinten Europas fördern.

Kardinal Schönborn könnte dort über Bischof Kapellari in Brüssel Lobbying für mehr menschenfreundliche Gerechtigkeit betreiben.

Aus der „Agenda“ erkennt man jedoch schockierend dürftige Inhalte.

Die Kardinäle Schönborn+Marx könnten wie Spindi als souveräne Grabesritter ihre einflußreichen Kontakte via Vatikan+EU leicht für mehr Gerechtigkeit nutzen!

Gast: Hermann vom Gipfel
07.09.2012 13:18
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Erschütternd, dass ein Kardinal

keine Hoffnung in die Zukunft verkündet.
Er sollte sich mit jenen umgeben, die dieses korruptionsverseuchte Land wieder aufbauen (auch wenn es Linkslinke sind) und sich nicht hinter die dicken Festungsmauern zurückziehen.

Gast: Christus vertrieb durch aktives Tun, und nicht mit bequemen schönen Worten, die Händler und Wucherer aus dem Tempel Gottes
06.09.2012 16:38
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"Si tacuisses, philosophus mansisses."


Das Drama der kathol.Kirche ist es, daß ihre brillantesten Denker immer nur Theologie mit Philosophie kombinieren - und daher für die Kirche imageschädigend in den Medien nur als nervend inkompetent auffallen. Kombiniert mit Wirtschaftswissen, könnten die Kirchenmänner mit Charisma i.S. des Evangeliums transformierende Strahlkraft entwickeln:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=WbCDFLG75lw
GoldmanSachs – Eine Bank lenkt die EU

http://www.youtube.com/watch?v=C0wFb2aL7U8
ESM – Der Weg in die Diktatur

http://www.youtube.com/watch?v=yKvsWKx2j7I
ESM erklärt – Der Untergang des Abendlandes beschlossen (Prof. Hankel)

Kardinal Schönborn könnte in diesen zur Umkehr zwingenden Krisenzeiten die kathol. Kirche und christliche Werte sofort wieder attraktiv machen, würde er mit der vielzitierten aber nur selten verwirklichten „Gerechtigkeit“ i.S. des Evangeliums endlich mit Mut, Kreativität und Tat Ernst machen. Als Berater sollte unser Herr Kardinal den in allen Wirtschafts-, Finanz- und Budgetbelangen überaus kompetenten, in Geldpolitik versierten, integeren, kampferprobten Christen Wirtschaftsprofessor Dr. Wilhelm Hankel heuern (viele YouTube-Filme).

Die Bürger würden wieder Hoffnung schöpfen. Das inspirierende Samenkorn gerechteren Wirtschaftens i.S. des Evangeliums könnte in den Herzen der Menschen zu wachsen beginnen und schöpferische Biotope fröhlichen Christseins würden gesellschaftsverändernd ausstrahlen. Europa könnte blühen, lebenswert für alle sein!

Gast: wepa11
06.09.2012 16:09
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Gottesfrage!?

Es ist immerwieder das selbe.Kaum kommt die Frage nach Änderungen in der Amstkirche, wird das sofort von der Kirchenleitung auf die Ebene "Gottesfrage" gehoben, damit man sich ja nicht mit so "nebensächlichen" Fragen wie Pflichtzölibat, verheiratete Priester, wiederverheiratete Geschiedene, Pfarrzusammenlegungen etc. beschäftigen muß. Was glaubt der Herr Kardinal, was die vielen ehren- und hauptamtlichen Seelsorger/Innen im "Weinberg des Herrn" tun? Die Gottesfrage stellt sich bei jeder liturgischen Handlung, jedem Gespräch - weil es immer um Menschen geht, um Menschen, die ja das Ebenbild Gottes sind!Übrigens, m.E ist die "Gottesfrage" nicht zu lösen, denn soviele Menschen es gibt, so viele Gottesbilder / Gotteserfahrungen/Gottesbegegnungen gibt es.Den Verweis auf das 2. Vaticanum kann ich nur als zynisch betrachten! Wo und wie werden denn die Beschlüsse umgesetzt??Im Gegenteil, das 2. Vaticanum wird immer mehr verwässert und verleugnet (S. Levebre).

sehr gute!

Auch wenn unser Kardinal, das Unwort Solidarität, nach meinem Ansinnen zu oft verwandt hat!

Würde man sämtliche Religionen....

...aus dem politischen Diskurs weltweit ausschließen wären wir dem Weltfrieden ein gutes Stück näher.

Weltfrieden

Eine sehr gewagte Behauptung, die offensichtlich durch eine bloß sehr vordergründige und daher oberflächliche Beobachtung der geschichtlichen Vorgänge abgeleitet ist.

Gast: Strukturveränderung > Almosen
05.09.2012 15:12
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Taten statt Worte könnten Gerechtigkeit bewirken


Dazu als Kontrast das letzte Interview des österr.Jesuiten Georg Sporschill mit dem charismatischen Mailänder Kardinal Martini S.J.:
http://www.dernotizblog.com/2012/09/das-geistliche-testament.html
Bezeichnenderweise blieben Ratzinger und Schönborn seinem Begräbnis fern...


Die zu allen Anlässen „Armut“ predigenden geistlichen Herren sind für sich selbst „standesgemäßen“ Luxus (zumindest indirekt) auf Kirchensteuerzahlerkosten und Privilegien (enorme Steuerersparnis!) gewöhnt. Nur einige ganz wenige Ausnahmen nehmen das Evangelium ernst - und werden dafür innerkirchlich sogar angefeindet (z.B. die falsch etikettierte Befreiungstheologie), ausgegrenzt oder lächerlich gemacht.

Aufgrund der Mobilisierungskraft der katholischen Kirche könnte Schönborn zur Druckausübung zur Wiederherstellung bibelmotivierter Gerechtigkeit innerhalb des bedrohlich dysfunktionalen Krisensystems einiges in Bewegung setzen, doch warum tut er das nicht endlich? Würde er sich von seiner privilegierten Position aus bibelfundiert für die Belange der Menschen einsetzen, würden die Kirchen wieder zu Orten der Hoffnung werden. Das auf neue Weise verkündete Evangelium könnte gesellschaftsverändernd und politikgestaltend wirken, doch das fürchtet das status-quo-zementierende Machtestablishment...

Aus Furcht vor Veränderung, eventuellen Konflikten, Harmoniesucht, einem weniger bequemen Leben, bleibt es dann nur bei schönen Worten - und die Kirchen leer ... und "Gerechtigkeit" bleibt nur ein hohles Wort.

Katholische Kirche einer der größten Subventionsempfänger der Republik Österreich

Da meldet sich der Richtige zu Wort. Die katholische Kirche gilt mit etwa 3 Milliarden Euro pro Jahr als einer der größten Subventionsempfänger der Republik Österreich.

Schuld und Zins

Nicht die Schulden sind das Problem, sondern das Zinsennehmen. Die Zinsnahme wurde von Juden, Christen und Muslimen jahrhundertelang als Verstoß gegen die Gerechtigkeit gesehen:
„Du sollst deinem Bruder keinen Zins (neshek)auferlegen..." (Lev, Dt, Ez,...)
"Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist unerlaubt und wucherisch." (Benedikt XIV., 1745)

Gast: Hermann vom Gipfel
05.09.2012 10:08
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In einem ungerechten System

ist Schuldenmachen kein Verstoss gegen die Gerechtigkeit. Vielmehr ein Ausgleich für mehr Gerechtigkeit. Es muss nur sichergestellt werden, dass die Richtigen es wieder zurückzahlen.

Antworten Gast: Bergbauer
05.09.2012 11:01
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Re: In einem ungerechten System

Schuldenmachen ist die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft. Diese Hoffnung hat die Kirche offenkundig nicht.

Gast: Bergbauer
05.09.2012 10:05
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Heuchlerisches Christentum wie bei Spindelegger

haftet zunehmend auch unbeabsichtigt an der Kirche. Früher hat man sie Pharisäer genannt.
Beispiel Spindelegger: Er schliesst nicht einmal eine Koalition mit einer nationalsozialistischen Gesinnung aus, pocht gleichzeitig auf seine christlichen Werte, die angeblich durch Rittertum und sonstiges Ungemach nur vordergründig representiert würden. Die Hinterbrühler Kirche ist sonntags dann eher ein Ort der politischen Korruptionsabsprachen als ein Ort des Glaubens.
Viele tiefgläubige Menschen sehen die Kirche von solchen Politikern missbraucht und vermissen deutliche Worte gegen eine solche Vereinnahmung. Der Papst hat Spindelegger sicherlich nur empfangen, weil er ein politisches Amt inne hat und nicht etwa weil er ein so gläubiger Mensch wäre. Viel gläubigere Menschen schaffen das ihr Leben lang nicht. Niemand würde das aber Spindelegger oder gar der Kirche vorhalten, er selbst protzt damit im Fernsehen und bringt so auch die Kirche in Misskredit.
Das Problem der leeren Kirchen sind die deutschnationalen ÖVPler, die sie vereinnahmen. Mir diesen Menschen wie Spindelegger wollen auch in der Hinterbrühl viele Menschen nichts zu tun haben und bleiben daher auch der Kirche fern um nicht auch noch in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hineingezogen zu werden. Woanders sind es noch mehr und die Kirchen daher noch viel leerer.

 
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Dieses Gespräch ist Teil 4 einer Interviewreihe über das Sorgen für morgen. Diese Serie wird von der „Presse“ in redaktioneller Unabhängigkeit gestaltet. Sie ist mit finanzieller Unterstützung von Vienna Insurance Group und deren Hauptaktionär, dem Wiener Städtischen Versicherungsverein, möglich geworden.

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