Wien (maf). Die FPÖ war besonders unter jenen erfolgreich, die glauben, selbst von der Wirtschaftskrise betroffen zu sein. Jeder Vierte aus dieser Gruppe hat FPÖ gewählt, insgesamt ist es nur jeder Zehnte. Das ist eines der auffallendsten Ergebnisse einer Umfrage des Instituts Sora für den ORF unter 1000 Wahlberechtigten (Telefoninterviews von Donnerstag bis Sonntag), das verdeutlicht, wie es zum Wahlergebnis kam.
--> Alle Infos zur Steiermark-Wahl
Ebenfalls überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat die FPÖ bei den Jungen und bei den Arbeitern. Bei den Jungen haben auch die Grünen gut abgeschnitten (elf Prozent) –, da aber vor allem unter den Schülern und Studenten: Bei jenen Wählern, die sich noch in Ausbildung befinden, kam die Ökopartei auf 22 Prozent.
Die Großparteien können sich dagegen noch voll und ganz auf die Pensionisten verlassen: 49 Prozent wählten die SPÖ, 42 Prozent die ÖVP – für die anderen Parteien war da nur noch wenig zu holen. Wenig überraschend sind andere Ergebnisse. So etwa, dass 46 Prozent der Arbeiter SPÖ wählten, dagegen 62 Prozent der Unternehmer für die ÖVP votierten.
Von den Spitzenkandidaten erwies sich SPÖ-Chef Franz Voves als der Zugkräftigste. 46 Prozent der SPÖ-Wähler gaben an, dass er ein entscheidendes Wahlmotiv gewesen sei. Hermann Schützenhöfer sahen dagegen nur 27 Prozent der ÖVP-Wähler als wichtigen Wahlgrund – auf ebensoviel kam der Wahlsieger des gestrigen Tages, FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann. Die geringste Zustimmung bekam der grüne Spitzenkandidat Werner Kogler mit 14 Prozent.
Ausländer-Thema zieht
Mit dem Ausländer-Thema haben die Freiheitlichen offensichtlich voll die Stimmung ihrer Wähler getroffen. 71 Prozent gaben an, dass das Auftreten gegen Zuwanderung ein Wahlmotiv gewesen sei. 57 Prozent wollten die FPÖ wieder in der Landesregierung sehen, 45 Prozent erwarten sich die Kontrolle von Missständen.
Bei der SPÖ sagten 71 Prozent, Voves solle Landeshauptmann bleiben; 54 Prozent wollten die gute Arbeit in der Landesregierung belohnen. Für die ÖVP entschieden sich 53 Prozent, weil sie Stammwähler seien. 47 Prozent gaben an, die Volkspartei habe die besten Konzepte für die Wirtschaft. Die „gute Arbeit in der Landesregierung“ gaben nur 37 Prozent als Wahlmotiv an. Ein inhaltliches Thema dominiert bei den Grün-Wählern: 69 Prozent wählten die Partei für ihre Umweltschutz-Politik.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2010)
Historische Präsidentenwahl ''Mubarak-Überbleibsel'' vs. Islamisten
Auch Politiker waren einmal jung Erkennen Sie die Politiker auf Ihren Kinderfotos?
Mein Parlament Alle Nationalrats-Abgeordneten im Überblick - Stellen Sie Ihnen hier direkt Ihre Fragen!
