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"Peace now": Israel verstärkt Siedlungsausbau massiv

26.08.2008 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Seit dem Beginn der Friedensgespräche im November 2007 wurden rund 1000 neue Gebäude auf besetztem Gebiet errichtet, berichtet die Friedensorganisation. Kritik kommt unter anderem von der zurzeit in Israel befindlichen US-Außenministerin Rice.

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Ungeachtet der von Premier Ehud Olmert signalisierten Bereitschaft für Gespräche mit den Palästinensern hat Israel seine Bauaktivitäten in den besetzten Gebieten seit Beginn der Friedensverhandlungen beinahe verdoppelt. Das ergibt ein am Dienstag präsentierter Bericht der Friedensorganisation "Peace Now" (Shaleom Ahshav). Seit der Einleitung des Annapolis-Friedensprozesses im November vergangenen Jahres seien demnach rund 1000 neue Gebäude mit 2600 Wohneinheiten gebaut worden, heißt es in dem  Bericht der Organisation. 55 Prozent aller Bauvorhaben im Westjordanland lägen jenseits des von den Israelis errichteten Sperrwalls.

(c) APA

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Wie "Peace Now" weiter berichtet, hat Israel, anders als im Nahost-Friedensfahrplan ("Roadmap") von 2003 festgelegt, keinen einzigen von rund 100 nicht genehmigten "wilden" Siedler-Außenposten geräumt. Viele Außenposten seien im Gegenteil sogar größer geworden. Im besetzten Ostjerusalem hätten sich die Bauvorhaben erheblich vergrößert. Es sehe so aus, als ob die Regierung die Fehler aus der Vergangenheit wiederhole und einerseits mit den Palästinensern über ein Friedensabkommen verhandle, andererseits aber den Siedlungsausbau forciere.

Kritik von US-Außenministerin Rice

Die Präsentation kommt zu einem für die Regierung Olmert denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Immerhin weilt gegenwärtig US-Außenministerin Condoleezza Rice in Israel, die das Thema gleich am Dienstag aufnahm. Sie glaube nicht, dass die Siedlungsaktivitäten sehr hilfreich im Friedensprozess seien, sagte Rice im Rain Jerusalem. Es müsse alles vermieden werden, was das gegenseitige Vertrauen der Verhandlungsparteien untergrabe.

Israel rechtfertigt den Bau damit, dass die Wohnungen vornehmlich in den großen Siedlungen entstehen, die man sich im Rahmen einer endgültigen Friedensvereinbarung ohnehin einverleiben will. Für die Palästinenser ist der israelische Siedlungsbau, der vor einer Friedensregelung Fakten schafft, das ultimative rote Tuch. Der beschleunigte Ausbau sei ein schwerer Schlag für den Friedensprozess, sagte Chefunterhändler und Ex-Premier Ahmed Korei. Die USA hatten Israel ausdrücklich vor dem weiteren Ausbau seiner Siedlungen im Westjordanland gewarnt. Dadurch würde kein Vertrauen geschaffen, hatte das Weiße Haus in Washington erklärt.

Obama: Siedlungen unterminieren Sicherheit

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hatte in einem Interview mit der "Jerusalem Post" gewarnt, dass das Problem der Siedlungen die Sicherheit Israels auf lange Sicht unterminieren würde: "Je mehr jüdische Siedlungen entstehen, desto mehr muss Israel in ihren Schutz investieren und desto größer werden die Spannungen". Israelis und Palästinenser hätten Vereinbarungen getroffen, an die sich beide Seiten halten müssten. Der forcierte Ausbau der Siedlungen verstoße seiner Meinung nach dagegen, sagte Obama.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte unterstrichen, der Bau oder die Erweiterung von Siedlungen in besetzten Gebieten verstoße gegen internationales Recht. Der Transfer der eigenen Bevölkerung in okkupierte Gebiete ist illegal, die Vierte Genfer Konvention verbietet die Ansiedlung der Zivilbevölkerung der Besatzungsmacht auf besetztem Gebiet. Gegenwärtig leben mehr als 275.000 israelische Siedler in 121 Siedlungen im Westjordanland, das Israel 1967 im Sechs-Tage-Krieg erobert hatte.

(Ag.)

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5 Kommentare
Ophicus
27.08.2008 11:38
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Verwirrt

Wenn Israel nur Besatzungsmacht im Westjordanland ist...wem gehört das Gebiet dann völkerrechtlich?

Erobert haben die Israeli das Gebiet im Sechstagekrieg von Jordanien. Allerdings hat Jordanien das Gebiet selbst erst 1948 besetzt und später anektiert, was ebenfalls völkerrechtswidrig war und international auch nicht anerkannt wurde.
Folglich kann Jordanien auch nicht der rechtmäßige Eigentümer sein.
Die Palästinenser haben keinen Staat, können also völkerrechtlich auch nicht die Hoheitsgewalt über dieses Gebiet haben.
Bliebe noch der im Teilungsplan vorgesehene arabische Staat. Der kommt aber auch nicht wirklich in Frage, da er dank Ablehnung der Araber nie existiert hat.
Ist das Gebiet also immer noch Völkerbundsmandat der Briten? Kaum - deren Mandat ist ja abgelaufen. Teil des osmanischen Reiches kann es aber auch nicht wirklich sein.

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ach ja

Eine Organisation wie Peace now würde in Ö schon längst das Gefängnis mit harmlosen Tierschützern teilen. In Israel hält man diese dummen Leute aus. Warum die eigentlich nicht alle die Staatsbürgerschaft wechseln und Araber werden, versteh ich nicht. Dann sind sie dort, wo sie hinwollen, ohne dass sie andere dazu zwingen.

Ratio
27.08.2008 11:23
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Re: @Lady Manhattan

Wieso sind diese Leute dumm, die verhindern wollen, dass seitens Israel Konflikte geschürt werden? Wenn mehr Leute so seltsam argumentieren wie Sie, dann darf sich Israel nicht wundern, dass die Palästinenser (das sind übrigens Semiten wie die Juden und keine Araber) immer radikaler werden. Über die Folgen der wenig intelligenten israelischen Politik jammern dann alle. Deutschland und USA sollten Israel nicht mehr finanziell unterstützen, dann muss es einen vernünftigen Weg einschlagen. So lange jede Blödheit mit Vetos und Finanzhilfen mitgetragen werden, ergibt sich die Notwendigkeit nicht. Damit haben aber die Bürger Israels auch in Zukunft Probleme, die sie sich ausschließlich selbst eingebrockt haben.

Gast: jederman
26.08.2008 20:51
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das war immer so

Israel hat noch immer alle UNO Resolutionen missachtet .......
Es gehört für viele zu den Schurkenstaaten von Herrn Bush

Es ist mehr als traurig aber Realität

Gast:
26.08.2008 13:06
0 0



gääähhhn

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