25.05.2012 20:31 | Meine Presse Merkliste 0

Strache, das diametrale Wahlmotiv

OLIVER PINK (Die Presse)

Die SPÖ gewinnt in bürgerlichen Bezirken und verliert in ihren Hochburgen. Die Verluste in den Arbeiterbezirken kosten die Absolute. Die Ausländerfrage bestimmt das Wahlverhalten. Die Partei ringt um eine Antwort.

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Wien. Das Wiener Wahlergebnis der SPÖ war im Detail dann doch bemerkenswert. Die Häupl-Partei büßte zwar in Summe 4,9 Prozentpunkte ein, doch sie verlor im Gegensatz zur ÖVP und den Grünen nicht flächendeckend, sondern gewann in den sogenannten bürgerlichen Bezirken sogar hinzu: 3,52 Prozentpunkte in der Innenstadt, 3,47 im vierten Bezirk, 4,39 in sechsten Bezirk, 5,03 im siebenten Bezirk, 4,25 im achten Bezirk. Sogar in Währing und Döbling legte die SPÖ zu und ist nun in beiden Bezirken die Nummer eins auf Gemeinderatswahl-Ebene.

Es waren die herben Verluste in den Arbeiterbezirken – in Favoriten minus 9,6 Prozentpunkte, in Simmering minus 12,87 Prozentpunkte, in Floridsdorf 11,5 Prozentpunkte –, die der Sozialdemokratie letztlich die absolute Mehrheit in Wien kosteten.

Man könnte also sagen: Heinz-Christian Strache und seine Partei waren in beiden Fällen das entscheidende Wahlmotiv. Die Angst vor der FPÖ trieb in den besseren Wohngegenden viele ansonsten grün-affine Wähler zur Häupl-SPÖ. Dafür wanderten frühere Sozialdemokratien in den klassischen roten Hochburgen zu den Freiheitlichen ab.

Der Grund dafür ist leicht auszumachen: die Ausländerfrage. So wie die soziale Frage Ende des 19. Jahrhunderts, so ist diese heute das bestimmende Thema in Gesellschaft und Politik. Der Wahlkampf – nicht nur jener der FPÖ – war davon geprägt. Kein anderer Gegenstand der politischen Auseinandersetzung vermag derzeit die Bürger so zu emotionalisieren wie das Zuwanderungsthema. Nicht nur hierzulande, auch in anderen europäischen Ländern, wie die Sarrazin-Debatte jüngst in Deutschland gezeigt hat.

 

Mit erhobenem Zeigefinger.

Vor allem in einem multikulturellen Ballungsraum wie Wien spielt dies eine entscheidende Rolle. Die SPÖ versuchte schon lange vor Beginn des Wahlkampfs gegenzusteuern – Mediatoren wurden in die Gemeindebauten geschickt, Hausordnungen aufgestellt. Doch die rote Botschaft kam nicht wirklich an. Jene der FPÖ schon: „Weil ich an euch glaube“, plakatierte die Strache-Partei. Soll heißen: So wie ihr seid, passt das schon. Wer Ausländer nicht mag, soll das ruhig sagen dürfen. Die FPÖ kam ohne belehrenden Zeigefinger daher, den die anderen Parteien mitunter gerne ausstrecken.

Dabei ging die FPÖ – anders als die „Wiener Blut“-Plakate und die Steinschleuder-Comics es vermuten lassen würden – durchaus subtil vor. Strache unterschied bei seinen Auftritten penibel zwischen den „guten“ Ausländern, die sich anpassen würden, und den „bösen“, die das nicht täten. Kein Wunder also, dass 16 Prozent der Migranten freiheitlich wählten.

23 Prozent der FPÖ-Wähler von heute waren 2005 Nicht-Wähler, zehn Prozent kommen von der ÖVP, die größte Gruppe mit 24 Prozent sind frühere SPÖ-Wähler. SPÖ und FPÖ sind seit den Haider-Jahren kommunizierende Gefäße. Wie damals läuft die FPÖ auch jetzt der SPÖ den Rang als „Arbeiterpartei“ ab. Mit mehr oder weniger einem Thema: den Ausländern.

Und solange die SPÖ nicht in einem Ausmaß von den Grünen gewinnt, was sie an die FPÖ verliert, wird diese Frage für sie die zentrale sein. Sie wird noch deutlicher vermitteln müssen, dass sie die diesbezüglichen Befürchtungen der Menschen nun wirklich ernst nimmt. So wie das der Steirer Franz Voves vor zwei Wochen angedeutet hat: „Wenn Kinder in der Schule kaum Deutsch sprechen, dann ist das nicht tolerabel. Auch die ausländische Bevölkerung wird sich an die Grundregeln halten müssen.“ Auch in der Steiermark hatte die SPÖ in den bürgerlichen Bezirken gewonnen und in ihren Hochburgen verloren.

Der ehemalige SPÖ-Innenminister Karl Schlögl, ein Vertreter des rechten Flügels der Partei, forderte gestern via „Wiener Zeitung“ bereits einen „Zuwanderungsstopp“. Und wie gedenkt die Wiener Partei mit der Causa prima umzugehen? „Das Definieren von Spielregeln, die Ordnungstrupps, jene Maßnahmen, mit denen wir vor eineinhalb Jahren begonnen haben, werden nun noch verstärkt“, sagt ein führender Genosse. Ohne diese Maßnahmen wäre man wohl unter 40 Prozent gefallen. Nun könne man freilich darüber diskutieren, ob rechtzeitig damit begonnen worden sei oder nicht. Aber besser spät als gar nicht.

Eine Regierungsumbildung plant die Bundes-SPÖ-Führung derzeit übrigens von sich aus nicht. Rochaden auf Regierungsebene im Zuge der Regierungsbildungen in der Steiermark und in Wien sind allerdings nicht ausgeschlossen.

 

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2010)

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20 Kommentare
Gast: ALICE SCHWARZER
14.10.2010 18:33
0 0

Blau-schwarze Minderheitsregierung

Das neue Erfolgsgespann in Wien heißt HC Marek! Mit einer blau-schwarzen Minderheitsregierung und der Doppelspitze mit St.Rache als Bürgermeister und Marek als Bürgermeisterin; ein Novum in der Stadt Wien - was die Roten nie schafften, das schafft die schwarze Marek mit Hilfe des blauen HC. So sieht progressiver Feminismus aus! Ein zweifach Bravo dem Du HC Marek!!

Gast: Gast
13.10.2010 15:02
0 0

warum Bitte!

Michael Häupl warum gehns in Pension, sie merken doch das sie abwärts gehn.
Vor Ihnen gehts Bergauf. Mit HC-Strache.

Die Lösung: SPÖ und FPÖ. Eigentlich haben ja die Wähler entschieden.

Noch was, stemmpeln sie die FPÖ Wähler mit 27%nicht alle ab als ungelernet oder taugenichts.

Herr Häupl sie sind am weg Ihre Partei in dden Abgrund zu Führen. eines Tages wird die SPÖ 27% haben und die FPÖ 44%. Nicht Traurig sein Herr Häupl.

In der Ruhe liegt die Kraft.


Gast: pour le mérite
12.10.2010 18:11
0 0

Heute ringen die Sozen um Antwort

und morgen um ihre Existenz.


Satori65
12.10.2010 10:24
0 0

Eine Vision!?

MH tritt ab - übergibt an Ludwig - der Weg ist frei für Rot/Blau..

...und in 5 jahren, wenn die Wähler wieder draufgekommen sind, das die Fpö eh nichts kann,
ist Strache wieder bei15%...

freddy
12.10.2010 08:25
1 0

soeben hat der ORF die Lösung verkündet(Jubel brach aus im Studio)

ein "Migrationsexperte" weiß Rat:
Die Migranten müssen zu Polizisten gemacht werden, dann wird alles wieder gut für die SPÖ.
Wenn man solche Ratgeber hat, braucht man keine Feinde mehr.

Gast: andres68
11.10.2010 21:39
0 2

bleibts wie ihr seid

das bringt zwar strache erfolg, aber seinen wählern nicht. entweder sie begreifen, dass aubildung wichtiger ist als ausländerfeindlichkeit oder sie gehen weiter unter mit oder ohne fpö

Antworten Gast: Desinfoterminator
12.10.2010 10:33
0 0

Re: bleibts wie ihr seid

Soziologen und Politologen, das haben die Ge- und Grünossen massenhaft in ihren Reihen, aber bei Rechtsanwälten, Ärzten und vor allem Ökonomen da finden sich alle ernst zu nehmenden Kapazitäten bei FPÖ und ÖVP.

Ein vernünftiger Ökonom, also einer dem klar ist, dass Kommunismus immer scheitern wird, da da persönliche Optimum beim volkswirtschaftlichen Minimum * zu finden ist, wird bei Ge- und Grünossen auf breite Ablehnung stoßen und schlussendlich hinausgeekelt.

* Im Kommunismus gibt es fixe Löhne, die nicht von der Leistung abhänig sein sollen. Wenn nun ein Tischler 100 Tische im Jahr fertigt bekommt er genauso viel bezahlt wie einer, der gar keine Tische fertigt und eben dadurch mehr Freizeit hat. Freizeit hat aber einen persönlichen Nutzenwert von etwa € 5 pro Stunde und bei 40 Stunden in der Woche macht das einen persönlichen Zusatznutzen (wenn man gar nicht arbeitet) von € 200 und wenn nun jeder für sich persönlich seinen Nutzen optimiert, wird gar nichts mehr produziert (volkswirtschaftliches Minimum) und der persönliche Nutzen dabei optimiert. An diesem mathematischen Faktum wird jegliche Art des Kommunismus (dazu zähle ich auch das Ge- und Grünossentum) scheitern.

Mathematisch gesehen werden Gelder in Wien am ineffizientesten von allen Bundesländern eingesetzt. Nur der 7er-Schlüssel vernebelt diese Tatsache.

Ein Problem der Linken ist auch, dass sie glauben Menschen planen zu können. Das geht natürlich nicht und daher beschimpfen sie andere als dumm!

Antworten naja...
12.10.2010 10:02
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Re: bleibts wie ihr seid

Bildung, das ist das Schlagwort, das von den Linken immer gerne zitiert wird. Natürlich mit Implikation, dass nur Ungebildete die FPÖ wählen.

Es ist wohl nicht zu leugnen, dass die Wählerschaft etwa der Grünen im Durchschnitt gebildeter ist, als die der FPÖ. Das heißt aber nicht, dass ihre Ansichten deswegen aufomatisch "richtiger" sind. Erstens fühlen weniger Gebildete aus diversen Gründen die Probleme, die aus der Massenzuwanderung entstehen, viel stärker. Man stelle sich etwa eine Wahl im Mittelalter vor: Die (ungebildeten) Bauern würden wohl auch eine andere Partei wählen als die (gebildeten) Adeligen, das tun sie aber nicht deshalb, weil sie ungebildet sind, sondern aufgrund ihrer Lage.

Der Multikulturalismus ist eine Ideologie ähnlich dem Kommunismus. Im Rahmen dieser Ideologien wurden gesellschaftspolitische Experimente gestartet, die auf ihrer Ideologie basieren, und deren Folgen katastrophal sind. Auch die Anhänger des Kommunismus waren oft gebildet, man denke etwa an diverse Intellektuelle im Westen. Das ändert aber nichts daran, dass er vollständig gescheitert ist.

Antworten Gast: Y oungster
11.10.2010 22:20
1 0

Re: bleibts wie ihr seid

Ein 68er Lemming kurz vor dem Ende.
Irgendwie schon erbarmungswürdig.

Antworten Antworten doubleg
11.10.2010 22:52
0 0

Re: Re: bleibts wie ihr seid

Auch so unwiederlegbare Argumente. Beeindruckend. Andreas hat von Bildung gesprochen, und dass sie weiterhilft. Sie schreiben nur wirres Zeug.

Gast: Hunter
11.10.2010 20:26
2 0

Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Na gut wenn es ein muß.
Rotgrün wird das Faß zum Überlaufen bringen.

Antworten Gast: Hermione
12.10.2010 10:17
0 0

Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Besser gefallen würde mir so etwas wie die französische Revolution: das Volk entledigt sich seiner privilegierten Widersacher, der politischen Kaste.

Antworten Gast: xxxx
11.10.2010 22:56
0 0

Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Hoffentlich nicht. Rot-Grün könnten aber, wenn sie wirklich provozieren wollen, sehr bald dafür bezahlen.

Antworten Gast: suhl
11.10.2010 22:28
2 0

Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

die "Integration" gut und schön.
Bemerkenswert ist, dass sich die einen "integrieren" ohne dass die Öffentlichkeit viel Geld in die Hand nehmen muss.
Andere - und zwar ganze Gruppen - weigern sich beharrlich.

Weigern??

Was wäre wenn Warrazin recht hätte, und diese obwohl sie wollen nur teilweise in der Lage sind, einen höheren Bildungsstand zu erreichen oder in einem hochentwickelten Land sich zu "integrieren"??

Sarr. erzeugte mit seinen ketzerischen GEdanken für einen Aufschrei und seiner Entfernung aus allen Ämtern.
Sein Buch wurde 600.000 mal verkauft....

Sarr. nennt das Stichwort "Verwandtenehe", in Mitteleuropa bei 2% aller Ehen, in islamischen Ländern bei über 60%....
Der Zusammenhang der Verwandtenehe im grossen Massstab mit einer Degenerierung und erhöhter Häufigkeit gew. Erbkrankheiten ist wissenschaftlich erwiesen (aber vom dt. Integrationsministerium ignoriert!!).

Nun, wenn wir schon beim Ketzen sind: weshalb passierte die technologische Revolution nur in gewissen Regionen, in anderen nicht??
Immer wird dsa mit der "Geschichte" erklärt.
Gut, könnte aber auch ien Zirkelschluss sein - Unterschiede haben auch Ursachen und nicht nur "Geschichte"...

Jedenfalls ist erwiesen, dass in Gebieten mit starkem Migrantenanteil die GEsellschaft rückständiger wird und innovationsfeindlicher wird (gilt für USA genauso wie für EU!!) - das ist eine Tatsache, es wird aber meist versucht solche Zusammenhänge zu verschleiern!!

Antworten doubleg
11.10.2010 21:33
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Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Und immer wieder ruft der Pöbel nach Gewalt. Das tut er von beiden Seiten, von links und von rechts. Österreich ist da wo es ist weil seit mehr als 65 Jahren kein Krieg mehr herrscht. Probleme lassen sich auch ohne Gewalt lösen. Einfach Staaten die Krieg haben/hatten mit jenen vergleichen die keinen haben/hatten. Der Vergleich macht sie sicher. Man braucht halt ein wenig Hirn für Gewaltfreiheit.

Antworten Antworten Gast: Hunter
11.10.2010 22:19
1 0

Re: Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Ein ewig wiederkehrender historischer Irrtum des ungebildeten Pöbels der glaubt eine Parteiakademie und zwei Yogakurse würden ihnen Wissen bescheren. Die Wahrheit ist eben nie rosa 68.....

Antworten Antworten Antworten doubleg
11.10.2010 22:50
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Re: Re: Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Sie haben die Argumente vergessen. Gewalt hilft in großem Rahmen auf politischer Ebene wo genau? Ich warte schon mal auf die Beispiele wo Krieg Wohlstand gebracht hat. Die Liste wird kurz werden.

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Re: Re: Re: Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Na ja, doubleg, die USA zum Beispiel. Die stießen sich immer wieder gesund an der Kriegsindustrie, so heißt es zumindest in Canada und die müssens ja wissen, weil sie ihre liebsten Nachbarn sind.
Abgesehen davon ist es historisch unmöglich, dass es nie mehr wieder Krieg geben wird, weil das nicht in der menschlichen DNA liegt. Es hat immer Friedenszeiten gegeben und dann tuschte es wieder. Wird sich wohl - solange es Menschen auf der Erde gibt - nie ändern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten doubleg
12.10.2010 07:58
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Re: Re: Re: Re: Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Die USA hatte nur einen Krieg am eigenen Boden, und das war ein Bürgerkrieg. Und dort hat er auch keinen Wohlstand gebracht. Somit ist die Liste wieder bei Null.
In der DNA liegt viel, aber sicher keine Notwendigkeit für Krieg. Es muss nicht Krieg geben, denn es geht auch anders, aber solange es solche Kriegstreiber gibt wird sich nichts ändern. Krieg ist höchstens der Ausdruck von Unterentwicklung. Die EU ist das beste Beispiel, dass ein ganzer Kontinent befriedet werden kann. Es gab in Europa über Jahrhunderte Kriege zwischen verschiedensten Völkern, die jetzt auf einmal friedlich miteinander können. Seltsam, oder? Und Krieg mit "es tuschst" zu verharmlosen ist auch nicht grade hilfreich. Krieg ist abscheulich und nicht ein bißerl ein Donnerwetter. Meine Großeltern und Eltern mussten das noch miterleben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: glaub_nix
14.10.2010 10:36
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auf dem Weg zum Bürgerkrieg.

Ursache der Kriege: Importreligionren!

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