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Vorarlberg-Wahl: Kulturschaffende kritisieren FPÖ-Plakate

24.08.2009 | 09:50 |   (DiePresse.com)

Festspiel-Intendant David Pountney nennt die Plakate der FPÖ eine "Schande". Der Direktor des Jüdischen Museums, Hanno Loewy, will in einem offenen Brief von der FPÖ wissen, was sie unter "heimischen Familien" versteht.

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Vorarlberger Kulturschaffende stören sich an den Landtagswahlkampf-Plakaten der Vorarlberger FPÖ. David Pountney, Intendant der Bregenzer Festspiele, erklärte bei einer Pressekonferenz am Freitag, die Plakate seien "eine Schande". Festspiel-Präsident Günter Rhomberg schloss sich dem an. In der Vorwoche wollte bereits der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy, in einem offenen Brief von FPÖ-Chef Egger wissen, was er unter "heimischen Familien" verstehe.

Die FPÖ wirbt auf ihren Plakaten mit Slogans wie "Schluss mit falscher Toleranz" und textet "Deutsch ist Pflicht" sowie "Keine türkischen Dolmetscher" (Anm.: an Krankenhäusern). Zudem propagiert die Partei ein Elterngeld für "heimische Familien".

"Einfach eine Schande"

Bei der Präsentation der vorläufigen Festspiel-Bilanz am Freitag brachte ein deutscher Journalist die Frage auf, wie die Festspiele, die mit ihrer "Aida" für Werte wie Freiheit eintreten und Künstler aus aller Welt beschäftigen, zu den Plakaten stehen. "Darf ich mich als Ausländer auch hier äußern? Ich finde dieses Plakat einfach eine Schande", antwortete Pountney. "Dem möchte ich mich als Inländer anschließen", setzte Festspiel-Präsident Rhomberg hinzu. Dass dies ausgerechnet im Umfeld einer so international zusammengesetzten Gesellschaft stattfinde, sei "umso peinlicher".

FPÖ-Chef und Landesrat Dieter Egger reagierte darauf mit "größter Verwunderung". Es sei keine Schande, sich für heimische Familien einzusetzen. Die Forderung baue darauf auf, was seit vielen Jahren in Vorarlberg Rechtsbestand sei. "Die plötzliche Aufregung ist daher nicht nachvollziehbar", so Egger. Wer hier lebe, habe Deutsch zu können, das sei eine "Selbstverständlichkeit".

Die Forderung nach Elterngeld für "heimische Familien" hatte der FPÖ bereits in der Vorwoche einen offenen Brief von Hanno Loewy eingebracht. "Wir bitten Sie uns zu erläutern, was Sie damit meinen", so Loewy. Er wollte wissen, wie die Sache bei verschiedenen Personenkreisen stehe und nannte etwa Kinder von steirischen Wirtschaftsflüchtlingen der 50er Jahre, Ehepartner von Einwanderern mit österreichischem Pass, christliche kroatische, deutsche und muslimisch türkische Arbeitsmigranten, Österreicher mit türkischen Wurzeln, Österreicher, die sich hier nicht heimisch fühlen sowie Vorarlberger mit Südtiroler Wurzeln.

"Wir gehen davon aus, dass Sie mit der Formulierung 'heimisch' auch eine Vorstellung von 'nicht-heimisch' (vulgo 'fremd') verbinden und daher ohne Mühe diejenigen Gruppen markieren können, die von Sozialleistungen ausgeschlossen werden sollen, obwohl sie hier legal leben, arbeiten und Steuern zahlen", hieß es.

FPÖ-Obmann Dieter Egger übermittelte Loewy als Antwort die Details zum Elterngeld-Modell der Freiheitlichen. "Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, dass, wenn es Ihnen tatsächlich um eine sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik gegangen wäre, diese [...] auf unserer Homepage jederzeit abrufbar gewesen wäre", so Egger.

(APA)

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6 Kommentare
Gast: Die Zeit
25.08.2009 13:54
0 0

Die Zeit

http://www.zeit.de/2009/35/DOS-Tiergarten

ich glaube der artikel sagt alles...wenn sich doch alle so schlecht fühlen, dass man wieder etwas ordnung ins system des asylmissbrauches, sozialmissbrauches etc. bringen will, so sollte man sich auch einmal die links-bürgerlich liberale Zeitung "Die Zeit" durchlesen... viel Vergnügen

untertan
24.08.2009 17:20
1 0

was die fpö unter heimischen familien versteht?

Über mehrere generationen hier ansässige familien und deren kinder, die sich zur republik bekennen, keine doppelstaatsbürger sind, keine semitischen extrawürschtln beanspruchen und sich zum brauchtum der republik bekennen. das bekenntnis ist solange gleichgültig solange es nicht für eine weltbürgerschaft nach bedarf zum persönlichen vorteil beansprucht wird. alles klar herr direktor?

Gast: trainingsraum
24.08.2009 17:20
1 0

eine brause für die vorarlberger kulturschaffenden

es genügt eben nicht, nicht-kriminell zu sein, zu arbeiten und steuern zahlen, mehr oder weniger verständlich deutsch zu sprechen, einen autochthonen zu heiraten oder die papier-staatsbürgerschaft zu besitzen.

heimisch sein ist was anderes. und die blauen slogans treffen wie immer ins schwarze. was man nicht zuletzt auch an den reaktionen aus dem linken hendlstall merkt.

ach ja, noch was fürs gutmenschliche stammbuch: wer reagiert, herrscht nicht.

Wittichis
24.08.2009 11:16
0 0

Das ist wohl wieder einmal "nicht hinnehmbar"

und falsch oder richtig oder vergleichbar wird gar nicht andiskutiert. Kann sich noch wer an die durchaus rüde Zurückweisung der "piefkinesischen" Einmischung in unser Bankgemeimnis erinnern. Mit welchen Schmeichelhaftigkeiten wurde da Herr Steinbrück und Herr Müntefering bedacht. Apropos: Hat sich der ORF eigentlich schon für seine Piefkesaga entschuldigt?
Es leben die Scheinheiligkeit und der Opferrassismus! W.

Antworten Gast: plebs potus
24.08.2009 13:07
0 0

Re: Das ist wohl wieder einmal

Der Erhalt des Bankgeheimnis ist eine der Hauptanliegen der Korruption und des rganisierten Verbrechens. Man muss ja seine unerklärlichen Pfründe verstecken. Insbesondere eine reine Marketing-Partei wie die FPÖ. Wie die PArtei es sich wohl leisten kann überall die teuersten Plakatflächen zu ergattern? Egal, sollte diese Bande an die Regierung kommen wird die unter Schüssel zum olympischen Sport erkorene Selbstbeweihräucherung neue Rekorde erleben.

Antworten Antworten Wittichis
24.08.2009 18:27
0 0

Re: Re: Das ist wohl wieder einmal

Gut - warum gerieren Sie sich übrigens als Mehrheit - sie hassen die FPÖ. Das darf man. Aber können Sie auch argumentieren? W.

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