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Die erste Runde ging an Mitt Romney

04.10.2012 | 18:36 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Der Herausforderer überrascht US-Präsident Barack Obama mit einer souveränen Performance. Der Republikaner Mitt Romney schaffte damit ein Comeback in letzter Minute.

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Washington. Für ihren 20.Hochzeitstag hätten sich die Obamas ein romantischeres Ambiente gewünscht als die Magness Arena an der Universität von Denver. Mit Süßholzraspeleien an sein „Sweetie“ Michelle, „die Liebe seines Lebens“, eröffnete Barack Obama vor rund 50 Millionen Zusehern die erste TV-Debatte im Präsidentschaftswahlkampf – und musste in der Replik gleich eine ironische Pointe seines Herausforderers Mitt Romney einstecken.

Ehe die beiden Kandidaten am Ende ihre Frauen auf der Bühne in die Arme schlossen, flüsterte der Präsident seinem Gegner eine sportlich-höfliche Floskel zu: „Gut gemacht.“ Es war die Untertreibung des Abends. „Wo war Obama heute abend?“, fragte Chris Matthews entgeistert, der Kennedy-Fan und linksliberale MSNBC–Moderator der Show „Hardball“. Sein Kollege Bill Maher ätzte per Twitter: „Obama hätte einen Teleprompter gebraucht.“ Und der republikanische Senator John McCain, Obamas Gegner vor vier Jahren, träufelte ein wenig Gift nach: „Wäre das ein Boxkampf gewesen, hätte man ihn abgebrochen.“

 

Konsterniertes Obama-Lager

Für die „Spin Doctors“ und die „Pundits“, die Kommentatoren und Meinungsmacher, war der Ausgang klar: Die erste Runde ging an den Herausforderer. Eine CNN-Blitzumfrage bestätigte den Eindruck: In einer genauen Umkehrung der Erwartungshaltung erklärten zwei Drittel der Befragten Romney zum Sieger. Dabei hatte Barack Obama vier Minuten mehr Redezeit verbucht.

Anhänger wie Beobachter rätselten: Warum hatte der Präsident seinen Gegner nicht vehementer attackiert, warum nicht die Auslandskonten Romneys thematisiert, warum nicht die 47 Prozent der Amerikaner vorgebracht, die Romney bei einem Spendendinner als „Sozialschmarotzer“ abgekanzelt hatte? Bill Clinton hatte es bei einer Wahlkundgebung in New Hampshire nur Stunden vor der TV-Debatte vorexerziert: „Dieser Kerl mit den Bankkonten auf den Cayman Islands greift andere Leute an, weil sie keine Einkommenssteuer zahlen wollen?“

So konsterniert die Parteigänger im demokratischen Lager waren, so sehr strahlten die Republikaner. Endlich, priesen sie Romney, habe ihr Kandidat sein wahres Gesicht gezeigt. Geprügelt, gezeichnet von Pannen, Patzern und schlechten Umfragewerten, war Mitt Romney zum ersten TV-Duell erschienen. Auf ihm lastete gewaltiger Druck. Er wusste, dies würde seine letzte Chance auf ein Comeback sein. Gelingt ihm jetzt keine Trendwende, würden die Wähler beim nächsten Mal abschalten und die Großspender abspringen. Wegen der massiven Kritik an der Kampagne ihres Mannes lagen bei Ann Romney bereits die Nerven blank: „Hört auf. Das ist hart. Wollt ihr es selbst versuchen? Dann steigt in den Ring.“

 

Auf Augenhöhe

Romney hielt sich an sein Ritual, suchte den Blickkontakt mit Ann, legte die Uhr und den Zettel mit dem Wort „Dad“ im Andenken an seinen Vater aufs Pult – und legte los. Er war wie ausgewechselt, wie in seinen besten Momenten in den Duellen gegen Newt Gingrich im Vorwahlkampf: selbstsicher, souverän, angriffslustig. Der Präsident wirkte dagegen verhalten, defensiv in der Körpersprache, er blickte ständig auf seine Notizen. Erstmals als Präsident begegnete ihm ein Gegner auf Augenhöhe – obendrein einer, dem er Abneigung entgegenbringt. Sie verhakten sich in der Steuerfrage, und Romney entwand sich, indem er kurzerhand seinen Steuerplan in Abrede stellte. Dies irritierte Obama. Romney lästerte: „Sie haben Anspruch auf ein Flugzeug, ein Haus, aber nicht auf die Fakten.“ Für die „Fact Checker“ begann da längst die Arbeit.

Trinkspiel zur US-Wahl

Für jede Floskel ein Schluck aus der Flasche. Das ist die Grundregel eines Trinkspiels, das sich während des US-Wahlkampfs im Internet verbreitet. Vor der TV-Debatte stand etwa „Let me clear“ auf der Liste. Wenn Obama es wieder einmal sagte, durfte man trinken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2012)

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11 Kommentare

Romney for President!

Es ist notwendig, den Menschen und nicht nur in Amerika, wieder Hoffnung zu geben, dass sie wieder selbst über ihr Erarbeitetes entscheiden können. Hoffnung für uns, dass wir nicht nur für Staat, Verschuldung und Menschen arbeiten, die entschieden haben auf Kosten aderer zu leben.

Re: Romney for President!

...ja ja der Herr Romney wird sparen...er redet doch ständig von der weiteren Aufrüstung des Heeres - das ganze ist ein Kabarett ohne Realitätsbezug!Man darf sich bei seinem Sieg schon wieder auf die ganzen Neocons ala Wolfowitz, Cheney etc. freuen

Re: Re: Romney for President!

wenn schon Geld ausgegeben beziehungsweise verschwendet wird, dann wenigstens für etwas Vernfütiges und nicht im Sozialstaat versenken!

Unterschied

Da kann man eben genau sehen, welchen Unterschied es macht, ob ein Präsident die vom Ghostwriter vorgegebenen Reden herunterlesen kann oder mit eigenen Worten auf Fragen antworten muß. Hier braucht man eben einen eigenen Ghost und der ist bei Politikern leider oft Mangelware.

Sie sehen hieretwas falsch ..

Romney war die letzten Monate im Wahlkampf ud hat zig hunderte Trainingsstunden hinter sich um seine Argumente zu verinnerlichen, der Päsident hatte nur in den letzten 2 Tagen ein intensives Briefing ...

Ja eh.

Golf spielen ist halt wichtiger.

Re: Unterschied

Natürlich...der arme Obama hat nur deswegen das Duell verloren, wei er eben wie du und ich spontan auf die Fragen antworten wollte und nicht richtig vorbereitet war. Die haben doch beide schon seit Monaten für diesen Auftritt geübt, Obama fehlt nur scheinbar das rhetorische Talent und die Überzeugungskraft.

Gast: Wasserlaeufer
04.10.2012 22:33
1 3

Wie immer geht es in politischen Diskussionen

ums "Arbeitsfreie-Einkommen". (AE)

Da werfen die Republikanern den Demokraten vor,
dass die Sozialprogramme Arbeitsfreies-Einkommen darstellen.

Dieses mag ja auch nicht ganz unrichtig sein.

Auf der anderen Seite werfen die Demokraten
den Republikanern aber vor, dass Investments und
Spekulationen ebenfalls Arbeitsfreies-Einkommen
darstellt.

Dass aber das Arbeitsfreie-Einkommen der
Republikaner das tausenfache jenes der Demokraten ausmacht wird bei der ganzen Sache natuerlich verschwiegen.

Ausserdem wird verschwiegen, dass bei den
Demokraten viele Republikaner
Unterschlupf gefunden haben.

Deswegen bleibt es letzen Endes wurscht
wen man waehlt. Es kommt doch nichts
fuer die Armen dabei heraus als vielleicht
ein paar Essensmarken.

Weil wenn die Armen intelligent genug
waehren brauechten sie die Essensmarken
garnicht sondern waeren bei der NASA um
Milliarden Dollar in den Weltraum zu blasen.

Gratuliere

... und bete für Mitt Romneys Sieg.

Gast: tigermond
04.10.2012 20:11
6 4

tja, man fällt immer auf den herein der am besten lügt.


4 1

Re: tja, man fällt immer auf den herein der am besten lügt.

und Romney lügt ordentlich, wie unsere Politiker auch.

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