26.05.2012 01:20 | Meine Presse Merkliste 0

US-Wahl: Clinton bietet Obama Zusammenarbeit an

05.03.2008 | 14:21 |   (DiePresse.com)

Hillary Clinton hat die Möglichkeit einer gemeinsamen Kandidatur mit ihren Konkurrenten Barack Obama angedeutet. Clinton konnte die Vorwahlen in Ohio, Texas und Rhode Island für sich entscheiden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße

Auch in der vergangenen Wahlnacht hat sich noch nicht entschieden, wer demokratischer Kandidat bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2008 wird. Nach einer deutlichen Verschärfung des Wahlkampfes von Hillary Clinton gewann sie die Vorwahlen in den bevölkerungsreichen Staaten Ohio und Texas, außerdem konnte sie noch in Rhode Island punkten. Damit ist die Siegesserie von Herausforderer Barack Obama - er gewann in elf Staaten hintereinander - beendet. Lediglich in Vermont konnte er den Großteil der Wählerstimmen für sich verbuchen.

Am Mittwoch deutete sie in einer Rede die Möglichkeit einer gemeinsamen Präsidentschaftskandidatur mit Barack Obama an. Sie betonte, die Wähler müssten nur noch entscheiden, wer an der Spitze stehen sollte: "Das könnte die Richtung sein, in die sich alles bewegt", erklärte Clinton, und fügte hinzu: "Ich denke, die Menschen in Ohio haben klar gesagt, dass ich das sein soll."

Nach dem bevölkerungsstarken Kalifornien konnte Clinton nämlich wieder zwei Schlüssel-Staaten für sich gewinnen: In Ohio leben viele Arbeiter, die von den jüngsten Wirtschaftsproblemen besonders hart getroffen wurden. In Texas galt die Unterstützung der Hispanics als besonders wichtig. Sie bilden inzwischen die größte Minderheit in den den USA. In Ohio entfielen 56 Prozent der Stimmen auf Clinton, in Texas ist ihr Sieg hauchdünn: Nach Auszählung von rund der Hälfte der Wahlbezirke führte Clinton mit 50 Prozent gegen 48 Prozent. Allerdings gab es in Texas nach den demokratischen Vorwahlen am Abend nochmals parteiinterne Abstimmungen (Caucus), bei denen Obama führte.

"Wir machen weiter, wir sind stark"

Hillary Clinton gab sich in Ohio siegessicher: "Wir machen weiter, wir sind stark, und wir gehen die gesamte Strecke (...) Wir fangen gerade erst an." Die Abstimmung von Dienstag galten als Schicksalswahlen für Hillary Clinton - hätte sie verloren, wären ihre Chancen auf den Posten der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin nur noch verschwindend gering gewesen.

Clinton wertete ihren Sieg in Ohio als Comeback: "Ich widme dies all jenen, die schon abgeschrieben wurden und doch nicht aufgegeben haben, all jenen, die gestürzt und wieder aufgestanden sind." Sie dankte Obama für den bisherigen Wahlkampf. Sie freue sich, ihren "Dialog mit Senator Obama über die wichtigen Themen für dieses Land fortzusetzen", sagte sie.

Betrugsvorwurf an Obama

Zu Zwischenfällen kam es in Texas: Dort - so Clinton - hatten Obama-Wähler den Anhängern Clintons den Zugang zu den Wahlversammlungen (Caucuses) verwehrt: "Obama-Anhänger haben die Wahlversammlungen übernommen und Clinton-Anhänger ausgeschlossen, die eigentlich Recht auf Zugang hatten." Clintons Rechtsberaterin Lyn Utrecht sagte, von manchen Caucus-Treffpunkten seien bereits Abstimmungsergebnisse an die Auszählzentralen übermittelt worden, ehe die Wahlversammlungen überhaupt angefangen hätten. Das Clinton-Team behalte sich juristische Schritte vor, sagte sie. Obamas Sprecher Bill Burton nannte die Vorwürfe "lächerlich". Clintons Berater wollten damit das Caucus-System diskreditieren, bei dem Clinton zuletzt meist gegen Obama verloren hatte.

Obama weiterhin siegessicher

Jedoch auch Barack Obama ist trotz des Rückschlags weiterhin optimistisch: "Wir werden die Nominierung gewinnen", sagt er vor jubelnden Anhängern in San Antonio (Texas). Er betonte, dass die Niederlagen in den drei Staaten ihm nur wenig von seiner Führung bei den Delegiertenstimmen nehmen. Seiner Konkurrentin Clinton gratulierte Obama zu ihren "hart erkämpften Erfolgen". In den vergangenen Wochen hatte Barack Obama auf die Angriffe Clintons - sie hatte kürzlich wiederholt Obama persönlich attackiert - sehr entspannt reagiert. Politische Experten erwarten, dass sich dies nun ändern wird, auch der Wahlkampf Obamas wird wohl um einiges aggressiver werden. Er blieb jedoch dabei: "Wir sind bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Wir wollen eine neue Führung in Washington, wir wollen Wandel in Amerika."

(APA/RED)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Umfrage

  • Die Suche nach einer griechischen Regierung ist gescheitert. Was bringen die Neuwahlen?
  • Die Radikalen Parteien, vor allem die "Radikalen Linken", werden stark zulegen und den Sparkurs beenden.
  • Die zwei Großparteien können ihre Macht wiedererlangen und setzten ihre Sparpolitik fort.
  • Das Wahlergebnis wird sich nicht ändern und somit findet sich erneut keine stabile Regierung.
  • Weiß nicht/egal.

Mein Parlament