Der langjährige Abgeordnete Martin Graf (48) ist im FPÖ-Vorstand Dienstagabend für den Posten des Dritten Nationalratspräsidenten einstimmig nominiert worden, den die Freiheitlichen als drittstärkste Kraft nach der Wahl von den Grünen zurückerobert haben. Parteichef Heinz-Christian Strache, der Graf vorgeschlagen hat, begründete die Entscheidung nach der sechsstündigen Sitzung mit der Erfahrung Grafs und dessen Führung des Banken-Untersuchungsausschusses, in dem der gelernte Jurist Vorsitzender war.
Dass Graf auf Grund seiner Mitgliedschaft in der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Olympia im Nationalrat möglicherweise keine Mehrheit finden könnte, glaubt Strache nicht. Das wäre ein "Affront und Skandal".
Graf glaubt an Akzeptanz
Graf selbst sprach nach der Vorstandsitzung von einer "spannenden Personaldiskussion". Er glaubt, im Nationalrat, der über das Präsidium am 28. Oktober abstimmt, eine gute Akzeptanz zu finden. Er habe gute Kontakte und habe in diversen Ausschüssen eine gute Kultur gelebt, so Graf.
Über die im Vorfeld ebenfalls als Kandidaten gehandelten Barbara Rosenkranz und Peter Fichtenbauer ist im Vorstand nicht abgestimmt worden. Parteichef Heinz-Christian Strache meinte, es wären auch andere in Frage gekommen, denn man habe viele Persönlichkeiten. Aber es habe nur Graf kandidiert. Zum Gerücht, wonach die niederösterreichische FPÖ-Chefin und Landesrätin Rosenkranz wieder ins Parlament einziehen wolle, sagte Strache, das habe Rosenkranz selbst zu entscheiden. Rosenkranz könnte als Landesliste-Fünfte in Niederösterreich theoretisch wieder in den Nationalrats zurückkommen.
(APA)

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