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Neue Dokumente belasten mutmaßlichen NS-Verbrecher

25.07.2012 | 19:02 |   (DiePresse.com)

Neue Beweise für die "Brutalität und Sadismus" des ungarischen "Getto-Kommandanten" Laszlo Csatary sollen gefunden worden sein.

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Der mutmaßliche ungarische Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary wird durch neue Dokumente in slowakischen Archiven zusätzlich belastet. Seine Unterschrift unter den Dokumenten belege eindeutig, dass er Befehle für die Deportation von Juden im heute slowakischen Kosice gegeben habe, berichtete der Völkerrechtler Adam Gellert am Mittwoch im Budapester Holocaust-Gedenkzentrum.

Unter dem "Getto-Kommandanten" Csatary seien zwischen dem 15. Mai und 2. Juni 1944 fast 12.000 Juden aus Kosice nach Auschwitz deportiert worden, sagte Gellert. Die Archivdokumente bestätigten anhand der Unterschrift eindeutig die Befehle Csatarys. Der 97-Jährige hatte vor Journalisten behauptet, er hätte "nicht an den Deportationen teilgenommen". Zeugenaussagen würden jedoch "Brutalität und Sadismus" von Csatary belegen.

Mittelsmann zwischen Ungarn und Deutschland

Wie auf der Pressekonferenz betont, soll Csatary angesichts seiner guten Deutschkenntnisse bei der Deportation als Verbindungsmann zwischen den ungarischen Behörden und deutschen Besatzern gearbeitet haben.

Laut Gellert stehen im Fall Csatary wesentlich mehr Beweise zur Verfügung als im Falle des mutmaßlichen ungarischen NZ-Schergen Sandor Kepiro. Der Prozess gegen Kepiro war im Vorjahr mangels an Beweisen eingestellt worden. Der inzwischen verstorbene Kepiro saß auf der Grundlage einer einzigen Zeugenaussage auf der Anklagebank, erinnert Adam Gellert.

Staatsanwaltschaft jahrelang untätig

Gegen den 97-jährigen Csatary ist die ungarische Staatsanwaltschaft erst nach jahrelangem Drängen des Simon-Wiesenthal-Zentrums eingeschritten. Am 18. Juli 2012 wurde Csatary festgenommen, den ersten Verhören unterzogen und unter Hausarrest gestellt. Das Jerusalemer Wiesenthal-Zentrum hatte den seit Jahren unbehelligt in Budapest lebenden Mann aufgespürt.

Wie der Strafrechter Mihaly Toth der Ungarischen Nachrichtenagentur MTI gegenüber betonte, müsste Csatary an die Slowakei ausgeliefert werden, wenn er beim Prozess im Jahr 1948 in der damaligen Tschechoslowakei verurteilt wurde. Doch auch in dem Falle müssen die slowakischen Behörden die Auslieferung beantragen. Toth erinnert daran, dass im gleichen Fall nicht zwei Mal geurteilt werden dürfe. Daher bezweifle er, dass es im Fall Csatary noch ein rechtskräftiges Urteil geben werde. Gellert fand jedenfalls in Kosice kein Dokument, das ein angebliches Todesurteil gegen Csatary in der damaligen Tschechoslowakei belegen würde.

(APA)

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16 Kommentare

Kommentar

Mittlerweile sind Strafprozesse neuer Art zu verzeichnen, in denen nicht der Anklagevorwurf im Vordergrund steht, sondern die Erfüllung der Erwartungen von Nebenklägern. (...) Im Münchner Demjanjuk-Prozess (...) ging es nicht um einen konkreten Tatnachweis, sondern letztlich darum, entsprechend dem Wunsch der Opfer dem Vergessen des Holocausts entgegenzuwirken und den Weg zu bereiten für weitere Anklagen dieser Art."

Spiegel 15/2012

Wann

werden eigentlich die Piloten belangt, die Agent Orange über Vietnam versprüht haben?

Nie? Ach so ...

Antworten Gast: Kibietz
27.07.2012 20:31
0 8

Wer war der Agent Orange? Ein BZÖler?

Und wie kann man den versprühen?
Ging er in Saft?

Gast: gelert
26.07.2012 09:07
15 0

die Verbrechen und Verbrecher von heute,

die im mittleren Osten agieren, werden die auch einsitzen?

Antworten Gast: Konservativer
26.07.2012 17:47
0 7

Re: die Verbrechen und Verbrecher von heute,

Sie meinen die Hamas? Die sitzen teilweise zum Glück im Gefängnis. Aber viel zu wenige, stimmt schon.

11 0

Durch "neue Dokumente" belastet.

Wie "neu" sind die Dokumente?

Ist die Tinte schon trocken?

10 0

Re: Durch "neue Dokumente" belastet.

frisch von Mossad!

Wenn er zum Tode verurteilt wurde,

sollte er die Strafe auch bekommen. Diese gibt es zwar nicht mehr, aber dass er hinter Gittern stirbt das wird doch hoffentlich möglich sein.

Antworten Gast: Heiner 2000
26.07.2012 11:24
0 13

Sehe ich auch so.

Die Todesstrafen der Tschechoslowakei wurden ex lege in Lebenslänglich umgwandelt. Es spricht nichts gegen eine Auslieferung nach Prag.

Antworten Antworten Gast: parallele
26.07.2012 21:17
17 0

Re: Sehe ich auch so.

Freunde,, was soll die Aufregung. In Tschechien sind immer noch brutale Mörder und Folterer aus der Nachkriegszeit PER GESETZ vor der Justiz "geschützt"! Deren Grausamkeiten an unschuldigen Menschen (darunter ein hoher Prozentsatz Kinder, Frauen und Alte) stehen den Grauslichkeiten der Nazischweine um nichts nach! Wann werden hier einmal Stimmen laut, diese Mißstände zu bereinigen?

Re: Sehe ich auch so.

Aber Tschechiens Nachkriegsmörder sind nach wie vor per Gesetz geschütz, dürfen also nicht abgeurteilt werden. Ein europäischer Skandal und eine tschechische Schande!

Antworten Antworten Antworten Gast: eichhorn
31.07.2012 16:34
0 12

Re: Re: Sehe ich auch so.

Ihre Verblendung ist wohl in der reflexfreien Annahme der Hitlerpropaganda geschuldet, es gab nur ein Reich, Großdeutschland und folglich Großdeutsche. Nach historischen Quellen ist bekannt und belegt, dass die Sudetendeutschen besonders zackig mitmarschiert sind und den rechten Arm weit höher gehoben haben!! Der billige Versuch die Sudetendeutschen aus allen Gräueltaten herauszunehmen wäre fast zum Lachen. Sie wollen also behaupten, die Tschechen können ja noch über das sog. Protektorat und damit verbundene Gräueltaten froh sein!? Warum fahren Sie nicht z.B. nach Lidice und erzählen nicht dort diesen Misst!?
Churchill sagte auch: " Dass die Sudetendeutsche die 5. Kollone von Hitler waren" !
Und kommen Sie nicht mit der Hitlerpropaganda von den unterdrückten SD in der CSR !

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: bömerwäldler
01.08.2012 09:47
10 0

Re: Re: Re: Sehe ich auch so.

Dann nennen Sie mir konkrete Gräueltaten von Sudetendeutschen, mit Ort und Datum. Lidice hat mit Sudetendeutschen überhaupt nichts zu tun und war die im Krieg leider übliche Antwort auf Ermordung eines Politikers, selbstverständlich aber auch ein Kriegsverbrechen! Die Okkupation der rein deutschsprachigen Gebiete anno1919 leitete einen sofortigen Hinauswurf der ansässigen Bevölkerung aus allen Staatsposten (Ämter, Post, Bahn, Polizei,..) ein. Die Sudetendeutschen wurden durch die tschechischen Behörden massivst diskriminiert, bis hin zum Schulwesen und somit förmlich in die Arme des Verbrechers Hitler getrieben. Die rein deutschsprachige Böhmerwaldbevölkerung hatte vor 1919 überhaupt keine Reibungspunkte mit Tschechen, da im gesamten Böhmerwald nie Tschechen zu Hause waren. Selbst die Franzosen und Engländer haben die Diskriminierung als unerträglich bezeichnet! Eine weitere Lüge ist die Behauptung, daß die Tschechen die Vertreibung aufgrund der Beschlüsse in Potsdam durchführte. Über 800.000 Menschen wurden schon brutalst vertrieben und beraubt, bevor diese Konferenz überhaupt stattfand! Sie drehen dem Beitragsschreiber "veverka" auch das Wort im Mund um- es ist schlicht gelogen, daß dieser schrieb, die Tschechen könnten über das Protektorat froh sein. Aber vielleicht rührt es aus Ihrer Unkenntnis, Texte zu erfassen, her. Für Sie scheinen die tausendfachen Morde an Kindern, Frauen und Alten durch "Hitler-Zujubeln" gerechtfertigt? Eine bedenkliche Rechtsauffassung!

Gast: Leser
25.07.2012 20:27
14 1

Gähn

Da will wohl jemand Geld von den Ungarn...

Re: Gähn

die sind selber schon Pleite falsche Adresse !!

Antworten Antworten Gast: gabor gabor
26.07.2012 11:25
3 0

Die sind doch wie die Griechen.

In Ungarn gibt es genug Geld. Man betrachte die vielen Luxusautos und Luxusuhren in Budapest. Von den Nobelvillen am Balaton gar nicht zu reden.