25.05.2012 20:32 | Meine Presse Merkliste 0

Hörhan wird Landesgeschäftsführer der Wiener ÖVP

 (DiePresse.com)

Christoph Hörhan, ehemaliger Sprecher von Maria Rauch-Kallat, wird Partei-Manager in Wien. Parteichefin Marek lehnt persönliche Konsequenzen nach der schweren Niederlage weiter ab.

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[WIEN/NO/UW/STU] Es war erwartet worden, kam aber doch sehr rasch: Norbert Walter, Landesgeschäftsführer der Wiener ÖVP, bestätigte nach dem desaströsen Wahlergebnis seiner Partei noch am Dienstag seinen Rücktritt. Er hatte am Montagabend Parteichefin Christine Marek über seinen Rückzug informiert. Sie hatte ihn nicht gebeten, zu bleiben. Dienstagabend ging Marek mit dieser Entscheidung in den Wiener ÖVP-Landesparteivorstand. Und sie stellte auch gleich die Weichen für den Nachfolger: Christoph Hörhan.

Somit soll der frühere Kommunikationschef von Ex-VP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat Walters Job übernehmen. Zuletzt war der 34-jährige Volkswirt beim Pharmaverband Pharmig tätig, wo er unter anderem den Strategiebereich leitete. Hörhan, ein gebürtiger Wiener, war auch Leiter des Fonds Gesundes Österreich. Wenngleich es bereits als fix gilt, dass Hörhan kommt, steht die diesbezügliche Abstimmung noch aus. Kommenden Dienstag soll der Landesparteivorstand Mareks Personalentscheidung absegnen. Noch am späten Dienstagabend streute die Frontfrau dem neuen Mann Rosen. Dieser sei eine „engagierte Persönlichkeit, die das politische Pflaster kennt“.

So ganz überzeugt waren nicht alle Mandatare. Schon im Laufe des Abends, nachdem sich dieses Vorhaben der Parteiführung herumgesprochen hatte, meinte etwa VP-Gemeinderat Wolfgang Aigner zur „Presse“: „Wer der Herr Hörhan ist, weiß ich nicht. Und die Leute, die wir nicht kennen – ich weiß nicht, mit welcher Berechtigung diese Leute dann Landesgeschäftsführer werden sollen?“

Parteichefin Marek selbst lehnte persönliche Konsequenzen nach der schweren Niederlage weiterhin ab. Nach der Sitzung sprach sie von „positiver Grundstimmung“ in der Wiener ÖVP. Eine Koalition mit der Wiener SPÖ sei noch keine „g'mahte Wies'n“ – eine Äußerung, die von Beobachtern als taktische Ansage verstanden wird, wenngleich genau dies von Marek bestritten wurde.

Bisherige Versuche, die Parteispitze auf eine Koalition mit der SPÖ einzuschwören, stießen auf Widerstand innerhalb der ÖVP: ÖVP-Nationalratsabgeordneter und Raiffeisen-Generalsekretär Ferry Maier hatte via „Presse“ seiner Partei empfohlen, in Opposition zu bleiben.

Um jeden Preis in die Regierung?

Raiffeisen-Chef Christian Konrad widersprach prompt. Für ihn sei es „keine Frage“, dass er sich für Rot-Schwarz ausspreche, sagte Konrad der „Wiener Zeitung“. Und: „Er (Maier, Anm.) wollte vermutlich in die Zeitung kommen. Herr Maier hat dies ausschließlich als Funktionär der Volkspartei gesagt, aber sicher nicht als Raiffeisen-Generalsekretär.“

Die ÖVP-Bundesparteispitze ist ebenfalls bemüht, den Eindruck zu zerstreuen, die Wiener ÖVP wolle um jeden Preis in eine rot-schwarze Stadtregierung. „Die ÖVP wird nicht billig zu haben sein“, betonte ÖVP-Chef Josef Pröll nach dem Ministerrat. Zuerst müsse es aber ohnehin eine Einladung zu Gesprächen durch SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl geben.

Zurück zu Norbert Walter: Mit ihm tritt nach neun Jahren als Landesgeschäftsführer einer der engsten Vertrauten von Johannes Hahn ab, der im Vorjahr als EU-Kommissar nach Brüssel gewechselt war. „Für mich war es sonnenklar, dass ich mich nach der Wahl verabschiede, weil personelle Veränderungen notwendig sind“, erklärte Walter im „Presse“-Gespräch.

Er trete sicher nicht „verbittert“ oder „frustriert“ ab, sondern trotz der jüngsten Niederlage mit dem Gefühl „politisch viel erreicht zu haben“. Damit bezieht sich Walter auf die Zusammenarbeit mit Hahn: „Wir haben die Partei inhaltlich neu aufgestellt. Bei der Wahl unter Hahn haben wir ein Plus von 2,5 Prozentpunkten erreicht.“ Dass er nun das Bauernopfer für Marek sei, glaubt der gebürtige Tiroler „sicher nicht“.

Was er nun machen werde? „Wenn sich das Grundmandat in Floridsdorf ausgeht, werde ich Gemeinderat bleiben. Und mich dann in der Privatwirtschaft umschauen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13. 10. 2010)

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8 Kommentare
Gast: Zuckerbrot
14.10.2010 13:40
0 0

arrogant & unverschämt

Als Marek nach ihrer wohlverdienten Wahlniederlage sagte, man dürfe kein Selbstmitleid haben, hätte ich gedacht, sie würde vielleicht zurücktreten. Nun begreife ich: Sie hat uns gemeint!

retiree
13.10.2010 20:24
0 0

Kosequentes Handeln nach klarer Niederlage gefragt

Link zum Anklicken:
http://www.youtube.com/watch?v=O17bUw8luHs

Gast: ausverkauf
13.10.2010 12:46
0 0

ganz einfach

schmeisst die marek hinaus - die ist ein einziges desaster

Gast: ritchie
13.10.2010 12:42
0 0

Marek

Unglaublich aber wahr das Marek anscheinend bis jetzt nicht erkennt wo dem Volk der Schuh drückt und was diese für Probleme haben.

Und das obwohl Sie selbst im 15. Bezirk wohnt, und nur mit ein bisschen Mut durch Ihren problematischen Heimatbezirk zu spazieren braucht und die Leute auf der Straße anzusprechen wagen sollte um nach deren Wünsche und Problemen zu fragen.
Sie wäre überrascht das diese nichts mit dem Themen in Ihrem schlechten Wahlkampf zu tun hätten.

Doch leider traut sie sich das anscheinend nicht !

Gast: smilie
13.10.2010 12:35
1 0

Zeit zu gehen

Es ist nach diesem Desaster bei der Wahl für Marek an der Zeit von der politischen Bühne abzutreten und kompetenteren Köpfen innerhalb der Partei Platz zu machen.

Über Ihren Wahlkampf und Taktik konnte man sich nur wirklich wundern Beispiel Ihre äußerst negativen Aussagen zur Minderstsicherung und Arbeitslosigkeit.

Ein riesengroßer Fehler alle in einen Topf zu werfen und als Sozialschmarotzer abzuwerten. Sie vergaß dabei ganz das unter dem Heer der Arbeitslosen und derjenigen die Mindestsicherung beziehen auch viele ÖVP Wähler sich befinden sprich u.a. auch Akademiker und ehemalige gescheiterte Unternehmer sowie christlich soziale. Und gerade wegen solcher Aussagen von Marek wechselten viele hinüber zu den Blauen.
Dies ist nur einer Ihrer vielen Fehler gewesen. Das Plakat mit Häupl ist auch so ein Fall.
Ganz zu schweigen die Marek SMS Werbung.

Ein kleiner Lichtblick

Noch möchte ich kein Urteil über den künftigen Landesgeschäftsführer der ÖVP Wien abgeben - es wäre unfair, da ich mir bis dato nicht einmal sein Name bekannt war.

Positiv ist jedoch anzumerken, daß es niemand aus der überheblichen und präpotenten Strasser-Partie ist, der/die an diese Position gehieft wurde. Offensichtlich ist der Druck, sich von diesen Personen loszulösen, stark genug gewesen, um zumindest keinen Schritt in die falsche Richtung zu machen.

Der neue Mann wird neben seinen handwerklichen Fähigkeiten (Management, Kommunikation) ein große Portion Gespür und Gefühl benötigen, um aus der ÖVP Wien eine positiv gestaltende Kraft zu machen. Wie das Wahlergebnis gezeigt hat, ist dies für Wien dringend notwendig. Auf der einen Seite muß den Hetzern das Wasser abgegraben werden und auf der anderen Seite dem Hochmut des herrschenden Koloßes gewisser Einhalt geboten werden.

0 0

Neugründung oder neue Partei!

Man könnte in wohl gewählten Worten die Gründe analysieren, warum die ÖVP zunehmend an Attraktivität verliert.
Man kann es aber auch kürzer und bildhaft zusammenfassen:
Das Problem der ÖVP symbolisiert sich neben anderen in den Personen Erwin Pröll, Fritz Neugebauer und Andreas Kohl. Verdienstvolle Leute vor ein paar Jahrzehnten, die nun für Reformverweigerung stehen. Pröll gegen sinnvolle Reformen in den Bundesländern, Neugebauer gegen Verbesserungen bei Bildung und Kohl als Verteidiger eines Pensions-Systems, das nachfolgende Generationen benachteiligt und belastet.
In diesem Zusammenhang symbolisiert vor den Kulissen ziemlich ungeniert Raiffeisen Chef Konrad die Macht des Geldes während hinter den Kulissen von Zwangsbeiträgen bezahlte Funktionäre der Wirtschaftskammer am Parlament vorbei und von der Öffentlichkeit unbemerkt Einfluss auf die Politik nehmen.

Gast: Maria
13.10.2010 00:49
0 0

somit ist die Verbindung.....

.....zur Buillon-Suppe auch aufrecht, dann kann schon nichts passieren!
Ps: es ist immer gut wenn man noch ein bisserl eine Nabelschnur zu Politik hat, auch danach - man weiss ja nie was mein Mann noch alles brauchen kann!!??

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