ÖVP: „Wer ihn angreift, greift das Land an“

14.02.2013 | 21:47 |  von Georg Renner (Die Presse)

Wahlkampfauftakt I. Erwin Pröll startete in Schwechat vor 4000 Funktionären in den Landtagswahlkampf. Das Motto der ÖVP diesmal: „Alle kämpfen gegen uns."

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[Schwechat] Claudia Schmied hätte sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass sie einmal für Erwin Pröll einen Wahlkampf eröffnen würde. Genau das ist gestern Abend aber passiert: Ein Video mit zusammengeschnittenen Aussagen der SPÖ-Unterrichtsministerin sowie Redeauszügen Frank Stronachs und Heinz-Christian Straches bildete gleichsam den „Teufel an der Wand“, an dem sich 4000 Funktionäre der niederösterreichischen ÖVP gemeinsam in den Intensivwahlkampf bis zur Landtagswahl am 3. März hineinsteigern sollten.

Bei allem, was man der mächtigen Landespartei nachsagen kann: Wie man einen bombastischen, „amerikanischen“ Wahlkampfauftakt inszeniert, weiß sie. Jeder der Funktionäre aus allen Ecken des schwarzen Kernlandes wurde beim Eingang mit einem blaugelben Schal ausgestattet. Den Schals sollte auch noch eine dramaturgische Funktion zukommen: Rapid-Stadionsprecher Andy Marek, der gemeinsam mit „Soko“-Darstellerin Kristina Sprenger moderierte, stimmte später zu den Klängen von „Go West“ die inoffizielle Wahlkampfhymne an.

Und wenn 4000 Menschen – darunter nur Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Staatssekretär Sebastian Kurz aus der Bundesregierungsriege – in einer engen Halle im Gleichklang „Steeeht auuuf für Niederösterreich“ grölen und dazu mit den Schals wacheln, ist Gänsehaut garantiert.
Für Gänsehaut könnte bei manchem Funktionär auch der Eingangsfilm gesorgt haben: Der setzte sich einerseits aus Medienzitaten über Politikverdrossenheit, weltweite Unsicherheit und politischen Streit zusammen, andererseits kamen auch die politischen Gegner der ÖVP vor – komplett mit Kritik an Wohnbauveranlagungen, zu viel Macht in Prölls Hand und anderen Ausführungen.

Pröll: „Wir sind heute wer“

„Alle kämpfen gegen uns“, schlussfolgerte dann ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner – und schwor die Funktionäre auf die Verteidigung von Prölls Absoluter ein, denn: „Wer den Landeshauptmann angreift, greift das Land an!“, stellte Karner fest, bevor er gegen die anderen Parteien vom Leder zog – vor allem gegen Frank Stronach, „ein Politwürstel, ein Frankfurter“, kalauerte Karner: „Nach der Wahl ist der Frank wieder furt.“

Pröll selbst gab sich dann, begrüßt von Standing Ovations im ganzen Saal, wesentlich staatstragender: „Wir sind heute wer“, streichelte der Landeshauptmann die niederösterreichische Seele – ein Ergebnis von Jahrzehnten Arbeit der ÖVP. Nach den zwei Jahrzehnten an der Spitze des Landes bitte er, Pröll, noch einmal um „Klarheit und Sicherheit“ für eine weitere Amtszeit. Nur einen seiner Gegner würdigt Pröll mit einer Erwähnung in seiner Rede: Natürlich den „Milliardär aus Kanada“: „Das Land ist ja kein Spielzeug, das man wieder in die Ecke wirft, wenn man das Interesse verliert“, wie das Stronach mit all seinen Projekten in Niederösterreich getan habe. Dass er selbst Lust auf eine weitere Amtszeit hat, daran ließ Pröll keinen Zweifel: „Ich werde mich sicher nicht ein Jahr nach der Wahl davonstehlen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15. Februar 2013)

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256 Kommentare
 
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was können die mehrzahl der niederösterreicher dafür,

wenn ein versager der sich nur mit bankenhilfe als landeshauptmann halten kann landeseigentum wie in einen kasino verspielt!
vieleicht ist das ganze auch nur ein ablenkungsmanöver um steuergelder in schwarze kanäle leiten zu können!
wenn der pröll und seine versager angegriffen werden,kann kein rechtschaffener niederösterreicher was dafür!
ausser vielleicht das sie sich ihre stimme um ein grillhendl und ein bier abkaufen lassen!

Ist unser Gargamel nicht niedlich?

Er sollte sich die Haare wieder schwarz färben.

Genauer gesagt, von Wirtshaustür...

...zu Wirtshaustür:) Ein oder zwei Runden im Wirtshaus zahlen, und die Leute sind über soviel Bürgernähe ganz begeistert und wählen ÖVP.

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... und weil die ÖVP NÖ das Land so hoch verschuldet!

Schulden der Bundesländer (lt. Presse)

NÖ 7,3 Mrd.
Wien 4,8 Mrd.
Steiermark 3,2 Mrd.
Kärnten 2,6 Mrd.
Salzburg 2,3 Mrd.
Burgenland 1,2 Mrd.
Oberösterreich 680 Mio
Tirol 400 Mio
Vorarlberg 170 Mio

Der Schuldenstand ist zum Vorjahr um 9,6% gestiegen und beträgt derzeit 22,6 Mrd.!

Statt diese, seit dem EU Beitritt völlig überflüssigen Bundesländer aufzulösen, wählen WIR solche Leute auch noch immer wieder???

Die Bundesregierung macht bis 2015 weitere Staatsschulden und sagt dazu "sparen"! (von 180 Mrd. auf 295 Mrd.)

Is auch okay so,

dass die Funktionäre alle paar Jahre mal den Allerwertesten heben. Schließlich haben sie sich ja auch ihre Positionen sauer ersessen:))

Jeder, der diese NÖ Verbrecher Partei mit seiner Stimme unterstüzt, sollte sich schämen !


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Sie beleidigen ...

... mit Ihrer Aussage rund jeden zweiten Niederösterreicher, und das nur, weil dieser nicht Ihrer Meinung ist?
DAS ist demokratisch höchst bedenklich!

Ich wusste gar nicht...

...das Niederöstereicherinnen den Pröll nicht wählen;)

Re: Jeder, der diese NÖ Verbrecher Partei mit seiner Stimme unterstüzt, sollte sich schämen !

Der hat halt seine Seilschaft gut im Griff
und gute Beziehungen zu den Österreichischen Medien.
Ohne Mitbestimmung, sprich direkte Demokratie wird sich nie mehr was ändern in Österreich und auch nicht Europaweit.


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Re: Jeder, der diese NÖ Verbrecher Partei mit seiner Stimme unterstüzt, sollte sich schämen !

Das sind lt. Umfragen fast 48% der NÖer!

Das muss man sich einmal vorstellen!
In anderen Ländern müssen Politiker die Steuergeld verspekulieren sofort den Hut nehmen. In NÖ werden sie mit großer Mehrheit wieder gewählt.

Da kann man sich nur wundern an den Kopf greifen!

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Diese obige Statistik "Wem traut NÖ" glaubt nicht einmal die ÖVP Parteizentrale!

Das muss man sich einmal vorstellen:

Pröll & Co verzocken über 1 Mrd. Steuergeld an der Börse aber das Volk soll ihnen mit plus 36% vertrauen.

Stronach der seit Jahrzehnten bewiesen hat, dass er mehr von Wirtschaft und Finanz versteht wie Pröll, Spindelegger und Faymann zusammen bekommt minus 40%???


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Was Stronach bewies ...

Ihr Stronach hat bewiesen, dass er sich selbst die Taschen vollstopfen konnte. Seine kommunalen Engagements sind alle gegen die Wand gefahren (Hollabrunn, Wr. Neustadt, ...).

Übrigens - werden Sie für die Anzahl Ihrer Postings bezahlt?

Pröll&Häupl sind die Totengräber der Demokratie!

Sie beherrschen die Einheitspartei SPÖVP und haben sich Österreich unter sich aufgeteilt. Ihre Macht haben sie über die Kammern mit der verfassungsmäßig garantierten Pflichtmitgliedschaft einbetoniert und der Bürger hat zu kuschen und die Blödheiten der Bonzokratie zu finanzieren!

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Re: Pröll&Häupl sind die Totengräber der Demokratie!

Erst wenn wir Veränderung wählen wird sich etwas ändern!

Die letzten Kaiser,.....

kämpfen um ihren Machterhalt, und es wir zweifelsohne gelingen - gleich der ehemaligen Udssr ist eine dermaßen hohe Abhänigkeit von System enststanden das viele gar nicht anders können ohne sich nicht selbst zu gefährden, natürlich eine Frage der Zeit das Ende ist absehbar die nachfolgenden Generationen die heute an Leistung gemessen werden weil es anders nicht geht und nicht an Ergebenheit und Büdnisstreue werden diese Demokraturen ändern was gut ist für eine leistungsorientierte gesellschaft,....

Das Bild erinnert an Sean Connery - nur der Bart fehlt

http://de.wikipedia.org/wiki/Sean_Connery

Und wie´s der Teufel haben will

tatsächlich stand heute jemand vor der Tür. Einhellige Meinung......Gsichtsfreundliche taube Nuss

Re: Und wie´s der Teufel haben will

Na ja so gescheit wie Oberst Redl ist nicht jeder. Zum Glück gibt's aber nicht nur Obergescheite.

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Mein Großvater dürfte recht gehabt haben

Er meinte: "Bub, wenn du im Beruf nicht mehr weiter kommst werde Politiker".

Mit einem Parteibuch ist man in Österreich für jede Funktion ausreichend qualifiziert.

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Warum will Pröll niemand in der Partei? Wo er angeblich so "erfolgreich" und "beliebt" ist?

Minister wurden immer andere NÖer:
Strasser
Prokopp
Mikl Leitner
Josef Pröll

Nicht einmal als Bundespräsidenten wollte man ihn.

Für die etwas einfältigen NÖer verehren ihn wie "Gott" und merken gar nicht wie viele Mrd. ihres Steuergeldes verludern.

Kommen Sie eigentlich auch aus Kanada, weil Sie sich sogarnicht auskennen?

Pröll hat es nicht notwendig Minister zu sein, er macht sie.

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@stachel Fehlt ja nur noch, das jemand behauptet:

Pröll will kein Bundespräsident sein, er macht sie...

Ja und Pröll wird von den Österreichern genau wegen der von ihm gemachten Minister so sehr geliebt!

Nur der Schüssel wurde gegen den Willen von Pröll vom Haider gemacht....

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Re: Kommen Sie eigentlich auch aus Kanada, weil Sie sich sogarnicht auskennen?

Machen kann man nur das was man gestern gegessen hat.......

Wie sagte schon Erich Honecker

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer.“

Auch Pröll wird eines Tages im Exil sterben, um seiner gerechten Strafe zu entgehen.

Re: Wie sagte schon Erich Honecker

bitte Fakten keine Blödheiten.

 
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