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Steiermark: "Rot-Blau wäre ein Problem"

28.09.2010 | 18:58 |  VON KLAUS HÖFLER (Die Presse)

Eindeutige Signale von Voves in diese Richtung gab es auch am Tag zwei nach dem Sieg bei der Landtagswahl nicht. Die SPÖ wartet noch ab, die Bundespartei drängt auf eine Absage einer Koalition mit der FPÖ.

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Ich habe volles Verständnis für Franz Voves“, sagt Michael Häupl. Die historische Dimension dieser Sympathiebekundung des Wiener Bürgermeisters für den steirischen Landeshauptmann bleibt eine eingeschränkte. Denn Häupl versteht Voves nur insofern, als „dass er sich die maßlose Überheblichkeit der ÖVP nicht gefallen lässt“. Das war es dann aber auch schon wieder mit den Wiener Streicheleinheiten für die Genossen hinterm Semmering. Er habe, betonte Häupl nachdrücklich, „null Verständnis“, würde Voves ein Regierungsbündnis mit der FPÖ eingehen. „Wenn tatsächlich Rot-Blau käme, wäre das ein Problem“, übt sich der Wiener Stadtchef im doppelten Konjunktiv.

Eindeutige Signale von Voves in diese Richtung gab es auch am Tag zwei nach dem Sieg bei der Landtagswahl nicht. Er wolle erst das endgültige Wahlergebnis und damit die erst am Montag kommender Woche abgeschlossene Auszählung der Wahlkarten abwarten, wiederholt der steirische SP-Chef.

Sein Bundesparteivorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann, betonte am Dienstag noch einmal, sich in die Koalitionsverhandlungen in der Steiermark nicht einmischen zu wollen. Er selbst habe es mehrfach als „untragbar“ bezeichnet, mit der FPÖ zu regieren. Im konkreten Fall sei es aber eine autonome Entscheidung der Landespartei. Dass er alles andere als glücklich über eine derartige Koalitionsvariante wäre, ist aber aus der Aussage herauszulesen, dass es „wahrlich keinen Unterschied“ gebe zwischen der Bundes-FPÖ von Heinz-Christian Strache und den steirischen Blauen unter Gerhard Kurzmann.

In der steirischen SPÖ mehren sich indes die Stimmen, die sich eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen vorstellen können. Neben ARBÖ-Präsident Heinz Hofer kann sich unter anderem auch der Leobener Bürgermeister Matthias Konrad oder der Gewerkschafter Josef Muchitsch eine Regierungskooperation mit der FPÖ statt mit der ÖVP vorstellen. Kritiker eines rot-blauen Bündnisses bleibt dagegen Altkanzler Franz Vranitzky – der führte immerhin das Personenkomitee für Franz Voves im jüngsten Wahlkampf.

 

Strache hofft auf mutigen Voves

Auch bei der FPÖ gibt es keine einheitliche Linie. Landesparteichef Gerhard Kurzmann will sich vorerst auf keine Koalitionsvariante festlegen – auch eine Zusammenarbeit mit der ÖVP ist möglich, ihr fehlt im Landtag aber eine Mehrheit.

Bundesparteichef Heinz-Christian Strache macht Voves dagegen offene Avancen. Strache: „Ich würde mir wünschen, dass Voves den Mut aufbringt und sagt: Ich könnte mir vorstellen, mit den Freiheitlichen ernsthafte Gespräche zu führen.“ Er würde damit den Boykott der „Ausgrenzungspatronen“ (Strache) Faymann und Häupl durchbrechen. Die Taktik, noch vor der Wien-Wahl am 10. Oktober einen Keil in die SPÖ zu treiben, dürfte aber nicht aufgehen. Voves will erst kommende Woche mit den Sondierungsgesprächen beginnen. Neben Rot-Blau bleibt auch eine Fortsetzung von Rot-Schwarz beziehungsweise überhaupt eine Drei-Parteien-Einigung eine Option. Letztere Variante würde aber wohl auf Kosten des Inhalts eines Arbeitsübereinkommens gehen, da konfliktreiche Punkte ausgespart blieben.

Die ÖVP bleibt jedenfalls gesprächsbereit, unterstrich Bundesparteichef Josef Pröll am Dienstag noch einmal die Linie seiner steirischen Parteikollegen.

 

Wahlkarten: Keine Veränderung

Indes hat die Auszählung der ersten Tranche von rund 45.000 Briefwahlstimmen zu keiner Veränderung der Mandatsverhältnisse geführt. „Die Trends haben sich verfestigt“, sagt Manfred Kindermann, Leiter des Wahlreferats, nach Auswertung der Wahlkarten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2010)

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529 Kommentare
 
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Gast: Berd
05.10.2010 22:37
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Voves a Flipper

Von Häupl aus Wien hot da Voves spundes.

Voves du wüst a Wüst a Landeshauptmann sei.

Da Voves es Hundal da Häupl des Herrli. i pocks ned. Das nennt man Weichei!

Bei rot und schworz hätt eh kana wöhl müssn

Gast: Lukas
02.10.2010 12:32
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das Beste für die ÖVP wäre rot-blau

SPÖVP ist das Schlechteste, was Österreich passieren kann. Der Filz der rotschwarzen Polit-Mafia scheint aber unzerstörbar...

Gast: Trafikant
01.10.2010 19:13
0 0

schwarz und blau ist farblich gemischt nicht schön anzusehen

ÖVP-FPÖ wäre sicher viel schlimmer für die Steiermark. Erinnern wir uns nur an die desaströse Lachnummer ''Schüssel I und II'' und die Resultate für Republik.

Steirer
30.09.2010 18:54
0 0

Schlimmer als mit der ÖVP kann es nicht werden

Natürlich bin auch ich skeptisch. Die ÖVP betrieb 5 Jahre eine Permanentwahlkampf mit allen Mitteln. Sie schreckten auch nicht vor privaten Unterstellungen zurück. In einer grazer Gratiszeitung gab es ein Inserat in der das angeblich zu große Haus von Voves kritisiert wurde, mit dem Hinweis dass das möglichweise aus der Stiftung finanziert wurde. Dreckiger geht es wohl nimmer.

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"rot-blaue Übereinkunft"?

Wenn zwei Parteien, die sehr gut zusammenpassen, wenn auch die SPÖ ihre Fremdenfeindlichkeit durch ihre Politiker nicht so deutlich zum Ausdruck bringt (viele Wähler beider denken aber ganz anders!), sich nicht auf eine Koalition ((lat. coalitio ‚ Vereinigung, Zusammenschluss, Zusammenkunft) einlassen, sondern auf eine Übereinkunft, dann ist das nicht nur verlogen, sondern auch feige. Es führen beide Varianten zum gleichen Ziel, ob als Liebes- oder Zweckheirat: die Steiermark noch mehr strukturell zu zerstören, Parteivermögen steuerschonend in Stiftungen zu parken und weiterhin alle Wähler für dumm zu erklären. Wiederholungstäter.

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So bestraft die SPÖ

ihre eigenen Sozialdemokraten, die diesmal (und auch schon mehrfach) die FPÖ gewählt haben. Weil die SPÖ Angst vor den sehr unscharfen Trennlinien zwischen SPÖ und FPÖ und vom sehr großen gemeinsamen Nenner der rot- und blau-sozialistischen Wähler hat. Interessant ist, wenn man diese beiden Farben vermengt, kommt was heraus?
Statt zur inhaltlichen und politischen Abgrenzung greift man lieber zur mechanischen Ausgrenzung!

Hilflos, nicht? Fast herzig!


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Die SPOE und auch OEVP sollen nicht vergessen

dass hinter der FPOE Wähler stehen, die bei anderen Wahlen eventuell SPOE oder OEVP wählen. Wenn sie die FPOE ausgrenzen, grenzen sie diese Wähler aus oder wollen sie bevormunden. Das kommt nicht gut an. Daher ist die FPOE genauso zu akzeptieren, wie jede andere Partei.

Gast: eingemischter
29.09.2010 17:05
0 0

den faymann kann das ganze im grund

wenig scheren, der hat ausgesorgt samt seiner alten - die pfründe ist den beiden so oder so sicher - zwei echte sozis von neuem schrott und korn

Gast: BlauerWiener
29.09.2010 16:09
0 0

Freundschaft, Franz Voves!

Was mischt sich der Häupl in innersteirische Angelegenheiten ein??

fireone
29.09.2010 13:51
0 0

UHBM

soll sich um Wien und seine Bürger kümmern. Dann muß er auch keine Angst vor den, ach so rechtsradikalen, Blauen haben.

Iason
29.09.2010 11:38
0 0

Dumm gelaufen für die ÖVP

auch mit den Blauen geht sich keine Mehrheit mehr aus.
Wie wäre es einmal mit der Oppositionsrolle?

Ein wenig zusätzlicher Sozialismus in der Steiermark, würde die Wähler schon aufrütteln.

Gast: gast
29.09.2010 11:21
0 0

Wäre schön

wenn Voves auf sich selber hört und die FPö als Partner nimmt.

Allles andere ist Ausgrenzung das Ärger nimmer geht....

Antworten Gast: wildwings
29.09.2010 13:04
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Re: Wäre schön

Das wäre ein interessantes Experiment mit vielen Chancen und Risken für beide. Nur werden dann die Linksradikalen einen Muskelkater vom N*** - Keule schwingen bekommen ...

Gast: FOX
29.09.2010 11:02
0 0

Die Bundes-SPÖ unter Faymann ist ein typischer Fall ...

... dass Ideologie über die Wünsche der Bevölkerung gestellt wird. Im Jahr 2010 ist solch ein Denken einfach nur erbärmlich!

Gast: Bürge(r) & Zahler ltd.
29.09.2010 10:45
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@ Major Nagl

Bitte verabschieden sie sich von den grünen Fantasten. Hier haben sich unheilige Allianzen entwickelt. Firmen, die jeden Auftrag ausführen, demgemäß auch den Auftrag Löcher zu bohren und wieder zuzuschütten und grünen Fantasten, die die Initialzündung geben. Nach außen scheint alles klar. In Wahrheit wird der Bürger gepflanzt. Loch auf, Loch zu, Taferl auf , Taferl ab. Bauten ohne Multiplikationsfaktor dienen nur dem Bauuftragnehmer, belasten aber das Gesamtgefüge enorm. Was der volkswirtschaftliche Nutzen des HBF Umbaues sein soll, wird niemand stichhaltig erklären können. Übliches Architektengesäusel reicht nicht um Steuermilliarden zu verplempern.

Gast: VernunfTiger
29.09.2010 08:59
0 0

Realitäten

Demokratie heißt offensichtlich, dass sich 2 Parteien trotz massiver Stimmenverluste (von der sinkenden Wahlbeteiligung gar nicht zu reden) als Sieger feiern lassen und immerhin 11% der Wähler als "rechte Spinner" bezeichnet werden.
Egal ob das jetzt gut ist oder nicht - der Abstand zwischen 37-38% und 10,7% der Wähler ist gar nicht so viel.
Fragen sie sich einmal WARUM das blau-orangene Lager seit Jahren zunimmt während Rot/Schwarz gleichzeitig ständig verliert. Solange die (realen oder geschürten) Ängste der eigentlichen Mehrheit (die politverdrossenen Nicht- bzw. Protestwähler) ignoriert werden, wird sich dieser Trend fortsetzen.
Und dabei ist Österreich keine Ausnahme: Die Nationalisten Europas sind eine wachsende Gegenbewegung zu orientierungslosen, entscheidungsschwachen sozialistisch-konservativen Führungsschichten der letzten Jahrzehnte. Diese weiterhin unbeachtet zu lassen zeugt von geradezu sträflicher Ignoranz...

Antworten fireone
03.10.2010 17:48
0 0

Re: Realitäten

Besser hätt ich es auch nicht formuliern können.....BRAVO!!!!

Antworten Scaurus
29.09.2010 10:42
0 0

Re: Realitäten

Etwas Kurz(mann)sichtig Ihre Erwähnung massiver Stimmenverluste - oder in Anbetracht der letzten 10 Jahre: Wer tief fällt kann wieder hoch rauskraxeln.

Antworten Antworten fireone
03.10.2010 17:49
0 0

Re: Re: Realitäten

Der AUfstieg ist aber weit mühsamer als der Fall.

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Re: Re: Realitäten

Der Aufstieg wird aber richtig hart werden, denn beide sind noch gar nicht unten angekommen. Da gehts noch ein bisschen weiter runter

Antworten Antworten Gast: wildwings
29.09.2010 10:56
0 0

Re: Re: Realitäten

Wenn Sie das so sehen: was sagen sie dazu, dass die Bundes-SPÖ mal über 50 Prozent hatte und mittlerweile bei 29 Prozent liegt?

Antworten Antworten Antworten Scaurus
29.09.2010 12:56
0 0

Re: Re: Re: Realitäten

Okay, zur Steiermark, auch wenn sie gerne, abweichend vom Artikel, FPÖ-Steiermark mit der Bundes-SPÖ vergleichen würden:

FPÖ + BZÖ haben in der Steiermark von 1995 bis 2005 MASSIV verloren und stehen jetzt, wieder erholt, bei ca. 80% des Ergebnisses von 1995. Die SPÖ hält bei etwa 7% über dem Ergebnis vom 1995. Das recht starke Abschneiden der Roten 2005 ist vor allem auf einige wenige Faktoren zurückzuführen, besonders erwähnenswert: Knittelfeld, Hirschmann, Herberstein. Diese wurden bei der letzten Wahl durch den Landeshauptmann-Bonus ersetzt.

Fazit: Eine knappe und spannende Entscheidung zwischen SPÖ und ÖVP, die FPÖ schafft es, ihre Stimmen mehr als zu verdoppeln. Jedoch schafft sie dies nur relativ zu einem Minimalergebnis der letzten Wahl und erreicht damit auch nur ihr 6. bestes Ergebnis seit 1949 in der Steiermark.

Die Ergebnisse der Bundespartein können Sie, lieber Gast: wildwings, gerne selbst interpretieren, oder sie wahrten auf die nächsten Nationalratswahlen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: wildwings
29.09.2010 13:09
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Re: Re: Re: Re: Realitäten

Schon klar was Sie meinen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass oft das Schlechtreden der FPÖ System hat. Natürlich ist Voves meiner Meinung nach auch Sieger.

Antworten Antworten Antworten Gast: jetzt gast
29.09.2010 11:30
0 0

Re: Re: Re: Realitäten

Und was sagen sie dazu das die Nazionalsozialisten einmal 100% hatten?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: wildwings
29.09.2010 13:02
0 1

Re: Re: Re: Re: Realitäten

Diskutieren Sie mit wem anderen das ewige N*** -Thema. Bis auf ein paar Ausnahmen wie Sie kann das nämlich niemand mehr hören, Sie "Hobby-Historiker"!

 
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