25.05.2012 20:33 | Meine Presse Merkliste 0

„Strache Integrationsstadtrat? Da wird mir schlecht“

ULRIKE WEISER (Die Presse)

Heide Schmidt, einstige Gründerin des Liberalen Forums, gehört zu einer Plattform, die sich für eine rot-grüne Regierung in Wien einsetzt. "Häupl verdient für seine Absage gegen Rechts Respekt."

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Die Presse: Sie gelten zwar als linksliberal...

Heide Schmidt:...nein, ich mache diese Einteilung nicht. Für mich sind Gesellschafts- und Wirtschaftsliberalismus untrennbar verbunden.


Gut, dann liberal. Das macht es noch deutlicher: Von ihrer Position als Liberale, LIF-Gründerin und davor Generalsekretärin der FPÖ aus gesehen, ist es da nicht ein sehr weiter Weg zur Unterstützung von Rot-Grün?

Zur FPÖ: Das muss man aus der Historie verstehen. Es gab viele Menschen, die aus der FPÖ eine liberale Partei machen wollten. Dass das ein Irrweg war, wissen wir heute. Mein Zugang zur Gesellschaft war immer liberal. Insofern war der Weg nur formal weit.

Aber auch von der Liberalen zur Rot-Grün-Unterstützerin ist es weit.

Mir geht es um eine strategische Überlegung, darum, Bewegung ins politische Gefüge zu bringen. Ich halte Rot-Grün für eine offenere, dynamischere Richtung als Rot-Schwarz.

Wenn es nur um Bewegung geht, ginge auch Rot-Blau.

Und Strache als Integrationsstadtrat? Da wird mir ja schlecht, zumal ich weiß, was in dieser Stadt mehrheitsfähig wäre. Mein Anspruch an die Politik ist nicht, das zu machen, was mehrheitsfähig ist, sondern das, was man für richtig hält, zur Mehrheitsfähigkeit zu entwickeln.

Ist es für Sie gar kein Problem , dass manche grüne Forderungen liberalen klar widersprechen und...

...ja, und die der Roten auch. Aber auch die ÖVP vertritt keine liberale Wirtschaftspolitik. Wobei ich mir vorm Wahlkampf – als es nicht sicher war, ob die Liberalen antreten – gedacht habe, dass es die Frau Marek verdienen würde, innerhalb ihrer Partei den Rücken gestärkt zu bekommen. Ihr Wahlkampf hat sie für mich aber unwählbar gemacht. Bei Rot-Grün geht es um einen demokratischen Grundkonsens, und ich glaube, dass Häupl für seine Absage gegen Rechts Respekt verdient.

Es gibt jedoch die Vermutung, dass Rot-Grün der FPÖ helfen würde.

Natürlich kann es sein, dass man dann SPÖ-Wähler, die ausländerfeindlich geworden sind, dauerhaft an die FPÖ verliert – und?

Und es sind nicht wenige. Es wurden zuletzt wieder Parallelen zwischen Haider/Strache gezogen. Zu Recht?

Sie sind sich sehr ähnlich geworden. Natürlich sind das unterschiedliche Menschen, aber Haider wird rückwirkend auch glorifiziert.

 

Das Integrationsthema hat Strache geholfen. Was läuft da in Wien falsch?

Ich glaube, dass die Integrationsfrage die größte Herausforderung für Wien ist. Man hat sicher zu wenig investiert und vielleicht Probleme ausgeblendet, weil man keinen Applaus von der falschen Seite will.

Was wäre die richtige?

Ich glaube, wir brauchen eine ehrliche Diskussion, die ich in Deutschland derzeit um Eckhäuser hochstehender erlebe. Nicht wegen des Herrn Sarrazin, sondern wegen der Ansage des Bundespräsidenten: „Der Islam gehört auch zu Deutschland.“ Der Satz ist ein Gedankenanstoßgeber. Wenn die Diskussion von solchen Menschen angeregt wird, läuft sie auf einer ganz anderen Ebene.

Wie stehen Sie zur Burka-Verbot-Frage?

Ich bin noch tief in einer Nachdenkphase. Hätten Sie mich vor zwei Jahren gefragt, wäre meine Sicherheit beim klaren Nein zum Verbot eine viel größere gewesen.

Ein Blick in die Zukunft: Das LIF, bei dem Sie nicht mehr direkt engagiert sind, existiert in Wien de facto nicht mehr. Das Institut für eine offene Gesellschaft, das Sie geleitet haben, ist seit 2009 zu. Was machen Sie jetzt?

Ich habe mehrere Projekte, plane schon länger, etwas zu schreiben. Was das LIF betrifft: Ich glaube, es lohnt sich für jene, die es machen, nicht aufzugeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2010)

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86 Kommentare
 
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Die FPÖ der 80er und frühen 90er,

die von Völkischen bis Freisinnigen das gesamte Dritte Lager vertrat und darstellte, war mir immer noch die liebste.

Eine Bewegung, in denen so unterschiedlich und für sich ausgezeichnete Politiker wie Strache und Gudenus, Stadler und Haider sowie Schmidt und Frischenschlager vertreten wären, wäre längst über 30%.

Ich will, daß die FPÖ wieder so breit aufgestellt ist!!

Geldfux
03.11.2010 10:13
0 0

Richtig halten als Ideologie??

Für Frau Schmidt ist liberal,"alles machen was man für richtig hält". Sehr gut! Früher hat Frau Dr. Schmidt Ihr Händchen für Dr.Haider hingehalten und wurde dritte Präsidentin des Nationalrates! Als sie dann das LIF gegründet hatte, hielt sie ihr Händchen noch weiter offen und blieb dritte Präsidentin eines 5er Blocks! Dann erfand sie die liberale Mindestsicherung, die war noch grosszügiger als die heutige Variante. Aber gewählt wurde sie nich mehr!
Für wem sie heute auch noch ein offenes Händchen hat, wer weiss das schon?

Das Wort
01.11.2010 06:55
0 0

Auffällig in der Politik der letzten Jahrzehnte ist, das Gegen etwas dominiert!

Und - bedarf keiner Argumente.

Sicher ist, daß ein Patient vor dem Zahnarzt kneifen will, aber....

Jene die die Kneiferei unterstützen kochen ihr eigenes Süppchen, nie zum Wohle des Patienten.

Kantig
31.10.2010 09:20
3 0

Diese Frau schwätzt nur noch Eigenbrötelei, wirkt aber nicht!

Ob sie noch Pullover wirkt weiß ich nicht. Aber andere Politiker schlecht machen kann jeder.

Die meisten dieses Genres auch nicht mehr.

Frotzel
30.10.2010 11:11
0 0

Beschränktheit des Denkens, aber Egomanin - das ist mir beim Bruch mit Jörgl aufgefallen.

Stichwort aufgefallen, das ist Schmidtsche Maxime.

Was bringt deren Komment - Vorurteisdenken tritt zutage.

0 0

Diese Frau wirkt nicht mehr, obwohl sie seinerzeit meinte "eine Frau wirkt" eben!

Wahrscheinlich meinte sie, Pulloverwirken.

0 3

Kompliment an Frau Schmidt..

..die ich schon seinerzeit für ihren mutigen FPÖ-Austritt bewundert habe.

Prolet
25.10.2010 07:29
3 0

Die Schmidt meinte einmal wörtlich "eine Frau wirkt eben"

Aber ich habe die noch nie stricken sehen. Jetzt dient sie sich den Grünen an.

Als sie noch gegen Privilegien antrat konnte ich sie verstehen, aber jetzt, mit den ständig offenen Handerln nach Pfründen greifend sieht man, fragt man, was kann die?

Gast: yS9iijnh
24.10.2010 16:59
3 0

vielleicht ist es eine andere schmidt

ist diese frau nicht jahrelang an der seite des herrn dr. j. haider solziert; ganz rechts außen. sie würde sicher auch heute noch an der seite des herrn h.c. strache gehen, aber so eine österreichverweigerin braucht er nicht.

Gast: UKW
24.10.2010 12:02
7 0

Schmidt ist der weibliche Busek

Beide haben es bei Wahlen mangels Charisma nie zu etwas gebracht. Beide sind selbstverliebte Eigenbrötler. Beide werden regelmäßig interviewt, obwohl sie keine öffentlichen Funktionen mehr haben. Beide sind in weiten Teilen der Bevölkerung unbeliebt.

Re: Schmidt ist der weibliche Busek

Super Vergleich !

Absolut richtig was Sie schreiben. Beide in Wahrheit links, präpotent, entbehrlich, geben aber zu allem ihren Senf dazu, meistens ungefragt.

Gast: Malzi
23.10.2010 09:30
8 0

enges Denken und Floskeln

Dass Schmidt SPÖ -Wähler, die FPÖ wählen pauschal als ausländerfeindlich diffamiert zeigt einzig und allein ihr enges, vorurteilsbeladenes
Denken.

Zumindest unterhaltend finde ich ihre nichtssagenden Floskeln auf konkrete Fragen wie
"Bewegung ins politische Gefüge bringen" oder "Man soll das machen, was man für richtig hält".
DAS MACHT JA SOWIESO JEDER! :-))

Völlig unnötiges Interview, viel heiße Luft. Nicht umsonst spielt das LIF politisch keine Rolle in Österreich.


6 0

liebe frau schmidt,

bitte einmal nachlesen, was es bedeutet, liberal zu sein.

5 3

"Da wird mir schlecht"

Wenn ich die Heide Schmidt anschaue, wird mir auch schlecht. Aber solche Äußerungen behält man halt für sich.

5 0

bitte nicht schon wieder...

so eine WendehalsIn kann niemals glaubwürdig sein. Immerhin war sie schon politisch gebildet als sie sich Haider an den Hals geworfen hat, also sie wusste genau welche politische Richtung die damalige FPÖ hatte!

Gast: recht so
22.10.2010 07:35
1 7

immer weiter!

Frau Schmidt, Ihr Kampfgeist ist einzigartig in der österreichischen Politik. Mit diesem Interview beweisen Sie außerdem moralische Größe. Bei der nächsten Wahl wähle ich vielleicht auch das LIF. Bei ÖVP und FPÖ sind massenhaft unzufriedene bürgerliche Wähler abzuholen, man muss ihnen nur vernünftige Konzepte anbieten. Dem Strache soll man sein Ausländerthema ruhig lassen, aber man muss in den anderen wichtigen Bereichen Lösungen parat haben: Arbeit, soziale Sicherheit, Bildung, Umwelt usw.
Viel Glück!
Ein vielleicht künftiger LIF-Wähler

Antworten Gast: UKW
24.10.2010 12:05
0 0

Falls Sie SPÖ-Mitglied könnten Sie es als Kabaretist in Wien zu etwas bringen

Für den freien Markt ist Humor allerdings zu abgedroschen. Für sowas würde niemand Eintritt zahlen.

Antworten fireone
22.10.2010 08:04
3 1

Re: immer weiter!

Wenn es das LIF bis dahin noch gibt.

Antworten fireone
22.10.2010 08:04
1 1

Re: immer weiter!

Wenn es das LIF bis dahin noch gibt.

Gast: Gast
21.10.2010 19:19
12 0

eines kannn die Frau Schmidt,

da muss man ihr lassen:

eine Partei zu jener Größe führen, dass Vollversammlungen aller Wähler in einer Telefonzelle bequem Platz finden.

Ob diese Leistung wirklich dafür qualifiziert, sich als das Gewissen Österreichs aufzuspielen?

Antworten fireone
22.10.2010 08:03
5 0

Re: eines kannn die Frau Schmidt,

lol

poldionkel
21.10.2010 18:50
9 1

heide schmidt

der blauäugige judas. mehr ist zu dieser person nicht zu sagen

mannimmond
21.10.2010 18:05
13 0

Wenn es einen Preis für Opportunismus gäbe,

Der "Herr Karl"-Preis wäre ihr sicher.

Heide Schmidt war eine der übelsten Opportunistinnen in der österreichischen Politik.

Zuerst Sekretärin von Gustav Zeilinger in der der uralt-FPÖ (Götz), dann schwenkte sie auf die liberale Linie Norbert Stegers, um sich dann Jörg Haider an den Hals zu werfen, der sie mit bestens bezahlten Spitzenpositionen (3. Nationalratspräsidentin) verhätschelte, und so kandidierte sie von Jörgls Gnaden für die Bundespräsidentschaft:

Heide Schmidt war immer dabei.

Dann kam es zum Bruch mit Haider, und am Tag NACHDEM Haiders "Ausländervolksbegehren" nicht nach Wunsch gelaufen ist, folgte die Abspaltung des liberalen Forums - Heide fand in Heinz Fischer einen neuen Paten - und Schmidts Programm lautete seither:

"Ich war immer schon gegen Haider" - das klang so glaubwürdig wie Ulbrichts: "Niemand möchte einen Mauer bauen".

Antworten mannimmond
21.10.2010 18:27
8 0

Re: Wenn es einen Preis für Opportunismus gäbe,

Dass das als politisches Programm zuwenig ist, um an den Pfründen mitzunaschen, haben die Wähler deutlich zum Ausdruck gebracht: da half auch das Anbiedern an Antiklerikale (Kruzifixdiskussion, vielleicht kriegt man doch ein paar Stimmen von Altnazis und Sozis, die noch immer glauben, dass die Kirche eine politische Macht darstellt) oder Homosexuelle (man könnte vielleicht den Grünen ein paar Stimmen abjagen) nichts.

Das Liberale Forum war eine "Führerpartei" reinsten Zuschnitts: "Heide befiehl, wir folgen Dir" - denn abgesehen von Heide Schmidt hatte dort sowieso niemand etwas zu sagen.

Und jetzt macht sie sich für Rot-Grün stark – wo war der Herr Karl, pardon die Frau Schmidt eigentlich nicht dabei?

Re: Re: Wenn es einen Preis für Opportunismus gäbe,

Das stimmt.

9 0

Die gibts auch noch?

Anscheinend hat die Presse keine interessanten Ansprechpartner mehr - die Ex des Herrn Fischer aus der Versenkung zu holen - letztklassig!!!

 
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