Adolf Hitlers Leben ist der Stoff einer geplanten Serie für das deutsche Fernsehen. Die Produzenten Nico Hofmann (teamWorx) und Jan Mojto (Eos/Beta) wollen in einem aufwendigen Achtteiler anhand von "Schlüsselmomenten" und "Wendepunkten" nachzeichnen, wie Hitler zu einem der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts werden konnte. Das gaben die beiden Fernsehmacher am Montag in Cannes auf der Mipcom, der größten Fernsehmesse der Welt, bekannt.
Hofmann und Mojto haben schon mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet, unter anderem bei der Verfilmung von Uwe Tellkamps Roman "Der Turm", die jüngst ausgestrahlt und von Publikum gut angenommen wurde. Am 1. November steht in der ARD "Rommel" mit Ulrich Tukur in der Rolle von Hitlers Generalfeldmarschall auf dem Programm. Das Projekt gab offenbar auch den Anstoß für die Hitler-Miniserie. "Wir haben schon bei 'Rommel' bemerkt, dass man solche Stoffe emotionalisieren kann ohne die entsprechenden Protagonisten zu Helden zu verklären", sagte Hofmann in Cannes.
Die Hitler-Serie soll mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914, in dem er als Soldat gedient hat, beginnen und mit dem Tod des Diktators 1945 enden, berichtet das deutsche Branchenmagazin DWDL.de. Hitler wird dabei in jeder Folge ein anderer Antagonist gegenübergestellt. Die achtteilige Serie soll Zeit genug haben, um zu zeigen, wie der Diktator zu dem wurde, was er war, und seine Radikalisierungssprünge bis hin zum Massenmord des Holocaust vollzog.
Ent-Mystifizierung Hitlers
Die Serie soll auf Thomas Webers Hitler-Biografie "Hitlers erster Krieg" basieren. Für Buch und Regie ist Niki Stein verantwortlich, Hark Bohm ist Co-Autor. Weber begleitet das Projekt auch als wissenschaftlicher Berater. "Hitler selbst bleibt in den meisten neueren Versuchen, das Dritte Reich, Krieg und Genozid zu erklären, seltsam inhaltsleer", erklärt Weber. "Das zu ändern, soll und muss unser Anspruch an eine neue Serie über Hitler sein."
Produzent Hofmann sagt, es gehe in der Serie um eine um eine Ent-Mystifizierung Hitlers. "Thomas Webers ausführliche und fundierte Recherche gibt Möglichkeit zur neuen, kritischen Introspektion in Hitlers psychologischen Hintergrund und seinen Werdegang als Verführer des Bösen. Gerade diese Verführung - auch der bürgerlichen Schichten - steht im Zentrum der achtteiligen seriellen Konzeption", so Hofmann.
Die Produktion zielt auf internationales Publikum ab. Mit dem Achtteiler Damit wollen sie Projekten in den USA und Großbritannien zuvorkommen, so die Produzenten. Wann die Serie zu sehen sein wird, wurde noch nicht bekannt gegeben. Derzeit sei man noch in einem frühen Stadium der Produktion, dem Drehbuch.
(APA/dpa/Red.)
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