26.05.2012 00:08 | Meine Presse Merkliste 0

Das Mehrheitswahlrecht als Chance

30.03.2008 | 18:11 |  MICHAEL PRÜLLER (Die Presse)

Was tun gegen die politische Ermattung? Ein neues Wahlrecht könnte helfen – und auch die Politiker und ihre Parteien verändern.

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Seit zumindest 30 Jahren hat es in Österreich keine so intensive Debatte über ein Mehrheitswahlrecht gegeben wie jetzt. Das hat einen Grund: die Unzufriedenheit mit einer Regierung, die aus zwei Partnern besteht, die im Grunde lieber nicht miteinander regieren würden, aber keine Alternative dazu haben.

Es ist verständlich, aus dieser Erfahrung heraus über eine große Wahlrechtsreform zu diskutieren – aber es kann auch gefährlich sein. Ein Volk ändert vernünftigerweise sein Wahlrecht nur alle paar Generationen; kürzere Intervalle verträgt eine lebendige und sich organisch entwickelnde Demokratie nicht. Daher wäre es schlecht, aus einer momentanen Pattstellung der Parteien heraus das Wahlrecht völlig neu zu konzipieren.

In diese Kategorie fallen alle Überlegungen, zwar einen Verhältniswahl so wie bisher abzuhalten, der stärksten Partei aber so viele Mandate zu geben, dass sie entweder eine absolute Mehrheit im Nationalrat hat oder so stark wird, dass sie mit jeder anderen Partei im Parlament koalieren könnte. Solche Systeme würden nur einen Teil des Problems zu lösen versuchen: die Not, einen geeigneten Koalitionspartner zu finden. Das allein würde also eine Generaldiskussion über die Zukunft des Wahlrechts nicht rechtfertigen. Zumal ein Land gut beraten ist, wenn es nur alle paar Generationen einschneidend in den Modus der demokratischen Willensbildung eingreift. Da sollte man sich vor rein anlassbezogenen Gewaltakten hüten.

Aber es kommt etwas anderes hinzu, das über den aktuellen Anlass hinausgeht: die Ermattung des gesamten Systems, das von Parteien getragen wird, deren ideologische Ausrichtung aus dem 19. Jahrhundert stammt und durch die Konfrontation mit der heutigen Realität ein immer weniger kohärentes Bild ihrer Positionen bietet. Auch die historischen Gründe der Verzahnung des öffentlichen Lebens (und des halben privaten) mit der Parteipolitik – Klassenkampf und Bewahrung des katholischen Österreich, 27er-, 34er- und 38er-Jahre, das Dachauerlebnis, Besatzung und Wiederaufbau – liegen soweit zurück, dass ein Aggiornamento überfällig ist, zu dem die Parteien im aktuellen System aber nicht mehr die Kraft zu haben scheinen.

Umso mehr, als die ideologische Eindeutigkeit der Parteien schwindet. Wesentliche Markierungen werden heute von beiden großen Parteien nicht mehr in Frage gestellt. So hat die Sozialdemokratie generell ihren Frieden mit der Marktwirtschaft und dem einstmals als „kapitalistisches Kartell“ beargwöhnten vereinten Europa gemacht. Umgekehrt hat der Mainstream der ÖVP nicht nur die Arbeitnehmer-Mitbestimmung verinnerlicht, sondern auch im Kulturkampf um Abtreibung, Scheidung, Bioethik und Homosexualität die einstige Katholizität aufgegeben und die Fahnen gestrichen. Einzig die Frage, ob man Migranten, zumal Moslems, für böse oder sehr böse halten soll, scheint noch wirklich offen. In den Details der Ausgestaltung des gemeinsam anerkannten Rahmens gibt es freilich noch Dissens, aber der verläuft nicht mehr entlang der Parteigrenzen – Musterbeispiel Sonntagsöffnung.

Was aber hat das alles mit der Frage eines Mehrheitswahlrechts zu tun? Sehr viel. Beim Wahlrecht geht es ja darum, wie die Vertretung des einzelnen Bürgers geregelt wird, der ja nicht an jeder Abstimmung selbst teilnehmen kann. Und da tut sich die Frage auf: Wie erfolgt am besten und zweckmäßigsten diese Übertragung des Willens vom Bürger auf seine Repräsentanten? Wenn nun die Verfechter des herkömmlichen Wahlsystems sagen, so wie jetzt wäre es „fairer“, dann meinen sie ja auch nicht das enttäuschte Gesicht des Kleinparteiobmanns, der wieder nicht den Parlamentseinzug geschafft hat, sondern sie drücken damit aus, dass sie es für das Beste halten, wenn die Vertretung der Bürger durch die Parteien im Verhältnis der von den Bürgern bei der Wahl geäußerten weltanschaulichen Präferenzen erfolgt.

Das hat viel für sich, ist aber heute schwerer zu argumentieren, wo doch die weltanschaulichen Präferenzen der Bürger, aber auch der Parteien weniger klar akzentuiert sind. Noch dazu, wo die Koalitionsbildung die vorher ausgedrückte Präferenz völlig verwässern kann – und dies im Fall der Großen Koalition auch in hohem Maße tut. Die Partei als solche ist daher nur mehr sehr bedingt in der Lage, den einzelnen Bürger, der ihr „anhängt“, zu vertreten. Parteitaktik verdrängt Sachpolitik, die Klientele werden wichtiger als die Visionen. Und am Ende vertritt man nur noch das, was noch am klarsten fassbar ist: die eigenen Interessen. Daher die Hoffnung auf ein Wahlrecht, das Wahlen den Charakter einer im Endergebnis doch wenig wirksamen Ideologie-Umfrage nehmen und stattdessen stärker den Charakter eines Auswahlprozesses fähiger Wahlkreisvertreter annehmen.

Daher die Erweiterung auf eine zweite Verantwortlichkeit des Mandatars: Er soll nicht nur seiner Partei gegenüber, sondern auch dem Wähler seines Wahlkreises gegenüber verantwortlich sein, und zwar nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Das heißt: Bürger eines Wahlkreises sollen ihren Kandidaten unter gehörigen Druck setzen können.

Ein weiterer Vorzug des Mehrheitswahlrechts: Die Koalitionsbildung findet vor der Wahl statt, der Wähler weiß also viel mehr über die künftige Politik. Dort, wo sich zwei große Parteien herausbilden, müssen sie vor einer Wahl um die Mitte buhlen, wo der Wahlsieg entschieden wird – und sie müssen im Vorhinein entscheiden, welche Randgruppen und Nischen sie bedienen wollen, damit diese dem Gegner nicht zum Sieg verhelfen. Gerade in Zeiten eines breiten Grundkonsenses bringt das Stabilität. So leben die USA heute noch im Wesentlichen in den unter Reagan definierten Rahmenbedingungen und die Briten in einer Thatcher-Welt.

Und ein Mehrheitswahlrecht ist wie kein anderes dazu fähig, jemanden abzuwählen. In der Demokratie ist es mitunter entscheidender, die Flaschen loswerden als die Stars auswählen zu können.

Eines ist aber klar: Eine Systemänderung wäre keine, wenn sie die politischen Traditionen unberührt ließe. Ein Mehrheitswahlrecht mit weiter bestehendem Klubzwang wäre eine Totgeburt. Wenn ein neues Wahlrecht einen Aufbruch bedeuten soll, dann liegt die Verwirklichung der Potenziale in den Händen der Parteien. Ob sie durch einen neuen Wahlmodus dafür ausreichend umgekrempelt würden, sollte der Kern der Diskussion sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2008)

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54 Kommentare
 
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Gast: Bärbel
26.04.2008 18:04
0 0

KEIN Mehrheitswahlrecht

Das gibt es also eine Grupper alternder (und seniler?) Männer, die gerne die Demokratie abschaffen möchten und die sich mehrheitlich (weil VP-zugehörig) nicht mehr daran erinnern können, daß bei der Wahl 1999 die ÖVP 3.-stärkste Partei war? Und laut Mehrheitswahlrechtswunsch alter (und seniler?) Männer wäre diese Partei - hätte es das Mehrheitswahlrecht damals schon gegeben - auf ewig von der Macht verdrängt worden.

Wobei, streng darüber nachgedacht: die ÖVP von der Macht fernzuhalten, wenn das über das Mehrheitswahlrecht gelänge, dann ja. Da dieses hehre Ziel leider nicht garantiert werden kann, muß diesem Wunsch abschlägig beschieden werden.

Bärbel

Gast: tc_c
31.03.2008 20:30
0 0

wir werden uns wundern, wie gut österreich regiert werden kann,

wenn die nein-sager-vp erst einmal für fünf jahre in die opposition verschwindet.

Antworten modestus
01.04.2008 18:27
0 0

Re: wir werden uns wundern, wie gut österreich regiert werden kann,

..nach den 5 jahren muss dioe vp dann die konkursmasse verwalten....

Antworten Gast: Gasterer
31.03.2008 21:17
0 0

Re: wir werden uns wundern, wie gut österreich regiert werden kann,

Gusenbauer
Darabos
Buchinger

Guuut...

harbard
31.03.2008 15:30
0 0

Was tun gegen die politische Ermattung?

...die sollen sich bloß nicht die hunde aufwecken!

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Direkte Demokratie

So viele bemühen das Beispiel der direkten Demokratie in der Schweiz.

Tolles System, das stelle ich auser Frage. Aber dazu benötigt es auch das richtige Wahlvolk. Und da sind selbst die abgeschiedensten Bergbauern auf 2500m Seehöhe in den schweizer Alpen noch demokratischer und liberaler als so mancher österreichischer Stadtbewohner (so urban und bobo).

Man brauche sich nur die Wortmeldungen Einzelner bei anderen Artikel anzusehen - so schnell brauchma gar nicht schaun, haben wir Fremdenhass und Minderheitenausgrenzung quer durch alle Gesellschaftsschichten.

Es heißt ja nicht umsonst, dass die Demokratie vor dem eigenen Volk beschützt werden muss - in Österreich wahrscheinlich noch viel mehr als anderswo.

Antworten raeter
31.03.2008 15:55
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Darum haben 68 % der Schweizer 2006

für ein strengeres Fremdengesetz gestimmt, eines der strengsten in ganz Europa.

Natürlich würden unsere Eliten und deren gleichgeschaltete Medien bei vielen Fragen relativ schnell auf den Boden der Wirklichkeit geholt.

Ein besonderer Differenzierer scheinen Sie auch nicht zu sein. Den Österreichern, deren Bevölkerung zu 1/3 aus Zuwanderern der letzten 50 Jahre besteht, Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen, ist absurd.
Außerdem steht Österreich bei Asyl nach wie vor weltweit an der Spitze (pro Kopt der Bevölkerung).

raeter
31.03.2008 14:17
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Dann geh auch ich nicht mehr wählen und SPVP

haben ein Problem weniger.

raeter
31.03.2008 14:17
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Dann geh auch ich nicht mehr wählen und SPVP

haben ein Problem weniger.

raeter
31.03.2008 14:17
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Dann geh auch ich nicht mehr wählen und SPVP

haben ein Problem weniger.

Alien
31.03.2008 12:52
0 0

Wesentlich sinnvoller wäre

die Abschaffung des trottelhaften Klubzwanges (die ja jeden Parlamentarier entmündigt) und die Aufhebung der prozentuellen Einzugshürden ins Parlament.
Es ist mir bewußt, daß die Aufhebung des Klubzwanges für die Sozialisten wurscht ist, da diese ja sowieso nur padeilinientreue Padeisoldaten sind (wie man an unserem heißgeliebten roten Heinzi, dem unabhängigen Bundespräsident für alle Österreicher sieht).
Trotzdem wäre es ein enormer Fortschritt.

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Solange die Parteiführung die Listen samt Reihung bestimmt...

ist der Klubzwang eine unvermeidbare Folge. Er äussert sich bei Abschaffung dann eben als vorauseilender Gehorsam desjenigen, der beim nächsten Mal wiederaufgestellt werden möchte.

Nur wenn in jedem Wahlkreis Kandidaten direkt gewählt werden, unterliegen sie nicht mehr so weitgehend der Diktatur der Parteisekretariate. Das ist einer der grossen Vorteile des Mehrheitswahlrechts. Die Parteizentralen würden entmachtet und mit ihnen noch andere Kartelle, wie z.B. die Kammern, die ja ihren Einfluss von der Vernetzung mit den ihnen nahestehenden Parteizentralen beziehen.

Aber ich bin da leider echt skeptisch. "Wir Österreicher", UHBP und die Krone lieben diesen festen Rahmen der Sicherheit und lassen deshalb den wenigen Strippenziehern im Hintergrund weiter frei Hand - sonst müssten wir ja anfangen uns selber Gedanken zu machen oder gar Dinge in die Hand nehmen. Da walte Gott vor, der Kaiser (bzw UHBP) wird scho richten.

Gast: Kein
31.03.2008 12:50
0 0

politischer Einheitsbrei

Also sooo verschwommen sind die Parteigrenzen auch wieder nicht. Mit etwas Menschenkenntnis kann ich mit 80 %iger Trefferquote zumindestens Rot, Schwarz, Blau/Orange und Grün bereits am Auftreten der Einzelnen auf Anhieb unterscheiden bzw. richtig erraten.

Gast: Don Quichote
31.03.2008 12:44
0 0

Ich bezweifle sehr, ...

... ob ein Mehrheitswahlrecht der Stein der Weisen sein kann. Erst der Gigl, dann der Gogl, einmal Hüh, dann wieder Hott ist genau so viel Stillstand, wie eine große Koalition. Der ein gräbt ein Loch, der andere schüttet es wieder zu, wenn er dran ist. Um solchen Fehlenwicklungen gegenzusteuern, sollte die direkte Demokratie wieder in den Vordergrund rücken. Die moderne Technik bietet genügend Möglichkeiten, diese ursprünglichste Form der Demokratie mit geringem Administrationsaufwand wieder zu beleben. Vielleicht wäre dann auch die Beteiligung der Bürger wieder stärker. Ein falscher Volksentscheid ist mir allemal lieber als die Entscheidungen lobby-gesteuerter Parteihanseln. Vielleicht genügt allein die Möglichkeit des Souveräns, einsame Parteientscheidungen zu kippen, daß die Parteien geeignete Persönlichkeiten an ihre Spitzen stellen und sich wieder mehr um das kümmern, was für die Menschen, nicht nur für ihr eigenes Wohlergehen gut ist.

Gast: einGastschreibt
31.03.2008 11:57
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Mehrheitswahlrecht keine Lösung des Problems

Besse wäre es den Parteienzwang im Parlament aufzuheben. Und das Parlament soll in den Entscheidungen und Beschließung von Gesetzen gestärkt werden. So würde die Bevölkerung wirklich genauso repräsentiert wie sie gewählt hat, und Gesetze werden über Parteigrenzen hinweg entstehen. Und die Sachpolitik wird dadurch mehr VOrrang haben.
Noch besser wäre, wenn die Regierung nur mehr ein Vorschlagsinstrument wird, dass Gesetze vorschlägt. Im Parlament werden sie dann beschlossen.

man braucht ja nur ins EU Parlament schauen: dort müssen die Parlamentarier Mehrheiten finden die über Parteigrenzen hinausgehen. Da kann es auch vorkommen, dass aus der eigenen Partei jemand anders zu einem Vorschlag abstimmt.

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Unsere Regierungsflaschen - einfach nur mehr peinlich!

Schaut sie euch genau an, dieses rot-schwarze Flaschenpaar verwaltet die Republik Österreich!
Derselbe Anzug, dieselbe Krawatte, dieselbe Brille und die selbe Haarfarbe.
Unsere "Zwillinge" unterscheiden sich definitiv durch nichts.

Ernst zu nehmen sind sie ohnehin schon lange nicht mehr.

Antworten NYC
31.03.2008 11:58
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Re: Unsere Regierungsflaschen - einfach nur mehr peinlich!

Gut beobachtet!

Ich moechte nur noch anfuegen, dass Herr Gusenbauer in Pkto DurchschnittsIQ nicht die halben Pkte erreichen wuerde welche Herr Molterer sein Eigen nennt. Was Ihren letzten Absatz aber nicht im geringsten in Frage stellt!

TU Student
31.03.2008 11:17
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1934

Wie kam es zu der Situation, die wir jetzt haben? Durch Dummheit der SPOE.

Man holte sich fuer den Wahlkampf einen Ami, den Herrn Greenberg. Dieser ist offensichtlich etwas gruen hinter den Ohren, denn er hat nicht ueberrissen, dass wir in Oe. ein Wahlrecht haben, das Koalitionsbildung (mit den derzeitig zu erwartenden Verhaeltnissen) unumgaenglich macht. Und so sah der Wahlkampf aus: Kein Gedanke daran, dass man dem Gegner von heute, morgen ins Gesicht sehen muss. Ein Mehrheitswahlrecht wuerde dieses noch verstaerken, die Schmutzkuebel noch grauslicher.

Wir sind keine Amis und wir sind keine Briten; wir sind Oesterreicher und haben die Unart, bis zum Obmann des oertlichen Sparvereins parteipolitisch verwurzelt zu sein. Der ganze Schmutz, der beim Streit um den Futtertrog von Willi und Fredl aufgewirbelt wird, fliesst ganz nach unten.

Wenn man nun fuer ein System eintritt, das Schmutz auch noch beguenstigt, dann sollte man wenigstens an den Februar 1934 denken.

Antworten Gast: tc_c
31.03.2008 20:29
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Weiß einer wie du,

daß auch die VP eine amerikanische Beraterin eingeflogen hat?

Antworten NYC
31.03.2008 11:44
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Re: 1934

Sehr ansprechendes Posting.

Unsere "Gewaehlten Volksvertreter" kommen ein wenig aus der Ruhe. WIE kann es sein, dass die "Idioten" die nichts weiter machen sollen als "Das Kreuzerl" ploetzlich anfangen darueber nach zu denken.
Eine GANZ NEUE Erfahrung fuer unsere Politclowns.

Zu Ihrem Posting.
Aendern wird sich in Oesterreich nichts solange nicht 1.5Mio vor der Hofburg auftauchen. Dem Herrn Fischer eine "Relocation" verpassen. Der Herr Gusenbauer ein OneTicket nach Moskau bekommt. Einige andere Herren koennen mitfliegen. VdB etc. Der Herr Molterer kann sich als Schreibkraft beim Herrn Schoenborn bemuehen. Ueber andere faellt mir derzeitig nichts ein weil dauern auf dem Klo. Nein..Sorry. Den Herrn Darabos vergessen. Bevor dieser "Relocated" wird soll er noch die 500Mio abarbeiten die uns sein "Glorreicher EF Vertrag" einbrachte!

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Ein neuer Gesellschaftsvertrag scheint möglich,

sagt der Biologe Rupert Riedl in "Regieren gegen den Bürger?" (Buchtitel des "Club of Vienna", 2004). Sein Credo ist die Stärkung der direkten Demokratie durch "Verhandlungen zwischen uns Bürgern und unseren Staaten".

"Die meisten Plagen entspringen offenbar übernationalen Verflechtungen, welche die Regenten der Staaten gar nicht erfunden, sondern zu übernehmen hatten. Die gewisse Humanität, die mancherorts schon von der Diktatur über Feudalsystem und Republik immerhin zu parlamentarischer Demokratie geführt hat, liegt übernational noch lang im Argen. Es standen aber auch erst Jahrzehnte und nicht Jahrhunderte für Verhandlungen zur Verfügung."

Einen kurzen Auszug aus seinen Gedanken finden Sie in:

http://www.ohnepolemik.at/politik/regieren/ Kapitel: "Regieren gegen den Bürger?"

Peregrin
31.03.2008 10:39
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Flaschen loswerden

Warum aber sollten die Flaschen, die man loswerden will, ein System beschliessen, das ebendieses ermoeglicht?

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Katharsis

Mehrheitswahlrecht (MWR) wäre für unser Politsystem eine Katharsis, gewiss. Das wäre aber auch die Abschaffung der Plichtmitgliedschaft oder die "Eindämmung" des Föderalismus. Aber hinter diesen Strukturen stehen Machtapparate, die eng verzahnt sind und sich gegenseitig stützen.

Man muss sich nur die Listenerstellung für Wahlen vergegenwärtigen. Das ist DAS Macht- und Züchtigungsinstrument der Parteiapparate (in den natürlich auch die LH¿s sitzen) Darüber werden auch die Sozialpartner versorgt (AK-Präsident!!) - Gegenleistung: Kammern stützen argumentativ wie idoelogisch "ihre" Partei - und dann noch die Gr. Koalition. Ein geschlossenes System, ein Politkartell.

Dieses Machtkartell wird ein MWR - Lippenbekenntnissen zum Trotz - mit Zähnen und Klauen verhindern. Eher wird die Pflichtmitgliedschaft abgeschafft, werden Länder zusammengelegt.

Die Stärkung der Siegerpartei ist dagegen nur ein kleiner Schritt in Richtung mehr Demokratie, hat aber dafür realistischere Chancen

Herman
31.03.2008 09:29
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weg vom Parrteienfilz /1

. . . Irland dokumentiert seit langem die demokratische Wahl: Northern Ireland Assembly
http://en.wikipedia.org/wiki/Northern_Ireland_Assembly
proportional representation
http://en.wikipedia.org/wiki/Proportional_representation
PR is a democratic principle rather than an electoral system in itself

Herman
31.03.2008 09:28
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weg vom Parrteienfilz /2

http://en.wikipedia.org/wiki/Single_transferable_vote
another kind of electoral system covered with the term proportional representation is the single transferable vote (STV), which, in turn, does not depend on the existence of political parties
STV initially allocates an individual's vote to his or her most preferred candidate, and then subsequently transfers unneeded or unused votes after candidates are either elected or eliminated, according to the voter's stated preferences
single transferable vote, STV is a preferential voting system designed to minimize wasted votes and provide proportional representation while ensuring that votes are explicitly for candidates rather than party lists

Paige
31.03.2008 08:38
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Bevor am Wahlrecht gedreht wird

sollte unbedingt mehr direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild eingeführt werden. Volksbegehren, die eine bestimmte Anzahl an Unterstützern finden (> 300.000), sollen zwingend Volksabstimmungen nach sich ziehen.

Wenn die jetzige Partie sich ein Mehrheitswahlrecht bastelt, ist ganz sicher nichts Gutes zu erwarten. Das Hauptproblem ist doch, dass der Bürger rein gar nichts mitentscheiden kann.
Mittels direkter Demokratie könnten die Menschen auch das zukünftige Wahlrecht selbst bestimmen...

 
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