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Bissiger Biden: US-Vize setzt in TV-Duell auf Angriff

12.10.2012 | 09:20 |   (DiePresse.com)

Anders als sein Chef Obama gibt sich Biden im TV-Duell der Vizekandidaten angriffslustig. Sein Dauerlächeln gerät dabei aber "außer Kontrolle".

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Es war ein harter Schlagabtausch bei der TV-Debatte der Vize-Kandidaten im US-Wahlkampf. Anders als sein in der ersten TV-Debatte enttäuschender Chef, Präsident Barack Obama, gab sich der Vizepräsident Joe Biden im Duell mit seinem republikanischen Herausforderer Paul Ryan angriffslustig. Der 69-jährige Biden und der um 27 Jahre jüngere Ryan lieferten sich vor allem bei den Themen Nahost und Wirtschaft harte Wortduelle in der Newlin Hall am Centre College in Danville, Kentucky. 

Ryan warf US-Präsident Barack Obama Führungsschwäche vor. Obama würde Amerika in der Welt als eine schwache Nation darstellen. Dies ließ der 69-jährige Biden nicht auf sich sitzen: "Mit allem Respekt, das ist vollkommener Quatsch!"

Biden: "Schwachsinn"

Der nächste Angriff: Die Regierung habe im Vorfeld der tödlichen Terrorattacke auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi versagt, meinte Ryan. Biden konterte: "Was für ein Haufen Schwachsinn." Kein Wort daran sei wahr. Ryan warf der US-Regierung auch vor, im vergangenen Monat widersprüchliche Angaben über den tödlichen Anschlag auf den amerikanischen Botschafter in Libyen gemacht zu haben: "Der Präsident hat zwei Wochen gebraucht, um einzugestehen, dass dies ein Terroranschlag war." Biden erwiderte, die USA würden die Hintermänner der Tat zur Rechenschaft ziehen.

"Was für ein loses Gerede"

Biden warf den Republikanern wiederum vor, die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm zu übertreiben. "Was für ein loses Gerede", sagte Biden. Der Iran sei noch ein gutes Stück vom Atomwaffenbesitz entfernt. Mit Blick auf die harsche Rhetorik des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney im Atomstreit mit dem Iran warnte Biden vor "einem weiteren Krieg". Obama werde alles tun, um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Ryan erklärte die Bemühungen Obamas, die Regierung in Teheran zum Einlenken zu bewegen, dagegen für gescheitert. "Sie sagen, die militärischen Optionen liegen auf dem Tisch, aber das wird nicht als glaubhaft angesehen", sagte er. "Der Schlüssel ist, sicherzustellen, dass wir Glaubwürdigkeit haben. Unter einer Romney-Regierung werden wir Glaubwürdigkeit bei diesem Thema haben."

Und zum Erbe von George W. Bush: Der Präsident habe sein Versprechen gehalten, den Krieg im Irak zu beenden, erklärte Biden. Außerdem habe Obama eine klare Perspektive für einen Abzug aus Afghanistan geschaffen. Der Vizepräsident erinnerte auch an die Tötung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden bei einem US-Kommandoeinsatz in Pakistan.

Ryan bestritt geringere Steuerlast für Reiche

Das bestimmende Thema im US-Wahlkampf bleibt aber die Wirtschaft: Ryan warf Biden vor, die Regierung habe in vier Jahren Amtszeit keinen echten Aufschwung geschaffen. Es gebe 23 Millionen Arbeitslose. "Wir gehen in die falsche Richtung... So sieht kein echter Aufschwung aus."

Biden wiedermu unterstellte dem republikanischen Präsidentschaftsduo eine sozial ungerechte Steuerpolitik: "Sie nehmen die Mittelschicht als Geisel, um die Steuern für die Superreichen zu senken", sagte Biden. Unter Präsident Barack Obama würde dagegen der wohlhabenste Teil der US-Bevölkerung "etwas mehr zahlen", um die Mittelschicht zu entlasten und dem Land aus der Krise zu helfen.
Ryan entgegnete, dass die republikanischen Steuerpläne zu mehr Wachstum und Arbeitsplätzen führten. Schätzungen würden von sieben Millionen neuen Jobs ausgehen, sagte er. Zugleich bestritt er, dass die Steuerlast der Reichen sinken werde, da Romney Schlupflöcher im Steuerrecht schließen werde.

47-Prozent-Aussage im Visier

Biden nahm in der Debatte die umstrittene Aussage Romneys über die "47 Prozent" der Wähler ins Visier, die keine Steuern zahlten und wegen ihrer Abhängigkeit vom Staat ohnehin für Obama stimmen würden. "Diese Leute sind meine Mutter und mein Vater, meine Nachbarn", sagte der Vizepräsident. "Sie zahlen mehr Steuern als Gouverneur Romney."

Die Debatte war wesentlich lebhafter als das Duell zwischen Präsident Obama und seinem Herausforderer Romney vor einer Woche. Nach der enttäuschenden Vorstellung von Obama beim ersten Fernsehduell mit Romney stand Biden unter Druck, mit seinem Auftritt wieder einen Vorsprung herauszuarbeiten. Romney war daraus als eindeutiger Sieger hervorgegangen, seitdem steigt seine Popularität in Umfragen deutlich an. Derzeit deutet alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Wahlen am 6. November hin.

Präsidentschaftskandidaten stolz

Nach dem Fernsehduell haben sich Obama und sein Herausforderer Romney stolz auf ihren jeweiligen Vize gezeigt. "Ich bin sehr stolz auf ihn", sagte Obama mit Blick auf Biden. Auch Romney zeigte sich höchst zufrieden mit seinem Vize. Er habe Ryan bereits angerufen und ihm gesagt, dass "seine Familie stolz auf ihn" sein könne, erklärte der republikanische Herausforderer. Ryan habe sich "fantastisch" geschlagen.

"Bidens Lächeln außer Kontrolle"

Sein Gegenüber Biden musste nach der TV-Debatte aber auch Hohn wegen seines wiederholten Lachen und Belächeln des politischen Gegners einstecken:  "Ich bin mir nicht sicher, ob die Debatten-Kameras auf Bidens Zähne vorbereitet waren. Das schaut man sich besser mit einer Sonnenbrille an", schrieb der Korrespondent des "Time"-Magazins, Michael Scherer.  Biden hatte auf die Redebeiträge des Republikaners Paul Ryan immer wieder mit einem breiten, mitunter überheblich wirkenden Lächeln reagiert. Dabei zeigte der 69-Jährige seine blendend weißen Zähne.

Analysten des Kurznachrichtendienstes Twitter ermittelten, dass das Wort "laughing" (lachend) mit am häufigsten in den Beiträgen über die Debatte der Bewerber für das Amt des Vize-Präsidenten erwähnt wurde. Das Internet-Magazin Politico widmete Bidens Mimik noch in der Nacht eine umfangreiche Story unter dem Titel "Twitter runzelt die Stirn über Bidens Lachen". "Bidens Lächeln ist außer Kontrolle geraten", stellte der Kommentator des Senders NBC, David Gregory, fest.

Es war die einzige Debatte der Vize-Kandidaten. Am 16. und 22. Oktober finden dann zwei weitere TV-Duelle zwischen Obama und Romney statt.

(APA/dpa/AFP/Reuters)

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33 Kommentare
 
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Gast: Willi1
12.10.2012 16:53
2 2

erfrischend

Das war eine Freude zu sehen. Biden hat Mr. Spock wie einen kleinen Schulbuben aussehen lassen, der permanent beim Luegen erwischt wird. Da musz einem als in Amerika lebender Europaer natuerlich das Herz lachen. Die Flipseite des Coins ist allerdings, wenn man sich vorstellt, dasz dieser luegende Schulbub einmal als Praesident die Vereinigten Staaten auf der Weltbuehne vertreten koennte. Da bekommt man so richtig die Ganselhaut. (der Mann hat das Luegen so in sein Blut ingrained, dasz er sogar auf Nebenfronten auf Teufel kommt raus luegt: Ich denke nur an seine Aussage, dasz er in den Jugenjahren einen Marathon unter 3 Stunden gelaufen ist. Die Wahrheit war dann, dasz er ueber 4 Stunden benoetigt hat. Kein kleiner Unterschied, wie jeder der einmal einen Marathon gelaufen ist, bestaetigen koennen wird)

Wenn das einzige Argument der Republikaner gegen Biden sein Laecheln ist, dann hat er sie wohl wirklich komplett an die Wand gespielt.

bedenklich...

finde ich zu lesen dass man in Oesterreich offenbar gerne nachplappert was die Rechte propaganda machinerie verbreitet ohne nachzudenken. Wer ernsthaft glaubt Europa wuerde eine Tea Party brauchen, den moechte ich ermutigen geschichtsbuecher zu lesen. Eine partei bei denen teilnehmer bewaffnet aufkreuzen, die extrem rassistisch und rechtsextrem ausgerichtet ist gabs naemlich in den 30 ern schon mal. Auch faende ich eine partei bedenklich, die behauptet dass die erde 6000 jahre alt ist und damit schlichtweg die moderne wissenschaft ignoriert. oder wie waers damit einem vergewaltigungsopfer eine abtreibung zu verweigern? oder familien zu terrorisieren weil diese nicht brav jeden sonntag in die Kirche gehen? oder eine partei, die buergerkrieg androht sollte Obama wiedergewaehlt werden...als in den USA lebend, bekomme ich hautnah mit wie gefaehrlich die rechte hier ist. Obama ist keineswegs perfekt, aber einen Romney am steuer kann sich die welt nicht leisten.

Antworten Gast: sorry
12.10.2012 18:03
1 1

Re: bedenklich...

du bist hier bei der presse: das ist teaparty pur. war nur ein scherz: natürlich steht die presse noch mehr auf strache und co...

Gast: Montana
12.10.2012 15:35
0 0

Ich schau mir das gerade an.

Sehr unangenehme Stimmung dort. Von beiden. Allen 3. Und die kaputte Stimme der Moderatorin ist geradezu unerträglich.

Gast: NichtschwarzinWien
12.10.2012 15:13
1 1

gute nachricht!

Bin zwar nicht Ami, sondern eher pro-russisch, aber das ist ein gutes Zeichen.
Man darf nicht vergessen, Romney will einen "härteren Kurs" mit Russland fahren.
So etwas will ich nicht habe Verwandte in den USA und Russland. Krieg schadet uns allen!

Beweis siehe hier in einer Diskussion ab 34:00
http://www.youtube.com/watch?v=vOgQZviTBa8

Gut gemacht Joe Bidden, Sie retten Obama noch ganz alleine!

Ich hoffe sehr, dass der Republikaner Romney das Rennen ums Weiße Haus gewinnt!

Begründung: Die demografischen Wandlungen in den muslimisch geprägten Teilen der Welt erfordert eine gnadenlose US-Außenpolitik. Und wer könnte dies besser als der Mormone Mitt Romney?!

Re: Ich hoffe sehr, dass der Republikaner Romney das Rennen ums Weiße Haus gewinnt!

na dann machen Sie sich mal Aug ein paar neue Kriege in der Nachbarschaft gefasst....

Antworten Gast: Trollblume
12.10.2012 15:21
1 2

Re: Ich hoffe sehr, dass der Republikaner Romney das Rennen ums Weiße Haus gewinnt!

Das ist genau der falsche Weg und würde alles nur noch mehr aufschaukeln. Die Amerikaner sollen lieber vor ihrer eigenen Tür kehren!



Antworten Gast: Bildungsverweigerer
12.10.2012 13:34
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Re: War er zugekokst?

Wenns in der Bild-Zeitung steht, ist es wahscheinlich frei erfunden.

Gast: Rottweilerfreundschaft
12.10.2012 11:43
1 0

Joe Biden, schon immer Obamas Rottweiler gewesen

Barack Obama ist seinem Charakter nach eher intellektuell, staatsmännisch-abgehoben, manchmal genervt, wenn er einen trifft, den er für nicht besonders klug hält.
Wenn es aber etwas zu beißen gab, dann schickte
er immer Joe Biden, den Mann für's Grobe aus (oder Hillary Clinton) - so eben auch diesmal

Es sind keine USAmerikaner mehr ..

.... im Irak?
Keine Soldaten? Nicht mehr besetzt?

Naja, bei uns gibts ärgere Lügen.

Jaja, das Dauerlächeln hat er sich höchstwahrscheinlich vom Failmann abgeschaut.

...

Re: Jaja, das Dauerlächeln hat er sich höchstwahrscheinlich vom Failmann abgeschaut.

Dauerlächler kommen gut bei den Frauen an
sind aber Falsch und ohne Charakter.

ein Zusammenstreffen des

ewig gestrigen Amerikas, das auf Schulden, Inflation und immer mehr staatlichen Einfluss baut und des neuen und mordernen Amerikas, das auf die Eigenverantwortung und Selbstbstimmung seiner Bürger und Bürgerinnen setzt, den Staatseinfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft beenden möchte.

Re: ein Zusammenstreffen des

Sie haben offensichtlich keine Ahnung wofuer die Tea-Party (die Ryan ja vertritt) sonst noch steht...

Re: Re: ein Zusammenstreffen des

und wofür steht die tea party, ausser für Freiheit und Eigenverantwortung?

Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

die Tea party steht fuer die interressen einiger super reicher wie den Koch bruedern. das war anfangs zwar nicht so, aber die jungs haben die urspruengliche grassroots bewegung schlichtweg gekauft.

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Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

Schon mal was von Sarah Palin gehört? Oder von solchen Aussagen wie: "Klimawandel? Den gibts doch gar nicht!"

Antworten Antworten Gast: Molto
12.10.2012 12:16
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Re: Re: ein Zusammenstreffen des

Der einzige Paul der die Tea-Party vertritt ist Ron Paul!

Antworten Antworten Gast: Das Recht geht vom Volk aus
12.10.2012 10:25
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Re: Re: ein Zusammenstreffen des

Man muss ja nicht mit allem einverstanden sein. Das ist im übrigen auch der große Unterschied zwischen einer Partei oder Bewegung in Europa und in Amerika.

Die Tea-Party hat natürlich einige umstrittene Ansichten aber im großen und Ganzen ist es aus meiner Sicht eine Bewegung die wir dringed auch in Europa benötigen.

Sie sind für weniger Staat. Sie treten für mehr Mitsprache des Volkes ein.

Und die Amerikaner lassen sich nunmal nicht so gerne etwas von Washington diktieren.

Was ich genial finde (unabhängig was man von Tea-Party halten mag) dass sich hier Menschen aus unterschiedlichsten Sozialschichten zusammen tun. Planen, Organisieren, Verstaltungen abhalten und so als Bürger aktiv am politischen Leben teilnehmen.

Und von der Regierung werden sie Respektiert und gehört nicht so wie bei uns dass Demonstrationen praktisch als lässtiges Beiwerk abgetan werden.

Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

Liebe Gruesse aus den USA - Sie wuerden sich wundern wenn
Oesterreich eine Partei wie die Tea Party haette- die uebrigens keine eigene Partei ist sondern eine Gruppe von am sehr rechten und extrem konservativen Rand stehenden Menschen die alles ablehnen was der Staat bietet inklusive der von Praesident Obama eingefuehrten Krankenversicherung - ausserdem glauben die meisten noch immer das Praesident Obama ein geheimer Muslim ist und auch nicht in den USA geboren wurde........

Re: Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

An diesen Gerüchten ist er schön selber schuld. Wer dauernd von den 57 US-Bundesstaaten faselt (die OIC hat 57 Mitglieder), den Muezzinruf für das schönste Geräusch der Welt hält und noch 2007 in einem Interview behauptet hat, in Kenia geboren worden zu sein, braucht die Schuld nicht auf andere zu schieben.

Re: Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

staatliche Krankenversicherung steht für schlechte Versorgung, Korruption und Ausplünderung der Bürger und Bürgerinnen.

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Re: Re: Re: Re: Re: ein Zusammenstreffen des

Tun Sie mir einen Gefallen: sollten Sie irgendwann mal kank sein und sich Ihre private Versichung nicht mehr leisten können, gehen Sie bitte NICHT zum Arzt. Dann wissen Sie wie es jemandem geht, der in einem Land ohne staatliche Krankenversicherung geht.

 
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