Michelle Obama: "Liebe ihn mehr als vor vier Jahren"

05.09.2012 | 06:41 |   (DiePresse.com)

Die First Lady wirbt am Demokraten-Parteitag mit einer (politischen) Liebeserklärung für die Wiederwahl ihres Mannes. Barack Obama nehme die Probleme der Menschen jedenfalls persönlich.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mit einer von Anhängern gefeierten Rede hat sich die amerikanische First Lady Michelle Obama für die Wiederwahl ihres Ehemannes stark gemacht. Präsident Barack Obama verdiene eine zweite Amtszeit, weil er den Kampf sozialer Probleme nicht als Politik ansehe, sondern als persönliche Aufgabe, rief die 48-Jährige am Dienstagabend jubelnden Delegierten beim Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina) zu. Der Auftritt der beliebten Präsidenten-Gattin zur besten TV-Sendezeit sollte Obama wichtige Sympathiepunkte für die Wahl am 6. November einbringen.

"Wir müssen noch einmal zusammenkommen und zusammenstehen für den Mann, dem wir vertrauen können, dass er dieses Land weiter nach vorn bringt", sagte Michelle Obama am Ende ihrer emotionalen Rede, in der sie tief in die Familiengeschichte eintauchte.

"Präsident zu sein, zeigt wer du bist"

"Wenn es darum geht, unsere Wirtschaft wieder aufzubauen, dann denkt Barack an Leute wie meinen Vater und seine Großmutter", sagte sie und verwies auf die bescheidenen Verhältnisse, in denen beide aufwuchsen. Sie setzte damit einen Kontrapunkt zum republikanischen Herausforderer Mitt Romney, der Spross eines erfolgreichen Geschäftsmanns ist. Michelle Obamas Ansprache war seit Tagen mit Spannung erwartet worden, nachdem in der vergangenen Woche Ann Romney bei dem Parteitag der Republikaner auf der emotionalen Ebene vorgelegt hatte. In einer hochgelobten Rede stellte auch sie ihren 65 Jahre alten Mann als treu sorgenden Familienvater dar. Michelle Obama lobte die Werte ihres Mannes ebenso umfassend.

Wie zuvor Ann Romney stellte Michelle Obama auch ihre persönliche Beziehung zu ihrem Gatten in den Mittelpunkt ihrer Rede. Die Erfahrung der Präsidentschaft habe sie noch enger zusammengeführt. "Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, aber heute liebe ich meinen Mann sogar noch mehr als vor vier Jahren", sagte sie. Das liege auch daran, dass sie in der Zeit viel über ihn gelernt habe. "Ich habe aus erster Hand erfahren, dass Präsident zu sein Dich nicht verändert - es zeigt, wer du bist." Obama schaute die Rede mit seinen Töchtern Malia und Sasha vor dem Fernseher im Weißen Haus.

Bill Clinton hält Nominierungsrede

Der dreitägige Parteitag ist am Dienstag mit fast 50 Reden eröffnet worden. Am Mittwochabend wollen die knapp 6000 Delegierten Obama offiziell als ihren Kandidaten aufstellen. Die Nominierungsrede wird der Ex-Präsident Bill Clinton halten. Obamas große Antrittsrede folgt am Donnerstag. Ziel des medienwirksamen Parteitages ist es, die Weichen für die Wiederwahl zu stellen. Für Romney hatte das in der vergangenen Woche laut einer am Dienstag veröffentlichten Gallup-Umfrage nicht funktioniert. Ihr zufolge kommt Romney auf 46 Prozent Zustimmung, Obama auf 47. Noch eine Woche zuvor habe Romney einen hauchdünnen Vorsprung gehabt.

Große Aufmerksamkeit erzielten bei dem Parteitag auch andere Redner. Der Bürgermeister der texanischen Stadt San Antonio, Julian Castro, trat direkt vor Michelle Obama auf und erhielt für seine harten verbalen Angriffe auf Romney viel Beifall in der prallgefüllten Basketball-Arena, die etwa 15.000 Zuschauer fasst. Auch Obamas ehemaliger Stabschef Rahm Emanuel, der heute Bürgermeister von Chicago ist, konnte die Demokraten in Begeisterung versetzen.

Lob von Ex-Präsident Jimmy Carter

Der ehemalige Präsident Jimmy Carter stellte Obama per Videozuschaltung ein blendendes Zeugnis in der Außenpolitik aus. "Präsident Obama hat das Ansehen der USA in der Weltgemeinschaft wiederhergestellt", sagte der 87-Jährige. Durch Dialog und Zusammenarbeit habe er den Geist von Vertrauen und guten Willen zurück in internationale Beziehungen gebracht, meinte der Friedensnobelpreisträger.

Auf dem Parteitag unterstützten die Demokraten auch Obamas Vorhaben, die Steuern für Großverdiener zu erhöhen. Bürger mit einem Einkommen von mehr als 250.000 Dollar (198.000 Euro) sollen künftig kräftiger zur Kasse gebeten werden, heißt es dem verabschiedeten Parteiprogramm. Für die restlichen 98 Prozent der Bevölkerung sollen die Steuern gleichbleiben. Die Republikaner lehnen Steuererhöhungen grundsätzlich ab.
Das Parteimanifest der Demokraten befürwortet im Gegensatz zu der republikanischen Version auch die gesetzliche Gleichbehandlung homosexueller Paare. Es bekräftige auch das Recht der Frauen, selbst über eine Abtreibung zu entscheiden. Die Republikaner sind kategorisch gegen Abtreibungen, auch wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht oder nach Vergewaltigungen oder Inzest.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

39 Kommentare
 
12
Gast: Al Capone, John Gotti usw......wurden auch von vielen Frauen geliebt, ABER was hat so eine Vermeldung mit einen Wahlkampf zu tun, WAS will sie damit!?
06.09.2012 01:48
1

Michelle Obama: "Liebe ihn mehr als vor vier Jahren"......

...."Liebe ihn mehr als vor vier Jahren"...... WAS will sie der Bevölkerung damit sagen??? WER ist sie??? OK, ich weiß schon, dass sie die Frau von Obama ist, ABER ich verstehe den Sinn dieser Vermeldung nicht......sollte sie das nicht eher ihren Mann in intimer Atmosphäre mitteilen, die wird ja nicht mit solchen Mitteilungen um Wählerstimmen buhlen?....das wäre schon ein bissi tief und hat ABSOLUT NICHTS mit der Arbeit eines Präsidenten zu tun....man stelle sich vor, Frau Putin oder Frau Fischer würde derartiges ins Wahlprogramm einbringen.....WAS hätte das für Auswirkungen? Oder sind wir Menschen wirklich so NAIV??? Schau di liabt erm, den wähl ma???

Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Der Sozi Obama, bescherte den Amerikanern im Sinne eines "Ausgaben-Gelages " ca. 5.000 Mrd. Dollar (5 Bill.) Staatsverschuldung (!). Versprochen hat er vor 4 Jahren eine Halbierung der Staatsschulden (!). Der Vorwurf lautet : zuviel Militärausgaben und verantwortungslose Haushaltspolitik (u.a. teures Konjunkturprogramm u.überzogene Sozialausgaben).

Die Sozen sind über all gleich und durchtrieben!

Antworten Gast: oisdesgleiche
06.09.2012 00:00
1

Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Kitschveranstaltung? So wie Ann Romneys Rede?

Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Na weil er die Großbanken die auf Pleite setzen nicht zerschlagen hat. Die Gelegenheit war noch 2009 perfekt.

Jetzt hat er den Salat.

Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

USA bietet überzogene Sozialleistungen ? Können sie bitte einige Beispiele Posten ,danke im Vorraus.

Re: Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Sorry...sollte heißen - teure Sozialausgaben !

Antworten Gast: Johan Meltini
05.09.2012 17:01
9

Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

den USA, und wenn auch mit Obama, Sozialismus vorwerfen, geht von Europa aus eigentlich gar nicht.
Aber bitte...recherchieren sie mal quantitative Easing QE+Wall Street+Staatsschulden.

Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Sorry...müsste heißen - ca. 5.000 Mrd. Dollar (5 Bill.) Staatsverschuldung (!) zusätzlich.

Re: Re: Kitschveranstaltung aber die Probleme ufern aus...

Sich erst mit was auskennen, dann losposaunen. Kleiner Tipp.

alles Show! ekelhaft

würde mich nicht wundern, wenn Obama nur ein Avatar ist. in USA ist nichts real und authentisch.

Re: alles Show! ekelhaft

das einzig reale ist dass man 3 mal so viel verdient wie in oesterreich.

mfg aus den usa

Re: Re: alles Show! ekelhaft

keine Kunst, wenn man nebenbei andere vormals souveräne Staaten ausbeutet und Angriffskriege führt.

Gast: StK
05.09.2012 13:10
9

Wie lange noch...

lässt sich die amerikanische Gesellschaft für dumm verkaufen? Diese Frage hat mich lang beschäftigt. Aber die Antwort ist einfach: Sie wollen nichts anderes.
Die Einäugigen unter ihnen sind reich geworden und haben ihren Platz im System gefunden (und sie werden dieses System zu erhalten wissen). Die Blinden bleiben weiterhin blind und brauchen nur ein bisschen Seifenoper, Sitcom. Pursuit of Happiness und schöne Bilder von Freiheit und Demokratie. Ein Schwarzer im Weissen Haus. Das ist doch was. Support our boys in Afghanistan. Das ist doch auch was. Aber ob es da eigentlich um die Sicherung von Transportwegen geht, im Irak um Öl und Bauaufträge, ob der Iran ein geopolitisch ganz wichtiger Punkt ist - oder eben nicht, das interessiert nicht.
Die Milliardäre als zukünftige oder gewesene Präsidenten wissen was sie tun und wem sie dabei von Nutzen sind.

Wir sollten uns nur fragen, ob das gut für uns ist? Ob wir dieses - an sich - unmenschliche Wertesystem annehmen wollen, vorausgesetzt wir haben es nicht schon?

Würg...


Re: Würg...

geistreicher Beitrag und gut im voting
toll

Re: Re: Würg...

Manchmal bringt man nicht mehr heraus! Vor allem wenn man solche Beiträge liest, indem ein Ehepaar ihre ach so riesengroße Liebe zum Ausdruck bringt! Riecht nach Heidi Klum, die ja jedes Jahr ihr Eheversprechen erneuert hat. Krampfhafter geht es doch gar nicht! Vor allem trägt das ganze zu gar nichts bei! Es ist halt nichts anderes als uns in der Hollywood Hirnwaschmaschine ständig eingetrichtert wird. Die Withney Housten, Friede ihrer Asche, hätte den passenden Soundtrack dazu!
Außerdem ist mein "geistreicher Beitrag" ungefähr in der selben Liga wie obiges und passt somit ganz gut dazu!
Wenn der Artikel schon so geistreich ist dann genügt das ja fürs Erste.

*g*

"riecht nach Heidi Klum" ... danke für den Lacher : ) ich find's toll!

Gast: Rigor mortis
05.09.2012 10:20
4

Schaumschläger-Symposium

Was für traurige Würsteln!

Außer mit den Ohren zu wackeln hat der Barry-Teddybär eh nix zu bieten!

Gast: Grieg, Liszt & Händel
05.09.2012 10:06
13

Wer liebt ihn nicht,

diesen Friedensnobelpreisträger, der per Dekret
Menschen töten lässt wie weiland römische Imperatoren und dem das Völkerrecht ein Anachronismus aus dem vorigen Jahrhundert ist.


Gast: gast1984
05.09.2012 10:02
3

"Liebe ihn mehr als vor vier Jahren"

Tja, jetzt weil er Oberbefehlshaber der Amerikanischen Streitkräfte ist!

peinlich...

es soll zwar einige leute geben, die die dame mit dem herben charme, dem geckenhaften auftreten, der selbstverliebtheit und ihrem - an eine russische kugelstoßerin erinnernden - körperbau attraktiv finden (tja, liebhaber gibt es für alles...), aber es wird kaum jemanden (zumindest in Europa) geben, der diese schmalzige, berechnende und vor verlogenheit triefende rede nicht als zutiefst peinlich ansieht.

Antworten Gast: Bungabunga
05.09.2012 10:20
5

Re: peinlich...

sie stehen wohl auf schmallippige, dürre, blasse, wortkarge Mäuschen!

Re: Re: peinlich...

Wenn sie intelligent, hübsch und zärtlich sind schon.

Re: peinlich...

Ja, ein unglaublicher Topfen. Die Amerikaner sind aber auch ziemlich schlicht.

Antworten Antworten Gast: sid
05.09.2012 10:33
9

Re: Re: peinlich...

stimmt...mit uns könnte das keiner machen- wir akzeptieren ausschließlich Politiker von Format...

Re: Re: Re: peinlich...

Sie haben schon recht. Aber ganz so arg ist es noch nicht.

 
12

Umfrage

Mein Parlament

Jetzt Politik-Newsletter abonnieren

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ereignisse aus Innen- und Außenpolitik. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden