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Grüne: Tierschützer Balluch "würde Mandat annehmen"

03.09.2008 | 14:00 |   (DiePresse.com)

Der gestern freigelassene Tierschützer Martin Balluch will in den Nationalrat einziehen, wenn er auf wählbarem Platz in der Bundesliste aufgestellt wird. Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz attackiert Günther Platter.

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Der am Dienstag nach 110 Tagen aus der Untersuchungshaft freigelassene Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), Martin Balluch, würde ein etwaiges Nationalratsmandat nach der Wahl annehmen, wie er bei einer Pressekonferenz der Grünen am Mittwoch in Wien betonte. Auf welchem Platz genau Balluch in die Wahl gehen wird, werde noch besprochen, sagte Sicherheitssprecher Peter Pilz.

Bundessprecher Alexander Van der Bellen hatte angekündigt, Balluch an "sichtbarer Stelle" unter die ersten 15 zu reihen. Aussicht auf den Einzug ins Parlament versprechen allerdings nur die ersten fünf Plätze. Ob er einen Vorzugsstimmenwahlkampf führen werde, habe er noch nicht überlegt, so Balluch. Er wird am Grünen Bundeskongress am Sonntag in Graz, wo die Bundesliste fixiert wird, nach seiner Freilassung jedenfalls eine Rede halten können, die sonst nur verlesen worden wäre.

Pilz attackiert Platter

In der Causa rund um die Freilassung schießt sich der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz weiter auf die ÖVP und Ex-Innenminister Günther Platter ein. Mit Hilfe des Paragraf 278 a hätten die ÖVP und das BMI "ein Exempel statuieren" wollen. Er attestierte angeordneten Machtmissbrauch, bei dem man über Kriminalpolizei und Steuerfahndung den Tierschützern zu Leibe gerückt sei und die Ermittler als politisches Instrument missbraucht habe.

"Ich habe erst einen Teil meiner Unterlagen vorgelegt", drohte Pilz in Richtung ÖVP. Die Grünen würden in Folge die Vorgänge "Stück für Stück und Thema für Thema einzeln aufklären", kündigte er an und stellte "Amtsmissbrauch mit dem Ziel der Freiheitsberaubung" in den Raum. Die Unterlagen, die Pilz aufrollen will, würden für die bei dem Fall tätige polizeiliche Sonderkommission und den damaligen Innenminister Folgen haben, so der Grüne Sicherheitssprecher: "Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass auch der Herr Platter davon erfährt, dass auch er vor einem Rechtsstaat nicht sicher ist." Pilz möchte die Vorgänge auch im U-Ausschuss zum Innenministerium zum Thema machen.

Steigender Druck auf Tierschützer

Die Tierschützer seien wegen ihrer politischen Erfolge und wegen ihrer Proteste gegen Pelzbekleidung vor Textilketten Opfer der Repressalien geworden, mutmaßen Pilz und der erst am Dienstag auf freien Fuß gesetzte Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), Martin Balluch. Letzterer ortete steigendem Druck auf die Tierschützer, seit im Jahr 2004 im Tierschutzgesetz das Verbot von Legebatterien festgeschrieben worden war. Daraufhin sei es beispielsweise deutlich schwieriger geworden, Demonstrationen genehmigt zu bekommen. Pilz brachte außerdem den Besuch von Vertretern einer Textilkette im Innenministerium ins Spiel, bei dem sie erklärt hätten, "wie sie sich vorstellen, wie sie die Tierschützer nicht nur vom Gehsteig entfernen".Balluch betonte erneut sein Unschuld und brachte sein Unverständnis für die Ermittlungen und seine Verhaftung zum Ausdruck. Von den ursprünglich zehn Leuten, die in U-Haft genommen worden waren, hätte sich die Hälfte untereinander nicht gekannt, meinte er. Überhaupt sei die mit Tierschutzaktivitäten einhergehende Kriminalität im internationalen Vergleich in Österreich sehr niedrig: "Im Gegensatz dazu wurde beschlossen, dass man den großen Schlag führen wird", kritisierte er. Man habe einen Lauschangriff gegen den VGT geführt, Büros und Handys abgehört, sowie einen Peilsender an seinem Auto angebracht.

Die Grenze zulässiger Gesetzesübertretungen im Tierrechts-Aktionismus liege für ihn dort, wo kriminelle Handlungen anfangen würden, betonte Balluch. Verwaltungsstrafen seien noch zulässig, aber "Sachbeschädigung sei ganz deutlich abzulehnen, das geht zu weit."

 

(Ag.)

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13 Kommentare
Gast: Fips
04.09.2008 16:14
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Grüne - nein danke !


Gast: Rudolf
03.09.2008 19:18
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Blödheit der Politiker

wenn es für Politikerblödheit einenPreis gäbe, würde Österreich mit Abstand einsame Spitze sein...

Antworten Gast: HIob
04.09.2008 08:47
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Re: Blödheit der Politiker

Zumindest bei grün, rot, schwarz.

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GOTT IM HIMMEL!!!


GOTT IM HIMMEL!!!

KANN DAS WAHR SEIN?

Die Grünen setzen SOLCHE ZWIELICHTIGE GESTALTEN auf ihre Kandidatenliste zur NATIONALRATSWAHL????

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Solche extremen Fanatiker sollen im Parlament sitzen?

Leute die Tier-Aktivitäten bis hin zum "Tyrannenmord" überlegen, solche Typen sollen im österreichischen Parlament als Abgeordnete des Volkes auftreten?

LIEBER HERR Van der BELLEN, haben sie sich das überlegt? Wie viele Menschen würden ihre Partei wählen wenn nicht solche Extremisten wie Pilz dort ihren Platz hätten.

Und wie viele potentielle Wähler werden sie mit dieser Aktion jetzt für immer verlieren???

MICH auf jeden Fall!

Weil Parteitaktik hört dort auf wo der Rechtsstaat in Gefahr kommt.

Sie sollten sich schämen!

Gast: Michael
03.09.2008 18:51
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Kriminelle im Parlament

sind der neue Trend in Österreichs Bananenrepublik...

Gast: AEIOU
03.09.2008 16:09
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Sehr geehrter Herr Abgeordneter Pilz.

Geben Sie dem Platter doch Pardon. Er hat ohnedies den Dinkhauser am Hals. Und andere Probleme, die nach der Wahl noch auf den Tisch kommen werden. Als geben Sie ihm Pardon.

Gast: AEIOU
03.09.2008 16:03
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Seine Meinung darf er wohl haben.

Ich hoffe nur, für mich ist er es, da er es gar nicht nötig hat, die Buberlmethoden anzuwenden, daß Balluch sauber ist. Wenn dann wäre das die zweite beispielhafte Maßnahme der Grünen, nach der Einsetzung Petrovics als Wiener Tierschutzhaus-Präsidentin. Die Gewißheit, daß es den Grünen ernst ist, und sie Balluch nicht für ihren etwas angeschlagenen Ruf als Tierschutzpartei mißbrauchen, brächte ihnen viele Stimmen. Auch meine. Nur Gewißheit möchte ich haben. Keine vagen Versprechungen, wie bei den anderen Volksverarscher-Parteien.

Gast: mary
03.09.2008 15:36
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wahl

jetzt weiß ich wen ich wählen werde.
Normalerweise sollten die Tierschützer die vollkommen unschuldig oder wegen Lapalien im Gefängnis gesessen sind hohen Schadenersatz erhalten und ich hoffe auch auf Strafen für die Verantwortlichen.

Gast: AH
03.09.2008 15:31
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Na eh klar,

daß er das Mandat anehmen würde. Wer macht sonst so eine steile Karriere vom Häfn in das Parlament ? Aber bei unseren Grünlingen ist alles möglich.
Vollkommen unwählbar der grüne Haufen.

Antworten Gast: AEIOU
03.09.2008 16:04
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Re: Na eh klar,

Für Tierschänder wohl.

ralshob
03.09.2008 15:24
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Schon ganz parlamentarier...............

er wird das mandat und die immunitaet auch brauchen.

Gast: Moment mal
03.09.2008 15:23
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Tierschützer oder Schächterlobby???

Da gibt es einen merkwürdigen Spagat: An der Basis versuchen die Grünen, als "Tierschützer" Stimmen tierfreundlicher Menschen zu gewinnen.

An der Spitze gibt es keine klare Verurteilung der qualvollen Ermordung wehrloser Tiere ohne Betäubung, es gibt nicht einmal persönliche Verpflichtungserklärungen grüner Funktionäre und (zB bei Wahlparties auftretender) Sympathisanten, derart "zubereitetes" Fleisch nicht zu verzehren.

Also was ist mit diesem doppelten Boden? Warum gibt es keine Stellungnahme zur Schächtung VOR den Wahlen???

Antworten Gast: AEIOU
03.09.2008 16:06
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Re: Tierschützer oder Schächterlobby???

Weil die Nomenklatura auch von Heuchlern dominiert wird. Wie in jeder Partei. Nur bei den Grünen sind es bedeutend weniger.

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