Fritz fix in Tirol, Christen sammeln, LIF & Linke tüfteln

08.07.2008 | 19:06 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Viele kleine Parteien überlegen. Nur wenige werden am Wahlzettel stehen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. Wann, wenn nicht jetzt: Die Chance für Kleinparteien, Wähler der Großparteien zu gewinnen oder im Nichtwähler-Pool zu fischen, ist groß wie nie. Viele Listen-Führer überlegen nun, bei der Nationalratswahl anzutreten. Wobei es wohl nur wenige auf den Stimmzettel schaffen dürften.

Mehr zum Thema:

Die Liste Fritz tritt fix in Tirol an. „Das ist für mich eine Verpflichtung“, sagt Fritz Dinkhauser, der es bei der Landtagswahl mit 18,3 Prozent auf Anhieb zur Nummer zwei in seiner Heimat brachte. Und im Rest des Landes? „Vom Herzen her ja. Aber vom Hirn her? Da braucht es noch Leute, die mitmachen“, meint Dinkhauser. Bereits heute werde er in Wien Gespräche mit diversen Gruppen führen, die an ihn herangetreten seien – Ärzte, Gewerkschafter, Bürgermeister. Es bestehe der Wunsch nach einer politischen Alternative. Ob eine bundesweite Kandidatur in der kurzen Zeit bis zur Wahl möglich sei, hänge eben von den Unterstützern ab.

Ähnlich geht es derzeit Alexander Zach. Auch er will mit seinem Liberalen Forum wieder eigenständig zur Nationalratswahl antreten. 2006 gab es ein Bündnis mit der SPÖ. „Das steht diesmal aber nicht zur Diskussion. Das ist keine Option“, sagt Zach, der sich zuletzt deutlich von der Faymann-SPÖ und dem neuen roten EU-Kurs distanziert hatte. Das LIF, so hofft Zach, könnte enttäuschte Sozialdemokraten für sich gewinnen, die sonst zu den Grünen gehen würden. Doch wie Dinkhauser braucht auch Zach Mitstreiter. „Es kommt darauf an, ob wir es schaffen, eine tatkräftige Gruppe mit bekannten und neuen Gesichtern für den Wahlkampf aufzustellen.“


Linkspartei: Termin zu früh

Zu früh kommt der Wahltermin höchstwahrscheinlich auch für die neue Linkspartei, die sich am Wochenende in Wien konstituiert hat. Am ersten bundesweiten „Ratschlag“ des Linksprojekts im Amerlinghaus im 7. Bezirk hatten 70 Linke aus sieben Bundesländern teilgenommen. „Wir wollen uns langsam und seriös aufstellen. Wir wollen keine Husch-Pfusch-Partei werden“, sagt Initiator Hermann Dworczak. Daher müsse man sich gut überlegen, ob man jetzt schon zur Wahl antrete. „Es hängt davon ab, ob ein breites Bündnis aus linken Sozialdemokraten und linken Grünen, der KPÖ und anderen linken Gruppen zustande kommt.“ Ein Wahlprogramm gäbe es bereits: Gegen Privatisierung und Neoliberalismus. Gegen den EU-Reformvertrag. Für mehr Betten in Spitälern. Weg von der Spar-Ideologie. Radikale Umverteilung. Dworczak war einst beim VSStÖ aktiv, ehe er 1968 aus der SPÖ austrat. Seither gehörte er verschiedenen Linksgruppierungen an wie der SOAL (Sozialistische Alternative).

Bundesweit antreten wollen auch „Die Christen“. Bei der Landtagswahl in Niederösterreich kamen sie auf 0,7 Prozent, in Tirol gar auf 1,4 Prozent. „Wenn wir die nötigen Unterschriften schaffen, kandidieren wir im ganzen Land“, sagt Generalsekretär Gernot Steier. In Tirol und Niederösterreich ist das problemlos gelungen.


Hans-Peter Martin überlegt

Hans-Peter Martin, der 2006 trotz Wohlwollens der „Kronen Zeitung“ nur 2,8 Prozent der Stimmen erringen konnte, überlegt ebenfalls, wieder anzutreten. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Und sogar der Schauspieler Karlheinz Hackl denkt nun daran, sich politisch zu engagieren. Eine Partei mit dem Namen „Soziale Kultur Österreichs“ will er gründen. Er könne sich vorstellen, bei der Nationalratswahl anzutreten. „Vielleicht bin ich Don Quichotte, vielleicht lachen die Leute.“ Hackls Programm: Inflationsbekämpfung, Abbau von Vorurteilen, eine bessere Umwelt- und Bildungspolitik sowie eine Pro-EU-Linie. Zudem dürfe die Kultur „nicht totgespart“ werden. „Viele schimpfen auf Oper und Theater und waren noch nie dort.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2008)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

25 Kommentare
 
12

Linke Wahlalternative soll antreten

Viele in der Initiative für ein neues Linksprojekt sind skeptisch was das Antreten bei der Wahl betrifft. Tatsächlich ist die Hürde hoch! Die endgültige Entscheidung soll schnell eine Konferenz treffen. Ich persdönlich denke: jetzt haben wir die Chance mit einer neuen linken Kraft zu punkten. Das Vakoum links von SPÖ und Grünen ist extrem groß. Der Unmut über die Teuerungen, den Sozialabbau und die kläglichen Lohnerhöhungen genauso. Dinkhauser ist ein gut getarnnter ÖVPLer.
Was hat der eigentlich als Tiroler AK-President gegen die Teuerung gemacht?
Er redet den Unzufrieden nach dem Mund un greift in einer opertunistischen Art und Weise linke und soziale Themen auf. Aber viele Menschen wollten eine ECHTE soziale und linke Alternative. Viele würden zum Schmied gehen nicht zum Schmiedl (auch wenn der Schmiedel laut ist und medial gepusht wird) . Das Leben geht nach dem 28.9. weiter, eine linke Kandidatur wäre ein guter Schritt zum Aufbau einer Linkspartei. Michi Gehmacher www.slp.at

Hach, der böseböse Fritz!

Was haben denn die roten Kammergewaltigen gegen die Teuerung gemacht? Nix, weil sie gegen die Teuerung gar nichts machen können. Toll wärs aber, wenn sie die Unmengen an Geld, die sie für die eigene Beweihräucherung ausgeben, wie der Siegi Pichler in Salzburg, den Menschen, die unter der Teuerung leiden zurückerstatten würden. Das sind ja auch alles ArbeitnehmerInnenbeiträge!

Gast: Hackelberg
09.07.2008 11:23
0

ich verkünde

hiermit das inslebentreten der "da kann man nix machen-partei", die als umfassende österreichische sammelbewegung ausgehend von den feinsten regungen der österreicher/innen garantieren kann, daß allen sich ergebenden politischen sachzwängen nichts in den weg gestellt werden wird. wegen unseres zu erwartenden überwältigenden erfolges sind wir gegenüber jeglichen anbiederungen zwecks späterer koalitionsbündnisse vollkommen immun ....

Was will denn

der Alex Zach mit dem TOTEN Heide-LIF?

0,2 % ??????

Das Alt-F¿chen-LIF ruhe in Frieden am politischen Zentralfriedhof!

Noah von der Arche am Berg der Freude

Gast: PAUL
09.07.2008 01:24
0

SDINKER

Wos will der alte Schneebrunzer, der kimp decht z Fuáß nit amol afn Berg-Isel

Gast: campstrin
08.07.2008 20:30
0

liste dinkhauser=övp

liste dinkhauser=övp und das revoluzergetue des övp mitgliedes dinkhauser pose-mMn


Dinkhauser ist draußen...

es empfiehlt sich die Lektüre des VP-Parteistatuts. Fritz Dinkhauser ist nicht mehr Mitglied der ÖVP

Gast: gegenpapst hexenhammer
08.07.2008 20:12
0

endlich...

... auch eine linkspartei im (d)ösiland. leider heben wir keinen lafontain oder gysi...

Der Scherf hat seinerzeit dem VdU mit viel Geld in den Nationalrat verholfen

und damit die absolute Mehrheit der ÖVP verhindert. Warum sollte die SPÖ dem Dinkhauser also nicht auch den Wahlkampf bezahlen? Wo doch obendrein die alte Kameradie aus Arbeiterkammerzeiten besteht!

Herr Doktor,...

... der Mann heißt Schärf.

Gast: Ludwig Ammer
08.07.2008 15:56
0

Pinzgauer

Den Pinzgauern hilft der Dinkhauser aber auch nicht, obwohl er der von Salzburg als Arsch der Welt vernachlässigten Perle der Großregion Tirol jetzt Aufmerksamkeit schenken sollte: die ferne Landesregierung hat von ÖBB und Bund das Zuckerl erhalten, daß diese den Löwenanteil der Wiederherstellungskosten der Pinzgaubahn übernehmen, so daß nach dem lange ersehnten Stillstand dieser depperten umwelt- und tourismusschädigenden Bockerlbahn zwischen Mittersill und Krimml wieder die Luft mit Feinstaub verpestet wird. Die Kommunen werden zum Unterhalt der Schienenwetzerei geschröpft, damit die Burmesen von Gusenbauer bis Burgstaller ihre Bahnromantik haben. Ich möchte im oberen Salzachtal einen Sportwanderweg als Weltneuheit errichten auf einer frei gewordenen Bahntrasse, was beim Boom des Sportwandern mit ganzjährigem Nächtigunjgszuwachs verbunden wäre, wie das mit Wintersport nie erreicht wurde. Gründen wir doch eine Pinzgauer PowerwalkerPartei statt dem Dinkhauser Namensfetischismus.

Antworten Gast: Ludwig Ammer
08.07.2008 16:31
0

Ich

will nicht Tiroler aufhussen sondern als Jenischer mit einem geeinten Tirol eine Art Basisstaat für meine Volksgruppe sehen, und so darf das auch nicht als unlautere Geschichtsbeeinflussung verstanden werden, wenn ich eine Vertikale von Kitzbühel ins Herz der Felber Tauern politisch ziehen will und von der Grenzstadt Mittersill bis Krimml keine Angriffe der Myanmaristen um Burgstaller mehr sehen möchte. Tirol kann jetzt mit Hilfe der Union für Südtirol sich zu einem Freistaat in Europa herauswachsen. Tirol hat die gleiche selbstverständliche historische Berechtigunjg auf ein kompaktes Gebiet wie Bayern (wo ich lebe). Salzburg wird seine kulturelle Geschichte hinter Mittersill nicht vergessen müssen, aber die Zukunft wird eine tirolische. Herr Dinkhauser, Ihre schwarkommunistische Sprücheklopferei hat nur einen Sinn, wenn Sie mithelfen das ganze Tirol im Sinne Notburgas für Arbeitnehmer erträglicher zu machen. Sie müssen sich erst einmal dazu bekennen, Tirol zusammenführen zu wollen.

Antworten Antworten Gast: Ludwig Ammer
08.07.2008 19:16
0

Ach,

ist das schön, wenn Österreich wieder einen Sommer lang kopflos ist: dann läßt sich der Tirolertraum wieder leben. Gott bleibt vor der Politik. Aber wir müssen auch Gott wieder Politik bestimmen lassen, und da hat mich Dinkhauser gar nicht überzeugt. Gründen wir doch lieber eine Amerthaler Partei in Tirol, obwohl das Amerthal im Oberpinzgau und im Land Salzburg liegt. Heißen tut das Amerthal nach dem bayerischen Markgrafen im bayerischen Ammertal und seiner ehelichen Verbindung mit Friaul: das Amerthal mit den Felber Tauern vom nördlichen Tirol ins östliche ist sozusagen ein zwölfhundert Jahre alter Ehering. Die Grenze zwischen Tirol und Salzburg soll also über den Zwölferkogel und die Spitzen weiter südlich über Glanzgschirr, Glanzkopf und Kühkarhöhe zum Landeggkopf gehen, damit mein Amerthalsee, die Amerthaler Höhe und das ganze Amerthal volltirolisch werden. Wer mich nicht unterstützt, schafft keine Hoffnung auf olympische Winterspiele 2022 in Innsbruck und weiteren jenischen Gebiet

Da stehen uns ja lustige Wahlen ins Haus

Neben Dinki und HPM, könnten ja auch Waterloo&Robinson oder gar Natascha Kampusch kandidieren. (Liebe Natascha, falls du das lesen solltest, es war nur ein Witz!)

Der Karli Schranz

als Nationalheld von Sapporo

und
der Franzi Klammer könnten ja auch noch antreten oder nicht?

Aber die kennen die Jungwähler ja fast nicht mehr.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Der "Fisch vom Berge" ...


... wäre doch auch eine Bereicherung im Wahl-Panoptikum!

Re: Der Karli Schranz

Wenn ein Skistar, dann eine Frau - A. Moser-Pröll for Bundeskanzler(in)
Liebe Kinder, das war mal ne Super Skikanone (keine Schneek.)

Antworten Antworten Antworten Gast: Ludwig Ammer
08.07.2008 19:58
0

La Pröll

Ich habe ja wirklich schon Annemarie Moser-Pröll als Gesundheitsministerin vorgeschlagen.

PS:

Schneekanonen gab es ja damals noch gar nicht.
Das waren noch Zeiten!
Damals gab es dafür noch Politiker, die richtig gearbeitet haben, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen :- )

Der Dinki

wird sicher sehr viele Protest-Wähler-Stimmen binden

und das wird gut so!

Hoffentlich kandidiert er über Ost-Tirol auch in Kärnten!?

Noah von der Arche am Berg der Freude

das habe nwir gerade noch gebraucht

noch ein paar listen mit populisten, die alles versprechen und nichts halten müssen. sollte noch so eine inhaltsleere liste den sprung in den nationalrat schaffen, ist endgültig das chaos bei der regierungsbildung fertig. es ist ja nicht denkbar, dass eine regierugn von den stimmen von martin, dinkhauser usw. abhängt.

zu k-h. hackl: anstatt von anderen parteien, die noch halbwegs vernünftig sind, auch noch stimmen abzuziehen, wäre es besser er würde sich so einer zur verfügung stellen und dort versuchen seine themen zu forcieren

antreten!

Ich möchte, dass zumindest Fritz Dinkhauser bundesweit antritt!

Bürgerlich, sozial und gerecht und mit Rückgrat ausgestattet - etwas was man bei den meisten Roten und Schwarzen Würtschen vermisst.

Wünsche dem Fritz gutes Gelingen!

Gast: stefan fadinger
08.07.2008 13:47
0

Alle brauchen

wir diese listen, mein lieber freund HB, oder wollen Sie die verrottete Bande, die jetzt im Nat. Rat sitzt noch wählen - ich sicher nicht, entweder den Dinkhauser oder niemand, bin leider kein Tiroler deshalb lieber Fritz: Wir brauchen dich als Alternative!! Tritt an und gib Ihnen Gas, damit wir nicht am End den Strache als Innenminister haben - die Linke ist sowieso völlig fertig und wird von Mumien a la Cap ins Grab gestoßen.

Fritz Dinkhauser - es muaß seyn!!

Sonst haben wir 20% Nichthwähler und die FPÖ bei 25% bei all den gefrusteten Sozis!!

Gast: HB
08.07.2008 12:54
0

Jedem Bundesland seine eigene Liste

Kärnten - BZÖ
Tirol - Dinkhauser
Steiermark - KPÖ

Wer braucht all diese Listen ?

Das BZÖ

ist bald politisch tot.

Aber wer soll den Hans-Peter Martin unterstützen?

Wieder die Krone bei der Kandidatur

und dann hat ihn aber der
Dichand im Wahlkampf fallengelassen,wie einen faulen Apfel!?

Bin gespannt,

ob ER das gleiche Spiel mit dem Fayman macht?

Das mediale Intrigenspiel hat er ja von den Ami¿s in seiner Journalisten-Start-Phase der Nachkriegszeit gut gelernt.

Löwelstraßler,

seid vorgewarnt vor Eurem neuen Chef in der Krone!

Noah von der Arche am Berg der Freude

 
12

Umfrage

Mein Parlament

Jetzt Politik-Newsletter abonnieren

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ereignisse aus Innen- und Außenpolitik. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden