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Türkei: „Die Zeit der Worte ist vorbei“

02.11.2007 | 18:18 |  Von unserem Korrespondenten JAN KEETMAN (Die Presse)

Irak-Konferenz. Die USA sagen Ankara mehr Hilfe im Kampf gegen die kurdischen PKK-Rebellen zu.

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ISTANBUL.Die USA sind fest entschlossen, die Türkei von einem Einmarsch im Nordirak abzuhalten. Außenministerin Condoleezza Rice sagte deshalb bei einem Besuch in Ankara gestern, Freitag, der türkischen Regierung eine Verdoppelung der amerikanischen Anstrengung im Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu. Die PKK, so Rice, sei der gemeinsame Feind und müsse gemeinsam bekämpft werden. Rice ließ jedoch offen, an welche konkreten Schritte Washington denkt.

Dies enttäuschte den türkischen Außenminister Ali Babacan sichtlich, der gemeinsam mit Rice bis morgen, Samstag, an einer Konferenz der Irak-Anrainerstaaten in Istanbul teilnehmen wird. „Die Zeit der Worte ist vorbei“, sagte Babacan. Die USA sollen laut Babacan im Kampf gegen die PKK eine „Schlüsselrolle spielen“. Die Erwartungen an Washington seien groß.

Nach dem Tod zahlreicher türkischer Soldaten bei Überfällen der PKK in den letzten Wochen wollen die Türken nun endlich Taten gegen die Stützpunkte der kurdischen Rebellen im Nordirak sehen. Demonstrativ sind sie mit ungefähr 100.000 Mann an der Grenze aufmarschiert, das Parlament in Ankara hat die Erlaubnis zum Einmarsch erteilt, um notfalls mit den PKK-Rebellen aufzuräumen.

Die Türkei ist zwar bereit, auf den Einmarsch zu verzichten, dessen militärischer Nutzen ohnehin umstritten ist, möchte aber als Gegenleistung aktive Hilfe von den USA. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan hat sogar mehrfach eine gemeinsame Militäraktion gefordert.

Diese hatte Rice bei ihrem Besuch in Ankara offenbar nicht im Gepäck. Die USA wollen der Türkei aber Geheimdienstinformationen über die Bewegungen von PKK-Kämpfern im Irak weitergeben. Außerdem teilte Rice mit, sie habe das ausdrückliche Versprechen des Chefs der autonomen Kurdenregion im Nordirak, Massud Barzani, dass er mit der PKK nicht gemeinsame Sache machen werde.


Kurden gegen Kurden

Als wäre dies so abgesprochen, verurteilte der Neffe Barzanis, Necirwan Barzani, die Angriffe der PKK auf die Türkei scharf. In einer modernen zivilisierten Welt sei kein Platz für solche Gewalt. Die Angriffe der PKK bedrohten Frieden und Stabilität in der gesamten Region „und sind nicht im Interessen von irgendjemandem, der darin verwickelt ist“. Er soll sogar in Aussicht gestellt haben, dass auch die autonome Kurdenregion die PKK als Terrorgruppe einstufen könnte, wenn diese auf keine Initiativen zur friedlichen Beilegung des Konflikts reagiere.

Obwohl auch die anderen Teilnehmer an der Irak-Konferenz auf die Türkei einwirkten, auf einen Einmarsch zu verzichten, wurde Freitag noch nicht klar, ob die Türkei dazu bereit ist. Schließlich trifft Erdogan noch am Montag US-Präsident George W. Bush in Washington. Mindestens bis dahin will auch das türkische Militär stillhalten.

Wohl nicht ganz angenehm mag es für Rice gewesen sein, dass Babacan bei der Konferenz auch die im Iran kämpfende kurdische PJAK (Partei für ein freies Leben in Kurdistan) als eine mit der PKK verbundene Gruppe erwähnte. Die USA haben die PJAK trotz ihrer offensichtlichen Verbindung zur PKK bisher nicht auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt. Den Tipp, die PJAK zu erwähnen mag Ali Babacan vom iranischen Außenminister Manuchehr Mottaki bekommen haben, der am Freitag ebenfalls überraschend in Ankara vorbeischaute. Von amerikanisch-türkischen Differenzen kann der Iran ja nur profitieren.


Rice spricht von „Kurdistan“

Condoleezza Rice erwies sich auf dem Parkett in Ankara jedenfalls noch nicht als allzu gewandt. Mehrfach sprach sie das Wort „Kurdistan“ laut und deutlich aus, wenn sie den „Nordirak“ meinte. Türkische Journalisten fragten Rice darauf, ob sie sich versprochen habe – eine Frage, die die amerikanische Außenministerin nicht beantwortete. „Kurdistan“ – ganz gleich mit welcher geografischen Konnotation – ist in der Türkei ein Tabuwort.

FAKTEN. Irak-Konferenz

Vertreter von 17 Staaten beraten in Istanbul über die Zukunft des Irak. Unter den Teilnehmern sind die Nachbarländer des Irak, die G-8-Staaten und China.
Die Krise um die PKK-Rebellen in der Osttürkei und im Nordirak steht ebenfalls auf der Tagesordnung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2007)

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12 Kommentare
toblerone
15.11.2007 15:09
0 0

wieso eigentlich Nordirak??


(ops.. hab Teil 2 zweimal geschickt.. sorry!!:)

ich verstehe wiederum nicht wieso eigentlich die türkische armee in den Nordirak eindringen und die angeblichen ca. 5000 terroristen bekaempfen wollen???? ist durchaus möglich dass die 5000 terroristen dort leben, aber niemand fragt sich wie PKK sich finanziert? wie kann man ihre quelle austrocknen?
Seit monaten hören wir "die USA tut nix, Irak tut nix"!! Aber wir übersehen dank wem PKK waechst!: DEUTSCHLAND!! in deutschland leben mehr PKK mitglieder als PKK terroristen in Nordirak: 11.500!... 600.000 kurden (freiwillig oder nicht) "spenden" millonen von Euros an PKK! und das schlimmste ist deutschland unternimmt nichts dagegen im gegenteil schaut nur zu und laesst sie weiter einwandern! lest einfach:

http://www.nasdaq.com/aspxcontent/NewsStory.aspx?cpath=20071101ACQDJON200711010847DOWJONESDJONLINE000636.htm&

alles gute

toblerone
15.11.2007 15:00
0 0

Stück Land?

Teil 2

Frage: Daenkt ihr wirklich dass ein einziger der 11.500 PKK mitglieder in Deutschland würde zurück in die berge und höhlen nachdem sie die Luft in Deutschland geschnuppert haben und in wohlstand leben?

nicht alle Staatsbürger Finnlands, Frankreichs, Deutschlands, Russlands, usw. auch ethnische Finnen, Deutsche, Franzosen, usw. und umgekehrt, sondern wohnen auch ausserhalb ihrer Nationalstaaten oder wie die Kurden, ohne einen eigenen Nationalstaat in einem Kurdengebiet, das sich über mehrere Staaten erstreckt. Das gilt auch heute noch für die Schweiz, die keine ethnische Einheit bildet, sondern aus verschiedenen ethnischen Gruppen (Deutschsprachige, Franzosen, Italiener und Rätoromanen) besteht. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass so gut wie kein Staat ethnisch homogen ist.

toblerone
15.11.2007 14:58
0 0

Stück Land?

Teil 3

sollen nun alle um ein stück land betteln? waere es euch recht wenn morgen die Italiener (Römer) oder Slawen kommen ein teil deutschland haben wollten? wieso nicht? den norden kann man geben: ist eh zu kalt, auch Bayern: ihr dialekt ist zu komisch... nicht?

ach ja: laut wikipedia leben 200.000 Türken in Berlin, ethnic hin und her, haben sie auch das recht Berlin zu bekommen? ist es genug um ein eigenes Land zu bilden? klar ist es was ganz was anderes aber nur damit ihr seht wie es klingt wenn mans übertreibt......

toblerone
15.11.2007 14:57
0 0

Stück Land?

Teil 2

Frage: Daenkt ihr wirklich dass ein einziger der 11.500 PKK mitglieder in Deutschland würde zurück in die berge und höhlen nachdem sie die Luft in Deutschland geschnuppert haben und in wohlstand leben?

nicht alle Staatsbürger Finnlands, Frankreichs, Deutschlands, Russlands, usw. auch ethnische Finnen, Deutsche, Franzosen, usw. und umgekehrt, sondern wohnen auch ausserhalb ihrer Nationalstaaten oder wie die Kurden, ohne einen eigenen Nationalstaat in einem Kurdengebiet, das sich über mehrere Staaten erstreckt. Das gilt auch heute noch für die Schweiz, die keine ethnische Einheit bildet, sondern aus verschiedenen ethnischen Gruppen (Deutschsprachige, Franzosen, Italiener und Rätoromanen) besteht. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass so gut wie kein Staat ethnisch homogen ist.


toblerone
15.11.2007 14:55
0 0

Stück Land?:)

teil 1

ich verstehe nicht wie unrealistisch menschen manchmal sein können!... es gibt rund 30 millionen Kurden (verteilt in verschiedenen laender)... davon sind rund 4500-5000 PKK terroristen in Nordirak und 11.500 PKK mitglieder in Deutschland. diese sind die jenige die ihr hört und liest: also ca. 20'000... runden wir auf: 100.000.. OK, sagen wir 1.000.000!) rechnet mal aus wieviel prozent es macht! und schon soll man denen ein stück land geben???

Millonen Kurden wollen gar kein eigenes land, sie wollen ein gutes Leben... der Weltberühmte irakischer Journalist Ismail Zayer sagt zu Herald Tribune:"A lot of nationalistic Kurds have become less nationalistic. The Kurds understand that independence is not necessarily a state and a flag. Rather it is having stability and a good economy."

quelle:
http://www.iht.com/articles/ap/2007/11/15/africa/ME-GEN-Iraq-Kurdish-Quandary.php

.......

0 0

lernen

@Bernhard v Clairvaux
wieviele kriege haben die türken in diesem jahrhundert begonnen?
Und wieviele hat der"pseudo" intellektuelle westen begonnen-geführt.
der 1.+2. WK geht an Deutschland u. Österreich konten.
Die engländer haben japan und indien,
Die franzosen an algerien an marokko ausgebeutet.HISTORY(Geschichte)
Deutschlan und Österreich an den Juden
das ist kriegshetzerrei.
die jüngste geschicht europas zeit,welche hetzerein alt-europa tat.bitte informieren dann schreiben.
Amerikaner sind es,weil sie ihre wirtschaft nur durch kriege ankurbeln können.Sie tun,als ob sie den menschen helfen wollen,beuten sie aber aus.wären sie gekommen hätte es dort kein tropfen öl geben?
Es gab kein kurdistan und es wird es NIE geben.Der der sie zürück ohrfeigen will muss schon ganz grosse cojones haben.

Interrupt
04.11.2007 09:49
0 0

Niemals Kurdistan

"NIE" würde ich jetzt nicht sagen wollen, obwohl in absehbarer Zeit es unmöglich ist. Absehbare Zeit = die nächsten 100 Jahre. Wobei ich persönlich sehr stark für einen Verkauf von Land bin: Alles was unter der Linie KARS-MUS-DIYARBAKIR-CEYLANPINAR liegt verkaufen wir für den Okkasionspreis von schlappen 1000 Milliarden USD. Die Kurden im Nordirak glauben ja, dass sie die neuen Ölscheichs sind also dürfte Geld bei denen kein Problem sein. Gemeinsam mit dem Nordirak hätten sie dann endlich ihr geliebtes "Kurdistan" oder wie auch immer sie es nennen wollen. Alle Kurden die sich in der Türkei unterdrückt fühlen können auswandern - ihre Immobilien werden für einen fairen Preis "eingetürkt", alle die bleiben wollen sind, mit der Bedingung keine zusätzlichen politischen Forderungen zu stellen, herzlich willkommen. Jeder hätte seinen Frieden nachdem die Türkei nach israelischem Vorbild die Grenze mit 10-15 Meter hohen Mauern gesichert hat.

Gast: Hildigard Pritsch
02.11.2007 22:35
0 0

Tabuwort Kurdistan?

Wie traurig muss es sein, wenn das Wort Kurdistan in der Türkei ein Tabuwort ist?
Man muss sich doch fragen, warum die türksischen Jornalistan so bestürzt auf dieses Wort reagiert haben!
Die Türkei ist einfachnicht demokratischt. Das Land kann es nicht wahr haben, dass im Nordirak ein autonomes Gebiet namens Kurdistan gibt, und dass es eventuell eines Tages unabhähngig sein wird.
Es ist doch auch klar, dass die Türken gerne in den autonomen Kurdistan einmarschieren würden, um die Bildung eines Staaates zu verhindern.

Antworten Gast: Francois
03.11.2007 01:58
0 0

Re: Tabuwort Kurdistan?

Wieso sollten bitte schön die Kurden ein Land kriegen? Sie hatten nie ein unabhängigen Staat und werden es auch nicht kriegen. Man kann nicht einfach ein Land(Irak) in Teile splitten. Das wäre unfair gegenüber den Turkosmanen, den Armeniern und den anderen Minderheiten. Diese Minderheiten würde man dann unterdrücken und es würden wieder neue Probleme geben. Wenn man den Kurden ein Land schenken sollte, dann sollte man den Indianern auch ein Land geben oder den Aborigines. Sie denken, dass die Kurden im Irak unterdrückt werden und deshalb ein Land kriegen sollten. Das stimmt aber gar nicht. Alle Kurden lieben dort friedlich. Es ist die Terrororganisation PKK die alles kaputt macht. Von daher ist es nicht notwendig ein Staat zu gründen und noch mehr Probleme vorzubereiten. Die USA wird es auch letztendlich nicht zu lassen glauben sie mehr. Die Kurden alleine haben nicht die Kraft ein Staat zu gründen. Sie sind klar im Unterzahl. Die Mehrheit gewinnt.

Antworten Antworten Gast: Nicole Fischer
03.11.2007 12:04
0 0

Re: Re: Tabuwort Kurdistan?

zur Info
es gibt ein Land Namens Armenien und Turkmenistan,
dieses Volk hat ein Recht auf sein Land!

Man sollte alles nicht von einem Blickwinkel betrachten!

Sie schieben die Schuld auf die PKK?

Dann fragen Sie sich warum überhaupt PKK gibt???

Interrupt
04.11.2007 09:38
0 0

PKK

So kann nicht argumentiert werden. Die PKK gibt es wahrscheinlich deshalb weil die Türkei , im Vergleich zu seinen Nachbarn, den Kurden mehr Möglichkeiten gegeben hat als alle anderen. Deshalb wollte eine kleine Gruppe Kurden wohl mehr haben als möglich war und hat sich entschieden es mit Waffengewalt durchzusetzen. Wenn Terror bzw. bewaffneter Kampf, von mir aus Widerstand, erlaubt und akzeptiert ist, dann kann eine beidseitige militärische Auseinandersetzung nur billig sein. Die PKK greift Zivilisten (Türken und Kurden) und Militär an, im Gegenzug schlägt die Türkei militärisch zurück und tötet wahrscheinlich mehr Kurden (Zivilisten und Terroristen) als Türken. Dämliche "Lösung". Es sollte über eine akzeptable und machbar Lösung nachgedacht werden anstatt etwas einzufordern was unakzeptabel und unmöglich ist. Dabei sollten sich Europäer und die USA ganz raushalten da ihnen das Einfühlungsvermögen fehlt.

panda82
02.11.2007 19:36
0 0

Rice konnte kein Eiertanz vorführen...

Sie hat nur eine Bauchlandung in Ankara gehabt. Ob ihr chef besser tanzen kann, wissen wir noch nicht. Wir werden das erst am Montag erfahren...

Dann werden die Seilküntler an die Arbeit gehen. Irak wird selbst in Winter Heiss sein!!!

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