Die Parteispitzen der SPÖ haben am Donnerstag nach dem Parteivorstand Zuversicht bezüglich der bevorstehenden Nationalratswahl demonstriert. So erklärte etwa der steirische Landeshauptmann Franz Voves nach der Sitzung, er sei "sehr optimistisch", dass die Sozialdemokraten eine gute Wahl schlagen werden. Auch Verteidigungsminister Norbert Darabos, Spitzenkandidat der SPÖ im Burgenland, glaubt dass man bei den Vorbereitungen gut unterwegs sei. Etwas weniger euphorisch zeigte sich die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: "Wir müssen schauen, dass wir das Beste daraus machen", sagte sie.
Ärger löste bei Bundeskanzler Gusenbauer die Frage nach Gerüchten bezüglich seiner frühzeitigen Amtsübergabe aus. Er habe zu diesen Spekulationen bereits am Mittwoch ausführlich Stellung genommen, meinte Gusenbauer. Es gebe weder in der Sozialdemokratie noch in der Bevölkerung oder mit dem Bundespräsidenten eine entsprechende Diskussion. "Ich weiß nicht, warum Sie mir jeden Tag die selben Fragen stellen", empörte sich der Noch-Kanzler. Weitere Fragen nahm Gusenbauer nicht entgegen. Er verließ verärgert das Gebäude.
Der steirische SP-Chef Voves bekräftigte, dass es derartige Gerüchte nicht gebe. Gusenbauer habe in der letzten Zeit ein "schönes Verhalten gegenüber der Partei" an den Tag gelegt, erklärte Voves. Der Landeshauptmann zeigte sich froh, dass die Personaldiskussion "so vorteilhaft für uns alle" beendet worden sei. Bezüglich des bevorstehenden Wahlkampfes zeigte sich der Ex-Eishockeyspieler kampfeslustig: "Als alter Sportler" wolle er natürlich gewinnen.
Darabos: SP-Wähler "im Wartesaal"
Verteidigungsminister Darabos zeigte sich von der von Bundesgeschäftsführerin Doris Bures beim Parteivorstand präsentierten Umfrage, wonach die SPÖ nur mehr auf 21 bis 23 Prozent kommt, nicht erschüttert. Solche Umfragen seien mit Vorsicht zu genießen, erklärte der ehemalige Bundesgeschäftsführer. Schließlich habe man schon einmal in einer ganz schwierigen Lage den Wahlkampf gewonnen, sagte Darabos mit Verweis auf den Bawag-Skandal. Dass die SPÖ-Wähler nun in andere Lager wechseln, glaubt Darabos nicht. Viele würden eventuell zu Nicht-Wählern oder befänden sich im "Wartesaal". Diese gelte es nun mit den richtigen Themen zu mobilisieren.
ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer bekräftigte einmal mehr, sich auf keiner Liste aufstellen lassen zu wollen. Diese Praxis habe sich auch schon in der Vergangenheit bewährt.
Die neue Bundesgeschäftsführerin Bures freute sich nach der Sitzung über eine "sehr gute Stimmung". Die Partei trete sehr geschlossen auf, was sie als Bundesgeschäftsführerin natürlich freue. Man werde im Wahlkampf "alle Kräfte bündeln" und eine "Aufholjagd starten".
Die Schuld an den schlechten Umfragewerten der SPÖ gibt Bures dem Koalitionspartner. Die ÖVP habe in den vergangen eineinhalb Jahren eine "destruktive Zusammenarbeit" gepflogen und als diese Strategie aufgegangen und die ÖVP in den Umfragen vorne gelegen sei "Neuwahlen vom Zaun gebrochen".
Für ihren Wahlkampf hat die SPÖ laut Bures 9,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ihren Wahlkampfauftakt absolviert sie beim vorgezogenen Parteitag am 8. August in Linz.
(APA)
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