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Grosz wird BZÖ-Chef, Stadler und Petzner müssen gehen

Der steirische Parteichef Gerald Grosz (l.) und Peter Westenthaler vor Beginn der BZÖ Gremiensitzung am Donnerstag, 03. Oktober 2013, in Wien.
BZÖ sucht heute einen neuen Chef / Bild: APA (Herbert Pfarrhofer) 

Nach dem Rücktritt von Josef Bucher hat sich das BZÖ neu aufgestellt. Der Steirer Gerald Grosz will "wettmachen, was am Sonntag passiert ist".

 (DiePresse.com)

Gerald Grosz hat nach einer parteiinternen Zerreißprobe das BZÖ übernommen. Der steirische Landesparteichef wurde am Donnerstag in der Bündnisteamsitzung mehrheitlich zum geschäftsführenden Obmann bestimmt und ist bis zum Konvent, wo er von den Mitgliedern gewählt wird, designiert. Der Konvent soll in den nächsten Wochen stattfinden.

Der stellvertretende Klubchef Stefan Petzner und der EU-Abgeordnete Ewald Stadler wurden wegen "parteischädigendem Verhalten" aus der Partei ausgeschlossen: "Ich gebe ihnen auch ein Freifahrtsticket zur FPÖ", meinte der designierte Nachfolger Josef Buchers.

Stadler und Petzner traten nach der Sitzung vor Journalisten und sprachen von einer "katastrophalen Fehlentscheidung". Unter Grosz will Stadler "sicher nicht" im kommenden Jahr bei der EU-Wahl antreten. Er möchte sich jedoch mit seinen "Leuten" zunächst besprechen, so Stadler. "Diese Partei hat sich von der österreichischen Innenpolitik abgemeldet und wird zur Lachnummer."

Petzner erklärte, man werde die Ausschlusserklärung "wie einen Orden am Revers tragen" und nicht bekämpfen. Er drückte jedoch sein Bedauern darüber aus, schließlich habe er gemeinsam mit dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider das BZÖ gegründet. Petzner will den Kärntner Wählern und Funktionären nun empfehlen, wieder unter das Dach der Kärntner Freiheitlichen zurückzukehren. Denn nur so könne es gelingen, die "Linksregierung" in Kärnten abzuwählen. Stadler erklärte dazu, sein "Bedarf an Dächern ist gedeckt". Wie es mit den beiden Kärntner BZÖ-Landtagsabgeordneten weitergeht, konnte Petzner nicht sagen. Sie dürften aus heutiger Sicht als freie Mandatare weiterarbeiten.

"Wir beginnen bei der Stunde null"

"Wir beginnen bei der Stunde null", nun gelte es das BZÖ in die neue Zukunft zu führen, erklärte Grosz nach der Gremiensitzung. Den rund 170.000 Wählern, die der Partei das Vertrauen geschenkt haben, dürfe man nicht den Rücken kehren, sondern man müsse weiterhin Politik auf Basis des einstimmig beschlossenen Parteiprogrammes machen. Die Ausgangslage sei "suboptimal", da gebe es nichts zu beschönigen, räumte Grosz ein. "Das BZÖ hat die nächsten Monate und Jahre die große Chance, wieder in den Nationalrat zurückzukehren und Politik in den gesetzgebenden Körperschaften zu machen. Das ist das Ziel."

Er wolle mit dem BZÖ nun das "wettmachen, was am Sonntag passiert ist" und zeigte sich überzeugt, dass es auch außerhalb des Parlaments möglich ist, sich als Partei vernünftig zu entwickeln. Die Richtung gehe in eine "rechtsliberale Ausrichtung", so wie Bucher es formuliert habe. Wie die aus dem Bundestag gewählte FDP in Deutschland wolle auch er die Regierungsspitzen Werner Faymann (SPÖ) und Michael Spindelegger (ÖVP) "vor sich hertreiben".

Grosz lässt sich nicht "auf den Kopf scheißen"

Wenn man bei der Stunde null beginne, müsse man sich von jenen Personen trennen, die "Politik für die Befriedigung ihrer manischen Eitelkeit" betreiben und versuchen würden, sich über die Fehler anderer besser darzustellen. Er sei nicht bereit, das gleiche Schicksal wie Susanne Riess 2002 zu erleiden, die "von Berufsquerulanten" aus der Politik vertrieben worden sei. Er wolle sich nicht "auf den Kopf scheißen lassen", meinte Grosz in bekannt deftiger Manier. Der bisherige Parteichef Bucher habe "in unendlicher Güte jahrelang versucht, Kompromisse zu schließen". Der Neustart müsse deshalb auch personell klargestellt sein, betonte er.

Petzners Empfehlung an die Kärntner, unter das Dach der Kärntner Freiheitlichen - die sich mit der FPÖ wiedervereinigt haben - zurückzukehren, kommentierte Grosz mit den Worten: "Er soll die Flügelschuhe nehmen und dem Heinz-Christian Strache (FPÖ-Chef, Anm.) auf den Schoß fliegen, er wird sicher viel Freude mit der Operettendiva haben."

Der Kärntner Landtagsabgeordneter Wilhelm Korak soll laut Grosz nicht aus dem BZÖ ausgeschlossen bleiben: "Wir werden mit allen Gespräche führen." Mit den heute erfolgten Ausschlüssen sei "das notwendigste" getan worden. Steirischer Obmann will Grosz bleiben. Zu den Parteifinanzen meinte der neue Obmann, dass Bucher sehr gut gewirtschaftet habe. Man verfüge über Ressourcen, die den wirtschaftlichen Fortbestand sicher könnten.

Petzner: Aufstieg und Fall des ''ewigen Haiderianers''

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www.bzoe.at

(APA)

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103 Kommentare
 
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Liste Jörg

diese tritt zue EU wahl 2014 an mit Kandidaten Mag. Ewald stadler und Dr. Stefan Petzner

Re: Liste Jörg

Dr. ?

BZÖ als Konkurenz zu den Hosis - BZÖ bleibt weiterhin eine reine Männerpartei

Für eine Adoption von Kindern für Gleichgeschlechtliche Paare, dass ist - so wird vermutet, der neue Weg des BZÖ. Familienpolitik für Mann und Mann - vom BZÖ erfunden. Bürgerin sieht die Entwicklich jedoch skeptisch: Das BZÖ war und bleibt eine Männerpartei.

Doch, wie sexistisch ist es, Mann und Mann zu stärken und trotzdem die gesetzlich verankerte Frauenquote zu erfüllen?

Müssen Kinder wie vom BZÖ jüngst gefordert, weiterhin bis zur Volljährigkeit einmal jährlich eine Zwangsuntersuchung über sich ergehen lassen?

Doch Politikexpertinnen bremesen die Hoffnung des BZÖ, nun als alternative Familienpartei erfolgreich sein zu können.

Werner Faymann vertritt die Anliegen gleichgeschlächtliche Paare bereits seit jeher, und die Mitglieder sehen kein Grund ihren Faymann zugunsten des BZÖ zu verlassen.

Tja, Pech für das BZÖ und Glück für Faymann.

Re: BZÖ als Konkurenz zu den Hosis - BZÖ bleibt weiterhin eine reine Männerpartei

das bzö braucht sicher niemand, ihren wirren kommentar aber auch nicht - sie würden blendend zum bzö passen...

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Die Buberlpartie geht in die nächste (und vielleicht letzte) Runde


und der letzte dreht das licht ab


Glaubwürdigkeit Grosz gleich Null

Zuerst ruft Grosz Stadler an und will, dass er ihn bei der Obmannwahl unterstützt, der lehnt ab und dann einige Stunden später schließt er ihn aus! Gehts noch absurder?

Grosz spricht von "Neuausrichtung" und wie sieht die aus?Ausgerechnet er als Homosexueller verunglimpft den anderen Lebensmenschen als "Operettendiva" und schmeißt den auch raus!

Bucher steht dahinter als Unschuldslamm und wäscht bereits am Vortag seine Hände in Unschuld, weil mit Ausschluß hat er ja nix zu tun!

Wer sich mit einer solchen letzklassigen Wortwahl und Schimpf- und Beleidigungstirade als Obmann einführt, wie dies Grosz getan hat und dieser sein "Stil" ja auch vom Parlament bekannt ist, der braucht nicht von Neuausrichtung faseln, der wurde zurecht aus dem Parlament entfernt!

Irgendwie

kommt keine RECHTE Wärme auf.

Und somit ist diese Partie endgültig Geschichte...

Auch wenn ich von Stadler seit 2007 nichts mehr halte und vom BZÖ nie etwas gehalten habe, wäre er der einzige gewesen, der wenigsten zu ein paar Prozent die Chance gehabt hätte, die Orangen wieder zu stabilisieren. Mit dem intellektuellen Tiefstapler Gerald Grosz wird das sicher nichts werden. Die FPÖ sollte den einfachen BZÖ-Mitgliedern die Rückkehr nicht verwehren, von den führenden bzw. ehemals führenden jedoch die Finger lassen.

Re: Und somit ist diese Partie endgültig Geschichte...

Entschuldigung, was will die FPÖ mit diesen Witzfiguren und deren Wählern diese Verräter und Irrläufer sollen gefälligst bleiben wo sie sind.

...

ekelhaft !

Und die Parteifarbe ist ab nun rosa ?

Wie sieht die Privatwirtschaft aus, Herr Bucher?

In den man unter den Rock von Mama kriecht?
Nur eine große Klappe und sonst nichts.

Re: Wie sieht die Privatwirtschaft aus, Herr Bucher?

Kommentar eines Primitivlings! PUI! Bestimmt ein Rattenfänger aus der Löbelstrasse!

Die leben doch alle in einer Traumwelt

Und solche Leute waren einmal im Parlament, für mich immer noch unerklärlich, tut mir leid.

Der Witz des Tages

Diese Partei ist ein Witz und wird immer ein Witz bleiben. Alles Witzfiguren wie auch Bucher der jetzt in die Privatwirtschaft zu Mama und Papa wechselt.

4 0

immer dieses böse streiten

dabei gäben die 3 ein so prächtiges triumvirat ab.
petzi heiratet grosz und pfarrer ewald segnet sie ein mit seinem schönen umhang und dem hojac als ministranten. hätte eine starke aussenwirkung für liberale freigeister und der ewald könnte auch bei wir sind kirche unterschlupf finden und in bildungshäusern als geleuterter und bekehrter vorträge "meine dunkle zeit bei den piusbrüdern" halten. die wiedereingliederung ins feine establishment wär gewiss.

Diese Partie ist. nur peinlich

es ist das Los. das auch Stronach, NEOs gehen werden - Strohfeuer - dann kommt die Ernüchterung der Nutzlosigkeit

Re: Diese Partie ist. nur peinlich

Wenn Sie denken dass es den Neos bald so ergehen wird wie dem BZÖ würd ich mich nicht zu früh freuen. Die werden nächstes mal zweistellig, das garantiere ich. Bei Stronach gebe ich ihnen Recht

3 0

Re: Re: Diese Partie ist. nur peinlich

Wenn, dann auf Kosten der Giftgrünen.

Re: Re: Diese Partie ist. nur peinlich

Apropos Neos "das nächste Mal zweistellig": Das möchte ich bezweifeln. Der Herr aus Vorarlberg, der nach dem Einzug ins Parlament herumstolziert wie ein aufgeblasener Gockel und glaubt, der Nabel der Innenpolitik zu sein, wird seinem großem Mundwerk noch Taten folgen lassen müssen.

Re: Re: Diese Partie ist. nur peinlich

roberto c garantiert ein wahlergebnis 5 jahre im voraus. herrlich!

der begriff BÜNDNIS

hat jedenfalls eine neue bedeutung erhalten ;)

der begriff BÜNDNIS


"DER LETZTE IN SYDNEY DREHT DAS LICHT AUS!?"

So jemanden nennt man dann "NACHLASSVERWALTER".....

Ein "Geniestreich" jagt denselben - im Sport hieße das "FEHLSTART"!?!

Gerald KLEIN verscheucht das letzte BZÖ-Aufgebot gekonnt, und halbiert, viertelt und achtelt seine Wählerschaft zur Bedeutungslosigkeit!

Mit markigen Sprüchen wird er dann das Klientel so manchen Würstelstands gekonnt erheitern - doch nicht einmal mehr dort wird er Wählerstimmen mobilisieren können!

(DANKE GERALD, DASS DU DEINEN WÄHLERN DIE POLITISCHE RÜCKKEHR ZUR FPÖ DERMASSEN ERLEICHTERST....!)

Glück auf, Berg heil, Tschüss, baba, und fall net!

Neuwahlen wären jetzt interessant

* Die NEOS fusionieren mit dem LIF-das ist vielleicht nicht das, was ihre Wähler wollten. Und der HPH kommt statt der Heide durch die Hintertür jetzt doch noch zu seinem Mandat.

* Beim Team Stronach rollen jetzt die Köpfe-auch nicht sehr beständiges Konzept. Der alte Mann hat gut angefangen-aber jetzt kann ich es nicht mehr nachvollziehen, worum es geht.

* Und auch beim BZÖ rollen die Köpfe und der farblose Parteichef geht-übrig bleibt ein Nichts. Haiders Witwe kann dem Ganzen leider auch keinen Glanz verleihen. Grosz wird zum Angriff übergehen müssen, wenn er überleben will.

Endlich, aber zu spät...

... trennt sich das BZÖ von diesen beiden Typen! Heulsuse und Dobermann waren die Totengräber dieser Partei. Grosz ist gut, kommt aber zu spät...

 
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