20.05.2013 04:42 Merkliste 0

'Selbsternannte Opfer': Romney verhöhnt Obama-Wähler

18.09.2012 | 08:46 |   (DiePresse.com)

Der US-Republikaner kritisierte die Wähler des amtierenden Präsidenten als Sozialschmarotzer - und wurde heimlich dabei gefilmt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein heimlich aufgenommenes Video bringt den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney unter Druck: Die im Internet veröffentlichten Mitschnitte zeigen, wie Romney über jene "47 Prozent der Menschen" lästert, die im November für Amtsinhaber Barack Obama stimmen würden. Diese würden glauben, "dass sie Opfer sind" und die Regierung verpflichtet sei, sich um sie zu kümmern. 

Das Video entstand während eines privaten Empfangs für reiche Wahlspender. Es wurde dem linksgerichteten Magazin "Mother Jones" zugespielt.

Romney im Wortlaut: "Es gibt 47 Prozent der Menschen, die den Präsidenten wählen werden, egal was passiert. Gut, es sind 47 Prozent auf seiner Seite, die von der Regierung abhängig sind; die glauben, dass sie ein Opfer sind; die glauben, die Regierung ist verpflichtet, sich um sie zu kümmern; die glauben, sie haben Anspruch auf Gesundheitsfürsorge, auf Essen, Unterkunft, was auch immer. Das ist ein Rechtsanspruch. Und die Regierung sollte es ihnen geben. Und die werden diesen Präsidenten wählen, egal was passiert. (...) Diese Menschen zahlen keine Einkommenssteuer. (...) Mein Job ist nicht, mich um diese Leute zu kümmern. Ich werde sie niemals überzeugen, persönlich Verantwortung zu übernehmen und für ihre Leben zu sorgen. Was ich tun muss, ist die fünf bis 10 Prozent in der Mitte zu überzeugen, die unabhängig sind."

Romney: "Habe mich nicht elegant ausgedrückt"

Romneys Aussagen riefen eine Welle der Empörung hervor. Die Republikaner reagierten mit einer eilig einberufenen Pressekonferenz: Dabei räumte Romney ein, er habe sich "nicht elegant" ausgedrückt. Er habe "aus dem Stegreif" auf eine Frage geantwortet, versuchte er sich zu verteidigen. An seinen Aussagen hielt der frühere Finanzinvestor und Gouverneur von Massachusetts aber fest, berichtete "Spiegel Online".

Romneys verbaler Patzer reiht sich in eine Serie von Ausrutschern der vergangenen Monate: In Großbritannien hatte er die britischen Sicherheitsvorkehrungen bei den Olympischen Sommerspielen kritisiert. Zuletzt hatte er nach den gewaltsamen Protesten gegen ein in den USA produziertes Mohammed-Video dem Präsidenten Führungsschwäche vorgeworfen.

50 Tage vor dem Urnengang am 6. November scheint der Republikaner die Rechnung für seine Ausrutscher präsentiert zu bekommen: Amtsinhaber Obama liegt landesweit in den Umfragen vorn. Seit dem Parteitag der Demokraten sehen Demoskopen Obama vier, fünf, sogar sechs Prozentpunkte vor Romney. Auch in den besonders umkämpften Bundesstaaten Ohio und Florida verzeichnen Umfragen einen Vorsprung für den demokratischen Amtsinhaber.

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

119 Kommentare
 
12 3
0 0

Das war jetzt ein Fehler

aber einer der Demokraten. Denn jetzt hat Romney einen Teil seiner Wählerverluste in Brooklyn wieder wettgemacht.

Da hat er recht,

denn die Palis wollen nur Krieg und Terror!

Antworten Gast: CS
19.09.2012 16:10
1 1

Re: Da hat er recht,

Auch eine sehr ausgewogene Ansicht angesichts der Vorgehensweise Israles in den Palästinensergebieten.

0 1

Re: Re: Da hat er recht,

sie haben sicher recht, da die palästinenser im jahr 2012 erst knapp 200 raketen auf israel abgefeuert haben und es im jahr 2011 mehr als 680 raketen waren, sollten wir von friedliebenden palästinensern sprechen.

Antworten Antworten Antworten Gast: CS
20.09.2012 13:31
0 0

Re: Re: Re: Da hat er recht,

naja bei einem blick auf die landkarte und die illegal errichteten siedlungen in den palästinensergebieten könnte man den eindruck gewinnen, dass sich israel wie eine kolonialmacht geriert, zumal auch im gazastreifen der wie ein großes gefägnis wirkt - das heisst nicht dass ich raketen und terroranschläge gutheiße aber dieser konflikt hat wohl mehr seiten.

0 0

Ausdrucksweise

Man sollte als Politiker zumindest im Wahlkamp auf sein Wortwahl achten und nichts schlechtes über die Wähler sagen, sonst kann das ganz schnell nach hinten losgehen.

Gast: Konservativer
19.09.2012 08:25
3 0

Was ist am Kommentar über die Friedensunwilligkeit der Palästinenser falsch?

Wer die Hamas wählt, ist friedensunwillig.

Pomney schafft sich (hoffentlich) selbst ab!

Es wäre ein Segen für die Amis, und auch für uns in Europa, und in aller Welt.
Denn damit wäre ein weiterer Krieg der USA gegen irgend jemand erstmal vom Tisch! Das wird zwar die US Rüstungs- und Waffenlobby ärgern, aber wen interessiert das schon?
Romney greift auf das alte Rezept zurück: "Erstmal einen Krieg anzetteln, und dann die patriotische Welle nutzen um die Gesetze zu Gunsten seiner Unterstützer zu ändern!"

Nur gut, dass sich solche Leute oftmals selber abschießen. Wie gesagt, es wäre ein Segen für alle wenn es so wäre, aber leider sind die Amis bei ihrer Präsidentenwahl nicht immer gesegnet.
Obama wäre eben das kleinere Übel, aber die USA sollten endlich mal einen guten Präsidenten bekommen, der die Probleme des Landes angeht, und eventuell löst.

Das tragische ist

Romney kann so blöd sein, wie er will-Bush jun. hat es vorgemacht, daß es auch so geht-sogar 2x.
Man kann nur hoffen, daß die Amerikaner daraus gelernt haben.

Soltte es Romney werden, wäre interessant, wer dann die first Lady wäre-eine berechtigte Frage bei einem Mormonen.

Gast: guatgmocht
18.09.2012 21:53
1 2

Well done

Der wird sicher damit viele Wähler kriegen...haha.

bei

der aufstellung ihrer präsidentschaftskandidaten haben die amis ein brett vorm kopf. anders sind diverse fehlgriffe nicht zu erklären.

Re: bei

Ich verstehe die Republikner auch nicht-das letzte Mal konnte sich Mc Cain noch auf seine unterhaltsame Sarah ausreden. Romney ist schon einen Schritt weiter-er macht sich selber zum Narren.
Naja eigentlich auch nicht ganz-Wahlhelfer wie Eastwood, die Selbstgespräche mit einem Sessel führen......

Gast: supersauber
18.09.2012 18:28
3 5

Romney ...

... ist ja genau so eine Intelligenzbestie wie Bush jr. oder Palin. Die Republikaner führen die Tradition fort.

Gott behüte uns vor den REPS. Romney übertrifft ja noch George Bush an fehlender Intelligenz und Ignoranz.

Die USA schaffen sich sukzessive als Weltmacht ab. Und das ist gut so.

Was die Demokraten wollen

ist die Mittelschicht, das Rueckgrat der amerikanischen Wirtschaft von Steuern zu entlasten. Klein- und Start- up Unternehmen haben in den letzten Jahren 2/3 der Arbeitsplaetze in den USA geschaffen. Geschweige von den Mittelunternehmen. Klein- und Mittelunternehmen operieren mit weit hoeren Eigenkapitalquoten als Grussunternehmen, d.h. diese operieren unter einem hoeren Risiko fuer das EIGENE Unternehmen, und bzw. einem geringeren fuer die EXTERNEN Adressaten.

Bei der Steuererhoehung geht es nicht um eine SteuerBELASTUNG der Reichen, sondern um eine SteuerENTLASTUNG der Mittelschicht, damit sich Klein- und Mittelbetriebe leisten koennen mehr Artbeitsplaetze in den USA zu schaffen und nicht in Asien/Mexico.

Die Belastung der Reichen ist nur eine Folge davon und nicht der Hauptzweck, weil diese Gelder ja irgedwo ausgeglichen werden muessen

. Und das ist eben kein "Sozialismus" wofuer es der Depp Romney haelt und bezeichnet, sondern das ist gleichmaessige Beteiligung aller Gesellschaftsschichten - ein grundlegendes konservatives Prinzip eben. Doch die republikanischen Deppen kennen sich mit Konservatismus nicht aus, sie haben mit ihren perversen Ansichten die konservative Idee nur kaputt gemacht.

Was die Demokraten wollen


Krieg statt Sozialleistungen

das ist dort die Alternative. und warum Krieg? Damit die ganz Reichen noch reicher werden.

Antworten Gast: jaga_
18.09.2012 19:36
5 0

Re: Krieg statt Sozialleistungen

können sie auch mal an etwas anderes als an Sozialleistungen denken? Wissen sie eigentlich, dass jemand anderer dafür doppelt arbeiten muss?

Re: Krieg statt Sozialleistungen

Bibi kann es sicher kaum erwarten bis sein alter Kumpel im Weissen Haus sitzt...dann können sie sich sofort dem bösen Iran widmen...

Antworten Gast: Febobo
18.09.2012 17:52
2 2

Re: Krieg statt Sozialleistungen

Und damit sich die Armen selbst dezimieren.

Ein uraltes Rezept

2 0

Re: Re: Krieg statt Sozialleistungen

sehr geschmaklos- was hat Iran damit zutun?

Damit der Reiche ein schönes Bild von sich selbst hat,

findet er Gründe, warum die Armen zurecht arm sind, weil sie selbst daran schuld sind und dann auch noch unverschämterweise mit Unterstützung von Sozialisten und Gewerkschaften immerzu mehr verlangen.

Romney betreibt auch nur Klientelpolitik und ist tatsächlich überhaupt kein Vertreter eines radikalen libertären (Wirtschafts-)Programmes.


Wollte er nur den Staatseinfluss zurückdrängen und dessen aufgeblähtes Budget kürzen müsste er auch die Milliardensubventionen für die Agrarindustrie, das Militär und dessen Industriekomplex sowie die Wirtschaft im Allgemeinen auf Null zusammenkürzen.

Wenn er das erreicht hat kann er meinetwegen beginnen darüber nachzudenken, ob ausreichend Geld vorhanden ist, um den Ärmsten bei der Befriedigung elementarster Bedürfnisse zu unterstützen.

Allerdings wird das nie passieren, denn Romneys Parteispenden kommen genau aus diesem Agrar-, Militär- und Wirtschaftskomplex.

Re: Romney betreibt auch nur Klientelpolitik und ist tatsächlich überhaupt kein Vertreter eines radikalen libertären (Wirtschafts-)Programmes.

Das US Militär, also alle 4 Teilstreitkräfte, hat heuer im Vorwahlkampf geschlossen Ron Paul unterstützt.

Den einzigen der verbliebenen Kandidaten der sich nachdrücklich gegen jede Form von militärischer Intervention im Ausland ausspricht.

Das ist eine sehr aussagekräftige Tatsache.

Re: Re: Romney betreibt auch nur Klientelpolitik und ist tatsächlich überhaupt kein Vertreter eines radikalen libertären (Wirtschafts-)Programmes.

Richtig, Ron Paul ist ein Vertreter eines solchen radikalen libertären Kurses und insofern wären diese Aussagen aus seinem Mund auch glaubwürdig und authentisch gewesen, allerdings ist er Romney im Vorwahlkampf gnadenlos unterlegen und es geht hier nur mehr um Romneys Programm und Person und der ist eben kein Ron Paul.

Außerdem müssen Sie auch unterscheiden zwischen dem Militär als solches, d.h. dem Personal, und der Industrie die als Zulieferer und Entwickler für das Militär fungiert. Der militärische Industriekomplex hat Ron Paul jedenfalls nicht unterstützt.

Gast: Behirner
18.09.2012 16:35
2 3

Konservative aller Länder, vereinigt euch!

Hat die Marek (VP, wollte Arbeitsdienst für Taschengeld, hängt jetzt faul im Parlament herum) nicht Ähnliches von sich gegeben?

 
12 3

Umfrage

  • SPÖ und ÖVP abgestürzt: Was bedeutet das Salzburg-Ergebnis für die Bundespolitik?
  • Salzburg zeigt den Abwärtstrend der Regierungsparteien, der auch bei der Nationalratswahl anhalten wird
  • Salzburg ist ein Sonderfall, das Ergebnis wird keine Auswirkungen auf die Nationalratswahl haben
  • Weiß nicht / egal