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Firmenchef droht: Kündigungen bei Sieg von Obama

17.10.2012 | 07:25 |   (DiePresse.com)

Der US-Immobilienmogul David Siegel drängt seine Mitarbeiter dazu, Romney zu wählen - und behauptet, der "Königsmacher" von George Bush zu sein.

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David Siegel hat es geschafft: Er lebt den amerikanischen Traum. Von seiner Garage aus baute er in Florida die Firma Westgate Resorts auf. Das Unternehmen für Ferienimmobilien beschäftigte zeitweise 10.000 Mitarbeiter in den USA und besitzt 28 Ressorts mit 12.000 Villen. Nicht umsonst wird Siegel von US-Medien als der "Time-Share-King" bezeichnet. Erst im Juli sagte er gegenüber "Reuters", dass seine Branche derzeit einen regelrechten Boom erlebt. Dennoch lässt ihn US-Präsident Barack Obama um sein Lebenswerk fürchten. Das will Siegel zumindest in einem Brief an seine Mitarbeiter verdeutlichen, der dem US-Blog "Gawker.com" im Wortlaut vorliegt. Siegel stellt klar, dass er niemanden sagen darf, wen er wählen soll. In seinem Appell zählt er dann aber doch recht aggressiv einige "Entscheidungshilfen" auf.

So stellt er etwa die Frage: "Welche Politik wird euren Job bedrohen?" Und gibt auch gleich die Antwort: "Wenn ich oder meine Firma mit neuen Steuern belastet werden, wie es unser Präsident plant, dann habe ich keine andere Wahl als das Unternehmen zu verkleinern". Die Botschaft kommt wohl bei den Mitarbeitern an: Sie könnten gefeuert werden.

"Zu Tode besteuert"

Geschäftsleute würden bereits "zu Tode besteuert" werden und die Regierung habe immer noch nicht genug, so Siegel. Leistung werde von Obama nicht genügend gewürdigt, ist Siegel überzeugt: "Wenn Sie nur die Hälfte des Gehalts erhalten würden, würden Sie nicht mehr für mich arbeiten. Denn wer will nur 50 Prozent von dem erhalten, was ihm für seine harte Arbeit zusteht? Tja, das ist genau das, was mir passiert."

Die Regierung meine, Umverteilung von Reichtum sei der beste Weg, um die US-Wirtschaft anzukurbeln. "Nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein". Seinen Brief beendet er mit folgendem Statement: "Ich werde nicht mehr länger ein System unterstützen, das Produktive bestraft und Unproduktive belohnt. Meine Motivation zu arbeiten und Jobs zu erhalten, wird zerstört - und damit auch Ihre Chancen. Sie finden mich dann auf einem Karibik-Strand, pensioniert, und ohne Mitarbeiter, um die ich mich sorgen muss".

König von "Versailles"

Siegel kritisiert in dem Brief auch, dass Medien ihn falsch darstellen würden: Jeder würde nur seine Villa und seinen Reichtum sehen, nicht aber die harte Arbeit, die dahinter steckt. Damit bezieht er sich vermutlich auch auf einen Dokumentarfilm, der beim heurigen Sundance Filmfestival mit dem Preis für die Beste Regie geehrt wurde. "The Queen of Versailles" dreht sich um das Leben des Unternehmers und seine 31 Jahre jüngere Ehefrau Jackie. Gemeinsam planen sie ihre neue Villa - die mit mehr als 8300 Quadratmetern Wohnfläche größer als das Weiße Haus sein soll. Doch während der Bauarbeiten beginnt die Finanzkrise (>>> zum Trailer).

Wie "Bloomberg Businessweek" berichtet, plauderte Siegel in dem Film auch interessante Details zu den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 aus: "Ich persönlich bin dafür verantwortlich, dass Bush gewählt wurde", sagte er in einem Interview und legte auch gleich seine Methoden offen: "Immer wenn ich einen negativen Artikel über Al Gore sah, legte ich ihn den Gehaltsschecks meiner 8000 Mitarbeiter bei." Dann hätten seine Manager ermittelt, wie die Mitarbeiter politisch stehen. "Tendierte jemand zu Bush, brachten wir ihn dazu, sich zur Wahl zu registrieren", so Siegel. Bei Al-Gore-Sympathisanten sei das natürlich nicht der Fall gewesen. "Am Tag der Wahl versicherten wir uns, dass jeder, der für Bush war, auch hinging", erzählte Siegel weiter. In einer internen Befragung sagten laut Siegel 1000 Angestellte, sie wären ohne die Aktionen von Westgate Resorts nicht zur Wahl gegangen.

Bush gewann am Ende im "Swing State" Florida, wo das Unternehmen den Hauptsitz hat, mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 527 Stimmen. Ohne diesen Sieg hätte er die Wahl verloren.

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(sk)

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10 Kommentare

dieser herr siegl,

beweist auf´s neu, was amerikanische psychiater festgestellt haben, manager und firmeneigentümer sind zu einer großen anzahl dissozial persönlichkeitsgestört.

Gast: Abulafia
17.10.2012 10:55
2 1

Nötigung?

...scheint ein politischer Wirrkopf zu sein. In Europa, wär das schon sehr nahe an einer versuchten Nötigung.

Gast: Halbwissen
17.10.2012 10:20
1 2

Ist doch egal wer Präsident ist so lange die Rendite stimmt !

Wenn sie nicht stimmt dann wird halt nichts gemacht.
Für die meisten Unternehmer ist die Rendite der letzten 10 Jahre negativ ( auch wenn dies niemand glaubt ).
Wer noch genügend Reserven vom vorigen Jahrtausend hat "wü nimma mehr" und steigt aus, und bei den anderen liegen die Nerven blank.

Gast: Guan Amo
17.10.2012 09:38
1 0

Nötigung

heisst in einem Rechtsstaat westlicher, aufgeklärter Prägung die entsprechende Straftat. Wie das in den USA ist, lässt sich schwer sagen.

Re: Nötigung

Nach der Logik ist aber jede Wahlwerbung Nötigung, weil immer vor den schlimmen Konsequenzen gewarnt wird, die es hat wenn der jeweilige politische Gegner seine Konzepte tatsächlich umsetzen kann. Gerade der drohende Verlust von Arbeitsplätzen bei zu hoher Belastung der Unternehmen ist eine Standardaussage in der politischen Auseinandersetzung.

Gast: uiuiuipppiopklkk
17.10.2012 08:53
2 1

IMMER WIEDER PEINLICH....

....wenn ein alter Tr...l sich selbst rund 5.000x so wichtig nimmt als er vor Jahren je war.

Gast: Hermann vom Gipfel
17.10.2012 08:01
3 0

Klarer Fall von Nötigung

Ist genauso wie bei unsseit Jahren. Mit allen möglichen Tricks wird versucht das geheime Wahlrecht zu umgehen. Wenn das nicht gelingt, wird der Job oder der Kredit vom gesamten Wahlergebnis abhängig gemacht.

Re: Klarer Fall von Nötigung

Leider ist die Grenze halt fließend. Der Unternehmer sagt ja nicht, dass er seine Mitarbeiter für ihr Wahlverhalten bestrafen will, sondern dass er aus der Politik Obamas entsprechende Konsequenzen für seine Unternehmenspolitik ziehen wird - wenn er den Laden nicht gleich hinschmeißt. Beides darf er. Wenn er das wirklich so sieht, dann wäre der drohende Jobverlust aber tatsächlich eine Folge von Obamas Politik und ein Grund für die Arbeitnehmer Obama nicht zu wählen. Und über derartige Folgen zu informieren wäre keine Nötigung. Auch wenn die Optik in diesem Fall schon seeehr unschön ist.

Antworten Antworten Gast: nonereter
17.10.2012 13:35
0 1

Re: Re: Klarer Fall von Nötigung

jaja, er soll seine leute rausschmeißen und kann danach selbst in seinen firmen an den maschinen arbeiten...so ein unsinn den herren auch noch ernst zu nehmen.

und was seiner logik widerspricht: obama ist schon seit einiger zeit präsident in den usa und die firma dieses herren gibt es auch noch..so what?

Re: Re: Re: Klarer Fall von Nötigung

Klar, ohne Mitarbeiter kann er ein Unternehmen der Größenordnung nicht führen, aber das Unternehmen verkleinern, ganz dicht machen, ins Ausland verlegen usw. kann er alles jederzeit machen.
Alles dicht machen, verscherbeln, am Strand liegen.
In 10 Jahren Obama verändert sich mehr als in 5. Ob das für den Herren den Ausschlag gibt ist seine Sache. Pessimistisch sein darf er. Andere darauf hinweisen auch (Meinungsfreiheit). So what?

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