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SPÖ und ÖVP einigen sich: Große Koalition steht

23.11.2008 | 20:36 |   (DiePresse.com)

Österreichs neuer Bundeskanzler heißt Werner Faymann. Außenministerin Plassnik verlässt die Regierung. Das Gesundheits-Ministerium wandert zur SPÖ, das Justiz-Ministerium zur ÖVP.

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56 Tage nach der Neuwahl ist es soweit: SPÖ und ÖVP haben sich Sonntagnachmittag auf eine Neuauflage der Großen Koalition verständigt. Die Parteichefs Werner Faymann (SPÖ) und Josef Pröll (ÖVP) gaben die Einigung in einer Pressekonferenz nach der letzten rund dreistündigen Verhandlungsrunde bekannt.

Der neue Bundeskanzler Faymann bekräftigte seinen Wunsch, dass die Zusammenarbeit ganz anders aussehen werde als in den letzten 20 Monaten. Die neue Regierungsperiode werde von Teamgeist und intensiver Arbeit geprägt sein. Auch Pröll gab die Devise aus, man wolle sich "nicht ergötzen in gegenseitiger Lähmung".

Sowohl Faymann als auch Pröll betonten, die Hauptaufgabe der neuen Regierung sei die Bewältigung der Wirtschaftskrise sowie die Ankurbelung der Konjunktur. Faymann erklärte, dass die vereinbarten Ausgaben von fünf Milliarden Euro das "Löschwasser" seien, "das notwendig ist, um einen Brand zu löschen, der verheerende Auswirkungen für die Bevölkerung hätte". Pröll verwies auch auf die Steuerreform und das Familienpaket, mit denen die Menschen entlastet würden.

Der designierte Bundeskanzler Faymann bedankte sich bei Josef Pröll für die "aufrichtig gute Zusammenarbeit", man habe den Verhandlungspartner "in keiner Phase als Gegner gesehen". Pröll sagte, man habe sehr fair verhandelt. Das Ergebnis könne sich sehen lassen.

Neue Ressortverteilung

SPÖ und ÖVP haben sich auch auf eine neue Ressortverteilung geeinigt: Das Gesundheitsministerium wandert zur SPÖ, das bisher von SP-Ministerin Maria Berger geleitete Justizressort geht an die ÖVP. Außerdem behält die ÖVP das Finanzministerium, in dem künftig beide Koalitionspartner einen Staatssekretär stellen werden, wie Pröll erklärte.

Die SPÖ hält demnach folgende Ressorts: das Kanzleramt, das Frauenministerium, das Gesundheitsministerium, das um die Arbeitsagenden erweiterte Sozialministerium, das Verkehrsministerium, das Unterrichtsministerium, das um die Sportagenden erweiterte Verteidigungsministerium sowie einen Staatssekretär im Kanzleramt und einen im Finanzministerium.

Die ÖVP erhält das Finanz-, Außen- und Innenministerium sowie das um den Familienbereich erweiterte Wirtschafts- und um die Forschungszuständigkeit ergänzte Wissenschaftsministerium, sowie die Ressort für Justiz und Landwirtschaft und je einen Staatssekretär im Finanz- und im Wirtschaftsministerium.

Die Namen der künftigen Minister gaben Pröll und Faymann noch nicht bekannt. Diese werde man erst am Montag verkünden, zunächst müsse man noch die Parteigremien befassen. Faymann erklärte, er habe seine Mannschaft zwar schon im Kopf, habe aber noch nicht alle kontaktiert.

Plassnik nicht mehr in Regierung

Fix ist jedenfalls, dass die bisherige Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) nicht mehr Mitglied der Regierung sein wird. Pröll erklärte, er habe Plassnik gebeten, im Team zu bleiben: "Sie hat sich für einen anderen Weg entschieden." Die Frage, ob er selbst das Außenministerium übernehmen werde, wollte Pröll nicht beantworten. Plassnik hatte ihren Verbleib in der Regierung von einem klaren Nein zu Volksabstimmungen über EU-Verträge im Regierungsübereinkommen abhängig gemacht. Dieses Nein wurde nicht ausverhandelt, stattdessen einigte man sich auf eine Kompromiss-Klausel im Regierungsprogramm:

Regierungsprogramm zum Vertrag von Lissabon
Der Vertrag von Lissabon bleibt für Österreich ein wichtiger und bewahrenswerter Schritt. Ziel ist die rasche Inkraftsetzung und Umsetzung des Vertrages.

Grundsätzlich setzt sich die Bundesregierung zum Ziel, die Europäische Union noch demokratischer, transparenter, sozialer, bürgernäher, handlungsfähiger und moderner zu gestalten. Österreich wird darum grundsätzlich für europaweite Volksabstimmungen eintreten.

Hinsichtlich nationaler Volksabstimmungen verpflichten sich beide Koalitionsparteien, einen auf die Durchführung einer Volksabstimmung gerichteten parlamentarischen Antrag bzw. ein solches Verlangen von Mitgliedern des Nationalrates oder Bundesrates (Art. 43 und 44 B-VG) nicht gegen den Willen der jeweils anderen Koalitionspartei zu stellen oder zu unterstützen.

Für den Fall, dass eine Partei die andere bei Gesetzesbeschlüssen, Beschlussfassungen über Volksabstimmungen, Anträgen auf Volksbegehren oder sonstigen parlamentarischen Beschlüssen überstimmt, verpflichten sich die Koalitionspartner, gemeinsam einen Neuwahlantrag zu beschließen.

Die neue Koalition hat vereinbart, sich künftig im Nationalrat nicht zu überstimmen - auch nicht bei Entscheidungen über Volksabstimmungen oder U-Ausschüsse. Sollte es doch zu einer solchen Überstimmung kommen, würde es Neuwahlen auslösen, erklärte Faymann.

Zur Frage einer Volksabstimmung über künftige EU-Verträge sagte Faymann, derzeit stehe kein neuer Vertrag an. Sollte es dazu kommen, habe man "Zeit, den Koalitionspartner zu überzeugen". Pröll hingegen betonte, es sei mit der Klausel im Regierungsprogramm sichergestellt, "dass es gegen unseren Willen keine Volksabstimmung geben kann".

Die Angelobung der neuen Bundesregierung wird erst in der übernächsten Woche stattfinden. Pröll betonte, dass man zunächst den für kommenden Freitag angesetzten ÖVP-Parteitag in Wels abwarten werde.

Die Ressortverteilung
SPÖÖVP
BundeskanzleramtAußenamt
GesundheitFinanzen
FrauenJustiz
SozialesInnenamt
VerkehrWirtschaft
UnterrichtWissenschaft
VerteidigungLandwirtschaft

 

 

(Ag./Red.)

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543 Kommentare
 
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Gast: Graf Gudenus
27.11.2008 07:19
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Rattenloch,

Pröll belästigt einem nicht mehr - the leading article ist P nicht gewidmet -, offenbar ist dieser in sein Loch zurückgekehrt. Wolle es so bleiben bis eine Minute vor nächster NRWahl. Und zwar so sehr, dass bei einem Wiederauftauchn während dieser Minute man sich fragt, wer ist Pröll eigentlich. Immerhin hat dieser Vergnügen noch leben zu dürfen, ganz zum Unterschied von Maria Theresia die erst unweit ihres Rattenloches Hofburg erst im Haus-, Hof- und Staatsarchiv papierener Gestallt annimmt

Re: Rattenloch,

Herr Graf Gudenus,
wenn sie ein Graf sind bin ich der liebe Gott!

Ich lese ihre postings mit Abscheu!!!!!!!!!!!!!!!!!
Sie sind nicht ernst zu nehmen. verabschieden sie sich mit ihren dummen Bemerkungen! Aber vielleicht brauchen sie das, weil ihnen sonst niemand mehr zuhört!
Und da sage ich "GOTT SEI DANK".

Re: Re: Rattenloch,

>>>GRAPH!!!

Antworten Gast: Zynicus
27.11.2008 12:04
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Re: Rattenloch,

Sagen Sie, verehrtester Graf, was drängt Sie dazu, Sich und den ganzen Adel hier ständig lächerlich zu machen?

+50%

Erst wenn die Opposition mehr als 50% der Mandate hat ist der Zug in die 80-er gestoppt.

Gast: Rudolf
26.11.2008 23:50
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der künftige Obmann der ÖVP??

arme Partei, wenn das alles ist....

Eine Mathematikstunde

Dem Herrn Pröll ist der Unterschied zwischen lokalen (hier: zeitlich eingeschränkten) und globalen Tiefpunkten des Graphen seiner Zerstörerfunktion noch nicht klar. Möglich ist es, dass er momentan bei so einem lokalen Extrempunkt kurz verweilt, was aber nicht ausschließt dass der Abfall für lim x==>unendlich noch viel schlimmer sein wird und das globale Extremum noch lange nicht erreicht ist.

Pröll leidet an gestörter Wahrnehmung. Nach der nächsten NRW wird er wohl aufwachen....

Man kann Probleme entweder lösen, negieren oder schönreden. Pröll schwankt irgendwo zwischen Realitätsverweigerung, Peterchen¿s Mondfahrt und Alice im Wunderland.

Wichtig ist für ihn nur, daß die Ökonomieräte und Kommerzialräte ihre Pöstchen und Pfründen für einige Jahre (wenn es solange dauert) gesichert haben. Onkel Erwin kann stolz sein.

Diese Partei ist obsolet geworden; sie will es nur noch nicht wahrhaben.

PS: hat schon einmal jemand die neue Vize Mikl-Leitner in der täglichen Belangsendung der NÖVP um 19:00 "Niederösterreich Heute" reden gehört? Gratuliere zur großartigen Personalauswahl!

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An der Basis ist es schon leiser geworden!?

ich sehe das die basis und anhänger schon leiser geworden sind! bei 493 kommentaren (der grossteil negativ). besser schön reden kann man(n) sich dieses fiasko nicht mehr. der pröll clan + leitl und co. sind die totengräber dieser partei. die fahren mit "sehendes auge" den karren an die wand. was wir brauchen ist aber ein "change" und danach ein "yes, we can und kein festhalten an alten strukturen.

Gast: Dr. P. König
26.11.2008 12:26
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Der einzige anständige Mensch...

... in dieser Regierung der Schießbudenfiguren is offenbar Fr. dr. Plassnig! Sie ist ja auch kein Parteisoldat, und hat ja einen anständigen Beruf erlent und ausgeübt, nicht so wie alle die Apparatschiks, von UHBP abwärts! Vielleicht ist das ein Faktor der hilft, die gezielte Wirbelsäulenosteoporose der Politiker zu vermeiden und unterscheidet Menschen mit Rückgrat von "Lanzettfischchen", den einzigen Wirbeltieren ohne ein solches.
Doe ÖVP hat sich offenbar völlig mit der Kronekratie identifiziert, es ist also absehbar, wie es für uns weitergeht. Wenn Sie sich die "Galerie" (Doppelsinn des Wortes!) dieser Regierung ansehen - würden Sie von einem/einer freiwillig ein Auto kaufen?!

Re: Der einzige anständige Mensch...

Das ist das einzig vernünftige, was zur ÖVP zu schreiben ist. Gratuliere

Dominik

Antworten Antworten Gast: Merkel93
30.10.2009 08:02
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Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

KP Von Politik!!!!!

Antworten Gast: Holy Ghost
26.11.2008 20:04
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Re: Der einzige anständige Mensch...

Ich fürchte Sie schätzen die Motive von Fr. Plassnig
völlig falsch ein.
Ihr Rücktritt resultiert aus der bedingungslosen Treue zu Ihrem Mentor W. Schüssel.
Für diese Clique, sind 2002 die Uhren stehen geblieben.

Re: Der einzige anständige Mensch...

schade, dass dieser "einzige anständige Mensch" ein mangelhaftes Demokratieverständnis hat und glaubt gegen das eigene Volk regieren zu können. Volksabstimmungen sind unser gutes Recht und Politiker, die das nicht verstehen, müssen gehen. So schaut's aus.

Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

Ihre Meinung ist nicht nachvollziehbar. In Deutschland gibt es das Instrument Volksabstimmung nicht. Dort lebt man gut mit der repräsentativen Demokratie. Bei uns geht das etwas durcheinander. Da regiert gern auch einmal eine Tageszeitung mit und propagiert Volksabstimmungen nur dann, wenn passend.
In der Schweiz erleben wir das Gegenteil davon: Da gibt es einen Kanton, der hat das Wahlrecht für Frauen erst 1990 unter Protest und auf Druck des Bundes akzeptiert.

Es ist völlig schleierhaft, warum just der Lissabon-Vertrag zu einer Volksabstimmung führen sollte. Das ist etwa so, wie wenn die Steiermark wegen einer Reihe neuer österreichischer Verfassungsgesetze eine Volksabstimmung abhielte. Für wen die dann bindend wäre oder nicht: Schleierhaft.

Antworten Antworten Gast: Specatotor
26.11.2008 23:02
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Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

Wieder so ein iditotischer Kronekommentar (sie sind nicht persönlich gemeint)

Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

Nur eine Frage: Wann haben sie sich zuletzt einen EU-Entwurf durchgelesen, die Folgen für Österreich daraus ableiten können und vor allem die rechtlichen Konsequenzen genau verstanden?
Und selbst wenn sie alles genau verstanden haben - ich gebe gerne zu, dass ich bei einigen Punkten des Lissabon-Vertrages vollkommen aussteige, obwohl das genau mein Geschäft ist - glauben sie wirklich, dass alle, die dann irgendwo ihr Kreuzerl machen, diesen Vertrag genau verstehen können?
Ist es daher nicht einfacher und gerechter, die Politiker über solche Verträge entscheiden zu lassen und wenn sich ein Vertrag für Österreich negativ auswirkt, genau diese Politiker zur Verantwortung zu ziehen?
Das Ganze ist wie bei enem Hausbau. Selbst hat man von Vielem eine Ahnung, aber trotzdem vertraut man den Spezialisten wie Elektriker, Instalateur, etc. Wenn dann etwas nicht funktioniert, werden Garantievereinbarungen schlagend.

Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

und sie meinen sie und der rest der österreicherInnen ist befähigt über den vertrag von lissabon zu entscheiden

ich gebs zu dass ich den nicht verstehe - aber sie können die folgen abschätzen was passiert wenn er in kraft tritt und falls nicht?

volksabstimmungen über themen die zu komplex sind, sind ein missbrauch von volkabstimmungen, von demokratie und von menschen denen eingeredet wird dass sie über etwas entscheiden können was sie nicht verstehen

und sie unterstützen das

Re: Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!!!

Re: Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

Im Gegensatz zu IHNEN können sehr viele Menschen lesen.................irgendwann werden das auch Sie verstehen!

Re: Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

die zentrale Kritik am Vertrag von Lissabon ist ja, dass er nicht einfach und verständlich formuliert ist. Das liegt aber nicht an der Materie an sich (die ist nicht kompliziert), sondern an der Unfähigkeit der Politiker einen brauchbaren Verfassungsentwurf z.B. in der Art der US-Verfassung zu formulieren. Ich habe den Vertrag von Lissabon downgeloadet und einige Kapitel gelesen. Es ist eine Zumutung. Selbst die österreichische Bundesverfassung ist dagegen eine spannende Lektüre und im Verhältnis leicht verständlich. Das einzige Problem bei der österreichischen Verfassung ist die Übersichtlichkeit. Es gibt aber jedenfalls genug Vorbilder, um einen brauchbaren Verfassungstext zu formulieren.

Re: Re: Re: Re: Der einzige anständige Mensch...

auch ich hatte den vergleich der us-verfassung mit der eu-verfassung (dem vorgänger des lissabons-vertrags) durchgeführt und mich gewundert warum das eine ein so dünnes heftchen ist und das andere der überdicke wälzer

aber wenn sie sich für eine sekunde ansehen wieviele unterschiedliche, widersprüchliche und dadurch sehr unübersichtliche verfassungssprüche es in den usa wegen dem schmalen büchlein gibt wird klar warum der versuch heute eher so gestaltet wird um widersprüche so klein wie möglich zu halten

vorbilder gibts sicher genügend, aber ersten ist es kein staat sondern ein staatenbund mit der option zu einem bundesstaat und zweitens möchte ich dass die erfahrungen der letzten 80 jahre in verfassungsrecht in die verfassung einfließen und nicht erst vor gericht ausjudziert werden muss

die materie IST kompliziert - ansonsten hätten wir kein solches problem damit

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Die Minister können nichts, das Parlament kann nichts, aber die Kronenzeitung kann alles!

Ja, ja, Sie, „Jon Schlorki“ durchschauen den Lissabon-Vertrag nicht, unsere Parlamentarier, die ihn ratifiziert haben, verstehen ihn auch nicht, aber die Kronenzeitung hat ihn verstanden, denn die lehnt ihn ja ab? Na, so was!
Lexington hat völlig recht, es sind unsere Politiker, die ihn auf der EU-Ebene beschlossen haben, also genau wissen, was sie darin stehen haben wollen. Die brauchen sich also nur davon zu überzeugen, daß im Vertrag genau das drin steht, was sie beschlossen haben. Und lesen kann ja wohl jeder. Und dort, wo es vielleicht irgendwelche kniffliche, juristische Formulierungen gibt, haben unsere Minister ihre beamteten Experten – das Bundeskanzleramt sogar einen ganzen Verfassungsdienst – die feststellen können, ob auch das „Kleingedruckte“ korrekt ist und unseren Wünschen und Vorstellungen entspricht.
Also, „Jon Schlorki“ warum wollen Sie unbedingt gescheiter sein, als unserer Parlamentarier, die Sie mit gewählt haben?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Zynicus
27.11.2008 14:05
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Re: Die Minister können nichts, das Parlament kann nichts, aber die Kronenzeitung kann alles!

Cicero ist ja bekannt dafür, daß er das Denken lieber den Pferden überläßt, denn die haben größere Köpfe!

Ich hatte einmal mit einem Legisten des Justizministerium, einem Sektionschef, ein langes Gespräch, in dem er mir versicherte, daß er so manches Mal seine eigenen Gesetzestexte nicht mehr versteht, wenn sie dann im Gesetzblatt veröffentlicht werden, so sehr werden sie von den um "Kompromisse" ringenden Politikern verändert und verwässert.

Und die abstimmenden Hinterbänkler im Parlament haben nicht den leisesten Schimmer, was sie über Befehl der Clubführung beschließen!!!!!
Die sind nicht einmal in der Lage, einen Gesetzestext zusammengefaßt wiederzugeben!!!!!

Re: Re: Die Minister können nichts, das Parlament kann nichts, aber die Kronenzeitung kann alles!

der Großteil der Rot-Schwarz - Grünen Politkaste ist charakter-ehr-willenslos(gegenüber ausländischen Mächten) und nur an den pfründen der (nichtgeleisteten) arbeit interessiert.

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So mancher sollte wirklich das Denken den Pferden überlassen

Zynicus, natürlich überlasse ich das Denken den Pferden, wußten Sie das nicht? Sie sollten das auch tun, denn was Sie denken ist schlicht falsch!
1) Ein Sektionschef – in den Ministerien gibt es in der Regel vier bis sechs dieser Spitzenbeamten – formuliert keine Gesetze, der hat Führungsaufgaben.
2) Es ist genau umgekehrt, die Politiker entwickeln irgendwelche politischen Zielsetzungen, jene Beamten, welche dies in Gesetzestexte gießen müssen, machen das dann. Die Politiker müssen nicht einmal nachlesen, ob das auch richtig formuliert ist, da gibt es so etwas wie Vertrauen zu den Beamten. Ob das jeweilige Gesetz wirklich korrekt ist, entscheiden die Höchstgerichte.
3) Die Parlamentsabgeordneten diskutieren die politischen Zielsetzungen in den Fraktionssitzungen und entscheiden dort, wie sie im Plenum abstimmen werden. Also jeder kann mitreden und auch dagegen sein, aber im Plenum herrscht Fraktionsdisziplin. Unter Gusenbauer ist so die Gesundheitsreform gescheitert.

 
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