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Juli 1947: Briten greifen jüdisches Flüchtlingsschiff an

18.07.2012 | 10:46 |   (DiePresse.com)

Mit 4500 Holocaust-Überlebenden an Bord versuchte die "Exodus" vor 65 Jahren nach Palästina zu gelangen. Britische Kriegsschiffe durchkreuzten den Plan.

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Am 18. Juli 1947 griffen britische Kriegsschiffe das jüdische Flüchtlingsschiff "Exodus" an. Drei Menschen wurden getötet, über 150 verletzt. Was war geschehen? Viele europäische Holocaust-Überlebende waren nach dem Zweiten Weltkrieg heimatlos. Sie sehnten sich danach, nach Palästina auszuwandern. Doch die Einwanderung in das britische Mandatsgebiet wurde von der Militäradministration abgelehnt, da sie die englische Vormachtstellung in Frage gestellt hätte. Trotzdem versuchten immer wieder Flüchtlinge, per Schiff nach Palästina zu gelangen.

Durch Zufall wurde der Mossad le Alija Bet - eine Organisation zur Förderung der illegalen Einwanderung nach Palästina - in dieser Zeit auf die "President Warfield" aufmerksam, ein ausrangiertes Kriegsschiff, das seit Monaten auf dem Schiffsfriedhof Baltimore vor Anker lag. Ursprünglich war es ein Vergnügungsdampfer gewesen, im Krieg wurde es aber zunächst von den Briten, dann von US-Streitkräften als Truppentransporter eingesetzt.

Vier Decks für über 4000 Menschen

Das Schiff schien der perfekte Ort zu sein, um "displaced persons" von Sete, einem kleinen Hafen bei Montpellier, nach Haifa zu bringen. Die Organisation kaufte die "President Warfield" und veranlasste den Umbau des 100 Meter langen und nur zweieinhalb Meter tiefen Schiffes, sodass auf vier Decks nicht mehr nur 400, sondern über 4000 Menschen Platz fanden. Die zusammengetrommelte Besatzung bestand aus amerikanischen Juden.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 1947 brach die "President Warfield" schließlich mit 4515 Flüchtlingen, darunter zwischen 655 und 955 Kinder, auf. Auf freier See wurde das Schiff umbenannt: Mit Farbe wurde der Schriftzug "President Warfield" durch "Exodus" übermalt.

Doch dem britischen Empire war der Dampfer nicht entgangen. Der Geheimdienst verfolgte das Schiff, um es am 18. Juli 1947, 20 Meilen vor der palästinensischen Küste, anzugreifen. Vier Stunden dauerte der Beschuss durch die Briten, zwei Flüchtlinge und ein Crewmitglied kamen ums Leben. Der Angriff wurde vom Bordfunker an die Hagana-Zentrale gefunkt und von dort über Radio ins Mandatsgebiet live übertragen.

Dreiwöchiger Protest an Bord 

Das Schiff wurde geentert und nach Haifa geschleppt. Die Passagiere wurden auf drei Gefängnisschiffe verteilt und zurück nach Frankreich geschickt. Obwohl die Situation an Bord menschenunwürdig war, weigerten sich die Juden drei Wochen lang, die Schiffe zu verlassen. Nur 75 erschöpfte Passagiere nahmen das Asylangebot der französischen Regierung an. Da sie in Frankreich nicht mit Gewalt von Bord gebracht werden durften, wurden die restlichen Flüchtlinge nach Hamburg verschifft. Dort wurden sie vor den Augen der internationalen Presse mit Gewalt von Deck gebracht und in mehrere Lager bei Lübeck gebracht.

In den folgenden Tagen wurde Kritik an dem Umgang mit den Flüchtlingen laut. Sogar der damalige US-Präsident Harry Truman schaltete sich ein, um die britische Regierung zum Umdenken zu bewegen. Am 6. Oktober zogen schließlich die Wachen von den Lagern ab und ließen die "Exodus"-Passagiere frei. Viele von ihnen versuchten erneut nach Palästina zu gelangen - diesmal mit Erfolg.

Auch aus weltpolitischer Sicht hatte die "Exodus"-Fahrt ein Nachspiel: Die Hartnäckigkeit der jüdischen Passagiere und der internationale Druck auf Großbritannien trugen dazu bei, die Gründung des Staates Israel voranzutreiben. "Die Welt hatte begriffen, dass es einen Ort geben muss, der Juden eine sichere Zuflucht bietet", sagte Noah Kliger, der vor 65 Jahren an Bord der "Exodus" war, gegenüber "Spiegel Online".

(Red.)

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26 Kommentare
 
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Gast: Novaris
18.07.2012 17:05
3 0

Ein Zitat

"SUNDAY CORRESPONDEN" - Ausgabe 16.09.1989
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"Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor dem Faschismus zu retten.
Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir die deutsche Vormachtstellung in Europa nicht akzeptieren können."

Es war ein Verbrechen, diese geschundenen Menschen e r n e u t so unmenschlich zu behandeln.

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meine Kommentare werden hier zensiert

neuer Versuch:

RMS Lusitania


Re: meine Kommentare werden hier zensiert

eventuell wegen themenverfehlung?

Re: meine Kommentare werden hier zensiert

versuchs immer 5-6 mal, funktioniert:D

und wieviel wäre der welt erspart geblieben, wenn nicht die uden nach vielen jahrhunderten in ihre ursprüngliche heimat zurückgekehrt wären, welche eben schon von anderen besiedelt war. verständlich ist der wunsch nach einem eigenen land natürlich schon, aber würden das alle "ausgewanderten" tun....


Re: und wieviel wäre der welt erspart geblieben, wenn nicht die uden nach vielen jahrhunderten in ihre ursprüngliche heimat zurückgekehrt wären, welche eben schon von anderen besiedelt war. verständlich ist der wunsch nach einem eigenen land natürlich schon, aber würden das alle "ausgewanderten" tun....

ähhh, sie hängen der irrigen meinung an, dass. vor der staatsgründung in palästina KEINE Juden gelebt haben ? - trotz arabischer eroberung, trotz ,assenhafter einwanderung von arabern (jetzt palästinensern) im 19. Jh?

von den Landverkäufen der Araber an Juden reden wir gar nicht....


Antworten Gast: schonwiederich
18.07.2012 16:48
2 2

Re: und wieviel wäre der welt erspart geblieben, wenn nicht die uden nach vielen jahrhunderten in ihre ursprüngliche heimat zurückgekehrt wären, welche eben schon von anderen besiedelt war. verständlich ist der wunsch nach einem eigenen land natürlich schon, aber würden das alle "ausgewanderten" tun....

und wieviel wäre der welt erspart geblieben, wenn nicht unsere vorfahren versucht hätten die juden auszurotten?

versuchen sie doch nur einmal zu verstehn was damals passiert ist. na los. es tut nicht weh.
"wir" haben es zugelassen dass "wir" die idee die juden auszurotten auch umgesetzt haben ...

das ist schon ziemlich heftig.

Antworten Antworten Gast: Österreicher
19.07.2012 00:38
0 0

Re: Re: und wieviel wäre der welt erspart geblieben, wenn nicht die uden nach vielen jahrhunderten in ihre ursprüngliche heimat zurückgekehrt wären, welche eben schon von anderen besiedelt war. verständlich ist der wunsch nach einem eigenen land natürlich schon, aber würden das alle "ausgewanderten" tun....

Meine Vorfahren haben das nicht versucht!

Gast: Buffy441
18.07.2012 16:01
3 2

wenn

Israel die Leute abknallt die nach Gaza wollen um Hilfsgüter zu liefern, dann interessiert das auch keinen und das ist jetzt und nicht vor 65 Jahren, wo bleibt das Gedenken an diese Leute, die nur helfen wollen.

Re: wenn

na ja, hilfsgüterüberbringer, die
sich weigern die ladung am landweg zu über bringen,
die mit eisenstangen auf soldaten eindreschen,
die vornehmlich aus türkischen fundamentalisten bestehen ......

Gast: Dokufreund
18.07.2012 16:00
0 1

Verhältnis Rothschilds und der Briten zu Isreal

Wie ist eigentlich das Verhältnis der Rothschilds und der Briten zu Isreal?

Dieses Video gibt recht interessante geschichtliche Einblicke:
http://www.youtube.com/watch?v=5qLgQW7kBhk

Gast: Very british
18.07.2012 15:28
3 0

Ja die Briten sind halt superauber

einfach die Kosaken in der Steiermark fragen.

Gast: GEROFERO
18.07.2012 15:12
1 1

King David Hotel

1946 wurde von Zionisten das King David Hotel in Jerusalem in die Luft geblasen. Resultat über 100 Tote. Natürlich war das der Sympathie der Briten gegenüber jüd. Einwanderern nicht förderlich. Auch hatten die Briten Verpflichtungen gegenüber den arabischen Einwohnern einzuhalten. Das mit der Staatsgründung Israels war nicht für alle Beteiligten von Nutzen, leider bis heute.

Gast: Könntekotzen
18.07.2012 13:38
6 5

Wer entscheidet?

Illegal ist anscheinend nicht gleich illegal! Was soll falsch daran gewesen sein 4500 Illegale daran zu hindern in ein fremdes Staatsgebiet einzudringen? Israel lässt nicht einmal Eingeborene in ihrer Heimat frei reisen!


Re: Wer entscheidet?

Wie definieren Sie Eingeborene,Mister Kotzer?

Viele Türken sind z.B.auch in Ottakring geboren,obwohl ihre Vorfahren aus der Türkei stammen.

Die meisten Vorfahren der Palis kamen einst auch als Gastarbeiter aus Arabien oder Ägypten.

Wollen Sie einen Türkenstaat-Ottakring in Wien?

Antworten Antworten Gast: DuBeutel
19.07.2012 00:35
0 2

Re: Re: Wer entscheidet?

Sehr geehrter Auserwählter,

die Türken welche sie ansprechen sind wenigstens in Österreich geboren worden! Im Gegensatz zu den europäischen Flüchtlingen welche illegal in einen anderen Staat geschleust wurden!

Und jetzt geh Mauer bauen ^^

"Eingeborene"

...haben sie jetzt schön geschrieben.

Re: Wer entscheidet?

Was für ein Blödsinn - die Briten waren lediglich Kolonialherren und keineswegs die "Besitzer" von Palästina...

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
18.07.2012 12:56
3 3

Auch russische U-Boote

haben während des Krieges mindestens zwei jüdische Flüchtlingsschiffe im Schwarzen Meer versenkt...

Antworten Gast: gregor127
18.07.2012 13:48
3 1

Re: Auch russische U-Boote

Und ich dachte immer, der Adolf und seine Handlanger sind schuld wenn um diese Zeit herum Juden getötet wurden. Wieder was gelernt.

Re: Re: Auch russische U-Boote

Der "Stalin" hatte ja auch beim Überfall auf Polen mit dem Hitler gepackelt,

war ebenso fanatischer Antisemit

und hat DESHALB sogar den Towarisch

"Trotzki" mit jüdischer Abstammung in Mexico ermorden lassen.

Geschichte lernen!

Antworten Antworten Antworten Gast: Novaris
18.07.2012 17:23
2 1

Re: Re: Re: Auch russische U-Boote

Zur Erinnerung :
Vor WKII verließen ca. 560000 Polen mosaischen Glaubens wegen der Judenverfolgungen Polen. Viele von ihnen benuzten das Deutsche Reich als Transitland.
Ca. 17000 von ihnen wurde die polnische Staatsangehörigkeit aberkannt, sodass sie nicht mehr reisen konnten und im Grenzgebiet zu Polen vegetieren mußten.
Leider - es muß gesagt werden - war die Judenfeindlichkeit in Europa kein allein deutsches Phänomen.
Die Gleisanlagen nach Auschwitz wurden nicht bombardiert. Für dieses Versäumnis hat sich die US-Regierung erst kürzlich bei den Juden entschuldigt.

Re: Re: Auch russische U-Boote

wenn ihnen das hilft die taten des diktators, mit dem sie scheinbarer du sind, zu relativieren. das letzte bekannte massaker war in polen an juden nach dem krieg. googeln sie kielce 1946.
judenhass ist weiter verbreitet, als man denkt, aber da wissen sie ja

....

ganz traurig... was ist aber mit den Palästinenser, es sollte heißen 1957(nicht genaue datum) als Juden palästinensische gebiete einnehmen

Re: ....bitte nochmals formulieren, vorher aus der sonne gehen

.

Re: Re: ....bitte nochmals formulieren, vorher aus der sonne gehen

was soll ich da formulieren?? was verstehst du den nicht?

 
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