Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat sich überraschend für die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama ausgesprochen. "Ich hoffe, das schadet Obama nicht", sagte der Sozialist am Sonntag im staatlichen Fernsehen. "Aber wenn ich aus den USA wäre, würde ich für Obama stimmen."
Vermutlich würde Obama bei der Wahl in Venezuela am kommenden Wochenende auch für ihn stimmen, sagte Chavez weiter. "Obama ist ein feiner Kerl ... wenn er aus Barlovento oder einem Stadtteil von Caracas käme, würde er für Chavez stimmen." In der Küstenstadt Barlovento stammen viele Einwohner von Afrikanern ab.
Von der "Schande" zum Wahltipp?
Ob die Wahlempfehlung von Chavez Obama freut, ist fraglich. Die Gegner des amtierenden US-Präsidenten versuchten nämlich schon öfters, Obama als Sozialisten zu verunglimpfen. Nun erhält er ungefragt Unterstützung von einem Mann, der sich selbst als Kämpfer für den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" sieht.
Zudem gehört Chavez zu den schärfsten Kritikern der USA. US-Präsident George W. Bush beschimpfte er als "Alkoholiker" und "Teufel". Nach der Wahl Obamas mäßigte er zwar zunächst seinen Tonfall, später warf er ihm jedoch vor, Bushs Politik fortzuführen und nannte den Demokraten eine "Schande für die Afrikaner". In den USA findet die Prösidentschaftswahl am 6. November statt.
Chavez wünscht sich "normale" Beziehungen
Auch hinsichtlich der Beziehungen zu den USA kommen völlig neue Töne von Venezuelas Präsidenten. Er wünsche sich einen "normalen" Umgang. Derzeit ist das Verhältnis zwischen beiden Staaten angespannt, seit 2010 haben sie keine Botschafter mehr ins andere Land entsandt.
(Red./APA)
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