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Deutscher Altkanzler verteidigt Tian'anmen-Massaker

13.09.2012 | 13:59 |   (DiePresse.com)

Die Soldaten in Peking hätten sich nur "gewehrt", sagt Helmut Schmidt. Auch die geschätzten Opferzahlen hält der 93-Jährige für "weit übertrieben".

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China ist sein Lieblingsland. Der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt hat ein Faible für die 4000 Jahre alte chinesische Zivilisation. Doch nicht nur Land und Leuten, auch den Herrschern gegenüber scheint er vergleichsweise wohlwollend eingestellt: In einem Interview mit dem „Zeit-Magazin" verteidigte der 93-Jährige nun das Tian'anmen-Massaker.

"Zahl kommt mir weit übertrieben vor"

Auf dem "Platz des himmlischen Friedens" in Peking waren am 4. Juni 1989 Demonstrationen blutig niedergeschlagen worden. Schätzungen des Roten Kreuzes zufolge starben damals 2600 Menschen in Chinas Hauptstadt. Schmidt glaubt das nicht: "Diese Zahl kommt mir weit übertrieben vor." Der deutsche, englische und amerikanische Botschafter hätten die Zahl der Opfer damals viel niedriger geschätzt, so Schmidt.

Der Altkanzler hat auch seine eigene Sicht auf die Abläufe der "Tragödie": Demonstranten hätten zunächst Soldaten mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen. Die Soldaten hätten sich daraufhin bloß "gewehrt" - und zwar "mit den Waffen, die sie hatten".

"Enormer Gesichtsverlust"

Für Schmidt war aber der "entscheidende Punkt", der zu dem Massaker führte, dass China 1989 keine kasernierte Polizei hatte. Der Regierung sei daher nur das Militär zur Verfügung gestanden. "Und die Soldaten hatten nur gelernt zu schießen."Und noch einen zweiten Punkt führt Schmidt ins Treffen: Durch die Proteste habe der damalige Staatschef Deng Xiaopin - für Schmidt  übrigens der erfolgreichste kommunistische Führer der Weltgeschichte - einen "enormen Gesichtsverlust" erlitten: Denn der Staatsgast an diesem Tag, Sowjet-Präsident Michail Gorbatschow, habe die "Große Halle des Volkes" wegen der Demonstrationen durch die Hintertür betreten müssten.

"Mao hat die Toten nicht gewollt"

Auch für Chinas Führer Mao Zedong fand Schmidt versöhnliche Worte: Der Altkanzler bestreitet zwar nicht, dass  Mao mit seiner von 1968 bis 1971 laufenden  Kampagne "Großer Sprung nach vorn" zig Millionen Menschen in den Tod getrieben hat. "Man muss dazu aber sagen, dass es Hungertote waren", so Schmidt. Und weiter: "Mao hat die Toten nicht gewollt."

(Red.)

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16 Kommentare
Gast: renatus79
13.09.2012 19:18
1 1

naja...

also ich hab den original-artikel in der zeit gelesen und da hört sich das ganze etwas anders an...
http://www.zeit.de/2012/38/Helmut-Schmidt-di-Lorenzo-China-Mao-Menschenrechte/seite-1

er relativiert nicht, sondern erklärt warum es passiert ist.
schmidt ist ein rechter antikommunist, also bei gott kein "echter sozi".
ich habe 3 bücher von ihm gelesen und finde ihn nach wie vor, als einen der besten politiker, die es je gegeben hat.
bin china darf man sich nach wie vor nicht anlegen und es gehört halt eine harte staatsführung um 1.2 mrd. menschen unter kontrolle zu halten...
d.h. ist schmidt auch der meinung, dass staaten die demokratie nicht aufgezwungen werden darf (siehe arabischer frühling/IRAK)

Antworten Gast: schlÄchter
19.09.2012 07:32
0 0

Re: naja...

sg renatus!
vielen dank für den link - sehr interessantes interview.
mfg
s.

2 0

Zynismus

wie gross muss der Zynismus sein, wenn es eh "nur Hungertote" waren...
unglaublich!!

Gast: Hurz IV
13.09.2012 17:05
6 0

60 Mio. Tote

Fuer Sozialisten nur ein Hoppala. Es war ja links gemeint.

Gast: *** Mark Poller ***
13.09.2012 17:04
5 0

Und als nächstes stellt er dann Stalin als Opfer dar?


Gast: ach ja
13.09.2012 16:34
2 1

ganz gut formuliert

Warum sagt der gute Mann denn nicht öffentlich, dass er so gut wie zeitlebens eine billige und schäbige Amikreatur war und daher alle und jede Sauerei seiner Prinzipale verteidigen musste wollte er nicht riskieren in Ungande zu fallen.

Ob die Aufstände in China mit ein "bisserl Nachhelfen" der Amsi stattgefunden haben ist unverändert ungeklärt. Publizistisch ausgeschlachtet und dabei maßlos aufgebauscht wurde die Sache mit Sicherheit von unseren Besatzern!

Tja, Vogerl, wes Brot du frisst des Lied du zwitscherst! Auch ein leitender Angestellter der BRD GmbH ist eben nur ein fieser kleiner Hiwi der ohne jede Skrupel gegen die Interessen seiner eigenen Art agierte. Wird er "altersweise" und traut er sich das zuzugeben?

Antworten Gast: Martin_S
13.09.2012 19:20
1 0

Re: ganz gut formuliert

Ein Sozerl eine Amikreatur? Und überhaupt, haben's wohl zuviel ins Glas geschaut, gell?

im hohen Alter werden die Wahrnehmungen und Ansichten und

immer eingeengter, so auch die Auffassung von Realpolitik.
mit dieser Einstellung hätte der BK Schmidt "Deutschland im Herbst" nicht bewältigt.

Unsinn

Jetzt wird es aber langsam Zeit, Hr. Schmidt, einfach die Klappe zu halten. Alter schützt eben vor Dummheit nicht. - Leider!!

Gast: noch einer
13.09.2012 15:56
1 5

Endlich Vernunft

Die Verschwörungstheorien und Propaganda,
die von der westlichen Welt gegen alle potentiellen Gegner verbreitet werden ,
sind unerträglich

Gast: Hutbürger
13.09.2012 15:54
4 1

ist dieser Mensch noch zu retten?

unfassbar.

Gast: Martin_S
13.09.2012 15:35
7 2

Der alte

Tattergreis soll lieber den Mund halten!

9 1

Der (früher) gute Mann ist 93 Jahre alt -

und die Medien geben ihm ein Forum für den (altersbedingten) Blödsinn. Wo bleibt deren Verantwortung?

Gast: menschenrechtestattlinkediktaturen
13.09.2012 14:59
9 1

die sozialisten können ihre kommunistische wurzel halt nicht verleugnen- unter mao, stalin usw. wurden viele mio. menschen bestialisch gefoltert, umgebracht oder sind verhungert. solche diktaturen schönzureden ist nur mehr menschenverachtend und unfassbar.


Gast: Hans im Glück
13.09.2012 14:55
6 0

Er hat seine besten Tage hinter sich... :-(


Gast: m1315
13.09.2012 14:41
10 0

Schweigen

Es gibt ein Alter, indem Schweigen langsam aber sicher angebracht erscheint. Herr Schmidt hatte ja lange genug Zeit zu reden, das er meisterhaft verstanden hat zu tun.
Jedenfalls sollte er fürderhin bedenken ob er auch beweisen kann, was er sagt. Im besagten Fall ist es ein Hohn für die Opfer!