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Diesmal nicht „zu höflich“: Obama schlägt zurück

17.10.2012 | 06:17 |  Maria Kronbichler (DiePresse.com)

In der zweiten TV-Debatte lieferten sich US-Präsident Obama und sein Herausforderer Romney einen heftigen Schlagabtausch. Der Republikaner distanzierte sich von George W. Bush.

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Er stand unter Erfolgszwang: Die erste TV-Debatte gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney hatte US-Präsident Barack Obama klar verloren, was er letztlich sogar selbst zugab. Er sei "zu höflich" gewesen, beim nächsten Mal werde man "mehr Aktivität sehen". Und Obama hielt Wort: Er begegnete seinem Konkurrenten bei der zweiten Debatte am Dienstagabend angriffiger, sprach schneller und lauter, hielt seinen Blick nicht mehr gesenkt. Aber auch Romney zeigte sich offensiv. Immer wieder fielen sich die Kontrahenten im Lauf der Debatte ins Wort, beschuldigten sich, die Unwahrheit zu sagen, zeigten mit dem Finger aufeinander.

Entgegen kam ihnen dabei auch das Format der zweiten Konfrontation: Bei der so genannten Town-Hall-Debate in Hempstead waren 82 vom Meinungsforschungsinstitut Gallup ausgesuchte unentschlossene Wähler geladen, die Fragen zu stellen. Obama und Romney standen nicht an Rednerpults, sondern konnten sich für ihre Antworten frei im Raum bewegen und sich direkt an das Publikum wenden. Beide gelten nicht unbedingt als volksnah, aber Obama gelang es besser, Sympathie für die Fragesteller zu zeigen. Er sprach sie beim Namen an, suchte Augenkontakt, bezog sich immer wieder auf seine eigene Familie.

Duell Nummer 2: ''Obama hatte die Nase vorn''

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"Ich denke, Sie wissen es besser"

Gegenüber Romney war Obama diesmal nicht „zu höflich“: Er porträtierte den Republikaner als Kämpfer für die Superreichen, der weniger Steuern zahlt als der Durchschnittsamerikaner und in Firmen investiert, die Arbeitsplätze nach China verlagern.

Romney wiederum hatte seine stärksten Momente, wenn er den Finger auf die gebrochenen Versprechen Obamas legte. „Ich denke, Sie wissen es besser“, sagte er zu einem enttäuschten Obama-Wähler von 2008, nachdem der Präsident diesem seine Erfolge angepriesen hatte. Der Präsident sei ein guter Redner, so Romney, aber die Wirtschaft des Landes stehe schlecht da, die Arbeitslosigkeit habe sich nicht verringert, das Defizit habe sich „verdoppelt“.

Obamas Negativbilanz: Versprochen und gebrochen

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Zu ihren eigenen Plänen blieben die Kandidaten großteils vage. Beide versprachen wiederholt, den Mittelstand zu stärken. Und auch den Lieblings-Feind im Ausland teilen sie offenbar: Sowohl der Demokrat als auch der Republikaner versprachen ein hartes Vorgehen gegen China bei Handelsstreitigkeiten.

"Ich bin es, der die Särge empfängt"

Obama betonte, er habe fünf Millionen Arbeitsplätze geschaffen und weitere würden folgen. Manche seiner Wahlversprechen von 2008 werde er erst in einer zweiten Amtszeit einlösen können. Romney will das Land mit seinen Erfahrungen aus der Privatwirtschaft wieder auf Vordermann bringen:  „Ich habe 25 Jahre Unternehmen mit ausgeglichenen Budget geleitet“. Romney wolle Ausgaben erhöhen und Steuern senken und gleichzeitig das Defizit verringern, konterte Obama: „Wie soll das gehen? Das erklärt er nie“. Und er warnte die Zuseher: „Sie werden dafür bezahlen“.

''Yes, he can'': Welche Versprechen Obama gehalten hat

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Punkten konnte Obama auch, als die Sprache auf die Ermordung des US-Botschafters im libyschen Bengasi kam. Romney warf Obamas Regierung vor, zunächst verschleiert zu haben, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe ."Die Andeutung, dass jemand in meinem Team irreführend gehandelt hat, als wir vier der Unseren verloren haben, ist beleidigend", konterte der Präsident – und ließ sich von Moderatorin Candy Crowley bestätigen, dass er schon am Tag nach den Anschlägen von Terror gesprochen habe. Außerdem dürfe man aus einem derart tragischen Vorfall kein politisches Kapital schlagen, rügte er Romney. Seiner Verantwortung sei er sich sehr wohl bewusst: „Ich bin es, der die Särge empfängt, wenn sie heimkommen“.

Ein überraschendes Moment bot die Debatte, als Romney nach den Unterschieden zu Ex-Präsident George W. Bush gefragt wurde. Anstatt die Politik seines Parteifreundes zu verteidigen, betonte Romney: „Wir sind verschiedene Menschen und leben in verschiedenen Zeiten“. Bush sei beim Handel nicht hart gegen China vorgegangen, habe keinen ausgeglichenen Haushalt erreicht und zu sehr auf Großunternehmen gesetzt, statt auf Klein- und Mittelbetriebe.

Rennen um Präsidentschaft bleibt spannend

In seinem Schlussstatement ritt Obama dann noch eine Attacke, auf die die Demokraten schon bei der ersten Debatte sehnsüchtig gewartet hatten: Er griff die Aussage Romneys auf, dass 47 Prozent der Amerikaner sich finanziell auf den Staat verlassen und keine Einkommenssteuer zahlen würden: „Ich glaube, dass Romney ein guter Mensch ist“, begann Obama. „Aber wenn er hinter verschlossenen Türen sagt, dass 47 Prozent keine persönliche Verantwortung tragen, spricht er von Menschen, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben, von Veteranen und Studenten, von Menschen, die nicht genug verdienen um Einkommenssteuer zu bezahlen“.  

In einer Blitzumfrage des Senders CNN nach der Debatte sahen 46 Prozent der Zuseher Obama als Sieger, 39 stimmten für Romney. Der Unterschied liegt aber innerhalb der Schwankungsbreite der Befragung. 73 Prozent erklärten, Obama habe sich besser verkauft als erwartet, 37 Prozent sagten dasselbe über Romney.  Beim Auftakt vor zwei Wochen hatten noch 67 Prozent der befragten Wähler Romney als Sieger gesehen. Fest steht: Der heftige Schlagabtausch hat dem Wahlkampf wieder neues Leben eingehaucht, das Rennen um die Präsidentschaft bleibt spannend.

USA: Wahlkampf der Lügen

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36 Kommentare
 
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Antworten Antworten Gast: Linker Pirat
17.10.2012 22:27
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Re: Re: Bravo Mister President Obama!

Ich hoffe, sie wissen was für Gräueltaten schon unter den Worten "Ich hoffe sie wissen was für Gräueltaten auch schon unter diesen Worten passiert ist!!!" passiert sind.

2 Clowns

...erster Güte. Was bei denen in der Kindheit bereits alles schief gelaufen sein muss....

Antworten Gast: neinnein
17.10.2012 12:51
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Re: 2 Clowns

Sicher nicht soviel wie bei einem welcher sich Zeigefinger900 nennt und in einem anonymen Forum herumgeistert.

Re: 2

Zu den beiden mag man stehen wie man mag. Die Lebensläufe von beiden zeigen, dass sie nicht Blöd sind. Es sind eben die Kulturellen Unterschiede die uns von den USA trennen. Ein 6 jähriger weis dort mehr über seine Heimat und deren Geschichte als Hierzulande manche Maturanten. Genießen sie in Washington irgendeine Senatssitzung dann sehen sie den Unterschied zu hier. Vor zwei Jahren verlangte eine Glaubensgemeinschaft, die in Wien auch stark vertreten ist, von der Universität in Miami eigene Gebetsräume, bitte raten sie was aus diesem verlangen wurde.

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Re: 2 Clowns

Keine Clowns, Marionetten der Rotschilds, Rockerfellers, Morgans...

Re: 2 Clowns

Verglichen mit unseren Politdeppen sind sowohl Obama als auch Romney wahre Lichtgestalten!

Re: 2 Clowns

@zeigefinger
muss einiges schiefgelaufen sein. der eine Multimillionär, der anderen Präsident von Amerika...

Gast: Pressler
17.10.2012 07:07
5 11

Da jubelt der ORF!

Und die anderen korrekten Medien - nur der Messias darf gewinnen, alles andere ist ungültig!

Re: Da jubelt der ORF!

hab ORF nicht gesehen - das Original CNN war m.E. sehr objektiv.

Antworten Gast: ido
17.10.2012 09:27
8 3

Re: Da jubelt der ORF!

ich sehe einen recht objektiven Bericht der sich mit allen (auch US-amerikanischen) anderen Medien deckt. Manche Leute sehen aber wohl nur, was sie sehen wollen...

Antworten Antworten Gast: blaaaaaa
17.10.2012 15:37
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Re: Re: Da jubelt der ORF!

Ja, klar. Die Hauptsache ist, es wird fest auf alles Rote oder Pseudorote losgegangen (ORF, BO).

 
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