Dinkhauser nun auf Kandidatensuche

29.07.2008 | 18:08 |  ROBERT BENEDIKT (Die Presse)

Das bundesweite Antreten der Bürgerliste ist nun fix: Ex-AK-Chef als Zugpferd. Die politischen Gegner in Tirol reagierten sehr kritisch auf Dinkhausers Entscheidung.

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Innsbruck. Nach intensivem Nachdenken hat Fritz Dinkhauser am Dienstag in Innsbruck die Kandidatur seines „Bürgerforums“ bei der Nationalratswahl angekündigt. Er selbst wird Spitzenkandidat sein. Als Grund für seine Entscheidung gab der ehemalige AK-Präsident an: „Es braucht in Österreich einen Wechsel in der Politik.“ Man sei, so Dinkhauser, den Tirolern in besonderer Weise verpflichtet, andererseits gebe es aber die „riesige Sorge“ um die politische Kultur in Österreich. Wie er seine Forderungen umsetzen wolle? „Das einzige Rezept, das ich liefern kann, bin ich selbst.“

Ab sofort will der „ÖVP-Rebell“ in den Bundesländern auf Kandidatensuche gehen. Sein Wahlziel beziffert er mit „sechs bis sieben Prozent“. Umfragen zufolge ist dieses Ziel möglich. Die Finanzierung sei gesichert, sagt der 68-Jährige. Er will keine Namen von Sponsoren nennen, betont aber, dass man sich in niemandes Abhängigkeit begeben habe.

Aus dem persönlichen Umfeld des frisch gebackenen Spitzenkandidaten ist zu hören, dass er noch am Montagnachmittag eine österreichweite Kandidatur in Frage gestellt hatte. Seine Frau Heidi habe genug vom Wahlkämpfen, hatte Dinkhauser Freunden anvertraut. Er habe ihr versprechen müssen, seine politische Arbeit auf Tirol zu beschränken. Bei der Sitzung des Bürgerforums wurde er am Abend aber offensichtlich von seinen Gesinnungsfreunden umgestimmt.


Anti-EU-Initiative enttäuscht

Die politischen Gegner in Tirol reagierten sehr kritisch auf Dinkhausers Entscheidung. So bezichtigte ÖVP-Geschäftsführer Hannes Rauch den Chef des Bürgerforums des „politischen Sesselspringens“. Das Land Tirol sei Dinkhauser offensichtlich nicht wichtig genug. Für den grünen Klubchef Georg Willi hat die Liste Dinkhauser eine „fragwürdige Sozialkompetenz“.

Enttäuscht zeigten sich der Obmann der EU-kritischen Initiative „Rettet Österreich“, Karl Nowak, sowie der Sprecher der „Plattform freier Bürgerlisten“(FBL) im Burgenland, Wolfgang Rauter. Beide seien keine Kandidaten auf seiner Liste, hatte Dinkhauser via „ZiB 2“ wissen lassen.

Nowak wies daraufhin, dass man „mehrfach zusammengesessen“ sei und sich gut verstanden habe. Deshalb sei es sehr schade, dass „man nicht gemeinsam etwas macht“. Er, Nowak, habe ein „komisches Gefühl“ und wisse nicht, wer hinter der Absage des Bürgerforum-Obmannes stecke. Die Initiative „Rettet Österreich“ will nun aber selbst bei der Wahl antreten. FBL-Sprecher Wolfgang Rauter hat noch nicht ganz aufgegeben. Wer auf die Liste kommt, stehe noch in den Sternen, betonte er.

Nicht vollständig von einer österreichweiten Kandidatur der Liste Dinkhauser überzeugt ist Fritz Gurgiser, der sich in Tirol als Transit-Bekämpfer einen Namen gemacht hat. Er hatte im Vorfeld der Entscheidung darauf hingewiesen, dass man den Tirolern im Wort stehe. Weil die Entscheidung zur Kandidatur einstimmig gefallen ist, muss allerdings auch Gurgiser mitgestimmt haben.

auf einen blick

Bei der Tiroler Landtagswahlwurde Fritz Dinkhausers Bürgerliste mit einem Stimmenanteil von 18,3 Prozent auf Anhieb zweitstärkste politische Kraft hinter der ÖVP. Dieser Erfolg lässt den Ex-AK-Präsidenten auf ein Grundmandat in seinem Heimatland hoffen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2008)

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9 Kommentare
Gast: Pour le merite
30.07.2008 11:34
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Dinkhausers Kandidatur

schmälert den ÖVP Stimmenanteil in Tirol, und sonst gar nix.

Aber das ist ja auch schon was wert, oder?

Geifernde ÖVP

Es freut mich ungemein, wie sich die Österrreichische Verhinderer Partei ärgert über den Erfolg eines ehrlichen, gescheiten Mannes, der für die Österreicher da ist !!
Während Pater WILLI die fleißig arbeitenden Österreicher weiter hurtig verarmen läßt und die SUPER-REICHEN bald ganz STEUERFREI werden läßt, gibt es neben Faymann endlich wieder einen gestandener Politiker, der für die Menschen in diesem Lande kämpft, die von der Bonzen-Partei ÖVP im Regen unbarmherzig stehen gelassen werden !!!

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Re: Geifernde ÖVP

Eine ganz neue Erscheinung, dass es jetzt auch einen geifernden Himmelvater geben soll.

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Programm?

Mit Verlaub - was ist das inhaltliche Programm dieser Liste? Aber das scheint ja nicht so wichtig zu sein.

Gorbach-Syndrom

Im Westen der Republik wütet anscheinend das Gorbach-Syndrom: "This land is too small for me..." und jetzt hat es auch Dinki, den Alpenrambo, erwischt. Kaum in den Landtag gewählt flüchtet er schon wieder bevor er noch irgenwas beweisen konnte. "This holy land is too small for me" und darum strebt er nach Höherem (?).
Naja, die Tiroler Wähler werden sich schon was denken dazu und unseren Fritz bald von seinem Wahn befreien....

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Der Fritz

Jetzt setzt er also seinen Kopf auf, legt sein Herz ins Leiterwagerle und "beglückt" das ganze Bundesgebiet.
Nicht ohne eine eine einstimmige Zustimmung seiner Mitstreiter? und die Zustimmung seiner Frau eingeholt zu haben. Die Reihenfolge ist so logisch, wie der ganze Fritz.
18% an Protestwählern hatte er in Tirol geschafft. Gerechtigkeit für Tirol hatte ergefordert. Von Programm war kaum etwas zu bemerken und aus den 18% hat er auch nichts gemacht.
Im Gegenteil, jetzt läuft er den Tirolern davon, um bundesweit das politische Programm "Fritz" unter die Leute zu bringen. Dass solche püolitische Absurditäten - wie auch Andere- überhaupt möglich sind, verdanken wir ausschließlich der Unfähigkeit der beiden Groß- pardon- Traditionsparteien SPÖ und ÖVP.

Re: Der Fritz

naja, aus den 18 prozent konnte er nichts machen, da sich ja wieder die alten partner övp und spö zusammengefunden und damit alle andren möglichkeiten ausgeschlossen haben. kann man dem fritz jetzt nicht vorwerfen ...

Schade um Fritz

Der Ehrgeiz ist zu groß, um das Erreichte zu bewahren!

Antworten Gast: Kiebitz
29.07.2008 19:50
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Bravo Fritz!

Fritz schwingt sich zu seiner größten Leistung auf,
auf seine alten Tage, bravissimo!

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