Pröll: "Halte aus, dass man mich beschimpft"

23.02.2013 | 18:38 |  von Rainer Nowak und Georg Renner (Die Presse)

In einer Woche stellt sich Erwin Pröll (ÖVP) seiner fünften Landtagswahl. Ein Gespräch über gutes Regieren, Macht und »den größten Bremsblock« in der Bundesregierung, Bildungsministerin Claudia Schmied.

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Es gibt ein Plakat, auf dem steht „Regieren. Pröll.“ Ein Synonym für Sie?

Eigentlich schon. Denn das Regieren ist meine Aufgabe: Ein Landeshauptmann, der nicht willens ist zu regieren, hat es nicht verdient, Landeshauptmann zu sein. Meine Amtsauffassung ist, aufgrund des Vertrauens der Bevölkerung regieren zu müssen.

 

Was ist denn der Gegensatz von „Regieren“? Das, was die Große Koalition macht?

Regieren bedeutet, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Das ist leider aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsgrundlage im Bund nicht so deutlich ausgeprägt, weil dort keine klaren Verhältnisse herrschen. Wir in Niederösterreich haben kein Alibi, wenn wir eine Entscheidung nicht treffen. Das ständige Blockieren im Bund durch vordergründigen Zank um mehr Einfluss und um bessere Startpositionen für die Nationalratswahl ist wohl der Grund, warum in Niederösterreich 80Prozent der Bevölkerung mit der Landespolitik zufrieden, 75Prozent dagegen mit der Bundesregierung unzufrieden sind.

 

Wobei es in der Steiermark eine Große Koalition gibt, die wirklich regiert.

Ja, dazu braucht es auch einen Partner, der regieren will. Wir haben in Niederösterreich auch diese Zeit gehabt – bis zum Beginn dieser Regierungsperiode. Mit dem Wechsel der SPÖ-Führung ist etwas ins Land getragen worden, was wir früher nicht gekannt haben. Wenn zentrale Interessen des Landes berührt sind, hat jeder über seinen parteipolitischen Schatten zu springen, um ein gutes Ganzes zu machen. Und das ist in den ersten Wochen dieser Periode von meinem Visavis, SPÖ-Chef Leitner, über Bord geworfen worden.

 

Die steirische Koalition arbeitet ja vor allem so gut, weil sie angesichts eines massiven Schuldenbergs sparen muss. Sie haben auch Schulden, Sie werden auch sparen müssen.

Der Unterschied ist, dass die Steiermark nicht an das Rating von Niederösterreich herankommt: Wir haben das Triple-A. Aber das ist kein Grund, nicht ständig an Reformen und Sparmaßnahmen zu arbeiten. Die Steirer müssen etwa die Reform der Gemeindestrukturen nachholen, die wir schon in den 1970er-Jahren vollzogen haben.

 

Dennoch – angesichts der Schulden – was werden das für Sparmaßnahmen sein?

Erstens ist die Finanzsituation folgende: Wir haben 3,5Milliarden Euro Schulden und 6,5Milliarden Finanzvermögen. Zweitens haben wir als einziges Bundesland 2011 keine Schulden gemacht, und wir haben das Ziel, 2016 ein ausgeglichenes Budget zu haben.

 

Jetzt müssen Sie aber, um keine neuen Schulden zu machen, Geld aus dem Finanzvermögen nehmen. Derzeit lösen Sie dazu Teile der umstrittenen Veranlagungen des Landes auf. Konterkarieren Sie damit nicht das Ziel, dass sich diese Veranlagungen in den nächsten zehn Jahren wiederholen?

Das glaube ich nicht. Wir haben bisher rund 200Millionen aus dem „Landessparbuch“ zur Schuldenrückzahlung verwendet. Und wir haben 824Millionen Euro erwirtschaftet – aus diesem Betrag nehmen wir das heraus: Das Geld wird nicht dem Finanzstock entnommen.


Das Ergebnis der Veranlagungen hat der Rechnungshof zuletzt anders gesehen: Er hat von 602Millionen gesprochen, die in zehn Jahren erwirtschaftet wurden, plus einer einmaligen 200-Millionen-Prämie, die die Veranlagungsgesellschaft dem Land überwiesen hat.

Das ist ja kein Widerspruch. Außerdem ändert sich der Anteil des Erwirtschafteten ja ständig: Die 824Millionen sind inzwischen 860Millionen geworden – in nur wenigen Monaten. Sie sehen hier ein Variieren des Gewinnes.

 

Das kann sich auch schnell wieder ändern.

Ist Fluktuieren und Ändern wirklich die ideale Veranlagung für öffentliches Geld?

Ja, wenn man die Risken entsprechend minimiert. Wir haben das 2009 getan und haben das Portfolio mit dem Rechnungshof erarbeitet. Das Spekulationsverbot, das wir jetzt mit dem Bund vereinbart haben, ist de facto jener Weg, den wir seinerzeit in Niederösterreich erarbeitet haben.

 

Wie genau sind Sie in die Veranlagungen involviert? Kennen Sie die einzelnen Posten?

Ich bin Landeshauptmann und nicht Buchhalter. Wir haben fixe Gremien, Zuständigkeiten, Berichtspflicht und klare Verantwortungen.

 

Aber wie man bei Frau Burgstaller sieht, wäre es ganz schlau, Bescheid zu wissen.

Mit Salzburg und Frau Burgstaller lassen wir uns in Niederösterreich nicht vergleichen. Dort ist offensichtlich ein Weg gegangen worden, bei dem man nicht mehr wusste, wo bestimmte Summen sind – das ist bei uns nie der Fall gewesen. Der Kurs ist mit einem Dreiparteienbeschluss von FPÖ, SPÖ und ÖVP eingeschlagen worden. 2004 ist sogar mit den Grünen ein Beschluss gefasst worden, die Veranlagungen fortzusetzen. Aber in Vorwahlzeiten drehen sich viele auf der Ferse um und machen die Augen vor ihrer Verantwortung zu.

 

Würden Sie die Veranlagungen heute noch einmal so beschließen?

Da zitiere ich einen Experten, Gottfried Schellmann, der sagt, damals war das gang und gäbe. In der Zwischenzeit hat sich einiges aufgrund der internationalen Turbulenzen geändert; heute muss man vorsichtiger sein.

Wenn man die Landeshauptleute in Österreich anschaut, sind Sie sicher der, der „Regieren“ am wörtlichsten nimmt. Es gibt auch den Vorwurf, dass Sie das nicht so demokratisch angehen wie andere – was Sie natürlich entschieden von sich weisen. Woher kommt eigentlich das Missverständnis, dass Sie für einen charmanten bis zornigen Autokraten gehalten werden?

Ich verstehe meine Aufgabe so, selbstbewusst für das Land aufzutreten. Niederösterreich hatte lange kein Selbstbewusstsein. Dann ist die Landeshauptstadt gekommen, schön langsam ist das Selbstbewusstsein gestiegen. Und jetzt stellen Sie sich vor, hier würde jemand sitzen, der den Eindruck macht, dass er hinter allen Ecken einen Feind befürchtet. Das bin ich nicht – ich habe im Interesse des Landes auch ein entsprechendes Selbstbewusstsein zu haben. Und zum Machtanspruch: Herr Chefredakteur, warum kommandieren Sie die Redaktion? Es ist Ihre Aufgabe, zu führen – so wie meine auch.

 

Die Vorwürfe der fehlenden Demokratie ärgern Sie maßlos, oder?

Mich ärgert, wenn ich mit Persönlichkeiten verglichen werde, bei denen es ganz klar Demokratieverletzungen gibt. Natürlich bin ich jemand, der entscheidet – das gehört ja zum Amtsverständnis. Das ist auch der Grund, warum bei uns mehr weitergeht – wir hätten viele Dinge nicht nach Niederösterreich bekommen, wenn ich nicht entsprechend Kraft eingesetzt hätte.

 

Aber geht das nicht manchmal zu weit – wenn Ihr Landesgeschäftsführer verkündet „Wer ihn angreift, greift das Land an“?

Ich halte das aus, wenn man mich beschimpft. Aber wenn man das Land „Diktatur“ nennt und „Sauhaufen“, bitte ich um ein Verständnis, wenn ein Landesgeschäftsführer einmal deutlich zurückredet. „Sauhaufen“ kann nur jemand sagen, der glaubt, Niederösterreich hat nur 50 Gemeinden.

 

FPÖ-Chef Strache hat vor Kurzem gesagt, er glaubt, hinter Stronachs Kandidatur stecken SPÖ und ÖVP, um der FPÖ zu schaden. Wenn man Niederösterreich anschaut, könnte man diese absurde These fast glauben.

So stark ist die FPÖ in Niederösterreich nicht, dass man Dritte als Speerspitze gegen sie brauchen würde.

 

Es kursiert das Gerücht, dass wer Pröll wählt, auch Ihren Stellvertreter, Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka, als Nachfolger wählt.

Das sind Gerüchte der SPÖ, auf die wir nicht einsteigen: Ich trete an, um noch einmal fünf Jahre lang Landeshauptmann sein zu dürfen.

 

Aber in den fünf Jahren müssen Sie vielleicht einmal den Hof neu bestellen – oder wollen Sie 2018 noch einmal antreten?

Das weiß der liebe Gott.

 

Da Sie sagen, Sie treten wieder an, um Landeshauptmann zu werden: Es gibt wieder Aufregung wegen der ÖVP-Werbung „Bei uns kann man den Landeshauptmann direkt wählen“. Man kann Sie in den Landtag wählen, nicht als Landeshauptmann.

Das ist überhaupt keine Frage. Es wundert mich, dass einzelne Gruppierungen das infrage stellen – die SPÖ hat das mitbeschlossen. Und die Grünen haben sich politisch abgemeldet, weil sie jetzt nur mehr die Justiz als politisches Instrument hernehmen wollen.

 

Man schätzt, dass die Wähler, die einen Namen und eine andere Partei ankreuzen, ein Mandat ausmachen. Ist das gut so?

Ja. Wir sind auf einem Weg, wo die Menschen mehr Gesichter wählen wollen, nicht eine anonyme Partei. Wir sind mit dieser Gesetzesänderung in diese Richtung gegangen, und dadurch ist uns bei der letzten Landtagswahl sogar eine höhere Wahlbeteiligung gelungen.

 

Wenn Sie noch einmal Landeshauptmann werden, haben Sie noch einmal fünf Jahre vor sich. Jetzt gelten Sie als mächtigster Mann in der bürgerlichen Reichshälfte – was haben Sie in dieser Zeit mit der Macht vor?

Das Land weiterentwickeln.

 

Nur das Land, oder...

Wie durchschlagskräftig ich bin, entscheidet sich am 3.März. Und dass die Bundesregierung an Interessen eines Großbundeslandes nicht vorbei kann, ist klar. Das ist mein Aktionsradius.

 

Eine der wichtigsten Fragen des Landes ist die Bildungspolitik. Können Sie sich vorstellen, darin nach der Wahl wieder das Heft in die Hand zu nehmen?

Da bin ich schon allein deswegen zuversichtlich, weil ich annehme, dass nach der Nationalratswahl der größte Bremsblock weg sein wird: die Bildungsministerin. Sie hat in mehreren Bereichen total versagt, kann das aber durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit so gut kaschieren, dass sie sich immer noch in der Regierung hält. Ich weiß nicht, was dahintersteckt, dass sogar der Kanzler mehrmals vor ihr in die Knie gegangen ist – aber ich bin hoffnungsfroh, dass der Wähler bei der Wahl diesem Spuk ein Ende bereitet.

Steckbrief

Erwin Pröll
wurde am 24.Dezember 1946 im niederösterreichischen Radlbrunn geboren. Seine Eltern waren Weinbauern. Nach der Matura in Tulln studierte er an der Universität für Bodenkultur in Wien. Pröll ist Agrarökonom. 1972, noch vor seiner Promotion, begann er im Österreichischen Bauernbund als wirtschaftspolitischer Referent.

Landeshauptmann
von Niederösterreich ist Erwin Pröll seit dem 22.Oktober 1992. Davor war er Landeshauptmann-Stellvertreter bzw. – seit 1980 – Landesrat (unter anderem für Landwirtschaft und Umwelt). In Prölls Amtszeit übersiedelte die niederösterreichische Landesregierung von Wien nach St.Pölten. Unter den aktiven Landeshauptleuten ist Pröll der längstdienende.

2008
erreichte die ÖVP Niederösterreich mit Spitzenkandidat Pröll 54,39Prozent und damit die absolute Mehrheit.

Sein Privatleben
hält Pröll von der Politik fern. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Sein Neffe Josef Pröll war unter anderem Vizekanzler, Finanzminister und Bundesparteiobmann der ÖVP.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2013)

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153 Kommentare
 
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nicht dem Finanzstock entnommen

ist eine interessante theorie, da:
4,4 Verkaufserlöse veranlagt + 0,8 Ertrag - 1,9 Entnahmen für Budget = 3,3 Stand 31.10.12.

Verschwender

Bei Pröll habe ich schon den Eindruck, das er Geld, das wir nicht haben, für Dinge ausgibt, die wir nicht brauchen, z. B. die Weinviertelautobahn.

Nach der letzten Wahl wurden in Niederösterreich massiv die Gaspreise erhöht.

Ebenso wurden die Aufwandsentschädigungen für die Bürgermeister, von den wir leider viel mehr als 50 haben, deutlich erhöht.

Pröll = Steuergeldverschwender

Der Pröll Clan hat noch nichts für NÖ geleistet!
Der Pröll ist ein Schmähdantler und Steuergeldverschwender!!!
Wegen dem Pröll muß jeder 20% mehr Steuer zahlen als notwendig!!
Unsere Ur Ur Enkel müssen die Schulden für diesen Pröll bezahlen!!!!!
Pröll du Steuergeld - Verschwender schäm dich!!!!!!!

Wer für Niederösterreich wahrlich nichts geleistet hat, das ist Ihr Freund Stronach.


Wer beschimpft Pröll nicht?

Alle beschimpfen Pröll ja auch wieder nicht. Gibt es doch auch Personen/Prominente, welche sich in einer "Initiative" Pröll andienen. Diese Initiative wirbt in Inseraten in manchen Medien. Wahrscheinlich dürfen dann die Künstler ihre Bilder im Landhaus aufhängen oder anderswie Prölls Gunst erwarten, wie das so im Land unserer Freunderl üblich ist. Das Andienen wäre ja an und für sich schon ein Offizialdelikt, aber soll sich die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit Pröll anlegen?

Sie unterstellen diesen KÜnstlern eine miese Gesinnung.

Die Künstler wissen aber daß Pröll für Kunst und Kultur ungeheuer viel leistet. UND DAS SOLL WEITER SO BLEIBEN.

Re: Sie unterstellen diesen KÜnstlern eine miese Gesinnung.

Sie irren, der Steuerzahler leistet. Pröll verwendet diese Gelder nur zur Unterstützung seiner Freunde.

Seiner Freunde? Da sind Leute dabei, die bei jeder Nationalratswahl öffentlich für die SPÖ eintreten.

Natürlich zahlt letztlich alles der Steuerzahler, die Frage ist, wird das Geld sinnvoll verwendet und ist Kultur, Wissenschaft und Kunst für den entscheidenden Politiker wichtig oder nicht. DA besteht bei Erwin Pröll kein Zweifel. Umsomehr aber bei seinen Konkurrenten, insbesondere dem ungehobelten und ungebildeten Onkel aus Kanada.

Re: Seiner Freunde? Da sind Leute dabei, die bei jeder Nationalratswahl öffentlich für die SPÖ eintreten.

Wieso beschimpfen Sie derart den Stronach? Er muss ja nicht Ihr Freund sein, aber ihn als ungehobelt und ungebildet zu bezeichnen, das würde ich mich nicht trauen. Und schon gar nicht als dessen Neffe. Es beweist eigentlich, dass es in Niederösterreich sehr wohl an an geeigneten Bildungseinrichtungen mangelt, die auch ihnen die nötige Bildung zukommen liessen. Zu einer Bildung gehört mehr als zu wissen, dass Kolumbus 1492 nach Amerika gekommen ist. Zu einer Bildung gehört auch die soziale Bildung, die Sie nicht besitzen dürften. Stronach ist in der Zwischenkriegszeit und im Krieg aufgewachsen. Es ist jämmerlich, die damaligen Bildungsangebote mit den heutigen zu vergleichen. Ich bin Auslandsösterreicher, wähle daher nicht in NÖ. Ich bin nicht wegen Pröll ausgewandert, aber die Auswanderung hat er und das NÖ - Politsystem nicht erschwert.

sitio Frage: was meinen Sie mit dem Neffen???

Und eine kleine Ergänzung: Herr Lugner (übrigens auch ein guter Unternehmer) hat einmal bei der Bundespräsidentenwahl kandidiert und wurde dann im FS nach Art. 1 der Bundesverfassung gefragt. Er hatte keine Antwort. Sehr peinlich. Meinen Sie wirklich, daß ein Selfmademan, so gut er auch betriebswirtschaftlich und unternehmerisch gewesen sein mag, dem heutigen Politikbetrieb gewachsen ist? Auch nur in der Lage ist, das zu verstehen, was ihm die Beamten zur Unterschrift vorlegen?

Neffe

Wenn Sie vom Onkel aus Amerika schreiben (mit diversen Prädikaten), muss ich wohl annehmen, Sie wären sein Neffe.
Herr Lugner steht diesmal nicht zur Wahl, er hat eben den Artikel 1 nicht gekannt, das ist schon möglich. Für das Amt des Bundespräsidenten gibt es nur drei Voraussetzungen. Er/Sie muss die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, 28 Jahre alt sein und nicht vorbestraft. Weder ein Mindest-iQ noch ein gewisser Wissenstand sind Voraussetzungen.
Sonderbare Kritiken sind "ungehobelt" und "ungebildet". Stronach würde seinen Neffen wahrscheinlich nicht mit diesen Attributen versehen, selbst wenn er dessen tatsächlichen istzustand kennt.
Und die richtige Beantwortung einer Millionenshowfrage ist für mich kein Kriterium für die Führungsqualität eines Kandidaten. Ohne nachzulesen, weiss auch ich die NÖ Gemeindeanzahl nur ungefähr: Ich glaube, das sind etwa 540. Auf jedenfall viel zu viel.
Den Eindruck von Stronach habe ich eigentlich schon, dass er versteht, was ihm Beamte vorlegen.
Dem Politikbetrieb gewachsen ist nicht unbedigt jemand, der 20 Jahre den Bauernbundkalender ausgetragen hat oder rote Parteimitgliedsbeiträge kassiert hat. Wenn Stronach Ihrer Meinung nach "kräftig austeilt", dann wird er im Politikalltag auch seine Meinung artikulieren können. Da hätte ich nicht so viel Bedenken

Viel Wortgeklingel, aber wenig Inhalt.

Wenn Sie es noch nicht verstanden haben sollten, gemeint ist, STronach fehlen einfach die Wissensvoraussetzungen für eine politische Funktion in Österreich. Vom Detailwissen über NÖ. ganz zu schweigen. Ein tüchtiger Unternehmer, der ein Leben in Kanada verbracht hat, ist nicht qualifiziert eine POLITISCHE FÜHRUNGSFUNKTION in Österreich ausfüllen zu können. Dazu brauchts einfach mehr. Ich muß Ihnen hoffentlich auch den Unterschied zwischen Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft nicht erklären. Seine Aussagen zum Österreich Euro und Deutschland- oder Italien Euro usw. waren derart naiv (freundlich ausgedrückt) daß er sich damit völlig ins wirtschaftspolitische Abseits begeben hat. Besonders arg aber ist seine Personalauswahl. Es ist ihm nicht gelungen, auch nur einen anerkannten Fachmann als Kandidaten zu nominieren. Seine, ebenso freundlich ausgedrückt, angeheuerten Kandidaten werden mangels Qualifikation untergehen müssen. Überdies, und das wird bedauerlicherweise wenig diskutiert, ist das Prinzip FÜHRER BEFIEHL, WIR FOLGEN DIR, ein bischen überholt. Die Struktur seiner Wählergruppe kennt keine innerparteiliche Demokratie, nur ein Wille gilt, nämlich der Stronachs. Populismus im Verein mit top down Führung ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Das, was er Erwin Pröll zumVorwurf macht, verkörpert er in viel gefährlicherer Art und Weise. Er erkennt das Wesen einer Demokratie nicht.

Re: Viel Wortgeklingel, aber wenig Inhalt.

Es ist bewundernswert, wie aus Ihnen, dem anfänglich aggressiven Saulus ein (halberter) Paulus wurde, der auch mit Argumenten kämpfen kann. Nun ja, irgendwas wird Stronach schon gelernt haben, aber Spezial-Wissen ist ja nicht unbedingt die Grundlage des Hausverstandes. Ich könnte Ihnen eine ganze Liste von Politikern anführen, welche nicht Volkswirtschaft oder Politikwissenschaft studiert haben. Vielleicht Merkel, die Physikerin, vielleicht Claudia Schmid, die Bankerin, vielleicht Sinowatz, der Historiker, vielleicht Fekter, welche wie viele andere die Ministerämter einfach wie ihre Bluse wechselte. Sie alle haben jedoch die Qualifikation, in der Politik als führende Kraft bestehen zu können. Dasselbe nehme ich sowohl bei Pröll als auch bei Stronach an. Stronachs Eurosager kenne ich leider zu wenig, seine Mitstreiter gar nicht. Gottseidank haben nicht alle Politiker die gleiche Meinung, dann bräuchten wir ja keine Parteien und hätten in ganz Österreich gar schon eine Verniederösterreicherung. Ich bin ja nur auf Bundesebene wahlberechtigt. Die innerparteiliche Demokratie Stronachs Partei kenne ich nicht. Es gibt aber ein altes Sprichwort: Wer zahlt schafft an. Und sein Geld für den Wahlkampf gibt er nicht in Kanada sondern in Ö aus. Auch das kommt unserer Wirtschaft zu Gute. Unsere Demokratie hat schon einiges ausgehalten inklusive paintballkämpfende Rechte und III-Bier Bestellende. Da wird sie den 80jährigen in seiner gefährlichen Art auch noch aushalten.

Auch ich gebe Ihnen das Kompliment zurück, der Aggressionsgrad sank.

Nur auf einen schwerwiegenden Denkfehler mache ich Sie aufmerksam: was der Wirtschaft zugute kommt, muß der Demokratie nicht förderlich sein. Leute, die als Eigentümer oder Vorstandsdirektoren gewöhnt sind, daß alle springen, wenn ein Wunsch geäußert wird, übertragen dieses Muster auch auf die Politik. Aber das Muster, Sie sagten es selbst, wer zahlt schafft an, ist zutiefst undemokratisch. Oder wie Stronach es im O-Ton formulierte "wer das Gold hat, macht die Regeln".
Und genau dieser Mentalität muß man entgegentreten wollen wir nicht in ein faschistisches System mit einem Führer der top down alles bestimmt abgleiten.
Der Totalitarismus zeigt sich halt in neuem Gewande. Und-ich würde 80 jährige nicht als ungefährlich betrachten, ihre Lebenszeit ist zwar begrenzt, aber Ideen überleben, leider.

Sein Auftreten im FS ebenso wie die fundamentale Unkenntnis niederösterr. Fakten (sie seine Fehllschätzung der nö.Gemeindezahl) bestärken mich darin, daß es ihm an Allgemeinbildung und vor allem Kenntnis der nö.Gegebenheiten fehlt.

Ich glaube ihn kritisiert, aber nicht besc himpft zu haben. Wer sich in die Politik begibt muß kritisierbar sein. Er teilt ja auch recht kräftig aus.

NÖN - Niveau

Die überwiegend "bequemen" Fragen hätten genau so von einem abhängigen Redakteur der gleichgeschalteten NÖN gestellt worden sein. Von investigativem Journalismus einer Qualitätszeitung waren sie Lichtjahre entfernt. Wie mutig ist da die Journalistin von PULS 4 aufgetreten, die den abgehobenen Potenten und doppelten Akademiker aus Radlbrunn zur Weißglut trieb.

Alle relevanten Fragen wurden gestellt, nur kann man Pröll halt schwer an. Er punktet ja sogar im Kulturbereich enorm.

Nichteinmal ein roter oder grüner Politiker hätte gewagt ein Rainer oder Nitschmuseum zu errichten. Die Künstler wissen das und sprechen sich daher für Pröll aus, obgleich sie überwiegend sicher nicht der ÖVP nahe stehen. Hätte die PRESSE Fragen nach der Kultur- oder Wissenschaftsförderung gestellt, wäre Pröll noch besser dagestanden.

Ich bin weder Freund der ÖVP noch von Pröll. Aber wenn ich mir die Mitbewerber ansehe dann

..ist er vergleichsweise ein Ghandi gegen die traurigen Lemuren die um ihn herumhecheln, in der schwindenden Hoffnung, dass auch ein Knochen für sie vom Tisch des Alleinherrschers abfallen möge.

Man kann das goutieren oder auch nicht - aber so ist es. So lange es keine Konkurrenz gibt bleibt der einäugige König der Blinden

Re: Ich bin weder Freund der ÖVP noch von Pröll. Aber wenn ich mir die Mitbewerber ansehe dann

Sie sind ein unterwürfiger Pröll-Diener, der sich als "kritisch distanziert" ausgibt.

Die einzig richtige Wahl ist Rosenkranz.

NIEMAND!!!! leugnet das, es sei denn er ist für Pröll.

"... Ich bin weder Freund der ÖVP noch von Pröll. ..."

Klingt aber irgendwie ganz nach dem Gegenteil.

Was meinten sie eigentlich weiter unten mit "Pröll kriegt mit dem Auftritt hart an 80%"

80% wovon?

80% wovon?

Ich seh das so:

Die Grünen haben bei der letzten Wahl schon empfindlich verloren. Da viele Wiener in NÖ wählen und von Vasilaku genug haben schätze ich, das die Chance besteht das die Grünen die zuletzt auf 6.9% abgesunken sind unter die 5% fallen.
Mit dem vierschrötigen Dorfdepp Sepp der SPÖ wird es eine Bauchlandung der besonderen Art geben und die SPÖ von 25% gegen 20% sinken.
Die Rosenkranz hat nicht wirklich was zu melden.
Und den Stronach kennt in NÖ keiner, weil die Bauern die alle Pröll wählen am Traktor nicht lesen und wenn sie ihn kennen würden, würden sie ihn (wie auch ich)
- auf weiten Strecken nicht verstehen
- und nicht mitkriegen was er eigentlich will

Also bleibt alles, wie es ist.

Bla-Bla-Bla-Umpf-Mupf-Grumpf-Sabber-Sabber-Labber-Gsuda

Mia is wos aufgfoihn und zwoah,
gibt`s doch ahn Kino-Werbespot für`n ersten Landesplapperer , da wir er mit der Sexiest Glatze Hollywood in eine Reihe gestellt,weil er ah ah (Halb)Glatz`n hat und er deshalb ah so ah Draufgängerimage rüberbringt,Bruahahaha ;o)

Ih hab ah Gegenlichtaufnahme vom Giebelkreuzler in Erinnerung, des schaut aus als ob ah männliches Genitalende aus ahn geplatzten Verhüterlie ausseschaut;o)Ohchhh

Aus welchem Sumpf sind Sie denn hochgeblubbert?


Pröll sagt;

"Das Land ist kein Sauhaufen"
Wie richtig! Allerdings lassen unhaltbare Zustände wie z. B. jene mit den Scheinasylanten in der Votivkirche darauf schliessen, dass man auf besten Weg dazu ist, ist ein grosser Sauhaufen zu werden.

Pröll verweist auf die Finanzmarktaufsicht,

um Details über die Spekulationsveranlagungen zu bekommen.

Das ist genau der Verweis, der unglaubwürdig ist. Siehe Korruption in Salzburg. Dort wurde auch der FMA die Informationen über die irren Spekulationen vorenthalten wurden.

In Niederösterreich hat man auch den Eindruck, dass die FMA ebenfalls nicht alles zu Gesicht bekam. Sonst könnte man es im Landtag völlig offen legen und hätte die Vorwürfe ausräumen können. Das tut man wahrscheinlich erst nach der Wahl und das ist unkorrekt und bleibt daher Hauptvorwurf gegen Sobotka und Pröll.

Die Ehrlichkeit, riskante Spekulationen als Fehler einzugestehen, fehlt der ÖVP.

Re: Pröll verweist auf die Finanzmarktaufsicht,

insgesamt fehlt es in der Politik sehr an Ehrlichkeit.

 
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