Kärntner FPÖ: Kurioser Zwist um Kandidatenliste

05.08.2008 | 18:39 |   (Die Presse)

Trotz des FPÖ-Ausschlusses bringt Klement eine Liste bei der Wahlbehörde ein. Als Unterstützer sind der BZÖ-Abgeordnete Dolinschek und Ewald Stadler aufgetreten.

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KLAGENFURT/ Wien(bene/APA). Karlheinz Klement, von der Bundes-FPÖ ausgeschlossener Nationalratsabgeordneter, hat bei der Kärntner Wahlbehörde eine Kandidatenliste für die bevorstehenden Nationalratswahl eingebracht, auf der er selbst als Spitzenkandidat aufscheint. Als Unterstützer sind just der BZÖ-Abgeordnete Sigisbert Dolinschek und Ewald Stadler aufgetreten, der als Fixstarter auf der BZÖ-Liste gilt.

Der Haken: Klement wurde vor kurzem wegen parteischädigendem Verhalten aus der Freiheitlichen Partei ausgeschlossen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bezeichnet Klements Vorgangsweise als „völligen Unsinn“. Vor vier Wochen habe der Kärntner Parteivorstand nämlich beschlossen, dass FPÖ-Landesobmann Franz Schwager der zuständige Funktionär für die Eingabe der Kandidatenliste sei.

Herbert Hauptmann, Leiter der Wahlbehörde in Klagenfurt, hat den Eingang der Klement-Kandidatenliste und deren Übereinstimmung mit den Formvorschriften bestätigt. Er rechnet mit einem weiteren Wahlvorschlag durch Obmann Franz Schwager. In einem solchen Fall müsste, so Hauptmann, Wahlleiter Reinhard Sladko mit Klement und Schwager ein „Anbahnungs-Gespräch für eine Einigung führen.

 

Kritik an Untergriffen

Ein Thema sind in der FPÖ auch die persönlichen Untergriffe der Parteizentrale gegen Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ). Oberösterreichs Parteichef Lutz Weinzinger sprach von einem „Ausreißer“, der nicht zum Wahlkampfstil der FPÖ werden dürfe. Auch aus der Vorarlberger und Kärntner FPÖ kamen kritische Töne. Stein des Anstoßes war eine Aussendung von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. In dieser hieß es: „Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen.“ Dass er Haider damit Homosexualität vorwerfen wollte, wies Vilimsky später zurück.

FPÖ-BZÖ-Streit Leitartikel Seite 31

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2008)

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